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Monsanto-Aktie: Der „21 Dollar pro Aktie“-Poker, ob die US-Behörden die Übernahme ablehnen

Gestern verkündeten wir wie alle anderen auch die Übernahme von Monsanto durch Bayer ist durch – jetzt fehlen „nur noch“ die Kartellbehörden. In den letzten Monaten hatten wir uns bereits…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Gestern verkündeten wir wie alle anderen auch die Übernahme von Monsanto durch Bayer ist durch – jetzt fehlen „nur noch“ die Kartellbehörden. In den letzten Monaten hatten wir uns bereits gewundert über die große Kursspanne, die nach den Übernahmeangeboten von über 120 Dollar vorhanden war. Die Monsanto-Aktie notierte nämlich nach kurzen Anstiegen auf 113 Dollar im Mai danach stets unter 110 Dollar. Warum also dieser konstante Abstand von mehr als 10 Dollar zum möglichen Kaufpreis durch Bayer? Schon vor Monaten hatten wir auf den Unsicherheitsfaktor „Kartellbedenken“ hingewiesen, der vor allem in den USA mehr als ausgeprägt ist.

Man nenne hierzu die prominentesten Beispiele aus der US-Wirtschaftsgeschichte wie zum Beispiel Standard Oil oder AT&T, wo gigantische Monopole durch den Staat aufgebrochen wurden. Viele Menschen wissen gar nicht, dass viele große US-Ölkonzerne und Telefonkonzerne aus der Aufspaltung dieser Monopolisten hervorgingen. Da ist man heute lieber vorsichtiger, und will diese Monopole gar nicht erst entstehen lassen. Dass die Bedenken der Börsianer im Fall Monsato aber derart groß sind, hat uns gestern doch noch überraschen können. So hat sich die Monsanto-Aktie gestern nach Bekanntwerden des Übernahmepreises von 128 Dollar nicht von der Stelle bewegt.

Sie notierte gestern zum Schluss bei 106,75 Dollar, nur ein paar Cent höher als am Vortag. Also, hier kann man als Anleger etwas für 106,75 Dollar kaufen, was einem in wenigen Monaten für 128 Dollar aus dem Depot gebucht wird. Man macht also einen Gewinn von 21,25 Dollar pro Aktie, unter der Annahme, dass vor allem die US-Behörden die Übernahme zulassen. Auch interessant wird sein: Lassen sie die Übernahme komplett zu (unwahrscheinlich), muss Bayer einzelne Firmenteile abstoßen um ein Monopol beziehungsweise Oligopol zu vermeiden, oder wird die Übernahme ganz abgelehnt? Die Analysten des Vermögensverwalters Bernstein sehen aktuell die Chance für eine Genehmigung der US-Behörden bei 50%. Also Glas halb voll oder halb leer! Monsanto sei eine „wait and see“-Story.

Bei dem großen Spread zwischen Übernahmepreis und aktuellem Preis könnte man glatt meinen, dass die Börsianer die Wahrscheinlichkeit für eine Genehmigung deutlich geringer ansehen als 50%. Am 20. September wird der US-Senator Chuck Grassley eine Anhörung abhalten zum Thema „Konsolidierung im Agrarsektor“. Man darf annehmen, dass es hier schon eindeutige Aussagen geben wird, ob die US-Politik an eine Ablehnung denkt, oder an einen Kauf unter Auflagen (Teilverkauf von einzelnen Geschäftsfeldern). Andere große Übernahmen hängen derzeit auch noch in der kartellrechtlichen Schwebe wie der Kauf von Syngenta durch ChemChina oder die Fusion von Dow Chemical und DuPont. Bei letzteren wird es wohl keine Probleme geben, da beide Firmen schon angekündigt haben den neuen Konzern demnächst in drei gleich große unabhängige Unternehmen aufspalten zu wollen (erst Fusion, kurz danach Aufteilung, wie geistreich).

Das US-Justizministerium ist gerade unter der aktuellen Ministerin Loretta Lynch in alle Richtungen angriffslustig (siehe FIFA-Skandal, Börsenmanipulationen). So hatte man jüngst die Fusion von Halliburton und Baker Hughes abgelehnt, wie auch einige andere. Da waren auch wir gestern einen Tick zu voreilig mit unseren Worten „jetzt fehlen nur noch die Kartellbehörden“. Jetzt geht der Übernahmepoker für Bayer erst richtig los – das Management von Monsanto zu überzeugen war wohl das geringste Problem! Schaut man sich die Langzeitbetrachtung der Monsanto-Aktie an, würden die Aktionäre mit dem Preis von 128 Dollar einen guten Schnitt machen, wenn die Übernahme denn genehmigt wird. Noch zeigt der große Abstand zum aktuellen Kurs die sehr großen Zweifel der Börsianer!

monsanto-aktie
Die Monsanto-Aktie in der Langzeitbetrachtung seit 2004.

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Ballard Power vor gewaltigem Kursrutsch? – Werbung

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Lieber Börsianer,

da stimmen Sie mir sicherlich zu. Die Stimmung an den Börsen hat sich im Oktober eingetrübt. Vor allem das europäische Infektionsgeschehen schlägt uns aufs Gemüt. Auch im Alltag werden wir die Folgen nächstens wieder alle ganz gegenständlich spüren, wenn Deutschland in den Lockdown light geht. Das nämliche Bild bei unseren Nachbarn. In Wien werden derzeit ähnliche Maßnahmen vorbereitet, um die zweite Covid-Welle zu brechen. In Frankreich gelten sogar wieder harte Ausgangssperren. Man darf dort zur Arbeit und zum Einkauf fahren. Ansonsten gilt: Rien ne va plus.

Da überrascht es nicht, dass der DAX südwärts läuft und derweil auf Wochensicht über 8 % eingebüßt hat. Ähnlich wie im vergangenen Februar und März sind auch die Ölpreise wieder massiv rückläufig und verlieren zur Vorwoche rund 9 %. US-Aktien halten sich noch recht wacker, aber auch hier sehe ich Gefahr im Verzug.

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, ich mache jetzt hier nicht den Pessimisten. Gleichwohl halte ich es für ratsam, kurzfristig in unseren Depots die Cashquoten zu erhöhen und den ein oder anderen Titeln zu veräußern, um dann am Ende zu günstigeren Kursen wieder in den Markt zurückzukommen.

Diese Taktik dürfte etwa bei dem Wasserstoff-Titel Ballard Power reizvoll sein, denn hier kündigt sich ein scharfer Ausverkauf an. Schauen wir uns zunächst einmal die letzten Zahlen aus dem zweiten Quartal an. Das kanadische Unternehmen meldete einen Umsatz in Höhe von 25,8 Millionen USD. Das entspricht einem recht vernünftigem Wachstum im Vergleich zum Vorjahresquartal in Höhe von 9 %. Den Verlust konnte man spürbar eingrenzen, gleichwohl hat das…..

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