Interessantes aus der Presse

Merkel ist beleidigt

Angela Merkel sieht sich einer massiven Majestätsbeleidigung ausgesetzt: so hatten die fünf Wirtschaftsweisen die Wirtschaftspolitik der Bundesregierung kritisiert, vor allem den geplanten Mindestlohn sowie die Umsetzung der Energiewende.

Das geht natürlich gar nicht, zumal sich Merkel mit der „Wende“ ja gut auskennt. Damals schon zeigte sich, dass Merkel eines sehr gut kann: abwarten, und sich dann auf die Seite der siegreichen Bewegung stellen. An dem Tag, als die Mauer fiel, ging Merkel erstmal in die Sauna – vermutlich um ihre letzten Sympathien für den Sozialismus auszuschwitzen. Denn offen bleibt, wie eine ach so hart vom Regime verfolgte, bekennende Protestantin das Privileg von ihren Verfolgern erhalten konnte, in Moskau zu studieren? Biermann oder andere durften das eher nicht – selbst wenn sie gewollt hätten.

Wie auch immer, Merkel is not amused. In einer trotzigen Reaktion – für ihre Verhältnisse geradezu ein Temeperamentausbruch – keilte die Bundeskanzlerin gegen die Wirtschaftsweisen zurück. Unter Anspielung auf den geplanten, von den „Weisen“ kritisierten Mindetslohn sagte sie:

„Es ist nicht ganz trivial zu verstehen, wie ein Beschluss, der noch nicht in Kraft ist, jetzt schon eine konjunkturelle Dämpfung hervorrufen kann.“

Für eine Physikerin ist das vielleicht nicht „ganz trivial zu verstehen“, um dieses Merkelsche Wortgeschwurbel einmal zu gebrauchen. Wirtschaft nämlich ist großteils Psychologie, sodass zu erwartende Massnahmen durchaus einen psychologischen Vorzieheffekt haben können. Sprich: Unternehmen vor allem aus dem Niedriglohn-Sektor vergeben keine neuen Stellen, wenn sie wissen, dass der Mindestlohn kommt. It´s not physics, it´s economy. Stupid!

Natürlich ist an der derzeitigen Abkühlung dann auch nicht „Mutti“ schuld, sondern das böse Ausland, das sich von einer Krise zur nächsten schleppt. Aber war das vorher eigentlich anders?

„Wir sehen hierfür vor allen Dingen geopolitische Herausforderungen, die Deutschland zum Teil sehr stark treffen, die sich allerdings auch auf die Stimmung auswirken“, so Merkel.



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10 Kommentare

  1. Immer wieder interessant, Mindsstlohn. Es wird Zeit das die staatliche Finanzierung der Arbeit aufhoert und Arbeitgeber Arbeit so entlohnen, das der Arbeiter nicht mehr aufstocken muss, um in diesem System ueberleben zu koennen. Wenn Unternehmer das nicht RAFfen sollten sie ihre Unternehmung schliessen, denn dann ist die angebotene Arbeit nichts wert!

    1. Ganz meine Meinung! Ich kann die dumme Frage: ,,Wer soll das bezahlen?“ auch schon nicht mehr hören. Es ist ganz einfach, die Leute welche in der Vergangenheit den Nutzen unseres Systems hatten – und durch leistunsloses Einkommen steinreich wurden – sollen jetzt endlich einmal richtig zur Kasse gebeten werden!

      1. Auf den Punkt gebracht in aller Kürze und mit Auszeichnung:

        So läuft der Hase: http://www.youtube.com/watch?v=UFkfKDawAFY

  2. „Denn offen bleibt, wie eine ach so hart vom Regime verfolgte, bekennende Protestantin das Privileg von ihren Verfolgern erhalten konnte, in Moskau zu studieren?“

    Ich will die Merkel jetzt nicht verteidigen, aber so was ist durchaus denkbar. Ich war selber in eine christliche Familie in einem kommunistischen Land geboren, das war aber bei Top-Schülern kein Thema – da gab es ein nettes Stipendium und alle Türen waren offen, mit Ausnahme einer Karriere in der Partei (dazu musste man eben Mitglied sein). Könnte bei ihr also irgendwie ähnlich gelaufen sein.

    „Christenverfolgungen“ gab es definitiv keine, nur konnte man als bekennender Christ auf keine politischen Ämter oder leitende Positionen hoffen.

  3. Man kann das mit einem Satz ausdrücken: Jedes Volk hat die Politiker, die es verdient …

  4. Biermann konnte aber 1953 von Hamburg (BRD) in die DDR Umziehen. Dort hat er sein Abitur gemacht und danach ein Studium der Mathematik und der Philosophie absolviert.

  5. Mindestlohn hin und her – Wer fragt eine MindestLEISTUNG oder MindestMOTIVATION.
    Jeder hat das Recht sich selbstständig zu machen und als „böser“ Unternehmer den Mindestlohn an seine Angestellten und sich selbst zu zahlen.
    Da kommt dann meist das GROSSE AAABER – und der „Arbeitnehmer“ (der genau genommen Besitzer und Vermieter seiner eigenen Arbeitskraft – Arbeitgeber oder -Vermieter heißen müsste)- wird zum armen „Opfer“. Der vermeintliche „Schutz“ soll dann von Ex-Sozialpädagogen und Juristen – die Politiker wurden und i. d, Regel selten einen Arbeitsplatz wie die breite Masse inne hatten – kommen.
    Die „armen Arbeitnehmer“ und „Schutzbedürftigen Verbraucher“ kommen mit ihrer vielbeschwohrenen „Freiheit“ in der ach so „sozialen“ Marktwirtschaft – alleine gar nicht klar? mir kommen die Tränen.

  6. Wenn Unternehmer nicht freiwillig zahlen, wird halt staatlich reguliert, damit Unternehmen nicht weiterhin auf Staatskosten Gewinne machen!!!

    1. Manche halten den Unternehmer für einen räudigen Wolf, den man totschlagen müsse; andere meinen, er sei eine Kuh, die man ununterbrochen melken könne; nur wenige sehen in ihm ein Pferd, das den Karren zieht.

      Winston Spencer Churchill (1874-1965), brit. Staatsmann; 1940-45 u. 1951-55 Premier, 1953 Nobelpr. f. Lit.

    2. Wenn da mal nicht der Wunsch der Vater des Gedanken ist?

      http://www.youtube.com/watch?v=UFkfKDawAFY

      beste Grüße

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