Die letzten Wochen gibt es kleine, vorsichtige Anzeichen eines konjunkturellen Aufschwungs in Deutschland. Besonders die jüngsten Anstiege bei den Aufträgen für die deutsche Industrie geben (oberflächlich betrachtet) ein wenig Anlass zur Hoffnung. Und na klar – der Wind weht von Sondervermögen + Aufrüstung – ein auf Pump finanzierter Aufschwung. Der Job-Kahlschlag in der Industrie läuft aber weiter, auch die Insolvenzen nehmen zu. Deutschland läuft Gefahr, dank eines auf Pump finanzierten kleinen Aufschwungs Strukturreformen komplett zu verschlafen (meine Meinung).
Kommen wir zu aktuellen Aussagen aus der Metallindustrie, die den dramatischen Job-Kahlschlag und weitere drohende Entlassungen für 2026 aufzeigen. Im Dezember 2025 waren 3,792 Millionen Beschäftigte in der Metall- und Elektro-Industrie tätig. Erstmals seit Juli 2015 ist die Beschäftigtenzahl in der größten deutschen Industriebranche damit unter die Marke von 3,8 Millionen Arbeitsplätzen gefallen, so sagt es heute der Arbeitgeberverband Gesamtmetall.
Saisonbereinigt wurde ein Minus von 5.900 Beschäftigten zum Vormonat verzeichnet, was den 23. Monatsrückgang in Folge darstellte. Im Vergleich zum Dezember 2024 waren es 102.500 Arbeitsplätze (2,6 Prozent) weniger in der Branche. Gegenüber dem Höchststand 2019 sind in der M+E-Industrie inzwischen über 270.000 Arbeitsplätze verloren gegangen, was einem Rückgang um 6,7 Prozent entspricht. Allerdings lag die M+E-Produktion im vierten Quartal 2025 sogar 13 Prozent unter dem Vorkrisenniveau, womit der Produktionsrückgang weiterhin fast doppelt so hoch wie der Beschäftigungsabbau ist, so sagt es Gesamtmetall. Aber ein wirklicher Trost ist das wohl kaum!
Gesamtmetall kommentiert zum Job-Kahlschlag in der Branche heute, dass die Beschäftigung in der M+E-Industrie seit fast zwei Jahren ununterbrochen sinkt. So eine lange Phase des Personalabbaus habe man weder in der Finanzkrise 2009 noch in der Coronakrise 2020 gesehen. Dies zeige, in welch struktureller Krise sich der Standort Deutschland befindet. Die Großaufträge kommen laut Gesamtmetall nicht in der Breite an. Die Unterauslastung habe sich zum Jahresanfang sogar weiter vergrößert, sodass der Abbau von bis zu 150.000 weiteren Arbeitsplätzen allein in der M+E-Industrie in diesem Jahr droht.
Was fordert Gesamtmetall von der Politik? Die Bundesregierung müsse dringend das Tempo für weitere, tiefgreifende Reformen erhöhen, damit Unternehmen in Deutschland wieder investieren und so die Arbeitsplätze sichern könnten. Vor allem die steigenden Sozialkosten und die absurde Bürokratie würden Investitionsentscheidungen ausbremsen. Konkret müssten die im Koalitionsvertrag vereinbarten Flexibilisierungen, etwa beim Arbeitszeitgesetz, endlich kommen und der deutsche Sonderweg beim Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz müsse schnellstmöglich verlassen werden. Der Aufbau neuer Bürokratie – konkret durch das Bundestariftreuegesetz oder das Entgelttransparenzgesetz – müsse konsequent gestoppt werden. Denn ohne stabile Wirtschaft gebe es auch keine stabile Regierung, so Gesamtmetall.
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Für unsere deutsche Maschinenbau-, Elektro- und Schweißindustrie gibt es ja auch Exportmärkte. Bundeskanzler Friedrich Merz erklärte auf der aktuellen Münchner Sicherheitskonferenz 2026 nachfolgendes: „Macht zeigt am Beispiel von Deutschland, daß sie zu einem entsprechend bösen Ende führen kann“. Ich bezichtige Bundeskanzler Friedrich Merz diesbezüglich der Relativierung des Holocaust. Die genannte Aussage des Bundeskanzlers ist ja wohl als suboptimal für unsere genannten Exportmärkte anzusehen.
Strukturreformen? Wir haben ein makroökonomisches Problem, kein mikroökonomisches! Solange bei sinkendem Leistungsbilanzüberschuss (Amerika mag ned mehr!) die Binnennachfrage nicht da ist, wird das nix mit einem Aufschwung, sondern es geht weiter bergab.
https://www.relevante-oekonomik.com/2026/02/12/lohn-und-kostendeflation-in-europa-die-europaeische-und-deutsche-politik-begreift-nichts/
Es wird wohl noch weitere mind. 10 Jahre dauern, bis die Deutschen den Niedergang nicht mehr hinnehmen werden.
Bis dahin wird es ganz neue Wählergruppen geben, was den heutige Schulklassen schon anzusehen ist.
Bis dahin werden auch Parteien gegründet sein, die das Kalifat als Regelwerk für ein Zudammenleben mehr favorisieren als das Grundgesetz.
Sarrazin hatte recht.
Viele Grüße aus Andalusien Helmut