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Chipaktien im Rausch Micron überzeugt mit Zahlen – Nvidia mit Rekordhoch

Micron überzeugt die Anleger mit frischen Zahlen, Nvidia rauscht hoch auf ein neues Rekordhoch. Chipaktien haben gerade einen Lauf.

Micron-Schriftzug
Foto: Kiyoshi Ota/Bloomberg

Erst gestern berichteten wir von einem Analysten, der mit 250 Dollar ein neues Rekordziel für die Nvidia-Aktie ausgerufen hat. Gestern stieg die Aktie um 4,33 % auf 154,31 Dollar, ein neues Rekordhoch. Heute ist sie vorbörslich in New York wieder 1 % im Plus. Die Stimmung ist aktuell wieder auf Grün in Sachen KI-Boom. Die Chipindustrie blickt in eine rosige Zukunft, und hohe KGV-Bewertungen werden erstmal weiter ignoriert. Aktuell pusht die Aktie von Micron Technology die Branche weiter nach oben.

Micron pusht Chipaktien aktuell weiter voran

Die Aktien von Micron Technology steigen heute vorbörslich um 2,33 %, und pusht damit viele Chipaktien wie Nvidia, Broadcom und AMD aktuell weiter nach oben. Denn Micron hat gestern Abend nach Börsenschluss in New York seine Quartalszahlen gemeldet. Zahlen gut, Aussicht gut, alles gut? Zumindest wirkt erst einmal so. Im Chart sehen wir (Handelsschluss gestern Abend): In den letzten sechs Monaten stieg die Micron-Aktie 46,48 % an, Nvidia „nur“ um 12,27 % und der Branchenindex für Chipaktien, der Philadelphia Semiconductor Index, stieg um 5,84 %.

Chart zeigt Micron-Aktie im Vergleich zu Nvidia und Philadelphia Semiconductor Index

Micron-Prognose nicht sensationell gut?

Micron Technology, der diesjährige Lieblingschip-Hersteller der Wall Street, hat im Zuge seiner Quartalszahlen einen Ausblick gegeben, der nicht rosig genug ist, um die Rallye von 2025 fortzusetzen, so Bloomberg News. Weiter wird berichtet: Obwohl das Unternehmen Ergebnisse für das dritte Quartal und eine Prognose für das vierte Quartal vorgelegt hat, die über den Erwartungen lagen, gab die Aktie nach einer Telefonkonferenz mit Führungskräften im späten Handel ihre Gewinne wieder ab (heute aber ist daraus ein vorbörsliches Plus von 2,33 % geworden).

Ein Schwerpunkt lag auf High-Bandwidth-Speichern, einer Komponente, die in der künstlichen Intelligenz zum Einsatz kommt. Diese Technologie sorgt für einen Umsatzanstieg bei Micron, aber das Unternehmen prognostizierte nicht das von einigen Anlegern erhoffte rasante Wachstum. Die Umsatzsteigerungen seien „zwar beeindruckend, entsprechen aber in etwa unseren Erwartungen”, erklärte Matt Bryson, Analyst bei Wedbush Securities, in einer Mitteilung.

High-Bandwidth Memory (HBM) ist zum Star des Micron-Geschäfts geworden. Es wird in Maschinen verwendet, die KI-Tools entwickeln und ausführen. Das Unternehmen erwartet ein anhaltendes Wachstum in diesem Markt, da solche Software immer komplexer wird und größere Speicherkapazitäten erfordert. Das Unternehmen beginnt sich auch von den geringeren Gewinnmargen im vorangegangenen Quartal zu erholen. In der Telefonkonferenz bombardierten Analysten den Vorstandsvorsitzenden Sanjay Mehrotra mit Fragen zu HBM, um einen Eindruck davon zu bekommen, wie viel Wachstum zu erwarten ist.

Die unterschiedlichen Erwartungen überschatteten den starken Bericht. Der Umsatz im vierten Quartal wird laut Angaben des Unternehmens bei rund 10,7 Milliarden US-Dollar liegen. Damit wurde die durchschnittliche Analystenschätzung von 9,89 Milliarden US-Dollar deutlich übertroffen. Der Gewinn wird ohne bestimmte Posten bei etwa 2,50 US-Dollar pro Aktie liegen, verglichen mit einer Prognose von 2,03 US-Dollar. Der Umsatz stieg im dritten Quartal, das am 29. Mai endete, um 37 % auf 9,3 Milliarden US-Dollar. Analysten hatten mit 8,85 Milliarden US-Dollar gerechnet. Der Gewinn lag ohne bestimmte Posten bei 1,91 US-Dollar pro Aktie, verglichen mit einer durchschnittlichen Prognose von 1,60 US-Dollar.

Neben der Steigerung der Einnahmen aus dem KI-Bereich will Micron laut Dan Morgan, Senior Portfolio Manager bei Synovus, in einem früheren Bericht auch mehr Speicherchips in anderen Bereichen verkaufen, beispielsweise für Elektrofahrzeuge und Gaming-Chips. Die Wachstumsaussichten hatten Micron in diesem Jahr zum heißesten Wertpapier der Chip-Branche gemacht.

FMW/Bloomberg



Claudio Kummerfeld
Über den RedakteurClaudio Kummerfeld
Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.
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