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Micron überzeugt – Aufwind für Nvidia und Co?

TSMC glänzte letzte Woche, Micron glänzt heute: Gute Aussichten für die Nvidia-Zahlen, trotz Trumps neuer 15 % Exportsteuer?

Micron-Büros im Silicon Valley
Micron-Büros im Silicon Valley. Foto: David Paul Morris/Bloomberg

Micron stützt heute die Chipbranche! Aber halt, was war das für eine Schocknachricht heute früh: Die Trump-Regierung verlangt von AMD und Nvidia 15 % Umsatzbeteiligung, wenn die Unternehmen KI-Chips nach China verkaufen! Ob das rechtlich überhaupt haltbar ist? Eine Art bizarres neues Geschäftsmodell? Egal, bei Trump ist ja alles möglich? Dennoch notieren die Aktien von Nvidia und AMD heute mit -0,3 % und +1,0 % – also keine Spur von Desaster-Stimmung!

Letzte Woche überzeugte der große Auftragsfertiger der Chipbranche TSMC mit guten Zahlen für Juli: Der Umsatz steigt um 26 % . Nvidia als der Big Player unter den Magnificent Seven-Aktien und der Gigant am US-Aktienmarkt mit 4,44 Billionen Dollar Marktkapitalisierung wird wie üblich erst spät seine Finanzdaten für das zweite Quartal melden – diesmal erst am 27. August. Darf man erneut gute Zahlen und einen guten Ausblick erwarten, trotz dieser neuen Exportsteuer der US-Regierung?

Micron erhöht Umsatz- und Gewinnprognose

Für gute Laune in der Chipbranche sorgt heute Micron Technology. Der Chiphersteller hat heute Mittag seine Quartalszahlen gemeldet, und die Aktie reagiert positiv mit +4,35 %. Micron hat seine Umsatz- und Gewinnprognose für sein viertes Quartal angehoben und dies mit „verbesserten Preisen” für ein Schlüsselprodukt begründet.

Bloomberg berichtet: Der Umsatz für das am 28. August endende Quartal werde zwischen 11,1 und 11,3 Milliarden US-Dollar liegen, teilte das Unternehmen heute in einer Erklärung mit. Zuvor hatte man für das vierte Quartal einen Umsatz zwischen 10,4 und 11 Milliarden US-Dollar prognostiziert. Der Gewinn pro Aktie wird ohne Berücksichtigung einiger Posten zwischen 2,78 und 2,92 US-Dollar liegen. Micron hatte zuvor einen Gewinn zwischen 2,35 und 2,65 US-Dollar erwartet. Die bereinigte Bruttomarge für das Quartal wird zwischen 44 % und 45 % liegen, gegenüber einer früheren Prognose von 41 % bis 43 %.

Micron, das in diesem Jahr zu den leistungsstärksten Chip-Aktien gehörte, enttäuschte die Anleger im Juni mit einem Ausblick, der hinter den hohen Erwartungen zurückblieb. „Diese revidierte Prognose spiegelt verbesserte Preise, insbesondere bei DRAM, und eine starke Umsetzung wider”, erklärte Micron in seiner Erklärung, und bezog sich dabei auf eine Produktkategorie namens Dynamic Random Access Memory.

Das Wachstum von Micron wird durch High-Bandwidth Memory (HBM) angetrieben – Bündel von dynamischen Speicherchips, die eng mit Prozessoren von Nvidia verbunden sind – die für KI-Computing unverzichtbar sind. Dies hat zu einem Preisanstieg geführt, da das Angebot aufgrund der Komplexität der Herstellung und Bereitstellung solcher Komponenten weiterhin begrenzt ist.

Die aktualisierte Umsatzprognose von Micron deutet auf eine wachsende Dynamik im DRAM-Geschäft hin, schrieb Jake Silverman, Analyst bei Bloomberg Intelligence, in einer Mitteilung. Hochbandbreitenspeicher „tragen maßgeblich zu einem gesünderen Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage bei, was auf die starke Nachfrage nach Nvidia Blackwell und die Beschaffung von Blackwell Ultra zurückzuführen ist“, sagte er.
Dies könnte die Bedenken hinsichtlich der Zölle und des kurzfristigen Preisdrucks auf HBM ausgleichen, fügte er hinzu.

FMW/Bloomberg



Claudio Kummerfeld
Über den RedakteurClaudio Kummerfeld
Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.
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