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Milliarden für Nord LB? Selbes Muster wie bei HSH Nordbank?

Ohhhhh, da bahnt sich was an. Irgendwie erinnert einen das stark an die Lebenserhaltungsmaßnahmen der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein für die HSH Nordbank. Denn die zu 60% im Besitz des Landes Niedersachsen befindliche Norddeutsche Landesbank (Nord LB) hat…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Ohhhhh, da bahnt sich was an. Irgendwie erinnert einen das stark an die Lebenserhaltungsmaßnahmen der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein für die HSH Nordbank. Denn die zu 60% im Besitz des Landes Niedersachsen befindliche Norddeutsche Landesbank (Nord LB) hat ähnliche Probleme, wenn sie auch nicht exakt vergleichbar sind mit der HSH Nordbank.

Nord LB vor Finanzspritze?

Auch hat man Schiffskredite am Laufen. Hinzu kommt aber, dass man im Jahr 2017 die Bremer Landesbank endgültig aufkaufte, und somit weiteren Schrott in Form fauler Kredite hinzu bekam. In 2016 machte die Nord LB 2 Milliarden Euro Verlust, aber in 2017 war man wieder profitabel. Die Frage ist nun: Hat die Bank aktuell Kapitalbedarf, benötigt man frisches Eigenkapital? Laut verschiedener Medienberichte (siehe auch hier) steht die Nord LB vor einer 3 bis 4 Milliarden Euro großen Cash-Infusion durch ihren Mehrheitseigentümer, dem Land Niedersachsen.

Dann wie die HSH verkaufen an Privatinvestoren?

Wie es heißt, könne die Kapitalspritze den Weg ebnen um die Bank in einem Folgeschritt an private Investoren verkaufen zu können. Jetzt eine mögliche Kapitalspritze, und danach womöglich ein teilweise oder kompletter Verkauf? Es wirkt nicht so, als seien die Eigentümer (in erster Linie das Land Niedersachsen) besonders glücklich mit der Nord LB. Hat man wie vorher bei der Bremer Landesbank und bei der HSH Nordbank also auch bei Nord LB und dem Land Niedersachsen die anhaltende Schifffahrtskrise unterschätzt?

Die Parallelen sind erkennbar, auch wenn das Land Niedersachsen die eigene Landesbank nicht mit einer Monster-Bürgschaft von 10 Milliarden Euro über Wasser gehalten hat wie die beiden anderen Bundesländer bei der HSH Nordbank. Aber im Kern wäre es ein ähnliches Vorgehen. Man pumpt frische Steuerzahler-Milliarden in die Bank, die man dann vielleicht für nur kleines Geld an Privatinvestoren verkauft. Aufhübschen nennt man das, in der Hoffnung etwas loswerden zu können, was vermeintlich in Zukunft noch mehr Ärger bereiten könnte.

Ende letzten Jahres hatte die Nord LB über ihren Chef bereits verkündet, dass man nicht ausschließen könne, dass die Nord LB eine Kapitalerhöhung benötige. Wenn der Chef es schon so formuliert, dann kann man sagen: Ja, sie wird kommen, die Kapitalerhöhung! Dann kann man sagen: Auch die Hannoveraner haben nichts aus der Krise gelernt. Da hätte man schon Jahre vorher mal nach Hamburg und Kiel schauen können, wo das Desaster offen erkennbar war. Aber nein, man musste ja noch unbedingt die Bremer Landesbank mit „an Bord“ holen.

Nord LB
Die Nord LB-Zentrale in Hannover. Foto: ChristianSchd / Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Hinterfrager

    11. April 2018 17:32 at 17:32

    Eindrucksvoll, wie sich verschachtelte Risiken und anhaltende Schieflagen auch architektonisch zum Ausdruck bringen lassen…;-)

    • Avatar

      joah

      13. April 2018 08:12 at 08:12

      …aufeinander gestapelte…

    • Avatar

      Columbo

      13. April 2018 10:05 at 10:05

      @Hinterfrager, richtig, in einer derartigen Architektur sollte man nie sein Geld anlegen.

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Arbeitsmarkt nach Corona: Mehr Staatswirtschaft, weniger Industrie

Redaktion

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Büro-Arbeitsplatz

Verschwörungstheorie? Oder nur eine Vermutung? Das „übliche“ neo-liberale Gelaber, welches den Staat verteufelt, und vor noch mehr Staat warnt? Nein, offizielle staatliche Aussagen vom heutigen Tage zeigen, dass am deutschen Arbeitsmarkt in die Staatswirtschaft deutliche Stellenzuwächse erleben wird, während produzierende Betriebe nicht nur jetzt, sondern auch in 2021 weiter Stellen abbauen wird.

Staatswirtschaft im Aufwind, Industrie im Rückzug?

De facto heißt das: Die Angestellten in der Privatwirtschaft müssen (insgesamt gesehen) durch Steuern und Abgaben immer mehr, mehr und noch mehr erwirtschaften und abführen, damit die immer größere Zahl der Arbeitsstellen im Rahmen der Staatswirtschaft auch bezahlt werden kann! Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute ihre Prognose für den deutschen Arbeitsmarkt für die Jahre 2020 und 2021 veröffentlicht. Und genau aus diesen Aussagen geht folgendes hervor, auszugsweise im Wortlaut:

Die Zahl der Arbeitslosen steigt laut der IAB-Prognose im Jahresdurchschnitt 2020 um 440.000, im Jahr 2021 könnte sie wieder um 100.000 zurückgehen.

Im Produzierenden Gewerbe gab es insbesondere im zweiten Quartal 2020 einen deutlichen Stellenabbau, der auch 2021 anhalten wird. Im Jahresdurchschnitt 2020 fallen hier 160.000 und 2021 nochmal 60.000 Stellen weg.

Beschäftigungszuwächse erwarten die IAB-Forscher dagegen vor allem im Bereich „Öffentliche Dienstleister, Erziehung und Gesundheit“ (jeweils +190.000 in beiden Jahren).

Wird man im Detail die Neueinstellungen bei Staat und öffentlichen Betrieben (zusammen nennen wir das mal die „Staatswirtschaft“) durchgehen, dann wird man im Einzelfall sicher sagen: Ja, diese neue Stelle ist sinnvoll, und die auch, und die auch, und die da… ja dieser neue Job bei dieser Behörde ist auch notwendig. Zum Beispiel mehr Polizisten, mehr Lehrer, mehr Personal für die Gesundheitsämter, mehr Personal für den Zoll für die Kontrollen bei Schwarzarbeit und Einhaltung der Vorschriften bei Fleischbetrieben, mehr Sozialarbeiter etc. Und so könnte man die Liste sicher endlos fortsetzen.

Nur irgendwer muss all das ja auch bezahlen, zusätzlich zu der immens steigenden Staatsverschuldung, die irgendwann ja auch irgendwer mal bezahlen soll. Unterm Strich, da darf man sich sicher sein, wird es heißen: Wir müssen leider, leider die Steuern erhöhen. Geht eben nicht anders? Oder wird man anstatt die Steuern raufzuschrauben, eher auf indirekte Steuern und Sozialabgaben setzen? Was der Bürger nicht so offensichtlich sieht, tut auch nicht so sehr weh?

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Baugewerbe mit Einbruch bei den Auftragseingängen – kein Grund zur Sorge!

Claudio Kummerfeld

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Baugewerbe mit Rückgang bei den Aufträgen

Das deutsche Baugewerbe verzeichnet einen Rückgang der Auftragseingänge. Krise? Weit gefehlt, so möchten wir meinen. Wie heute offiziell vermeldet wurde, sind die Auftragseingänge im Juli im Vergleich zu Juni um 5,6 Prozent gesunken, und im Vergleich zu Juli 2019 um 4,9 Prozent. In den ersten sieben Monaten des Jahres 2020 sank der reale Auftragseingang im Baugewerbe gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,7 Prozent. Warum diese Rückgänge noch kein Problem sind? Nun, die Aussagen der Statistiker deuten dies an.

Denn der Auftragseingang im Juni 2020 war aufgrund von Großaufträgen ungewöhnlich hoch ausgefallen. Und der Auftragseingang im Juli 2019 war der höchste jemals in einem Juli gemessene Wert. Von daher war es für den Juli 2020 auch schwer, im Vergleich zu diesem Rekord-Ausgangswert noch mal eine Steigerung hinzulegen. Und aktuell darf man ja auch noch ergänzen, dass im Zuge der Coronakrise verständlicherweise einige wirtschaftliche Abläufe wie Bauaufträge oder Bauanträge bei Ämtern verschoben werden oder sich verzögern. Wenn man das bedenkt, dann sind diese Auftragsrückgänge im Baugewerbe noch eher mild ausgefallen. So schreiben die Statistiker vom Statistischen Bundesamt auch Zitat „Gründe für diese negative Entwicklung sind neben möglichen Einflüssen der Corona-Pandemie auch das sehr hohe Niveau des Vorjahres“.

Die am Anfang des Artikels genannten Prozentveränderungen waren real, saison- und kalenderbereinigt gerechnet. Die nominalen Veränderungen fielen noch viel kleiner aus. Der Auftragseingang im Baugewerbe betrug im Juli 2020 rund 7,5 Milliarden Euro. Das waren nominal (nicht preisbereinigt) 2,5 % weniger gegenüber dem Höchststand im Juli 2019. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sanken die Auftragseingänge in den ersten sieben Monaten 2020 nominal um 0,5 %.

Grafik zeigt Verlauf der Auftragseingänge im Baugewerbe

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Coronakrise und Insolvenzen: Ab 01.Oktober kommt die Pleite-Welle

Markus Fugmann

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Aufgrund der Coronakrise hat die Bundesregierung bekanntlich beschlossen, das Insolvenzrecht zeitlich begrenzt auszusetzen und damit die Pflicht zur Anmeldung einer Insolvenz ausser Kraft zu setzen – gleichwohl droht nun bereits in der nächsten Woche eine massive Pleite-Welle. Denn ab 01.Oktober müssen jene Unternehmen wieder Insolvenz anmelden, die zahlungsunfähig sind – während überschuldete Firmen erst ab 01.Januar 2021 die Pflicht zur Insolvenz-Anmeldung haben.

Wie viele der von der Coronakrise betroffenen Unternehmen in Deutschland müssen dann als ab nächster Woche Insolvenz anmelden? Volker Römermann, unter anderem Fachanwalt für Insolveznrecht, sagt: über 90% der betroffenen Firmen werden dann ab 01.Oktober Insolvenz anmelden müssen, denn so hoch sei die Zahlungsunfähigkeits-Quote bei allen Insolvenzen – Überschuldung und damit die Pflicht zur Insolvenzanmeldung erst ab 01.Januar 2021 sei dagegen bei weniger als 10% der Fall.

Coronakrise: Jetzt kommt der Schmerz!

Das bedeutet: hunderttausende Firmen in Deutschland werden wohl zeitnah Insolvenz anmelden! Das wird viele Arbeitsplätze kosten. Der durch die Coronakrise ausgelöste Schmerz wurde also lediglich in die Zukunft verschoben – und diese Zukunft und damit der große Schmerz kommt nun also im Oktober, „buchstäblich am 01.Oktober“, sagt Römermann im Interview mit Florian Homm. Zwischen Januar und August diesen Jahres war die Zahl der Insolvenzen in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr sogar rückläufig – da hat sich nun viel aufgestaut, was sich nun in einer Pleite-Welle entladen dürfte!

Und der Schmerz geht dann ab 01.Januar 2021 weiter, denn viele Firmen haben in der Coronakrise noch einmal Kredite aufgenommen, seien aber nicht zuletzt dadurch aussichtslos überschuldet, sagt Volker Römermann:

Ab 01.Oktober schlägt die Coronakrise voll durch - es droht eine Welle von Insolvenzen

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