Michael Burry warnt, dass der Tech-Markt in den USA eine große Blase ist, ähnlich wie im Jahr 2000. Steht ein großer Knall bevor? Dazu muss vorab, bevor wir zu seinen Detailaussagen kommen, gesagt sein: Einerseits lag Burry im Zuge der Finanzkrise mit seiner Wette gegen den Häusermarkt goldrichtig und verdiente ein Vermögen. Durch die Verfilmung seiner Wetten im Film „The Big Short“ wurde er weltweit zum Kult-Investor. Von diesem Ruf lebt er noch heute. Andererseits muss man sich klar sein, dass niemand ständig richtig liegt, nur weil man einmal eine große Marktwette gewonnen hat.
Michael Burry warnt vor Tech-Blase
Wie oft hat Michael Burry bitteschön in den letzten Jahren Warnungen ausgesprochen, die dann nicht eingetreten sind. Also sind Anleger gut beraten, den Warnungen von Michael Burry zwar genau zuzuhören. Aber blind seinen Aussagen zu folgen und sich nur danach zu richten, wäre falsch. Eine eigene Meinung bilden, das ist wichtig. Denn wirklich niemand an der Börse, egal welchen Expertenstatus die Anlegergemeinde ihm zubilligt, liegt immer richtig.
Mit der aktuellen Warnung, dass Tech-Aktien massiv überteuert sind, und man sich in einer Blase wie im Jahr 2000 befindet, könnte Michael Burry richtig liegen. Könnte, nicht muss! Gewiss: Die Anstiege der letzten Wochen sind gigantisch. Auch mir wird da fast schon schwindelig. Nachdem Tech-Aktien monatelang eine Pause einlegten, weil man Angst vor einem Boomende bei KI-Aktien hatte, wird jetzt der „Nachbrenner“ eingelegt. Denn die Quartalszahlen der letzten Wochen überzeugten massiv. Und die in den Geschäftsberichten getätigten Investitionsaussichten für KI-Infrastruktur stiegen sogar noch weiter an.
Im Chart sehen wir den Verlauf der letzten zwölf Monate. Chip-Aktien und Nasdaq 100 liefen vor und nach der Jahreswende 2025/2026 müde vor sich hin. Dann kam der Iran-Krieg, die Ängste nahmen zu. Dann, ab April mit Einsetzen der Quartalssaison, kam der neue große Bullen-Impuls.
Michael Burry sieht KGV-Aussichten viel teurer
Michael Burry hat vor einer bevorstehenden drastischen Trendwende beim Nasdaq 100 gewarnt. Auslöser sei ein “parabolischer” Anstieg, der die Bewertungen von Technologieunternehmen auf ein nicht nachhaltiges Niveau getrieben habe. Michael Burry erklärte laut Bloomberg in einem Beitrag auf Substack, der Markt erinnere an den Höhepunkt der Dotcom-Blase kurz vor ihrem Platzen. Besonders verwies er auf den starken Anstieg von Chip-Aktien, durch den der Philadelphia Stock Exchange Semiconductor Index seit Ende März um fast 70% gestiegen ist.
Nach seiner Einschätzung wird der Nasdaq 100 aktuell mit dem 43-Fachen der Gewinne (KGV) gehandelt und liegt damit deutlich über dem implizierten Niveau von rund dem 30-Fachen. Als Grund nannte er, dass “die Wall Street die Gewinne unserer am schnellsten wachsenden und am höchsten bewerteten Unternehmen möglicherweise um mehr als 50% überschätzt”. “Wir erleben Geschichte. An der Börse ist das nichts Gutes”, sagte Michael Burry. Er verglich die Situation mit der “Szene eines blutigen Autounfalls, Minuten bevor er passiert”.
Signale für überteuerten Markt
Michael Burry gehört zu mehreren Marktbeobachtern, die sich besorgt über die Kursrally äußern, die durch den Boom bei Ausgaben für künstliche Intelligenz von Alphabet, Amazon und anderen großen Technologieunternehmen ausgelöst wurde. Diese Entwicklung hat die Indizes auf Rekordstände getrieben, obwohl der Krieg der USA gegen den Iran sowohl das Wachstum bremsen als auch die Inflation durch steigende Ölpreise anheizen könnte.
Analysten von Sundial Capital Research unter Leitung von Jason Goepfert stellten fest, dass es erst das vierte Mal ist, dass der S&P 500 ein Rekordhoch erreicht, während nur 5% seiner Mitglieder auf einem 52-Wochen-Tief liegen. Dies unterstreicht die Breite der Rally. Daten der Bespoke Investment Group zeigen zudem, dass der Philadelphia Semiconductor Index nur zweimal zuvor so weit über seinem 200-Tage-Durchschnitt lag: im Juli 1995 und im März 2000 auf dem Höhepunkt der Internetblase.
Put-Optionen teuer
Michael Burry riet aber davon ab auf fallende Aktienkurse zu setzen, da Put-Optionen teuer seien und das Risiko bestehe, durch schlecht getimte Trades Verluste zu erleiden. “Selbst wenn es so scheint, als gäbe es noch weiteres Aufwärtspotenzial, setzt jeder, der das Glück hat, diese parabolischen Bewegungen mitzunehmen und nicht verkauft, auf die eigene Fähigkeit, am oder nahe dem Hoch auszusteigen”, schrieb er. “Die Geschichte zeigt uns, dass selbst wenn die Party noch eine Woche, einen Monat, drei Monate oder ein Jahr weitergeht, die Auflösung in deutlich niedrigeren Preisen bestehen wird”, sagte er. “Wir bewegen uns in diese seltene Höhenluft, so extrem, dass die Konsequenzen unvermeidlich sein werden, egal wo man sich versteckt.”
FMW/Bloomberg
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In einem von Herrn Fugmanns Videos wurde erwähnt, das Michael Burry short gegangen ist auf den SOX mit einem ETF. Den habe ich gesucht und in meiner Watchlist abgespeichert. Wäre fast das erste mal in meinem Leben Short gegangen. Also zum Zeitpunkt des Schreibens dieser Zeilen -39,34% Verlust.
Der Nasdaq 100 steht bei einem KGV von 140 wenn man die Verschuldung der dort gelisteten Unternehmen miteinbeziehen würde…im Gegensatz dazu stand er im Sommer 2000…als er die 4000 verteidigte…bei einem KGV von unter 30…
Aber auch so unabhängig der KGVs…KBVs..KCVs…4000 damals…fast 30 000 jetzt…
Und da rede ich nicht von den 875 aus dem September 02..Merken Sie den Unterschied..?
Es steht doch außer Frage das der Index jetzt teuer ist….und das es unmöglich so weitergehen kann…
Die Analyse von Herrn Burry ist zweifelsfrei richtig. Aber das bedeutet an der Börse wenig. Dort entscheidet die Psychologie. Wer jetzt in den gehypten Aktien investiert ist, sollte die einfach verkaufen und bei einem Rücksetzer neu entscheiden, ob er wieder einsteigt.
Die Bäume wachsen nicht in den Himmel, aber sie fallen auch nicht einfach um.
Wenn die AI Bubble eine Frage der Nationalen Sicherheit ist. Altman hat euch gewarnt.
Cisco war auch einmal so ein Wunderknabe, hat dann aber dramatisch verloren , nur weil das Gewinnwachstum von 150% auf 130% abgeschätzt wurde.Die Märkte werden doch nur noch von Optionen ( Wetten) beeinflusst und darum sind die Übertreibungen viel grösser als früher. Nach oben haben alle Freude,nach unten hat man bis jetzt immer eine Schutzwand aufgestellt, weil bei einer grösseren Korrektur alles zusammenfällt, aber immer wird es nicht mehr gehen.Das Perverse daran ist, das nach jeder gestoppten Korrektur wegen Short- Squeezes sogar die alt3n Hochs übertroffen werden.
Das liegt an der „Rule of 40“. Diese Betrachtung achtet nicht darauf, ob das Gewinnwachstum auch in der Zukunft lange genug realistisch bleibt, um die bereits gegebene Bewertung auch irgendwann einmal zu erreichen.
Bei vielen Firmen ist das derzeit unrealistisch.
Im Fall der KI sehe ich das aber anders. Hier haben wir es mit einem Wettrennen zu tun, an das extrem hohe Erwartungen geknüpft sind. Man denkt etwa, dass man mit der Superintelligenz auf einen Schlag jeden Code knacken, und jedes Problem lösen kann. Ob dieses sich letztlich erfüllen kann, kann ich nicht beurteilen, aber ich bin absolut sicher, dass keiner dieses Rennen aufgeben wird, solange diese Frage nicht geklärt ist. Und da sie erst geklärt werden kann, wenn einer das Ziel der Supertintelligenz erreicht hat, oder das ganze in völliger Zermürbung zusammenbricht, und weil die daran hängenden Potentiale so groß sind, wird das Rennen weitergehen.