Düstere Zahlen bei Mercedes-Benz! Das Unternehmen hat heute früh seine Quartalszahlen gemeldet. Hier die wichtigsten Details. Der Umsatz sinkt im Jahresvergleich um 10 % von 36,74 auf 33,15 Milliarden Euro (erwartet 33,23). Der Gewinn (Konzernergebnis) sinkt im Jahresvergleich brutal um 69 % von 3,06 Milliarden Euro auf 957 Millionen Euro. Das bereinigte EBIT sinkt im Jahresvergleich um 51 % von 4,05 auf 1,99 Milliarden Euro (erwartet 1,59). Dass diese bereits sehr schlechte Erwartung übertroffen wurde, darf man als Pluspunkt verbuchen? Immer eine Frage der Perspektive!
Der Autoabsatz bei Mercedes-Benz im zweiten Quartal sinkt im Jahresvergleich um 9 % von 496.712 auf 453.674 Einheiten. Man sieht aktuell die bereinigte Umsatzrendite bei „Cars“ für das Geschäftsjahr bei 4 % bis 6 % (erwartet 5,13 %). Die Aktie fällt heute früh auf Tradegate nur um 0,68 %.
Unter anderem schreibt Mercedes-Benz zu den schwachen Finanzdaten: Der Konzernumsatz und das Konzern-EBIT wurden durch die neuen Zölle beeinflusst. Zudem wurde das Konzern-EBIT durch Sondereffekte in Höhe von 715 Mio. € belastet, die im Wesentlichen auf Maßnahmen zur Steigerung der operativen Effizienz und auf M&A-Transaktionen entfielen, einschließlich des Verkaufs von Produktions- und Vertriebskapazitäten in Argentinien.
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Weiter heißt es: Der Konzernumsatz der Mercedes-Benz Group wird nun deutlich unter dem Vorjahresniveau gesehen, basierend auf einem erwarteten geringeren Absatz bei Mercedes-Benz Cars und Mercedes-Benz Vans.
Mercedes-Benz erwartet Gewinnrückgang aufgrund von Zöllen und China
Bloomberg schreibt aktuell: Die Mercedes-Benz Group hat ihre Prognose auf ein niedrigeres Niveau zurückgesetzt und begründet dies mit dem Druck durch die Zölle von Präsident Donald Trump und dem harten Wettbewerb in China, wo lokale Marken bei Elektrofahrzeugen dominieren. Das Unternehmen rechnet nun für dieses Jahr mit einer Marge im Automobilbereich von nur noch 4 %, nachdem man vor der Rücknahme seiner Prognose aufgrund der Handelsmaßnahmen von Trump noch mindestens 6 % prognostiziert hatte. Die Zölle belasten Preise und Absatz, und Mercedes-Benz warnte, dass der Konzernumsatz deutlich unter dem Vorjahresniveau liegen werde.
Die zunehmenden Handelshemmnisse verschärfen die strukturellen Probleme in China, wo ein von einheimischen Autoherstellern angezettelter Preiskampf bei Elektrofahrzeugen die Margen drückt. Mercedes-Benz hat dort Schwierigkeiten, mit seinen teureren Modellen wie dem EQS, der batteriebetriebenen Version seiner Flaggschiff-Limousine S-Klasse, Fuß zu fassen. Auch Unternehmen wie BYD expandieren auf dem stagnierenden europäischen Automobilmarkt.
Die Marge von Mercedes-Benz im Automobilbereich halbierte sich im zweiten Quartal auf 5,1 %, nachdem der Absatz um 9 % zurückgegangen war. Das Unternehmen verwies auch auf eine deutlich geringere Nachfrage nach Transportern und rückläufige Umsätze im Mobilitätsgeschäft.
Der Luxusautohersteller gehört zu den Unternehmen, die stark von Zöllen betroffen sind. Mercedes-Benz musste im zweiten Quartal für einen Großteil der aus der Europäischen Union in die USA gelieferten Autos Zölle in Höhe von 27,5 % zahlen. Außerdem exportiert das Unternehmen in seinem Werk in Alabama produzierte Sport Utility Vehicles nach China, wo sie zu Beginn des letzten Quartals mit lokalen Zöllen von weit über 100 % belegt waren, bevor diese Mitte Mai im Rahmen eines Handelsabkommens auf etwa 35 % gesenkt wurden.
FMW/Bloomberg
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