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Medien jubeln über Griechenland-Wachstum – hier ein Blick auf das Gesamtbild

Redaktion

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Egal ob Sie gestern FAZ, n-tv.de oder Handelsblatt gelesen haben. Alle veröffentlichten die selbe Jubelmeldung. Das Wirtschaftswachstum in Griechenland wächst verdammt kräftig. Diese isolierte Nachricht für sich genommen entspricht ja auch den Tatsachen. Sie stammt vom griechischen Statistikamt „Elstat“, das gestern diese Info veröffentlicht hatte. Um 0,8% wuchs die griechische Wirtschaft im 1. Quartal 2018 im Vergleich zum 4. Quartal 2017.

Und man kann den Daten auch entnehmen, dass das Wirtschaftswachstum im Jahresvergleich bei stolzen 2,3% liegt. Teil dieser Daten war auch das Exportwachstum von Waren mit +5,1%. Es gibt also Anlass zum jubeln? Gewiss, wenn man nur diese eine isolierte Meldung betrachtet. Man könnte glatt denken, dass in Athen wieder alles bestens läuft. Aber es wäre doch ratsam sich ein Gesamtbild zu verschaffen.

Griechenland BIP-Zahlen

Außenhandel

Dies kann man zum Beispiel tun, in dem man sich bei der selben Behörde („Elstat“) auch andere wichtige Wirtschaftsdaten anschaut, die dort eingesehen werden können. Da wäre zum Beispiel die Datenübersicht zum griechischen Außenhandel. Auf der Hauptansicht zeigt „Elstat“ ein Exportwachstum der griechischen Wirtschaft von 8,5% für März im Vergleich zu März 2017. Das klingt doch gut. Wer aber die Detailmeldung liest, der sieht: Das Exportvolumen lag bei 2,88 Milliarden Euro. Das Importvolumen im März lag bei 4,51 Milliarden Euro.

Das Außenhandelsdefizit Griechenlands betrug also nur im März 1,63 Milliarden Euro. Und das nur in einem Monat. Diese Summe muss die griechische Volkswirtschaft irgendwie auftreiben um den Überschuss an Importen bezahlen zu können. Das ist eine immense Belastung. Man kann natürlich positiv erwähnen, dass das Defizit vor einem Jahr noch bei 2,11 Milliarden Euro lag, und somit geschrumpft ist. Aber es ist immer noch gigantisch groß.

Arbeitslosigkeit in Griechenland

Die aktuellsten Daten für Februar zeigen, dass die offizielle (!) Arbeitslosigkeit in Griechenland bei 20,8% liegen soll im Vergleich zu 22,6% vor einem Jahr. Das ist natürlich ein Fortschritt, aber mehr als 20% ist immer noch extrem viel. Tatsächlich dürfte die Arbeitslosigkeit deutlich höher liegen. Auch wird von Elstat in diesem Zusammenhang erwähnt, dass die Zahl der „inaktiven Personen“ im Vergleich zum Vorjahr um 34.469 zugenommen hat. Die Behörden stufen diese Personen so ein, dass sie nicht arbeiten beziehungsweise nicht aktiv nach Arbeit suchen. Da kann von Behördenseite verdammt viel gedreht werden, wie auch im Rest der EU.

Banken

Laut jüngsten Daten der griechischen Notenbank lag die Halde der notleidenden Kredite (Schuldner können Raten nicht zahlen) Ende 2017 bei 95,7 Milliarden Euro oder 43,1% aller ausgegebenen Kredite! Das ist fast die Hälfte aller Kredite, und zeigt, dass die Banken de facto immer noch in einem mehr als katastrophalen Zustand sind. Laut Daten der EZB lag die Quote Mitte 2016 noch bei 47,2%. Es hat sich also etwas getan, aber die Banken sind quasi immer noch völlig kaputt.

Jüngste Daten der Notenbank zeigen auch, dass im April das Kreditwachstum der Banken gegenüber der Wirtschaft um 3% rückläufig war nach -2% im März. Also ist auch hier keinerlei Entwarnung zu sehen. Die Lage in Griechenland mag gut aussehen, wenn man nur die BIP-Zahlen betrachtet. Aber unsere Betrachtung der sonstigen Daten zeigt ein Gesamtgebilde, das immer noch mehr als nur wacklig ist. Beim nächsten kleinen Beben kann es erneut in sich zusammenbrechen. Ministerpräsident Tsipras will in Kürze wieder ohne Hilfe der Europartner an den freien Kapitalmarkt gehen und eigenständig Schulden machen. Man darf gespannt sein, wie sich die Lage beim nächsten konjunkturellen Abschwung in Europa für Griechenland darstellt.

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    tm

    5. Juni 2018 11:24 at 11:24

    „Das Außenhandelsdefizit Griechenlands betrug also nur im März 1,63 Milliarden Euro. Und das nur in einem Monat. Diese Summe muss die griechische Volkswirtschaft irgendwie auftreiben um den Überschuss an Importen bezahlen zu können. “

    Nein, muss sie nicht, da die Handelsbilanz nur eine Teilbilanz der Leistungsbilanz ist. Griechenland generiert Einnahmen aus dem Tourismus und aus Üebrweisungen von im Ausland lebenden Griechen in die Heimat. Entsprechend sieht die Leistungsbilanz besser aus als die isoliert betrachtete Handelsbilanz. Auch da gibt es noch ein Defizit, aber mit 0,7% des (massiv gesunkenen) BIPs ein sehr moderates.

    „Tatsächlich dürfte die Arbeitslosigkeit deutlich höher liegen. “

    Was bringt euch zu der Einschätzung?

    “ Die Lage in Griechenland mag gut aussehen, wenn man nur die BIP-Zahlen betrachtet. Aber unsere Betrachtung der sonstigen Daten zeigt ein Gesamtgebilde, das immer noch mehr als nur wacklig ist.“

    Wer behauptet denn, dass die Lage in Griechenland gut aussieht? Das ist doch ein Strohmann-Argument von euch. Natürlich ist die Lage weiterhin schwierig, aber wie ihr doch auch bestätigt, geht es in die richtige Richtung. Wie hätten die anderen Medien denn nun berichten sollen?

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Dirk Müller über das Börsenjahr 2021: „Mit Gas und Bremse durch den Markt“

Claudio Kummerfeld

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Bulle und Bär - Dirk Müller will mit Gas und Bremse durchs Jahr kommen

Dirk Müller hat in einem aktuellen Interview über das Börsenjahr 2021 gesprochen, aber auch über die Corona-Restriktionen und den Bitcoin. Beim Thema Corona ist er der Meinung, dass die Beschränkungen nach einer flächendeckenden Impfung und rückläufigen Infektionszahlen nicht verschwinden würden. In welcher Form genau es weitergehe, könne er auch nicht sagen, aber gewisse Arten von Einschränkungen im Alltag würden dauerhaft bestehen bleiben. Dirk Müller erwähnt in dem Zusammenhang die auch bei der Grippe ständigen Mutationen und jährlich neuen Impfungen, um sich dagegen zu schützen. Corona käme dauerhaft als neues Risiko hinzu.

Dirk Müller über das die Aktienmärkte in 2021

Immer weiter steigende Börsenkurse sind laut Dirk Müller auch im Börsenjahr 2021 möglich, auch dank der Notenbanken. Aber, so seine Worte, alle Welt glaube es gehe an der Börse jetzt nur noch nach oben. Man frage sich nur noch, wie kräftig die Kursgewinne im Jahr 2021 ausfallen werden. Aber ein großer Börsencrash sei jederzeit möglich. Was dafür exakt der Auslöser sei, könne man vorher nie sagen. Ein Problem für die Aktienmärkte sei aktuell das Ansteigen der Anleiherenditen in den USA (aktuell 1,09 Prozent). Diese würden laut Dirk Müller unabhängig von der Politik der Notenbanken anziehen, weil die Inflationserwartungen in den USA zunehmen. Es stehe für 2021 eine Sektorenrotation bevor. Das Anlegergeld verlasse die Tech-Aktien. US-Banken würden interessanter werden, aber auch Branchen wie der Flüssiggas-Sektor. Er gehe mit Gas und Bremse durch das kommende Börsenjahr. Man solle für weiter steigende Kurse offen sein, aber mit Absicherung.

Bitcoin

Und was ist mit dem Bitcoin? Wochenlang war der Kurs ja kräftig gestiegen, dann wieder deutlich gefallen (hier unsere aktuellste Berichterstattung). Dirk Müller bleibt bei seiner bisherigen Meinung. Der Bitcoin sei eine eindeutige Zockerei, dahinter stehe kein echter Wert. Er könnte kräftig verlieren, aber auch unendlich weiter steigen.

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EZB: Auf der Spur der wahren Gründe für das große Gelddrucken

Claudio Kummerfeld

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Die EZB-Zentrale in Frankfurt

Wir alle hören es seit Jahren und nehmen es zur Kenntnis. Offiziell betreibt die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik (Zinsen und Anleihekäufe), um die Inflation von der Null-Linie in Richtung 2 Prozent zu bekommen. Und Bürger und vor allem Unternehmen sollen durch die Banken in der derzeitigen Krise günstige Finanzierungsbedingungen erhalten. Daher flutet man alles und jeden mit Notenbank-Euros, und die Banken können dem braven Mittelständler noch günstigere Kredite anbieten? So kommt die Wirtschaft in Schwung, und letztlich auch die Inflation? So geht natürlich die offizielle Story. Und tatsächlich?

Viele Beobachter der EZB-Politik behaupten oder meinen erkannt zu haben, dass es Frau Lagarde und vorher Mario Draghi in Wirklichkeit darum ging, mit günstigen Finanzierungskonditionen und mit massiven Anleihekäufen die Südländer in der Eurozone am Leben zu erhalten. So wolle man die Eurozone als Konstrukt zusammenhalten. Auch wir bei FMW haben uns in den letzten Jahren diverse Mal zu diesem Thema geäußert. Nach der gestrigen PK von Christine Lagarde ist uns der Kommentar von Dr. Jörg Krämer aufgefallen, dem Chefvolkswirt der Commerzbank. Man kann ihn also ruhig als seriöse Quelle bezeichnen.

EZB hält Bedingungen für Südländer günstig

Er hat seinen Kommentar betitelt mit der Headline „Was Günstige Finanzierungsbedingungen wirklich bedeuten“. Er zielt auch auf die oberflächlichen Gründe der EZB ab, nämlich Kreditkunden in der Wirtschaft zu günstigen Konditionen zu verhelfen. Es sei interessant zu beobachten, wie stark Christine Lagarde das Konzept der „günstigen Finanzierungsbedingungen“ betont habe. Sie folge dabei einem „holistischen Ansatz“ und habe verschiedene Zinsen im Blick – etwa die für Kredite an Unternehmen oder private Haushalte. Tatsächlich aber (so Jörg Krämer) dürfte es der EZB aber vor allem darum gehen, die Renditeaufschläge der Anleihen der besonders hoch verschuldeten Staaten zu begrenzen. So lasse sich beobachten, dass die EZB im Rahmen ihres PEPP-Programms immer dann mehr Staatsanleihen kaufe, wenn die Risikoaufschläge steigen (siehe Grafik). Zitat Jörg Krämer:

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg habe ein EZB-Vertreter gesagt, dass die EZB sogar bestimmte Höchstwerte für die Risikoaufschläge einzelner Staatsanleihen bestimmt habe. Offenbar sieht es die EZB als ihre Aufgabe an, die Währungsunion zusammenzuhalten, solange die hoch verschuldeten Staaten nicht ihre Hausarbeiten machen und damit latent die Existenz der Währungsunion gefährden.

Endet diese Politik der EZB, wenn das Corona-Aufkaufprogramm PEPP Anfang 2022 endet? Nein, Jörg Krämer glaubt, dass das Aufkaufen auch danach weitergeht, optisch eben nur über ein andere Vehikel. Die EZB werde dann das „normale“ Kaufprogramm namens APP aufstocken, und zwar von 20 auf 30 bis 40 Milliarden Euro pro Monat. Begründen dürfte sie dies unter anderem mit einer merklich unter zwei Prozent liegenden Inflation. Und ja, so möchten wir von FMW anmerken: So läuft es schon seit Jahren. Die Inflation, die ist einfach zu niedrig, deswegen muss man Billionen an Euros drucken und immer weitere Teile der Anleihemärkte aufkaufen. In Wirklichkeit will man, so nehmen wir es auch an, nur weiterhin gewährleisten, dass Italien, Griechenland, Spanien und Co sich so günstig wie nur irgend möglich immer weiter verschulden können.

EZB kauft mehr Anleihen um Spreads zu senken

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So sichern Sie Ihr Depot optimal ab – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Aktienmärkte eilen von einem Rekord zum nächsten. Das Virus wühlt zwar weiterhin, und tatsächlich eilt auch die Anzahl der Covid-Neuinfektionen weltweit von einem Rekord zum nächsten. Wir vertrauen allerdings auf die Kraft des Impfstoffes und sehen die Volkswirtschaften dieser Welt nächstens befreit.

Bei so viel Euphorie beschleicht allerdings den ein oder anderen Börsianer ein ungutes Gefühl. Sie haben also das Bedürfnis Ihr Depot, Ihre Buchgewinne einmal zumindest teilweise abzusichern. Im Folgenden erkläre ich Ihnen, welche drei goldenen Regeln Sie berücksichtigen müssen, damit die Absicherung auch wirklich greift.

Das Absichern oder Shorten eines Depots ist kein Hexenwerk. Allerdings sind wir als Börsianer natürlich eher geeicht auf steigende Kurse und Chancen. Mit anderen Worten: Shorten zählt bei den meisten von uns nicht zur ersten Begabung.

Das sind die drei goldenen Regeln:

– Fassen Sie immer punktuell und kurzfristig zu!
– Definieren Sie Ihren Depotschwerpunkt und vergessen Sie Einzelaktien!
– Legen Sie eine prozentuale Absicherungsquote fest!

Was sagen uns diese Regeln konkret?

Zu 1. Ein Short – ganz gleich ob als Optionsschein, Short-ETF oder Zertifikat – ist kein Pkw-Anschnallgurt, den wir fortwährend zur Anwendung bringen. Erfolgreiches Shorten verlangt eine kurzfristige Marktmeinung. Solche Instrumente kaufen wir immer punktuell und lediglich für wenige Wochen oder Monate. Andernfalls verzichten wir auf Geld und Rendite. Dabei sind weniger die laufenden Kosten eines Short-ETFs oder eines Optionsscheins das Problem. Sondern: Shorts – egal in welcher Form – bringen uns Verluste, wenn der Markt entgegen unserer Prognose doch steigt. Zudem fehlt uns das Kapital für den Short auf der Aktienseite. Zu Deutsch: Ein unsauber gesetzter Short wird schnell zum doppelten Renditekiller.

Zu 2. Das ist offensichtlich: Wenn von 20 Ihrer Depotpositionen 15 aus dem DAX stammen, sichern Sie nicht gegen den S&P 500 oder NASDAQ-Index ab, sondern natürlich gegen den DAX. Als kluger Börsianer kennen Sie den Schwerpunkt Ihres Depots und erwerben dazu passend einen Short. Ganz wichtig: Vergessen Sie…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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