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Wells Fargo: Mehr als eine peinliche Höchststrafe für die drittgrößte Bank der USA

Die für Banken zuständige Aufsichtsbehörde (in diesem Fall die Notenbank „Federal Reserve“) hat Wells Fargo doch tatsächlich untersagt ihr Geschäftsvolumen weiter auszubauen…

Redaktion

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am

FMW-Redaktion

Was würden Sie sagen, wenn die BaFin sagen wir mal der Commerzbank verbieten würde die Bilanzsumme weiter auszubauen, und oben drein noch anordnen würde Aufsichtsräte bei der Bank auszutauschen? Das wäre ein Desaster für die Bank. Nicht nur das Image würde leiden, sondern auch das Vertrauen von Aktionären, Kunden und Anleihe-Investoren, die in die Bank investiert haben. Man unterschätze so was nicht! Bei „Bank Runs“ (Kunden ziehen schnell in großen Mengen Geld ab) sind schon Banken plötzlich den Bach runtergegangen!

Ein Debakel

Aber so eine Blamage (nicht der Bank Run) passiert es aktuell bei Wells Fargo, der drittgrößten Bank der USA. Sie ist die wichtigste Konsumentenbank der USA und der Platzhirsch bei Krediten. Die für Banken zuständige Aufsichtsbehörde (in diesem Fall die Notenbank „Federal Reserve“) hat Wells Fargo doch tatsächlich untersagt ihr Geschäftsvolumen weiter auszubauen. Die Bilanzsumme darf im Vergleich zu Ende 2017 erst einmal nicht weiter wachsen. Das gehe erst wieder, wenn die Bank die Vorgaben der Fed erfülle.

Es geht um eine Vielzahl von Verfehlungen der Bank. Vor etwas mehr als einem Jahr titelten wir schon Wird Wells Fargo zum VW der Finanzbranche?. Dass es mal so heftig kommen würde, hatten wir damals nicht geahnt. Eigentlich war der größte Skandal der Bank schon ausgestanden. Wells Fargo hatte Millionen Zweitkonten für bestehende Kunden eröffnet ohne deren Wissen, nur um das Geschäftsvolumen optisch aufzublähen. Die Zahlen (Anzahl der Kunden) sollte wohl optisch besser aussehen für die Öffentlichkeit. Den Job verloren tausende Filialmitarbeiter, die angeblich alle in krimineller Absicht handelten, ohne Wissen des Bankvorstands (wer es glaubt…).

Der Bankvorstand musst später nur aufgrund des öffentlichen Drucks gehen. Aber im Laufe des Jahres 2017 dachte man, dass sich die Wogen glätten würden, und die Sache nun ausgestanden sei. Die Federal Reserve ist offensichtlich anderer Meinung. Nicht nur die Bilanz darf erstmal nicht weiter wachsen – auch mehrere Aufsichtsräte müssen zwangsweise entfernt werden. Bevor man die Bilanz für weiteres Wachstum quasi wieder freigebe, müsse die Bank sicherstellen, dass die Aufsichtsräte eine effektive Kontrolle über die Bankaktivitäten ausüben können. Im Klartext: Die bisherigen Aufsichtsräte waren Nieten!

Auch müsse die Bank die allgemeinen Regeln der Unternehmensführung überarbeiten und das Risikomanagement verbessern. Erst wenn das im Sinne der Fed zufriedenstellend verbessert ist, lässt man die Bank wieder vom Haken. Im Klartext: Bei Wells Fargo läuft anscheinend intern alles drunter und drüber – so darf man es vermuten. Man kann auch vermuten, dass die Fed monatelang immer wieder bei Wells Fargo nach Verbesserungen gefragt hat, ohne dass wirklich etwas passierte. Sonst wäre es kaum zu erklären, dass die Fed erst mehr als ein Jahr nach dem großen Skandal so eine drastische Maßnahme verkündet.

Die Kunden zu lange verarscht

Ein wirkliches Debakel für die Bank ist das! Normale Einlagen- und Kreditgeschäfte werden zwar nicht eingeschränkt, aber die Bilanz insgesamt dürfe nicht weiter wachsen als zum Stand Ende 2017. Vielleicht kann man das Wachstum durch andere Bilanzposten erstmal stoppen? Die Bank hat ihre Kunden zu lange verarscht, so kann man die Worte der Fed schon fast übersetzen. Zitat:

„We cannot tolerate pervasive and persistent misconduct at any bank and the consumers harmed by Wells Fargo expect that robust and comprehensive reforms will be put in place to make certain that the abuses do not occur again,“ Chair Janet L. Yellen said. „The enforcement action we are taking today will ensure that Wells Fargo will not expand until it is able to do so safely and with the protections needed to manage all of its risks and protect its customers.“

In recent years, Wells Fargo pursued a business strategy that prioritized its overall growth without ensuring appropriate management of all key risks. The firm did not have an effective firm-wide risk management framework in place that covered all key risks. This prevented the proper escalation of serious compliance breakdowns to the board of directors.

Die Aktie fällt heute gegenüber Freitag Abend aktuell um 7,6%.

Wells Fargo übrigens hat sich schon dazu geäußert. Binnen 60 Tagen werde man die Probleme beheben, und an die Fed berichten. Na sieh mal an. Auf einmal geht es doch? Es fehlte wohl nur etwas Druck? Hier die gesamte Veröffentlichung der Bank.


Der Aktienkurs-Verlauf von Wells Fargo seit Oktober 2017. Heute der Absturz!

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Aktuell: Lufthansa veröffentlicht Maßnahmen für weiteren Kahlschlag

Claudio Kummerfeld

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Der Lufthansa A380 wird wohl nicht mehr fliegen

Die Lufthansa hatte bereits Maßnahmen zum Kahlschlag angekündigt. Aber es ist wie es ist. Die Fluggastzahlen erholen sich nicht V-förmig wie (auf den ersten Blick) die Gesamtkonjunktur. Weltweit gibt es ständig neue Corona-Restriktionen und viele Unklarheiten. Und offenkundig haben zu viele potenzielle Flugreisende wohl einfach keine Lust auf diese ganze Unsicherheit und dazu noch auf stundenlanges Maskentragen an Flughäfen und im Flugzeug. Jetzt hat die Lufthansa vor wenigen Minuten die nächsten Maßnahmen zum Kahlschlag verkündet. Weiter Runter-Schrumpfen, um nicht in den Kosten zu versinken, so könnte man es ausdrücken. Hier drucken wir die wichtigsten Infos von der Lufthansa im Wortlaut ab. Die Headline-Aussagen:

– Erholung des Luftverkehrs deutlich langsamer als noch im Sommer erwartet
– Tiefere Einschnitte bei Flottengröße und für Personal
– Langfristig geparkte sowie zur Ausflottung vorgesehene Flugzeuge werden im dritten Quartal mit bis zu 1,1 Mrd. EUR wertberichtigt
– Operative Mittelabflüsse sollen um 100 Mio. EUR pro Monat reduziert werden

Details:

Der Kapazitätsausblick für die Passagierairlines wird deutlich nach unten korrigiert; die bisherige Annahme, im vierten Quartal des Jahres ein durchschnittliches Produktionsniveau von 50 Prozent des Vorjahreswertes zu erreichen, erscheint nicht mehr realistisch. Bei Fortsetzung des aktuellen Trends werden die angebotenen Sitzkilometer im Vorjahres-vergleich voraussichtlich nur noch in einer Spanne zwischen 20 und 30 Prozent liegen.

Die mittelfristige Flottenplanung wird angepasst und sieht aktuell ab Mitte des Jahrzehnts eine dauerhafte, konzernweite Kapazitätsreduktion von 150 Flugzeugen vor .

In Ergänzung der bereits kommunizierten Flottenentscheidungen wurde folgendes beschlossen: Nachdem bereits im Frühjahr sechs Airbus A380 endgültig außer Dienst gestellt worden sind, werden die verbleibenden acht Flugzeuge vom Typ A380 sowie zehn Flugzeuge vom Typ A340-600, die bislang noch für den Flugdienst vorgesehen waren, in einen sogenannten Langzeitparkmodus (long-term storage) überführt und aus der Planung genommen.

Aus den vorgenannten Flottenentscheidungen werden sich weitere Wertberichtigungen in einer Größenordnung von bis zu 1,1 Mrd. EUR ergeben. Der Betrag soll noch im dritten Quartal des laufenden Jahres verbucht werden.

Der bisher avisierte rechnerische Personalüberhang von 22.000 Vollzeitstellen erhöht sich in Folge der Entscheidungen für das dritte Paket des Restrukturierungsprogramms. Die Anpassung der dauerhaften Personalstärke in den Flugbetrieben wird an die weitere Marktentwicklung angepasst.

Die überarbeitete Finanzplanung sieht trotz des eingetrübten Ausblicks vor, die Mittelabflüsse durch striktes Kostenmanagement weiter zu senken. Der Liquiditätsabfluss soll von aktuell rund 500 Mio. EUR pro Monat auf durchschnittlich 400 Mio. EUR pro Monat im Winter 2020/21 gesenkt werden. Das kommunizierte Konzernziel, im Jahresverlauf 2021 wieder operativ positive Mittelzuflüsse zu erwirtschaften, wird bekräftigt.

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Markus Koch vor dem Handelsstart in New York – Abverkauf bei Tech geht weiter

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video vor dem Handelsstart in New York. Der Abverkauf bei Tech geht weiter, und der Value-Bereich profitiert.

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Deutsche Bank: Übernahme durch UBS? Geldwäsche in Russland? Aktie dick im Minus

Claudio Kummerfeld

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Deutsche Bank Hochhäuser in Frankfurt

Die Deutsche Bank könnte heute mit einem kräftigen Plus in den Handel gehen. Würde man meinen, wenn man die Nachricht betrachtet, dass die große Schweizer UBS womöglich die Deutsche Bank kaufen will. So zumindest sagte es am Samstag die Schweizer „Sonntagszeitung“. Aber beim zweiten Blick weiß man: Die UBS wollte ja auch mit der Credit Suisse fusionieren – diese Idee sll offenbar schon gescheitert sein. Und auch die Commerzbank wie die Lloyds Banking Group sollen für die UBS interessante Kaufkandidaten sein. Also ist dies doch eher eine ziemlich unklare Lage. Außerdem wären die Hürden, die größte Bank Deutschlands kaufen zu können, wohl ziemlich groß. Aber dennoch, die Deutsche Bank-Aktie könnte heute aufgrund dieser Meldung gut im Plus eröffnen.

Deutsche Bank mit neuem Geldwäsche-Horror in Moskau?

Aber sie geht mit minus 3,6 Prozent in den Handel. Denn gestern gab es neue konkrete Berichte zu möglichen Geldwäsche-Vorgängen in Russland. Konkrete Auswertungen (hier die Details) sollen zeigen, dass die Deutsche Bank-Filiale in Moskau wohl eine Art Wild-West-Filiale gewesen sein soll, und dass trotz Aufsehern in Sachen Geldwäsche wohl kaum Kontrolle stattfand. Man wollte wohl nicht hinsehen und ließ viel womöglich mehr zweifelhafte Transaktionen zu als bislang bekannt. Pikant dabei ist, dass im betreffenden Zeitraum auch der heutige Deutsche Bank-Chef Sewing als Chef der Revision für die Kontrolle zuständig war, aber dass trotz Prüfungen sogenannte Mirror Trades nicht entdeckt wurden. Dabei wurden für Kunden Aktien in Rubel gekauft, und danach gleich wieder in US-Dollar verkauft.

Drohen der Deutschen Bank nach diesen neuen Enthüllungen weitere Geldstrafen? Fängt auch der Stuhl vom angeblich so sauberen Herrn Sewing an zu wackeln? Auf jeden Fall könnte der geneigte Börsianer das Grausen kriegen, dass diese jahrelange Horror-Show mit nicht enden wollenden Geldstrafen, Verfahren und Prüfungen weiter geht. Die Deutsche Bank-Aktie jedenfalls, die notiert heute wie gesagt mit mit minus 3,6 Prozent bei 7,41 Euro. Die Deutsche Bank hat dazu folgendes Statement veröffentlicht. Zitat:

„Die Bekämpfung von Finanzkriminalität, Geldwäsche und Kapitalflucht hat für die Ermittlungsbehörden und Finanzinstitute gleichermaßen Priorität. Die weltweit führenden Finanzinstitute, einschließlich der Deutschen Bank, haben Milliarden von Dollar investiert, um die Behörden bei diesen Bemühungen effektiver zu unterstützen. Dies führt natürlich zu einer höheren Zahl von Feststellungen.

Wir bei der Deutschen Bank haben in den letzten Jahren massiv in die Verbesserung der Kontrollen investiert, und wir konzentrieren uns mit Nachdruck darauf, unseren Verantwortlichkeiten und Verpflichtungen nachzukommen. Dazu gehört auch, dass wir Maßnahmen ergreifen, um Risiken zu minimieren, und Beziehungen zu Kunden oder Korrespondenzbanken beenden, wenn dies angezeigt ist.

Das ICIJ hat über eine Reihe historischer Themen berichtet. Soweit sie sich auf die Deutsche Bank beziehen, sind sie den Aufsichtsbehörden bekannt. Die Themen wurden bereits untersucht und führten zu Einigungen mit den Behörden, in denen die Zusammenarbeit und die Mängelbeseitigung der Bank öffentlich anerkannt wurden. Wo nötig und angemessen, haben wir Konsequenzen gezogen. Soweit die vom ICIJ verwendeten Informationen aus Verdachtsmeldungen (sogenannten SARs) stammen, wurden diese Informationen von einer Bank gemäß der gesetzlichen Regelung aktiv identifiziert und den Behörden mitgeteilt. SARs enthalten Warnungen vor möglichen Probleme, können aber nicht mit einer Tatsachenbehauptung gleichgesetzt werden.“

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