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Mietendeckel in Berlin beschlossen! Kommentar zu gravierenden Folgen

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Der Mietendeckel für die Stadt Berlin wurde soeben vom Berliner Senat beschlossen. So schreibt der Berliner Bürgermeister Michael Müller aktuell Zitat „Senat beschließt Eckpunktepapier für einen Gesetzesentwurf. Mieten sollen ab heute (18.06.19) für 5 Jahre nicht erhöht werden können“. Der Mietendeckel kommt also mit voller Wucht!

Mietendeckel ist doch was Schönes, oder?

Berlins Bürgermeister Müller zeigt sich mit diesem aktuellen Tweet stolz über diese Maßnahme, und bekommt dabei auf Twitter aktuell schnell viele virtuelle Schulterklopfer! Und ja, warum auch nicht. Die Idee ist verführerisch, wenn man einfach nur denkt: Super, die Preise steigen nicht mehr. Problem gelöst! Fünf Jahre lang sollen die Mietpreise für Wohnungen nicht mehr steigen dürfen. Und wo, ja wo könnte der Haken an der Sache sein? Schauen wir uns das mal an.

Da wäre zunächst ganz aktuell die Tatsache, dass zahlreiche Berliner Vermieter jetzt schon zügig die Gunst der Stunde nutzen, und nochmal schnell (bevor der Mietendeckel startet) die Wohnungsmieten erhöhen. Und das kräftig. Denn der Vermieter will ja später nicht mehr mögliche Mieterhöhungen jetzt noch schnell vorweg nehmen. Aber diese schnelle überstürzte Maßnahme einiger Vermieter könnte gar nicht mal das Schlimmste am Mietendeckel sein. Es geht uns da eher um strukturelle Probleme.

Mietendeckel bringt zwei strukturelle Probleme

Da wäre zunächst einmal das Problem, dass private Investoren massiv abgeschreckt werden. Sie könnten es sich nun drei Mal überlegen, ob sie noch in Berlin zukünftig neue Wohnungen bauen wollen. Denn neue Wohnungen bringt dieser Mietendeckel ja nicht! Und zweitens, das könnte das größte Problem werden: Makler und Wohnungseigentümer werden wohl (das sagt der gesunde Menschenverstand) versuchen die nicht mehr möglichen Mieterhöhungen einfach bar kralle zu kassieren. Nach dem Motto: Wer diese Wohnung jetzt haben will, übergibt einen Umschlag.

Anders herum dürfte es genau so laufen. Vor allem wohlhabende Berliner dürften dank nicht mehr steigender Mieten genau wissen, dass sie mit der Überreichung eines Umschlags beim Vermieter einen entscheidenden Vorteil haben, wenn es darum geht an eine Wohnung zu kommen. Und so dürfte der Mietendeckel am Ende vor allem denjenigen schaden, die davon eigentlich profitieren sollten. Nämlich den Berlinern mit kleinem Geldbeutel. Aber das ist nur unsere bescheidene Meinung. Die große Berliner Stadtpolitik wird schon wissen, was sie da tut! By the way… der Bürgermeister schreibt in seinem Tweet, dass der Mietendeckel ab sofort gültig sein soll. Im offiziellen Text, der soeben veröffentlicht wurde, steht nur, dass er ab 2020 gültig sein wird. Ach Berlin, ja, die Stadt war schon immer irgendwie besonders… Hier die einzelnen Punkte aus der offiziellen Presseveröffentlichung im Wortlaut:

Auf Grundlage der heute beschlossenen Eckpunkte wird nun der konkrete Gesetzentwurf ausgearbeitet und nach dem Senatsbeschluss im Oktober 2019 an das Abgeordnetenhaus von Berlin zur weiteren Beratung und Verabschiedung übergeben. Das Berliner Mietengesetz soll Anfang 2020 in Kraft treten.

Senatorin Lompscher: „Ich freue mich, dass der Senat heute die Eckpunkte für ein Berliner Mietengesetz verabschiedet hat. Wohnen ist ein Grundbedürfnis und damit zu Recht in der Berliner Landesverfassung festgeschrieben. Mit dem neuen Gesetz wollen wir dem gravierenden Mietanstieg der letzten Jahre Einhalt zu gebieten und den überhitzten Mietenmarkt in Berlin beruhigen. Das Gesetz soll 2020 in Kraft treten und so die Bewohnerinnen und Bewohner unserer Stadt vor einem weiteren ungebremsten Mietanstieg und der damit einhergehenden Verdrängung schützen

Der Inhalt der Eckpunkte im Einzelnen:
– Die öffentlich-rechtliche Begrenzung der Mieten erfolgt durch ein Landesgesetz, welches Anfang 2020 in Kraft treten soll.
– Die Regelungen sollen grundsätzlich mit dem Zeitpunkt der heutigen Beschlussfassung der Eckpunkte durch den Senat greifen, um zu verhindern, dass die Mieten noch kurzfristig erhöht werden.
– Die Regelungen zur Miethöhe sollen auf fünf Jahre befristet werden.
– Das Berliner Mietengesetz soll für alle nicht preisgebundenen rund1,5 Millionen Mietwohnungen in Mehrfamilienhäusern gelten. Bereits mietpreisgebundene Wohnungen sollen ausgenommen werden.
– Für alle bestehenden Mietverhältnisse soll künftig ein gesetzlich festgelegter Mietenstopp gelten. Es werden Mietobergrenzen festgelegt, auf die bereits sehr hohe Mieten auf Antrag abgesenkt werden können.
– Bei Vermietung von Wohnungen darf höchstens die zuletzt vereinbarte Miete aus dem vorherigen Mietverhältnis vertraglich vereinbart werden, sofern diese die jeweils festgelegte Mietobergrenze nicht übersteigt
– Wohnungsneubau wird vom Gesetz gänzlich ausgenommen.
– Für Modernisierungsumlagen werden besondere Genehmigungs- und Anzeigepflichten für Vermieterinnen und Vermieter eingeführt. Modernisierungsumlagen, durch die die Bruttowarmmiete um mehr als 0,50 €/m² monatlich steigt, werden genehmigungspflichtig.
– Wirtschaftliche Härtefälle der Vermieterinnen und Vermieter sind auf Antrag zu genehmigen, wenn eine wirtschaftliche Unterdeckung nachgewiesen wird. Es können dann im Einzelfall abweichend – Mieterhöhungen und höhere Mietvereinbarungen genehmigt werden. Den davon betroffenen – Mieterinnen und Mietern wird, sofern sie WBS-berechtigt sind, ein finanzieller Ausgleich in Höhe der Differenz zwischen genehmigter Miete und der Mietobergrenze gewährt.
– Verstöße gegen die Anforderungen des Berliner Mietengesetzes sollen als Ordnungswidrigkeit und mit Geldbuße geahndet werden können.

Berlin - Mietendeckel beschlossen
Berlin. Foto: A.Savin (Wikimedia Commons · WikiPhotoSpace) CC BY-SA 3.0

5 Kommentare

5 Comments

  1. Robert Schröder

    19. Juni 2019 18:04 at 18:04

    Warum gibt es in diesem Zusammenhang keine negativen Kommentare in Richtung New York?
    https://www.nachrichten-fabrik.de/news/mietendeckel-berlin-gehort-new-york-zur-ddr-2.0–98559

  2. Roberto

    19. Juni 2019 18:59 at 18:59

    @Robert Schrödr, nur weil auch New York eine Art Mietendecken einführt, soll es also was GUTES sein.
    Wow, Herr Schröder das nennen ich mal Fachjournalismus. Denken SIE oder die rot-rote Regierung in berlin eigentlich mal ein paar Schritte weiter oder reicht es nur von 12.00 Uhr bis Mittags ?
    Nur ein einziges Argument meinerseits auch wenn es viel mehr davon gibt, will ich hier schreiben und mich dann wieder verziehen.
    Der Punkt ist doch wenn man mit solchen SIGNALEN wie den Mietendeckel anfängt, das man dann genau die eigentliche Lösung die man anstrebt den Genickschuss verpasst. Denn man muss ja neue Wohnungen schaffen um das Problem zu bewältigen…also Problemlösung und nicht Symptombehandlung. Wenn man aber den Investoren die die neuen Wohnungen bauen sollen signalisiert, das man egal was im Gesetz steht auch schnell mal ändern kann dann ist das Vertrauen komplett hinüber. denn wenn heute der Neubau vom Mietendeckel ausgenommen ist, wer garantiert denn das dies in 3 Jahren nicht auch noch kommt. Gestze kann man ja so schnell ändern wie man will. das sehen wir aktuell. Ich bin seit über 30 Jahren in der Berliner Immobilienbranche tätig ( als Unternehmer ) und ich spreche täglich mit vielen Investoren ( sowhol inländische alsauch ausländische ). Und ich höre immer den selben Tenor heraus. man wird sich aktuell stark mit Engagements zurückhalten. Also genau das was die rot-rote Regierung erreichen will geht komplett verloren. Es wird zwar die nächsten 5 Jahre keine Mietpreissteigerungen geben, aber es wird nicht eine einzige Wohnung mehr gebaut als bereits sowieso angefangen.Das heisst, man hat in dieser Hinsicht die Büchse der Pandorra geöffnet….und es wird das Mietenproblem immer weiter verschärfen. Anstatt die wahren Ursachen anzupacken und Anreize für Neubau zu schaffen geht man den populistischen Weg. Und genau das wird das nächste große disaster hier in Berlin werden, wenn die ersten Zahlen belegen, das die Neubauten stärker zurückgehen, aber der Zuzug nach Berlin trotzdem weiter anhält.

    • Sumsi mit Po

      19. Juni 2019 23:30 at 23:30

      Wow, Herr Roberto, es ist erstaunlich, wie Sie wegen eines Kommentares bzw. wegen einer Frage emotional aus den Fugen geraten. Dabei waren Sie es, der erst gestern postuliert hatte: „ich bin begeistert welche Emotionen ich aus Menschen herauskitzeln kann ohne das ich mich auf diesen beziehe … aber woher dieser Unmut ??? Frust kann man doch anders bewältigen. Musik hören und entspannen und die Börse für ein paar Stunden abschalten. Ist alles möglich. Aber Du entscheidest Dich wieder einfach los zu brüllen“. 🙂

      Und jetzt das: „Denken SIE oder die rot-rote Regierung in berlin eigentlich mal ein paar Schritte weiter oder reicht es nur von 12.00 Uhr bis Mittags ?“

  3. Altbär

    20. Juni 2019 09:53 at 09:53

    Steigende Immobilien- Anleihen -u.Aktienpreise sind das Produkt der verfehlten Tiefzinspolitik.An den steigenden Aktienpreisen freuen sich Alle, an den steigenden Anleihen ( fallenden Renditen ) u.hohen Immopreisen wird die Unterschicht über lange Zeit leiden.Statt in die von den Notenbanken verteuerten Mieten einzugreifen ,könnte oder müsste der Staat eher beim Rentenklau ( Altersarmut) entgegenwirken.
    Staatlich geregelter Wohnungsbau hat noch nie funktioniert. Es gibt Länder wo gerade wegen den Tiefzinsen zuviel gebaut wurde u.der Leerstand ansteigt.
    Das Tiefzinsmedikament hat eben grässliche Nebenwirkungen, umso erstaunlicher, dass man die Dosis dieses“WUNDERMEDIKAMENTES“ soeben erhöhen will.
    Dr.Dr. Fugmann hat es schon mehrmals erwähnt, die Notenbank-Kurpfuscher haben das noch nicht begriffen.Man will wegen einer Präsidentenwahl Wirtschaftszyklen ausser Betrieb setzen, der Immo-Crash
    Erfahrene Gröpaz sollte wissen,dass das nicht funktioniert

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Handelskrieg – nach dreizehn Verhandlungsrunden zurück bei „Phase 1“

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Containerschiffe - Symbole im Handelskrieg

Die hochrangigen Gespräche in Washington endeten gestern Abend mit Absichtserklärungen und weiteren Zeitplänen. Einen Deal gab es im Handelskrieg noch nicht. Alle etablierten Zölle und Sanktionen bleiben vorerst in Kraft. Zentrale Fragen sind weiterhin offen.

Handelskrieg – keine weitere Eskalation

Eine gute Nachricht vorweg: Die für kommenden Dienstag geplante Zollanhebung von 25 auf 30 Prozent auf Importe aus China im Gesamtwert von 250 Mrd. US-Dollar wird ausgesetzt.

Zudem sprachen beide Seiten von „substanziellen Fortschritten“ in den Verhandlungen. Wobei Donald Trump erneut rhetorisch über das Ziel hinausschoss und von einer „substanziellen Einigung“ sprach, die es aber laut chinesischer Nachrichtenagentur Xinhua nicht gab, ebenso wenig wie einen Deal oder einen Teil-Deal. Lediglich den Ankauf von US-Agrarprodukten hat die chinesische Seite verbindlich zugesagt. Eine schriftliche Zusammenfassung der erreichten Verhandlungsergebnisse gab es ebenfalls nicht. Der amerikanische Finanzminister Steven Mnuchin, der zusammen mit Robert Lighthizer die Verhandlungen für die US-Seite führte, äußerte sich daher auch zurückhaltend und sprach davon, dass es noch viel Arbeit zu tun gäbe, auf dem Weg zu einer Teilübereinkunft. Das liegt auch daran, dass bei den wichtigsten Kernthemen keine Kompromisse erzielt werden konnte. Das gilt insbesondere für die Huawei-Sanktionen, den Schutz geistigen Eigentums und für die staatlichen Subventionen an chinesische Unternehmen.

Nach dem Besuch des chinesischen Verhandlungsführers Liu He im Weißen Haus musste der US-Präsident dann auch eingestehen, dass man sich nach 18 Verhandlungsmonaten, sieben Zoll-Eskalationsstufen und diversen Sanktionen gegen Bürger, Unternehmen und Organisationen nun wieder in „Phase 1“ der Verhandlungen im Handelskrieg befinde.

Chronologie der Zoll-Eskalation zwischen den USA und China:

Handelskrieg USA China Verlauf

Zeitpläne und Fortschritte

Die USA halten sich weiter die geplante Zollanhebung für Mitte Dezember offen. So will man den Druck auf die chinesische Seite aufrecht erhalten. Wie glaubhaft diese Androhung neuer Zölle noch ist, steht auf einem anderen Blatt. Dem Präsidenten nahe stehende und mit den Verhandlungen vertraute Mitarbeiter hatten laut Reuters bereits im Vorfeld von dem Wunsch Donald Trumps berichtet, weitere Zollanhebungen nach Möglichkeit zu verhindern. Positive Signale vonseiten der chinesischen Verhandlungsdelegation könnten dafür schon ausreichen. Genau so kam es dann auch. Vermutlich scheut der Präsident mittlerweile eine erneute Eskalation im Handelskrieg mit weiteren Belastungen für die US-Wirtschaft und die Wall Street. Durch den innenpolitischen Druck in der Syrienfrage und das drohende Amtsenthebungsverfahren ist seine Autorität auch im Handelskrieg angeschlagen. Das weiß auch die chinesische Seite. Die kommunistische Führung Chinas ist jedoch ebenfalls mit innenpolitischen Problemen, v. a. in Hongkong, und wirtschaftlicher Eintrübung konfrontiert. Beide Entwicklungen könnten im Reich der Mitte zur Ausbreitung sozialer Unzufriedenheit bis hin zu offenem Protest und Unruhen führen. So scheint es, dass beide Seiten diesmal tatsächlich dazu bereit sind, zumindest eine Teilübereinkunft zu erzielen, die weitere Belastungen für China und Amerika abwendet. Für beide Seiten steht mittlerweile zu viel auf dem Spiel. Damit besteht erstmals seit Anfang Mai die berechtigte Hoffnung, dass zumindest auf Ebene der Zölle keine weitere Eskalation stattfindet. Das schließt gleichwohl Zölle gegen andere Handelspartner der USA und Provokationen auf Ebene von Sanktionen und verbaler Provokation durch den US-Präsidenten nicht aus.

In Anbetracht der noch zu findenden Kompromisse ist der weitere Zeitplan ambitioniert. In den nächsten drei Wochen sollen weitere konkrete Vereinbarungen schriftlich fixiert und finalisiert werden. Bereits in vier Wochen möchte sich Donald Trump nach eigenem Bekunden anlässlich des Asien-Pazifik-Gipfels mit Präsident Xi Jinping in Chile treffen, um ein Teilabkommen zu unterzeichnen.

Bedeutung für Weltwirtschaft und Märkte

Bereits im Mai hatte China einen von den USA ausformulierten Handelsvertrag zusammengestrichen, woraufhin der Handelskrieg weiter eskalierte. Seitdem sind die wirtschaftlichen Belastungen für China, die USA und die gesamte Weltwirtschaft angestiegen und bereits deutlich spürbar. Der Internationale Währungsfonds (IWF) beziffert den möglichen Schaden auf 700 Mrd. US-Dollar. Fast alle Regionen der Welt seien mittlerweile negativ betroffen, so die Direktorin des IWF Kristalina Georgiewa.

Der Welthandel leidet unter dem generellen Trend zum Protektionismus, der sich in weiteren Handelskonflikten zeigt. Von ökonomisch besonderer Bedeutung ist dabei der zuletzt eskalierte Konflikt zwischen Japan und Südkorea sowie den USA und Europa. Aber auch zwischen den USA und Indien gibt es noch offene Streitpunkte. Ob die deutsche Automobilindustrie erneut in den Fokus von Präsident Trump gerät, hängt auch davon ob, ob es für ihn von wahltaktischem Nutzen ist.

Fazit und Ausblick

Die jüngsten Verhandlungen in Washington zeigen eines ganz deutlich: Beide Seiten zeigen im Handelskrieg Ermüdungserscheinungen und sind auf ein Herunterkühlen des Konflikts bedacht. Ein Ende des Kampfes um die globale Dominanz auf verschiedenen Ebenen ist damit aber nicht eingeleitet. Sollte Trump tatsächlich wiedergewählt werden oder seine demokratische Kontrahentin Elisabeth Ann Warren sein Amt übernehmen, sind neue Spannungen zwischen den beiden führenden Machtblöcken vorprogrammiert.

Kurzfristig bedeutet die Deeskalation zumindest eine psychologische Entlastung für die Märkte. Auch der für die Gesamtwirtschaft in den USA so wichtige Konsument kann nun voller Hoffnung in die bevorstehende Weihnachtssaison starten. Was bleibt, ist das Nachrichtenrisiko oder besser gesagt das Twitter-Nachrichtenrisiko, welches man bei Donald Trump auch weiterhin nicht unterschätzen sollte.

Der grundsätzliche Konflikt um den Machtanspruch in der Welt, den Peking bis 2050 realisieren möchte und die USA auf keinen Fall aufgeben wollen, bleibt bestehen. Ebenso wie die grundsätzlichen ökonomischen Herausforderungen. Die Weltwirtschaft befindet sich in einem sehr reifen übergeordneten Verschuldungszyklus, der die weitere Entwicklung geldpolitisch, geopolitisch und ökonomisch dominiert. Diese Erkenntnis steht den Märkten noch bevor, die in Anbetracht der Fortschritte in den Verhandlungen kurzfristig in Verzückung geraten sind. Umso ernüchterter wird man feststellen, dass gar nichts gelöst ist und die eigentliche Krise des künstlich am Leben erhaltenen Finanzkapitalismus noch bevorsteht.

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Aktuell: USA-China-Gespräche im Weißen Haus – Update 22:06 Uhr mit Trump-Aussage

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Vor wenigen Minuten hat die chinesische Delegation das Weiße Haus betreten zu Gesprächen über eine Lösung im Handelskrieg zwischen China und den USA. Hier die wichtigsten Infos in Kurzform. Bitte aktualisieren Sie diesen Artikel für neue Infos.

Angeblich Teil-Deal für „Waffenstillstand“ im Handelskrieg, damit Donald Trump und Xi Jinping später im in diesem Jahr echten Deal vereinbaren können.

Kleiner Deal für Waffenstillstand könne dafür sorgen, dass geplante Zollanhebungen erstmal nicht in Kraft treten.

Update 21:05 Uhr:

Gleich ist es soweit. Presse soll wohl gleich ins Oval Office kommen.

Update 21:38 Uhr:

WH lässt Reporter zappeln. Vermutung: Man wartet bis 22 Uhr deutscher Zeit, bis die US-Aktienmärkte geschlossen haben?

Update 21:41 Uhr:

Trump: Erster Schritt eines Deals mit China, Abschluss Mitte November. Solange dauert es den Deal schriftlich zu fixieren. Deal beinhaltet:

– Geistiges Eigentum
– Finanzdienstleistungen
– Große Käufe von Agrargütern
– Devisenkurse

„Sell on good news“? Dow fällt in letzten 10 Minuten um 120 Punkte.

Update 21:53 Uhr:

Finanzminister Mnuchin: Zölle gegen China werden nächste Woche nicht erhöht.

Update 21.58 Uhr:

US-Handelsbeauftrager Lighthizer: Wir werden einen aufwändigen Konsultationsprozess zur Durchsetzung der Vereinbarungen haben, und sind auf die letzten Details angewiesen, was passiert, wenn es keine Lösung gibt. FMW: Also noch jede Menge offene Fragen und Probleme, und jede Menge Raum für Trump um böse Tweets abzusetzen? Fällt der Dow deshalb vom Top von vorhin aktuell um 150 Punkte?

Trump: Er denkt nicht, dass das Abkommen in den nächsten Wochen bröckeln wird, obwohl das passieren könnte.

Aktuelle Zollanhebungen entfallen, aber für Dezember noch keine Entscheidung (FMW: Na, das kann ja ein heiteres Chaos geben in den nächsten Wochen).

Huawai noch nicht Teil der heutigen Vereinbarung.

Update 22:06 Uhr:

Kurz-Fazit in Frageform: USA tauschen kurzfristig im Oktober Sojabohnen gegen Zollaussetzung? Und dann für November und Dezember bleibt man noch schön unverbindlich? Jede Menge offene Fragen. Dow hat in den letzten 30 Minuten 200 Punkte verloren.

Trump: Ab Mitte November soll dann Phase 2 des Deals mit China folgen usw. Es sei besser so einen Deal in einzelnen Abschnitten umzusetzen. Im Klartext: Man konnte sich einfach in vielen Punkten nicht einigen, und verschiebt die Probleme in die Zukunft?

Weißes Haus in Washington DC

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Aktien

Deutsche Bank baut ab, Handelskrieg, Apple, Silber

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Diese Woche ist einiges los an den Märkten. Volatilität kommt in die Kurse durch den Handelskrieg. Sissi Hajtmanek und Manuel Koch besprechen im folgenden Video die aktuelle Gemengelage mit ihrer möglichen Auswirkung auf die Börse. Aber auch viele andere Themen bewegen die Börsianer derzeit wie die Deutsche Bank, Commerzbank, Apple und Silber.

Deutsche Bank und Commerzbank

Die Commerzbank schließt 250 Filialen. Die Deutsche Bank hat im Aktiengeschäft viel abgebaut. Wie geht es weiter? Es wird wohl zunehmend mehr weg verlagert von den Filialen ins Digitale. Die DB hatte jüngst nach Medienberichten eine Klarstellung veröffentlicht. Hier nochmal im Wortlaut:

Die Deutsche Bank plant keinen weiteren Stellenabbau über die Pläne hinaus, die der Vorstand am 7. Juli verkündet hat. Damals gab die Deutsche Bank eine neue Strategie bekannt, die mit dem Abbau von weltweit 18.000 Stellen bis 2022 auf dann 74.000 Stellen einhergehen soll. Ziel des Abbaus ist es, die bereinigten Kosten des Deutsche-Bank-Konzerns um mehr als ein Viertel auf 17 Milliarden Euro zu senken. Eine Aufteilung nach Regionen und Bereichen haben wir damals nicht kommuniziert, und wir werden dies auch weiterhin nicht tun. Sobald Entscheidungen über den konkreten Stellenabbau gefallen sind, werden sie zu allererst mit den Kolleginnen und Kollegen in den betroffenen Bereichen besprochen. Wiederholt hat der Vorstand deutlich gemacht, dass alle Teile unserer Bank ihren Beitrag leisten müssen. Selbstverständlich wird auch in Deutschland eine substanzielle Zahl von Stellen wegfallen, da es der mit Abstand größte Standort der Deutschen Bank ist. Dabei ist der schon geplante Abbau von Arbeitsplätzen im Zuge der Integration der Postbank bereits in der Gesamtzahl von 18.000 Stellen enthalten.

Apple und Silber

Die Apple-Aktie wird im folgenden Video ab Minute 3 im Detail besprochen, fundamental wie auch charttechnisch. Ist die Aktie ein Kauf? Im Video werden auch konkrete Kursmarken genannt. Aber auch Silber wird besprochen mit 37% Plus in wenigen Monaten. Auch hier wird für einen möglichen Kauf ein Einstiegsszenario besprochen.

Kursverlauf der Deutsche Bank-Aktie seit Mitte 2018
Kursverlauf der Deutsche Bank-Aktie seit Mitte 2018.

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