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Mindestlöhne, steigende Löhne – wie Wal Mart das „Kostenproblem“ löst

Redaktion

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FMW-Redaktion

Im Frühjahr 2015 war die Empörung groß. Mitarbeiter und Öffentlichkeit übten massiv Druck aus auf Wal Mart die miserablen Gehälter endlich anzuheben, zumal Konkurrenten vorangegangen waren. Man gab dem Druck schließlich nach und erhöhte die Gehälter. Am 19. Februar titelten wir als Lobeshymne Richtung Wal Mart „Walmart: Heute interessiert der Mensch mehr als die Quartalszahlen„. Denn immerhin ging es darum die Stundenlöhne für 40% der Mitarbeiter auf 9 und später auf 10 Dollar pro Stunde zu erhöhen.

Jetzt ein paar Monate später merkt man, dass es ein Kostenproblem gibt. Erstaunliche Erkenntnis. Die Gehälter steigen, und die Kosten auch? Doch wie löst man das Problem? Entlassungen? Nein, in diesem Fall bittet man die Mitarbeiter z.B. ausgedehnte Mittagspausen von zwei Stunden zu machen. Davon wird dann z.B. der ausgedehnte Teil der Pause nicht als Arbeitszeit entlohnt. Somit erhält der Angestellte weiterhin seinen jetzt höheren Stundenlohn, hat aber weniger Stunden auf seiner Abrechnung. Hat der Arbeiter davon vielleicht mehr Freizeit oder Lebensqualität, wenn er eine längere Mittagspause macht? Wohl kaum, wenn er am Arsch der Welt an einer Landstraße in seinem Wal Mart im Pausenraum sitzt – dann eben zwei statt 1 Stunde. Und effektiv betrachtet, fährt er immer noch zur selben Zeit morgens zur Arbeit, und kommt zur selben Zeit Abends wieder nach Hause.

Solche Maßnahmen sollen laut Wal Mart nur Filialen betreffen, die ihr Budget überschreiten. Man kann also davon ausgehen, dass in der Konzernzentrale ein globales Gesamtbudget für die Personalkosten kalkuliert und auf die einzelnen Filialen umgelegt wird. Die werden wohl, so darf man mutmaßen, selbst zusehen müssen, wie sie ihr Vor Ort-Budget nicht überschreiten. Also längere Pausen, früher Feierabend machen usw. Da nützt dann ein höherer Stundenlohn gar nichts für den einzelnen Angestellten. Eine richtige Gehaltserhöhung kann man das also nicht nennen, wenn ein Gesamtbudget nur auf weniger Stunden verteilt wird. Aber na ja, da waren wir im Februar wohl zu naiv und euphorisch im Sinne der Angestellten bei Wal Mart.

„Managing hours is a routine part of running a sustainable operation, and in select number of stores, it requires keeping those hours to what was originally budgeted“. Das sagte eine Wal Mart-Sprecherin dem Sender CNBC.

Wal Mart 01.09.2015

Der Kurs von Wal Mart fällt und fällt seit Monaten. Grund hierfür sind hauptsächlich der starke Dollar, aber noch mehr Umsatz- und Gewinnprobleme. Das vor zwei Wochen vermeldete Ergebnis für das 2. Quartal fiel schlechter aus als erwartet, und auch die Jahresprognose für 2015 musste nach unten revidiert werden. Eine erneut aufflammende ethische Diskussion über die Behandlung der eigenen Mitarbeiter kann man da nicht auch noch gebrauchen, daher verkündete man gegenüber CNBC die Mitarbeiter würden dieses Jahr mehr Stunden und bessere Löhne erhalten. Ob das in der Realität wirklich umgesetzt wird? Der Aktienkurs jedenfalls fällt heute jedenfalls weiter um aktuell 1,2%. Wohl kaum eine Aktie, die man im Augenblick als „Strong Buy“ raten sollte…

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Nicht Fisch, nicht Fleisch!

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Das Bild zur Börseneröffnung wirkt uneinheitlich. Die soeben veröffentlichten Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sind auch Thema, vor allem aber die steigenden Corona-Zahlen in Europa.

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Für den blutigen Anfänger: So starten Sie jetzt an der Börse durch – Werbung

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Lieber Börsianer,

der Börsenbrief ist bestellt und die erste Ausgabe sorgsam gelesen. Trotzdem, aller Anfang ist schwer, und Börsendebütanten stehen zunächst vor einer ganz praktischen Frage. Wo soll ich mein Depot eröffnen, welche Bank beauftrage ich mit der Abwicklung meiner Käufe bzw. Verkäufe, wer soll meine Wertpapiere lagern? Das Angebot der Depotbanken und Onlinebrokern ist in der Tat ziemlich unübersichtlich. Selbst Profis finden sich in diesem Angebots-Dschungel nicht immer zurecht.

Dazu im Folgenden einige Anmerkungen meinerseits. Die Gruppe der Online-Banken oder -Broker teilt sich im Wesentlichen in zwei Gruppen auf. Da gibt es zunächst die alteingesessenen wie etwa Comdirect, Maxblue oder Consors. Diese sog. Vollsortimenter bieten Ihnen nahezu das vollständige Angebot der international handelbaren Wertpapiere an. Ganz gleich, ob Ihnen der Sinn nach einem ETF, einer Aktie, einem Optionsschein oder etwa einer Anleihe steht. Hier werden Sie bedient.

Daneben zeichnen sich diese Vollsortimenter durch ein breites Angebot an Börsenplätzen aus. Es mag schon sein, dass Sie nicht gleich zu Beginn Ihrer Börsenkarriere Zugang zur Börse Stockholm oder London benötigen. Gleichwohl gilt: Mehr ist in diesem Fall tatsächlich mehr. Als ambitionierter Börsianer werden Sie irgendwann einmal in Zürich, Mailand oder Stockholm handeln.

Deshalb mein Rat: Starten Sie gleich mit einem solchen Partner, der Ihnen eine anständige Infrastruktur an die Hand gibt! Dafür sind Sie auch bereit, etwas höhere Spesen zu bezahlen.

Diesen Vollsortimentern stehen einige Online-Broker gegenüber, die mit ausgesprochen günstigen Kauf- bzw. Verkaufsspesen werben. Bekanntester Vertreter dieser Gattung ist das junge Fintech-Unternehmen Trade Republic. Hier handeln Sie abgesehen von einer Fremdkostenpauschale von 1 Euro spesenfrei. Sehr verlockend, oder?

Nun, hier gilt eine einfache Regel: Dort, wo der Preis schmal ist, ist in aller Regel auch das Angebot schmal. So bietet Ihnen Trade Republic derzeit nur mit der Börse Hamburg nur einen Handelsplatz an. Diverse Wertpapiergattungen sind überhaupt nicht handelbar. Außerdem müssen Sie hier mobil, sprich am Smartphone arbeiten. Die Software ist derart abgespeckt, dass es bei Trade Republic bislang noch nicht zu…..

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Quartalssaison hat begonnen – hier die wichtigsten Termine

Claudio Kummerfeld

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Die Quartalssaison hat begonnen. Letzte Woche meldeten bereits die großen US-Banken. Netflix meldete vorgestern. Aber nun geht es so richtig los. Hier eine Übersicht der wichtigsten Termine von deutschen und US-Konzernen in den nächsten Tagen. Wichtig: Diese Termine haben wir direkt aus den Finanzkalendern der Unternehmen entnommen. Denn manchmal sind Webportale mit ihren Terminübersichten zu den Quartalszahlen unzuverlässig, da hier zukünftige Termine zu Finanzkennzahlen manchmal einfach nur basierend auf den Terminen vergangener Quartale von einer Computersoftware abgeschätzt werden, und daher fehlerhaft sein können.

Microsoft: 27. Oktober

Twitter: 29. Oktober

Daimler (schon vorab am 16. Oktober veröffentlicht): 23. Oktober

SAP: 26. Oktober

Delivery Hero: 28. Oktober

Deutsche Bank: 28. Oktober

Facebook: 29. Oktober

BASF: 28. Oktober

Boeing: 28. Oktober

General Electric: 28. Oktober

General Motors: 5. November

Volkswagen: 29. Oktober

Alphabet (Google): 29. Oktober

Amazon: 29. Oktober

Apple: 29. Oktober

Caterpillar: 27. Oktober

Exxon: 30. Oktober

Bayer: 3. November

Commerzbank: 5. November

Adidas: 10. November

Lufthansa (schon vorab gestern veröffentlicht):: 5. November

Zalando: 4. November

Deutsche Telekom: 12. November

Walmart: 17. November

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