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Inflation und QE: Mensch, Draghi hat ja doch recht (Ironie)

FMW-Redaktion

Mario Draghi hatte doch recht, sein Anleihekaufprogramm für die Eurozone funktioniert, die Inflation steigt. Von einer satten Jahresrate von 0,1% im Oktober geht es nach heutigem Stand im November rauf auf 0,2% Inflation in der Eurozone (ja das ist Ironie). Diese Daten hat heute die europäische Statistikbehörde Eurostat veröffentlicht.

Als Flächenländer haben besonders Bulgarien und Rumänien mit einer Deflation von fast 1% zu kämpfen, während Belgien, Schweden, Portugal und Ungarn vorne liegen Richtung oder schon über 1% Plus. Deutschland hängt knapp über der Null-Linie, Frankreich ebenfalls. Der rote Pfeil nach ganz rechts zeigt das winzige Aufbäumen der Inflation über die Null-Linie seit zwei Monaten. Im Gesamtchart geht diese kleine Bewegung unter.

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Inflation neu
Grafik: Eurostat

Inflation Aufteilung
Grafik: Eurostat

EZB-Präsident Mario Draghi hatte jüngst mehrfach betont, dass sein Anleihekaufprogramm wunderbar funktioniere. Die Inflation nehme Fahrt auf, nur der nervige Ölpreis ziehe alles runter. Daher müsse er mit der Verlängerung des Programms nur noch mal nachlegen. Und dieser Anstieg von 0,1% auf jetzt 0,2% ist natürlich der knallige Nachweis, dass seine Politik wirkt…

Aber im Ernst: Ein Beleg für das Funktionieren der EZB-Politik wäre mal ein überraschender Anstieg z.B. auf 0,5% Inflationsrate, oder ein nachhaltiger Anstieg Monat für Monat für Monat, der im Frühjahr bei +1% ankommt, aber danach sieht es auch jetzt nicht aus. Der fallende Ölpreis ist da nur eine Ausrede, denn er gehört ja mit zur Berechnung der Inflationsrate, und ist kein Zusatzfaktor. Die Energiepreise fallen um 7,3%, und somit wäre die Inflation ohne Energiepreise in der Tat gut im Plus, aber nochmal: sie gehörten halt zur Inflationsberechnung dazu! Auch könnte sich Mario Draghi auf die Schulter klopfen, wenn die großen Flächenstaaten mit großer Bevölkerung wie Spanien, Italien und Frankreich in Sachen Inflation kräftig an Fahrt aufnehmen würden, aber Spanien ist immer noch in der Deflation, Italien und Frankreich dümpeln mit Deutschland knapp über der Null-Linie herum.



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1 Kommentar

  1. Es funktioniert ja auch wunderbar,… nur eben nicht für die, die letztendlich auch gern etwas davon gehabt hätten und dummerweise auf der „falschen Seite“ stehen. Der Drag(h)oner hat schon recht.

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