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Mercedes-Benz verpflichtet sich zur Herstellung von Elektroautos in Thailand

Mercedes-Benz verpflichtet sich zur Herstellung von Elektroautos in Thailand. Das ist Teil eines Deals mit der Regierung.

Ist es ein Zeichen der Abkehr von Deutschland als Industriestandort? Oder ist es doch eher eine Maßnahme, um seine Position am asiatischen Markt zu stärken? Vor Ort produzieren für die dortige Nachfrage? Die Mercedes-Benz Group AG hat sich auch zur Herstellung von Elektrofahrzeugen in Thailand verpflichtet, als Teil einer Vereinbarung über den Import ihrer batteriebetriebenen Autos, so Bloomberg. Dies ist Teil eines Regierungsplans, der den Status des südostasiatischen Landes als Drehscheibe für saubere Autos stärken soll.

Der Luxusautohersteller Mercedes-Benz wird eine Reihe von Vorteilen erhalten, darunter niedrigere Einfuhrzölle und Verbrauchssteuern in Thailand für jedes vollelektrische Auto, das von seiner thailändischen Niederlassung bis 2023 ins Land gebracht wird, sagte Ekniti Nitithanprapas, Generaldirektor der thailändischen Verbrauchssteuerbehörde, heute in einer Erklärung.

Die Vereinbarung verpflichtet Mercedes auch zur Herstellung von Elektroauto-Modellen in Thailand, wahrscheinlich in seinem Werk in der Provinz Samut Prakan, obwohl Ekniti nicht sagte, welche Modelle das umfassen könnte oder wann die Produktion beginnen könnte. Das Mercedes-Werk in Samut Prakan wurde bisher für die Montage von Autos mit Verbrennungsmotor genutzt, und hat vor kurzem mit der Produktion von Batterien für Elektroautos begonnen.

Auf einer lokalen Automobilausstellung in der vergangenen Woche zeigte Mercedes einen vollelektrischen EQS 500, den Roland Folger, Geschäftsführer von Mercedes-Benz Thailand, als „die erste lokale Produktion außerhalb Deutschlands“ bezeichnete. Folger machte keine näheren Angaben zum Zeitplan der Produktion des Modells.

Mercedes ist die jüngste globale Marke, die in den thailändischen Markt für Elektroautos einsteigt – eine Arena, in der neue chinesische Marktteilnehmer die etablierten japanischen und europäischen Automobilhersteller herausfordern. Anfang dieser Woche eröffnete Tesla Inc. den Buchungsprozess für zwei seiner Elektroauto-Modelle, die im ersten Quartal des nächsten Jahres erhältlich sein sollen.

Der chinesische Automobilgigant BYD Co. hat unterdessen mit dem Verkauf seiner ersten elektrischen Geländewagen in Thailand begonnen und gab im September bekannt, dass er ein Landkaufabkommen für den Bau seines ersten Elektroautowerks in Südostasien unterzeichnet hat.

Thailand verfügt über eine umfassende Automobil-Zulieferkette, die zahlreiche Fabriken der größten Automobilhersteller der Welt beliefert, darunter Toyota Motor Corp., Ford Motor Co. und Honda Motor Co. Die Regierung möchte, dass bis 2030 30 % der Autoverkäufe elektrisch betrieben werden, und hat in diesem Jahr rund 43 Milliarden Baht (1,2 Milliarden Dollar) bis 2025 für die Erreichung dieses Ziels bereitgestellt. Nach Angaben von Ekniti hat die Regierung bisher 81 Millionen Baht an Subventionen für die rund 540 in Thailand gekauften Elektroautos ausgezahlt.

FMW/Bloomberg

Mercedes Benz Logo
A Mercedes-Benz badge sits on the wheel hub of a Mercedes EQC concept electric automobile at the Daimler AG annual general meeting in Berlin, Germany, on Wednesday, May 22, 2019. Departing Daimler Chief Executive Officer Dieter Zetsche promised cost cuts and an efficiency drive to restore profit margins as the man who steered the Mercedes-Benz carmaker for more than a decade leaves his successor to tackle unprecedented industry upheaval. Photographer: Krisztian Bocsi/Bloomberg


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4 Kommentare

  1. Ob nun Abkehr von hiesigen Markt, oder Stärkung der Posotion in Thailand ist doch egal, Deutschland wird so oder so geschwächt.

    Wir müßten viel, viel schneller als unsere Konkurrenten sein, müßten preiswerter werden usw.

    Solange unsere Sozialausgaben so steigen wie aktuell, solange sinken unsere Chancen auf dem Weltmarkt.

    Danke für die wichtigen Informationen

  2. Zukünftiger Ex- Weltmeister

    So schnell wird man vom Exportweltmeister zum Importweltmeister , wenn dann die Thai -Zulieferer noch den deutschen Markt beliefern.
    Das einzige was man dann noch exportieren könnte sind die überzähligen Beamten und Industriezerstörer.

  3. Der Ford „Everest“ kann nur in SO-Asien gekauft werden, er wird auch in TH hergestellt. Dieses Modell ist sehr beliebt, weil gut verarbeitet. Selbst in der Super-Luxus-Variante ist er preislich allen West-SUV-Herstellern weit überlegen. Kostet er doch als Pick-Up oder als 7-Sitzer mit allem möglichen Fahr-Sicherheits-und Stau-Traffik-Systmen weniger als 30k €uro.
    Da muss Cermedes sich aber tief bücken. Sie wollen offensichtlich nicht ganz den Anschluss verlieren. Denn Ferrasi, Lambo, Maybach und Co. fahren nicht mehr nur in Bangkok rum.
    Ach ja, Elektro Autos in TH, wo dort nur in Bangkok die ersten Abwasser-Kanäle gebaut wurden und werden, bedeutet das Tiefflieger ohne Bodenfreiheit Wochen- oder sogar Monatelang in der Garage stehen bleiben müssen: Batterien, Strom und Wasser vertragen sich nicht wirklich gut, besonders weil der Wasserstand auf den Strassen regelmäßig über 50 cm über Straßen Niveau ist und dort auch für Stunden und Tage verbleibt.
    Es wird also ein SUV-Modell von Cermedes werden, mit wasserdichten Türen oder Deckenluken Aus- und Einstieg.
    Hatte ich erwähnt, das Asiatische Hersteller oft bessere Qualität zu günstigeren Preisen anbieten?! Also Mehr für Weniger!

  4. Auch die Thailänder wollen ihre Wirtschaftskraft stärken und nach oben fahren. Da geben sie eben weltweit erfolgreichen Unternehmen ein günstiges Startfeld. Welches Land macht das nicht ? Die USA machen das doch auch ?

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