Folgen Sie uns

Allgemein

Mit 32 Milliarden beschenkte Banken enttäuschen Donald Trump – warum?

Avatar

Veröffentlicht

am

Donald Trump

Die von Donald Trump initiierten Steuersenkungen maximieren die US-Staatsverschuldung und brachten US-Banken 32 Milliarden US-Dollar mehr Gewinn in zwei Jahren ein. Zum Dank zerreißen die sein Handelsabkommen mit China in der Luft!

Donald Trump trat im Wahlkampf als Anwalt des kleinen Mannes auf. Viele Abgehängte setzten die Hoffnung in ihn, dass er mehr für die wenig Begüterten, mehr für Arbeitnehmer in unter Druck stehenden Branchen und weniger für die Finanzbranche tun würde als seine Vorgänger. In Interviews äußerten manche seiner Anhänger die Hoffnung, dass er als Milliardär unbestechlich sei und daher kompromisslos ihre Interessen vertreten würde. Es kam anders. Trump als Milliardär stellte sich eine Minister-Riege zusammen, die wohl nicht weiter entfernt von den Sorgen des kleinen Mannes sein konnte. Außenminister wurde der Chef eines der größten Ölkonzerne der Welt. Finanzminister wurde wieder ein ehemaliger Mitarbeiter von Goldman Sachs. Verteidigungsminister ist jetzt ein Ex-Vizepräsident des Lobbyverbandes der US-Flugzeug- und Raumfahrtindustrie.

Innenminister ist ein Ex-Lobbyist der Bergbau- und Erdölindustrie. Handelsminister ist ein Industrieller. Gesundheitsminister wurde ein Mann, der erst Anteile an einem Medizintechnikunternehmen erwarb, dann ein für das Unternehmen schädliches Gesetz verzögerte und zum Dank eine Wahlkampfspende von eben diesem Unternehmen erhielt. Der neue Gesundheitsminister war Präsident eines Eli Lilly Tochterunternehmens, einem der größten Pharmakonzerne der Welt. Verkehrsministerin ist eine ehemalige Vizepräsidentin der Bank of America. Energieminister ist ein ehemaliger Vizepräsident von Ford, der anschließend als Vizepräsident eines Finanzdienstleisters fungierte. Bildungsministerin ist eine fünffache Milliardärin, deren Ehemann ein Vermögen mit Network Marketing machte.

Steuern senken, Wehretat erhöhen, Banken beschenken – das ist die Bilanz von Donald Trump

Angesichts dieser Kabinettsbesetzungen wundert es nicht, dass die Taten Trumps wenig für den kleinen Mann, dafür viel für Unternehmen und Wohlhabende taten. Der Verteidigungsetat wurde um 100 Milliarden US-Dollar aufgestockt, während gleichzeitig viele andere Etats zusammengestrichen wurden. Steuern wurden vor allem für die Wohlhabenden gesenkt. Und weil das noch nicht genug war, wurden die Unternehmen gleich ebenfalls mit Steuersenkungen bedacht. Die Ausgabenlücke im Bundeshaushalt stieg dadurch

Aus Trumps Wahlkampfversprechen, die US-Staatsverschuldung von damals 19 Billionen US-Dollar binnen acht Jahren auf 0 zu reduzieren, wird wohl nichts mehr. Bis jetzt stieg die Verschuldung auf 21 Billionen US-Dollar und Projektionen zeigen, dass mit den aktuellen Ausgaben- und Einnahmenplanungen die Verschuldung bis 2024 auf 29 Billionen US-Dollar ansteigen wird. Das macht 1,25 Billionen US-Dollar neue Schulden pro Jahr, von denen mehr als die Hälfte ins Militär und nicht zum kleinen, abgehängten Mann in abgehängten Gegenden in abgehängten Branchen fließen wird.

Dass eine von einem Ex-Goldman-Banker ausgearbeitete Steuersenkung an den US-Banken nicht spurlos vorbeigehen würde, war von vornherein klar. Inzwischen zeigt sich, wie stark die US-Banken profitieren. In nur zwei Jahren summieren sich die Steuerersparnisse der sechs größten Banken der USA auf nicht weniger als 32 Milliarden US-Dollar. Begründung für die Steuersenkungen für Banken war auch, dass die Banken die Zinsen senken, mehr Kredite ausgeben und damit Investitionen anregen könnten. Doch es kam anders. Trotz 32 Milliarden ersparter US-Dollar Steuern drittelte sich das Wachstumstempo der ausstehenden Kredite. Es wuchs zuletzt nur noch um 1% pro Jahr. Zum Dank entließen die sechs Banken zusammen 1200 Mitarbeiter und erhöhten die Dividenden um 21,5 Milliarden US-Dollar. Ein kleiner Teil der 120 Milliarden US-Dollar Gewinne, die 2019 gemacht wurden.

Statt öfter Kredite zu vergeben, taten die Banken das Gegenteil!

Da von den Steuersenkungen, die den Staatshaushalt auf geraume Zeit belasten werden, keine Wachstumsimpusle ausgehen, wird Trump in seinem Wahlkampf sicherlich auf andere Erfolge verweisen. Für ihn sind die Aktienkurse ein Gradmesser für seinen Erfolg als Präsident. Und die stiegen in der Tat seit seiner Wahl. Doch auch das ist wohl kaum eine Folge seines Regierungshandelns, als vielmehr die Marktreaktion auf Billionen-Stimuli durch die Notenbanken. Allen voran die Fed, die ihre Bilanzsumme in den vergangenen Monaten so stark ausdehnte wie zuletzt in der Finanzkrise.

Verweisen wird er auch auf das Handelsabkommen mit China, in dem praktischerweise wichtige Zahlen unter Verschluss bleiben, anhand derer man die tatsächlich erzielten Erfolge in der Zukunft messen könnte. Die Chefvolkswirte der von Trump mit Steuersenkungen beschenkten Großbanken rechnen jedenfalls mit keinen messbaren Auswirkungen des Handelsabkommens auf die US-Wirtschaft. Die rechnen in diesem Jahr mit nur 1,9% Wachstum, nachdem es im Jahr 2019 deren Ansicht nach… auch 1,9% gewesen waren. Trump dürfte diese Einschätzung enttäuschen. Weshalb verschenkte er 32 Milliarden, wenn es am Ende solch eine Klatsche der Beschenkten für seine Handelspolitik gibt?

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Torsten

    17. Januar 2020 14:21 at 14:21

    Wieviel der Steuergeschenke landet eigentlich in Donald Trumps Tasche? Bereichert sich der Präsident auf Kosten der Allgemeinheit?

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Allgemein

Dirk Müller über das Börsenjahr 2021: „Mit Gas und Bremse durch den Markt“

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Bulle und Bär - Dirk Müller will mit Gas und Bremse durchs Jahr kommen

Dirk Müller hat in einem aktuellen Interview über das Börsenjahr 2021 gesprochen, aber auch über die Corona-Restriktionen und den Bitcoin. Beim Thema Corona ist er der Meinung, dass die Beschränkungen nach einer flächendeckenden Impfung und rückläufigen Infektionszahlen nicht verschwinden würden. In welcher Form genau es weitergehe, könne er auch nicht sagen, aber gewisse Arten von Einschränkungen im Alltag würden dauerhaft bestehen bleiben. Dirk Müller erwähnt in dem Zusammenhang die auch bei der Grippe ständigen Mutationen und jährlich neuen Impfungen, um sich dagegen zu schützen. Corona käme dauerhaft als neues Risiko hinzu.

Dirk Müller über das die Aktienmärkte in 2021

Immer weiter steigende Börsenkurse sind laut Dirk Müller auch im Börsenjahr 2021 möglich, auch dank der Notenbanken. Aber, so seine Worte, alle Welt glaube es gehe an der Börse jetzt nur noch nach oben. Man frage sich nur noch, wie kräftig die Kursgewinne im Jahr 2021 ausfallen werden. Aber ein großer Börsencrash sei jederzeit möglich. Was dafür exakt der Auslöser sei, könne man vorher nie sagen. Ein Problem für die Aktienmärkte sei aktuell das Ansteigen der Anleiherenditen in den USA (aktuell 1,09 Prozent). Diese würden laut Dirk Müller unabhängig von der Politik der Notenbanken anziehen, weil die Inflationserwartungen in den USA zunehmen. Es stehe für 2021 eine Sektorenrotation bevor. Das Anlegergeld verlasse die Tech-Aktien. US-Banken würden interessanter werden, aber auch Branchen wie der Flüssiggas-Sektor. Er gehe mit Gas und Bremse durch das kommende Börsenjahr. Man solle für weiter steigende Kurse offen sein, aber mit Absicherung.

Bitcoin

Und was ist mit dem Bitcoin? Wochenlang war der Kurs ja kräftig gestiegen, dann wieder deutlich gefallen (hier unsere aktuellste Berichterstattung). Dirk Müller bleibt bei seiner bisherigen Meinung. Der Bitcoin sei eine eindeutige Zockerei, dahinter stehe kein echter Wert. Er könnte kräftig verlieren, aber auch unendlich weiter steigen.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Allgemein

EZB: Auf der Spur der wahren Gründe für das große Gelddrucken

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Die EZB-Zentrale in Frankfurt

Wir alle hören es seit Jahren und nehmen es zur Kenntnis. Offiziell betreibt die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik (Zinsen und Anleihekäufe), um die Inflation von der Null-Linie in Richtung 2 Prozent zu bekommen. Und Bürger und vor allem Unternehmen sollen durch die Banken in der derzeitigen Krise günstige Finanzierungsbedingungen erhalten. Daher flutet man alles und jeden mit Notenbank-Euros, und die Banken können dem braven Mittelständler noch günstigere Kredite anbieten? So kommt die Wirtschaft in Schwung, und letztlich auch die Inflation? So geht natürlich die offizielle Story. Und tatsächlich?

Viele Beobachter der EZB-Politik behaupten oder meinen erkannt zu haben, dass es Frau Lagarde und vorher Mario Draghi in Wirklichkeit darum ging, mit günstigen Finanzierungskonditionen und mit massiven Anleihekäufen die Südländer in der Eurozone am Leben zu erhalten. So wolle man die Eurozone als Konstrukt zusammenhalten. Auch wir bei FMW haben uns in den letzten Jahren diverse Mal zu diesem Thema geäußert. Nach der gestrigen PK von Christine Lagarde ist uns der Kommentar von Dr. Jörg Krämer aufgefallen, dem Chefvolkswirt der Commerzbank. Man kann ihn also ruhig als seriöse Quelle bezeichnen.

EZB hält Bedingungen für Südländer günstig

Er hat seinen Kommentar betitelt mit der Headline „Was Günstige Finanzierungsbedingungen wirklich bedeuten“. Er zielt auch auf die oberflächlichen Gründe der EZB ab, nämlich Kreditkunden in der Wirtschaft zu günstigen Konditionen zu verhelfen. Es sei interessant zu beobachten, wie stark Christine Lagarde das Konzept der „günstigen Finanzierungsbedingungen“ betont habe. Sie folge dabei einem „holistischen Ansatz“ und habe verschiedene Zinsen im Blick – etwa die für Kredite an Unternehmen oder private Haushalte. Tatsächlich aber (so Jörg Krämer) dürfte es der EZB aber vor allem darum gehen, die Renditeaufschläge der Anleihen der besonders hoch verschuldeten Staaten zu begrenzen. So lasse sich beobachten, dass die EZB im Rahmen ihres PEPP-Programms immer dann mehr Staatsanleihen kaufe, wenn die Risikoaufschläge steigen (siehe Grafik). Zitat Jörg Krämer:

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg habe ein EZB-Vertreter gesagt, dass die EZB sogar bestimmte Höchstwerte für die Risikoaufschläge einzelner Staatsanleihen bestimmt habe. Offenbar sieht es die EZB als ihre Aufgabe an, die Währungsunion zusammenzuhalten, solange die hoch verschuldeten Staaten nicht ihre Hausarbeiten machen und damit latent die Existenz der Währungsunion gefährden.

Endet diese Politik der EZB, wenn das Corona-Aufkaufprogramm PEPP Anfang 2022 endet? Nein, Jörg Krämer glaubt, dass das Aufkaufen auch danach weitergeht, optisch eben nur über ein andere Vehikel. Die EZB werde dann das „normale“ Kaufprogramm namens APP aufstocken, und zwar von 20 auf 30 bis 40 Milliarden Euro pro Monat. Begründen dürfte sie dies unter anderem mit einer merklich unter zwei Prozent liegenden Inflation. Und ja, so möchten wir von FMW anmerken: So läuft es schon seit Jahren. Die Inflation, die ist einfach zu niedrig, deswegen muss man Billionen an Euros drucken und immer weitere Teile der Anleihemärkte aufkaufen. In Wirklichkeit will man, so nehmen wir es auch an, nur weiterhin gewährleisten, dass Italien, Griechenland, Spanien und Co sich so günstig wie nur irgend möglich immer weiter verschulden können.

EZB kauft mehr Anleihen um Spreads zu senken

Hier klicken, um den Inhalt von Twitter anzuzeigen

weiterlesen

Allgemein

So sichern Sie Ihr Depot optimal ab – Werbung

Avatar

Veröffentlicht

am

Werbung

Lieber Börsianer,

die Aktienmärkte eilen von einem Rekord zum nächsten. Das Virus wühlt zwar weiterhin, und tatsächlich eilt auch die Anzahl der Covid-Neuinfektionen weltweit von einem Rekord zum nächsten. Wir vertrauen allerdings auf die Kraft des Impfstoffes und sehen die Volkswirtschaften dieser Welt nächstens befreit.

Bei so viel Euphorie beschleicht allerdings den ein oder anderen Börsianer ein ungutes Gefühl. Sie haben also das Bedürfnis Ihr Depot, Ihre Buchgewinne einmal zumindest teilweise abzusichern. Im Folgenden erkläre ich Ihnen, welche drei goldenen Regeln Sie berücksichtigen müssen, damit die Absicherung auch wirklich greift.

Das Absichern oder Shorten eines Depots ist kein Hexenwerk. Allerdings sind wir als Börsianer natürlich eher geeicht auf steigende Kurse und Chancen. Mit anderen Worten: Shorten zählt bei den meisten von uns nicht zur ersten Begabung.

Das sind die drei goldenen Regeln:

– Fassen Sie immer punktuell und kurzfristig zu!
– Definieren Sie Ihren Depotschwerpunkt und vergessen Sie Einzelaktien!
– Legen Sie eine prozentuale Absicherungsquote fest!

Was sagen uns diese Regeln konkret?

Zu 1. Ein Short – ganz gleich ob als Optionsschein, Short-ETF oder Zertifikat – ist kein Pkw-Anschnallgurt, den wir fortwährend zur Anwendung bringen. Erfolgreiches Shorten verlangt eine kurzfristige Marktmeinung. Solche Instrumente kaufen wir immer punktuell und lediglich für wenige Wochen oder Monate. Andernfalls verzichten wir auf Geld und Rendite. Dabei sind weniger die laufenden Kosten eines Short-ETFs oder eines Optionsscheins das Problem. Sondern: Shorts – egal in welcher Form – bringen uns Verluste, wenn der Markt entgegen unserer Prognose doch steigt. Zudem fehlt uns das Kapital für den Short auf der Aktienseite. Zu Deutsch: Ein unsauber gesetzter Short wird schnell zum doppelten Renditekiller.

Zu 2. Das ist offensichtlich: Wenn von 20 Ihrer Depotpositionen 15 aus dem DAX stammen, sichern Sie nicht gegen den S&P 500 oder NASDAQ-Index ab, sondern natürlich gegen den DAX. Als kluger Börsianer kennen Sie den Schwerpunkt Ihres Depots und erwerben dazu passend einen Short. Ganz wichtig: Vergessen Sie…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage