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Mehrwertsteuersenkung: Ab in die Deflation? Staatliche Statistiker mit Berechnungen

Claudio Kummerfeld

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Kartoffel, Münzen, Taschenrechner

Die Verbraucherpreise in Deutschland lagen im Mai bereits nur noch bei 0,6 Prozent im Plus. Nun hat die Bundesregierung beschlossen ab Juli eine Mehrwertsteuersenkung durchzuführen. Bei Sätzen von 19 Prozent geht es runter auf 16 Prozent, und bei Sätzen von bislang 7 Prozent runter auf 5 Prozent. Natürlich ist es nicht klar abzuschätzen, wie viele Unternehmen aus welchen Branchen diese Ersparnis in welchem Umfang an die Verbraucher weitergeben werden. Es ist wohl unmöglich so etwas zu prognostizieren.

Mehrwertsteuersenkung zieht Verbraucherpreise spürbar runter

Aber was, wenn die Mehrwertsteuersenkung vollständig von den Verkäufern an die Endverbraucher weitergegeben würde? Dies hätte auf die Verbraucherpreise (also die Inflation) einen deutlich negativen Einfluss. Die staatlichen Statistiker vom Statistischen Bundesamt haben nachgerechnet und heute eine Prognose veröffentlicht. Sie sind der Meinung, dass die Verbraucherpreise in diesem Fall im Jahresvergleich um satte 1,6 Prozentpunkte sinken würden. Dann lägen wir beim aktuellen Stand der Teuerungsrate von +0,6 Prozent also bei einer Preisveränderung von letztlich minus 1 Prozent. Klar in der Deflation! Wie gesagt. Dies gilt für den Fall, dass die Mehrwertsteuersenkung vollumfänglich bei den Konsumenten ankommt.

Wir möchten dazu anmerken: Nehmen wir an, dass nur Teile davon bei den Konsumenten ankommen – vielleicht nur die Hälfte, ganz plump gesagt – und die Mehrwertsteuersenkung bringt minus 0,8 Prozentpunkte für die Verbraucherpreise als Gesamtzahl? Dann wären da noch die Ölpreise, die den jüngsten Absturz der Verbraucherpreise erst ausgelöst hatten. Sie sind die letzten Wochen wieder deutlich gestiegen. Mit gewisser Verzögerung könnte sie ab Juli/August wieder für etwas Auftrieb bei der Inflation sorgen, so dass sie sich insgesamt gesehen womöglich knapp über der Null-Linie halten könnte.

Mehrwertsteuersenkung Auswirkung Prognose

Hier noch einige interessante Anmerkungen der Statistiker im Wortlaut:

Die Steueränderungen wirken sich jedoch nicht auf alle Waren und Dienstleistungen des Warenkorbs der Verbraucherpreisstatistik gleichermaßen aus. Rund 70 % der im Warenkorb enthaltenen Güter sind mit dem vollen Steuersatz (19 %) oder dem ermäßigten Steuersatz (7 %) behaftet. Dagegen sind rund 30 % der Güter von der Mehrwertsteuerpflicht befreit. Deshalb wird sich die Mehrwertsteuersenkung auf die einzelnen Gütergruppen unterschiedlich auswirken. Beispielweise haben die Steuersenkungen einen Einfluss auf Nahrungsmittel (vorrangig 7 %) und Bekleidung (19 %). Wohnungsmieten, die einen hohen Anteil an den Verbrauchsausgaben haben, sind hingegen nicht betroffen.

Im Rahmen der letzten Änderungen der Mehrwertsteuersätze im Januar 2020 wurde der Mehrwertsteuersatz für Bahnfahrkarten im Fernverkehr, für E-Books und für Hygieneprodukte wie Tampons von 19 % auf 7 % abgesenkt. Die Auswirkungen auf die Entwicklung der Verbraucherpreise fielen – wie bereits in der Vergangenheit – unterschiedlich aus. So gingen zum Beispiel die Preise für Hygieneprodukte schon im Vorfeld der Steuersenkung zurück. Die Preise für Bahnfahrkarten für den Fernverkehr sanken im Januar 2020 um 10,0 %.

Inwieweit die für Juli angekündigte Senkung der Mehrwertsteuer an die Verbraucherinnen und Verbraucher weitergeben wird, ist derzeit noch unklar, da eine vollständige Weitergabe nicht gesetzlich verordnet ist. Auch sind die tatsächlichen Auswirkungen auf die Inflationsrate nur schwer abschätzbar, da die Preisentwicklung insgesamt auch von vielen anderen Effekten bestimmt wird.

9 Kommentare

9 Comments

  1. Avatar

    thinkSelf

    15. Juni 2020 16:54 at 16:54

    Als Unternehmer wäre ich ja mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn ich die Mehrwertsteuersenkung weitergeben würde. Die meißten Unternehmen werden froh sein eine etwas höhere Marge einzufahren.

    Allerdings ist die Rückkehr zur “alten” Mehrwertsteuer eine gute Gelegenheit gleich mal die Preise zu erhöhen. Das Gedächtnis der Leute hält nämlich keine 6 Monate.

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    Faktist

    15. Juni 2020 21:34 at 21:34

    Ich gebe die MwSt. Senkung nicht weiter… f u all… wtf sollte dieser Scherz!? Hat überhaupt jemand mal über die Kosten der Umstellung nachgedacht!??? Denkt da überhaupt jemand nach bevor er so ein Schwachsinn beschliesst???? 6 Monate runter und dann wieder rauf. Was ist wenn man ein EDV System hat welches umgestellt werden muss, dann sind dann die Steuerberater bzw. die Buchhaltung, dazu kommen auch noch die VK Preisanpassungen (wie gesagt, bei mir nicht, aber bei anderen). Und zu guter letzt, alle Angaben online ändern um keine Abmahnung wegen evtl. irgendwo vergessener Änderung dieser Änderung zu bekommen. OMG wer zum Teufel hat denen es geraten!??? Ich weis es! Die Autolobby! Das ist wirklich die einzigste Lobby die ein Kompromiss wollte, weil ja die Verbrenner nicht gefördert werden. Klar bei Autos ist es relativ einfacher und die 3% Nachlass sind bei grösserer Summen natürlich lukrativer für Käufer. Die Autoverkäufer spekulieren, dass dann die Nachfrage höher sein wird. Aber alles andere ist Blödsinn! Wie gesagt, Politiker-Sumpf ab auf die Strasse und ab ins Mittelalter wo man Examples statuieren konnte. Anderes verstehen die Menschen es nicht!!! ES wird sich niemals was ändern, bis man die schlimmst anzunehmende Konsequenz sieht!!!

    Hoffe es liest jemand der es weiter gibt und hoffentlich wird es wenigstens einen geben, der diesen Blödsinn stoppt… ich meine damit diese ganze Politiker Lobby Schawachsinn!

    • Avatar

      Michael

      15. Juni 2020 23:55 at 23:55

      @Faktist, endlich mal einer, der die realen Auswirkungen des blinden, sinnlosen, aber umfragewirksamen Aktionismus erkannt, thematisiert und weiter gedacht hat. Und ebenso die sog. christlich-demokratisch-sozialen Ursachen. Klingt so, als wären auch Sie auch Opfer der großartigen Corona-Sofort”hilfe”? In Kenntnis der “einfachen und unkomplizierten” Hilfen bei den “privaten” Kosten und Ausgaben.

      Ein buchhalterischer Alptraum, ein völlig irrsinniger Aufwand von Anfang bis jetzt. Millionen Selbständige wissen nicht im Ansatz, wie dieser kurzfristige, temporäre und wirkungslose Knallkörper in die bestehenden IT-Systeme integriert werden kann und soll. Genaue gesetzliche Vorgaben (ein Paradoxon an sich) sollen ja auch erst Ende Juni verabschiedet werden. Ab 1. Juli müssen die dann aber in den Systemen verarbeitet werden. Viel Spaß!

      Man pumpt weiterhin ganz unkompliziert und ungeniert Milliarden in die Erpresser- (sorry, Verbrenner-) Industrie, während man weiterhin an den ausgelaugten Zitzen des lobby-freien Mittelstandes saugt.

      Unchristlich, undemokratisch, unsozial, aber medienwirksam.

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    Dreistein

    16. Juni 2020 12:03 at 12:03

    Was für Güter (30%) im Warenkorb sind von der MwSt. befreit?

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      Michael

      16. Juni 2020 13:33 at 13:33

      @Dreistein, die größte Position wird doch oben bereits im Artikel genannt: Wohnungsmieten. Dazu kommen steuerbefreite Nebenkosten wie Grundsteuer, Immobilienversicherung und Abwassergebühren. Natürlich sind auch andere Versicherungen mehrwertsteuerbefreit, ebenso Finanzdienstleistungen und ein Großteil ärztlicher Leistungen, auch in Kliniken und Krankenhäusern.

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    Macwoiferl

    16. Juni 2020 12:46 at 12:46

    Ruhig Blut, Leute.
    Alles wird gut.
    Ihr wählt sie ja doch wieder dann!
    :-)
    Dafür dürfen euch Merkel&Co schon ein bisschen plagen zum Dank!
    Der Tag ist schön heute!

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    Korrektor

    16. Juni 2020 14:14 at 14:14

    Deflation in der Realwirtschaft, Inflation an der Börse und die Schere klafft weiter auseinander.

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    Maren

    27. Juni 2020 11:37 at 11:37

    Interessant, das mal aus Unternehmersicht zu hören. Klar, zweimal umstellen erzeugt Kosten. In der EDV müssen eigentlich nur zwei Zahlen ausgetauscht werden, das ist einfach, jedenfalls, falls es wirklich gut programmiert ist, und das ist es oft nicht, aber viele Frontend-Seiten müssen wahrscheinlich von Hand geändert, Preisschilder neu gedruckt, Artikel neu beklebt werden etc. Und wahrscheinlich kann ich mir höchstens die Hälfte der Baustellen tatsächlich vorstellen. Ich würde das Gefühl haben, der Staat schmeißt mir Knüppel zwischen die Beine. Das heißt, die Mehrwertsteuersenkung wird verpuffen in einem künstlich und unnütz geschaffenen Kostenapparat. Traurig. Und ganz schön hirnlos. Man sollte wirklich erstmal zuende denken.

    Andereseits frage ich mich manchmal, ob das Absicht ist:
    Die MwSt wird gesenkt,die Verbraucher jubeln!!! Toll!!! Eine Erleichterung. Später merken sie dann, sie wurden gelinkt und belogen, aber dann ist es zu spät, oder sie sind zu dumm und merken es gar nicht, obwohl ihr Portemonnaie immer leerer wird. Was nicht sein darf, das nicht sein kann… Sie vernebeln die Wahrheit vor sich selbst. Denn Politiker sind doch toll und glaubwürdig, oder?

    Und dasselbe passiert hier mit der Inflation: Dieser Artikel, sorry, ist Lug und Trug. Genau wie das, was die Statistiker mit dem Warenkorb machen: Sie tauschen die Güter aus!!! Und schon wird billiger, was in Wahrheit teurer wird. Ich esse fast nur Obst und Gemüse. Und an der Kasse falle ich regelmäßig um: Ein paar Teile 40 Euro!!! Das ist neu. Mein Portemonnaie hat ein ähnliches Loch wie nach der Euroeinführung, die ja angeblich auch keine Inflation erzeugt hat. Ich muss als Statistiker nur Gemüse und Obst aus dem Warenkorb herausnehmen oder das teure gegen ein billigeres ersetzen und schon ist die Inflation geschönt. Merkt das eigentlich keiner außer mir??? Und wenn ich das sage, sagen die Strohdummen meißtens: Das ist, weil keine Erntehelfer da sind… Aha. War mir schon klar. Und deshalb ist es keine Inflation? Rechtfertigt das irgendwas? Nein, der Strohdumme hat es sich gerade strohdumm schön geredet, mir fällt die Kinnlade runter und ich denke “Herr, schmeiß Hirn vom Himmel!!!” Ich glaube, ich gehe mal dazu über, das nicht mehr zu denken, sondern zu sagen. Und ihr, liebe Autoren dieses Artikels, könntet ruhig mal zuende denken, bevor ihr diesen Statustikmüll millionenfach unkritisch weiter verbreitet.

    • Avatar

      Nemar

      28. Juni 2020 13:04 at 13:04

      @Maren
      In der EDV müssen eigentlich nur zwei Zahlen ausgetauscht werden, das ist einfach…

      Das wäre vielleicht dann relativ einfach, wenn man nur den Teil Rechnungswesen (Angebote, Auftragsbestätigungen, Rechnungen, Abschlagsrechnungen usw.) zu berücksichtigen hätte. Wobei sich auch hier bereits Probleme ergeben: Ein Unternehmer schreibt z. B. am 10.06. ein Angebot, erbringt bis 20.06. eine Teilleistung, über die er eine Abschlagsrechnung mit 19% MwSt. stellt. Dies funktioniert üblicherweise über „Weiterführen des Angebotes als Abschlagsrechnung“. Am 05.07. wird der Auftrag abgeschlossen, für diese zweite Teilleistung (16%) oder genauer gesagt über die Gesamtleistung (16 oder 19% ?) abzüglich der ersten Teilleistung (19%) muss nun die Endrechnung gestellt werden (ebenfalls über Weiterführen des Angebotes, das ja bekanntlich mit 19% erstellt wurde).

      Aber es gibt neben dem Rechnungswesen auch noch die Buchführung.
      Üblicherweise sind den jeweiligen Artikeln oder Artikelgruppen Steuersätze und Erlöskonten bzw. Ausgabekonten für den Einkauf hinterlegt. Diese können Sie nicht einfach ändern, weil dann falsche Zahlen für die Zeiträume davor und danach verbucht werden. Hier benötigen Sie also zwei neue Steuersätze (5% und 16%), zwei neue Erlöskonten (Umsätze 5% und Umsätze 16%) sowie zwei neue entsprechende Ausgabekonten für den Einkauf, die datumsabhängig funktionieren müssen. Hier stellt sich die Frage nach Leistungsdatum, Lieferdatum oder Rechnungsdatum? Dies ist ein weiterer Zusatzaufwand und die nächste potenzielle Fehlerquelle.

      Und zuletzt muss die zu implementierende Lösung ja nicht nur innerhalb der jeweils verwendeten Software funktionieren, sondern auch kompatibel mit den dafür anzupassenden Steuermeldungen sowie den ELSTER- und DATEV-Systemen bleiben.

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Dr. Jens Ehrhardt: Dax 2021 bei 16.000 Punkten, Deflation statt Inflation

Claudio Kummerfeld

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Laut Dr. Jens Ehrhardt wird der Dax weiter kräftig ansteigen

Dr. Jens Ehrhardt (hier mehr zu seiner Person) ist ein anerkannter Börsianer. Aber auch seine Meinung ist nur eine von vielen. Er betont in einem ganz aktuellen Videobeitrag, dass er auch im Tief des Börsencrash im März diesen Jahres seine Prognose bestätigt hatte. Der Dax werde nächstes Jahr bei 16.000 Punkten notieren.

Dax 16.000 Punkte laut Dr. Jens Erhardt

Und heute erneuert er diese Prognose. 16.000 Punkte für das nächste Jahr, das sei für den Dax sogar eher eine bescheidene Prognose. Bei Börsenkursen gehe es nun mal nicht um wirtschaftliche Realitäten, sondern um Angebot und Nachfrage im Handel, so seine Aussage. Die Notenbanken würden immer weiter Liquidität in die Märkte pumpen. Und irgendwo hin müsse all dieses neue Geld fließen. Es treibe die Börsenkurse an. Auch bei seiner letztjährigen Gold-Prognose von 2.000 Dollar hätte ihn so mancher schief angeguckt. Und jetzt sei sie eingetreten. Und warum der Dax derzeit noch so gut aussehe? Die Börsianer würden nun mal in den Kursen die realwirtschaftliche Entwicklung ein halbes Jahr vorwegnehmen! Und wie Dr. Jens Erhardt schon richtig sagt im Video… so weit entfernt sind die 16.000 Punkte von heutiger Sicht aus gar nicht mehr. Nur noch ein klein wenig zusätzliche Euphorie… der Sprung von 12.500 Punkten rauf auf 16.000 ist ja nicht mehr so groß?

Inflation?

Wo viele andere Kommentatoren wie Markus Krall etc eine Hyperinflation oder zumindest eine deutlich spürbare Inflation anrollen sehen, da spricht Dr. Jens Ehrhardt heute eher von Deflation. Er nennt dafür auch konkrete Gründe. Ob er Recht hat oder doch eher die Krall-Fraktion? Wir werden das wohl erst in gut einem Jahr genauer wissen. Erhardt meint, dass Inflation für die nächsten 1-2 Jahre gar kein Thema sei.

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Künstliche Intelligenz: Die nächste Generation der Robo Advisor?

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Künstliche Intelligenz pusht den Robo Advisor in der Geldanlage?

Vor wenigen Jahren noch völlig unbekannt, ist die Geldanlage über einen Robo Advisor für viele deutsche Verbraucher heute zu einer echten Alternative geworden. Jeder dritte Deutsche (29 Prozent) weiß bereits was ein Robo Advisor ist. Von denjenigen, die mit dem Begriff vertraut sind, kann sich sogar jeder fünfte (20 Prozent) vorstellen, sein eigenes Geld über einen Robo Advisor verwalten zu lassen. (Info: Begriffserklärung Robo Advisor) Zu diesem Ergebnis kommt zumindest die vom Marktforschungsinstitut Toluna durchgeführte Studie ,,Robo Advice in Deutschland – Status quo und Entwicklungsperspektiven 2020“, welche von der European Bank for Financial Services in Auftrag gegeben wurde.

370,10 Prozent Anstieg des Anlagevolumens bis 2024 erwartet

Belief sich das Anlagevolumen im Segment Robo Advisor im Jahr 2017 in Deutschland noch auf 756 Millionen Euro, wird für das Jahr 2024 ein satter Anstieg auf insgesamt 29,860 Milliarden Euro Anlagevolumen prognostiziert. Bereits in diesem Jahr (2020) wird mit einem Anlagevolumen von über 8 Milliarden Euro allein in Deutschland gerechnet. (Quelle: Statista.com) Kein Wunder also, dass Banken und Finanzdienstleister weiterhin massiv in Neuentwicklungen und Verbesserungen der Analysefähigkeiten der digitalen Berater investieren. Nachdem anfängliche Kinderkrankheiten nach und nach beseitigt wurden, sollen Robo Advisor in Zukunft deutlich cleverer werden als ihre ,,Vorfahren“.

Die nächste Generation kommt – mit ihr die Künstliche Intelligenz

War der Anlagevorschlag der „ersten Generation“ noch aufgrund einer einfachen Risikoabfrage und Auswahl an möglichen Anlageklassen relativ statisch und konnte sich bei kurzfristigen Marktveränderungen nur bedingt schnell anpassen, wird die nächste Generation schneller und individueller arbeiten.

Die laufenden Verbesserungen der Künstlichen Intelligenz bieten besonders im Segment Robo Advisor ein enormes Potenzial. Es ist bereits in naher Zukunft denkbar, dass Robo Advisor eine smarte Steuerung des Portfolios durch eine Echtzeit Risikosteuerung ermöglichen und besondere Anlegerwünsche wie ESG-Investing (Environment, Social and Governance – sprich: Ethisches Investieren) vermehrt berücksichtigen.

Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz könnte mittel- und langfristig ganzheitlichen Charakter erlangen, welcher ein solides Cashflow-Management, einen entscheidenden Teil der Altersvorsorge, die übergreifende Investitionsplanung, das Finanzrisikomanagement und individuelle Steuerplanungen des Anlegers begleitet.

Fazit: Wo führt das hin?

Dort wo Wachstum stattfindet, wird investiert. Dort wo investiert wird, entstehen neue Möglichkeiten. Es ist mehr als wahrscheinlich, dass die Geschwindigkeit der Veränderung in Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz nie wieder so langsam sein wird wie heute. Von diesem Standpunkt aus betrachtet wird die Zukunft viele Chancen bieten, aber auch enorme Risiken in sich bergen, die heute noch kaum vorstellbar sind. Eine kritische Betrachtung möglicher Veränderungen ist daher durchaus gesund.

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TikTok: Opfer des US-Monopols? Trump und Microsoft in Aktion

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TikTok App auf einem Smartphone

Achtung Verschwörungstheorie? Oder jede Menge heiße Luft? Nein, hier geht es um mehr als nur ein Geschmäckle. Offiziell zumindest geht es um Datenschutz. Es ist ja bekannt, dass der Social Media-Dienst TikTok mit Sitz in China auch im “Freien Westen” eine ernsthafte Gefahr für Instagram und YouTube geworden ist. Noch schlimmer. TikTok ist erfolgreicher und beliebter. Mit alleine 46 Millionen Downloads in den USA alleine im Jahr 2019 ist TikTok als Plattform für kurze Videos richtig angesagt. Die allermeisten Nutzer konsumieren nur Inhalte, wie auf anderen Plattformen auch.

TikTok als einzig ernsthafte Gefahr für das US-Monopol

Damit ist TikTok die erste wirklich ernsthafte Gefahr für das Social Media-Monopol der USA. Denn mal ehrlich. Es ist ein Monopol, wenn man danach geht, aus welchem Land die Anbieter kommen. YouTube, Google, Twitter, Instagram, Facebook, Whatsapp, LinkedIn. Was man in Europa und Nodamerika und in den meisten anderen Teilen des Planeten nutzt, kommt aus den USA. Und TikTok wird offenbar immer beliebter und erfolgreicher. In den App Stores wird die App häufiger geladen als die Apps von den großen US-Anbietern. Und das auch noch völlig ohne Zwang. Die Kids und jungen Erwachsenen in Europa und den USA finden etwas aus China viel besser als etwas aus den USA?

Das kommt noch hinzu zum Angriff auf das Monopol der USA. So was darf doch nicht sein, dass die Chinesen etwas anbieten, was die Leute im Westen besser finden? Und dann wie gesagt noch das schöne Monopol der USA, das bedroht ist. Dagegen musste etwas unternommen werden? Schon seit Wochen gab es Drohungen gegen TikTok vorzugehen, zum Beispiel seitens des US-Kongress oder durch US-Außenminister Pompeo. Als Grund führt man Datenschutzbedenken an. Nutzerdaten könnten bei der chinesischen Regierung landen. Ob es so ist? Man weiß es nicht. Aber dass gerade die US-Regierung nun mit dem Datenschutz kommt (Thema NSA-Skandale), ist schon witzig, oder eher traurig?

Trump droht, Microsoft will kaufen

Und jetzt ganz frisch droht Donald Trump damit TikTok als App in den USA komplett verbieten zu wollen. Und upsss, ohhhh Wunder. Exakt zur selben Zeit, nämlich am letzten Wochenende, wird bekannt, dass Microsoft mit dem chinesischen Betreiber von TikTok (der Firma ByteDance) in Verhandlungen stehe (hier die offizielle Mitteilung von Microsoft). Man wolle der Firma das TikTok-Geschäft für die USA, Kanada, Australien und Neuseeland abkaufen. Offenbar geht es um eine Kaufsumme in Höhe von 50 Milliarden Dollar. Bis zum 15. September wolle man eine Einigung erreichen. Warum bis dahin? Laut Berichten soll die Trump-Administration bis dahin Zeit gegeben haben. Schafft Microsoft bis dahin keine Einigung zur Übernahme, wolle man TikTok in den USA verbieten. Was für ein zeitlicher Zufall zwischen aktueller ganz konkreter Verbotsandrohung und der Microsoft-Verhandlung? Ein Schelm, wer Böses dabei denkt?

Denn was wäre ohne die Verbotsandrohung durch Donald Trump passiert? Welchen Grund hätte ByteDance haben sollen, nun womöglich zügig TikTok für die angelsächsischen Märkte verkaufen zu müssen? Gar keinen. Aber gibt es keinen Käufer und die USA verbieten TikTok im eigenen Markt einfach, dann ginge ByteDance ein gigantischer Milliardenbetrag durch die Lappen, beziehungsweise ein beträchtlicher Wertverlust für den chinesischen Anbieter als Gesamtunternehmen.

Nur eine dumpfe Verschwörungstheorie rund um TikTok?

Ist es ein abgesprochenes Spiel hinter den Kulissen? Ich (Trump) drohe mit Verbot, und damit wird TikTok genötigt sein Geschäft für die USA schnell und günstig zu verkaufen, und zwar an einen US-Konzern? Wenn nicht, drohe ich einfach weiter mit Verbot? Ja, das ist natürlich rein spekulativ und klingt schon stark nach Verschwörungstheorie. Aber der zeitliche Zusammenhang von ganz konkreter Androhung eines schnellen Verbots von TikTok, und der Kaufverhandlung durch Microsoft, das wirkt sehr, sehr, sehr stark wie Geschmäckle hoch 10!

Natürlich kann man auch argumentieren, dass die Trump-Administration derzeit ja eh grundsätzlich die Krallen ausfährt gegen China, siehe die Konsulats-Schließung, verschärfter Handelskrieg, Vorwürfe in Sachen Covid-19 usw. Da könnte TikTok nur ein weiterer Eskalations-Baustein sein. Aber ich denke mal: Man sollte das bisherige Social Media-Monopol der USA nicht außer Acht lassen, und dass TikTok derzeit in der Tat dem Monopol den Rang abläuft. Holt man TikTok in die USA und bringt die App in die Hände eines US-Konzerns, kann die Monopol-Party weitergehen, im Zugriffsbereich der NSA versteht sich. Aber, da darf man wenigstens beruhigt sein… dann gäbe es immerhin keine Datenschutzbedenken mehr, dass die chinesische Regierung Daten abgreift.

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