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Monte dei Paschi: Trotz gigantischem Schrottverkauf warnt EZB erneut vor Finanzloch

Redaktion

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Vor gut einem Jahr hatte die italienische Problembank Nummer 1 „Banca Monte dei Paschi“ ein Nominal-Kreditvolumen über 25 Milliarden Euro verkauft, um so endlich seine Bücher sauber zu bekommen. Vorher gab es schon dubiose Rettungen durch die italienische Politik, bei der Rom und Brüssel EU-Recht bogen bis zum Geht nicht mehr… eigentlich war die Bank aus den großen Schlagzeilen verschwunden. Sie war Ende 2017 sogar zurückgekehrt an die Börse nach einer zehnmonatigen Handelspause.

Gigantische Milliardenbeträge vom Steuerzahler (fast 7 Milliarden Euro in 2016), Bücherbereinigung durch Verkauf von größtenteils wertlosen Krediten… tja, eigentlich hätte doch nun alles in ruhigen Bahnen weiter laufen können. Aber immer noch schlummern weitere faule Kredite in den Büchern der Bank. Denn der italienischen Wirtschaft geht es ja nicht besser als vor 1, 2 oder 3 Jahren.

Nun wird bekannt, dass die Bankenaufsicht der EZB der Monte dei Paschi einen Brandbrief geschrieben hat. Darin warnt man vor einer immer noch schwachen Kapitalausstattung und einer geringen Profitabilität der Bank. Gerade erst zum Jahresanfang hatte die EZB die italienische „Banca Carige“ unter Zwangsverwaltung gestellt. Es sieht also alles andere als gut aus in der italienischen Bankenlandschaft.

Monte dei Paschi stehe laut EZB vor beträchtlichen Herausforderungen. Aus der italienischen Politik hört man aktuell, dass die Regierung wohl weiter einschreiten und helfen wird, wenn die Bank es nicht selbst hinbekommt. Also alles wie immer in Italien. Der Steuerzahler blecht für die Versäumnisse der Banker, und letztlich gleicht er nicht bediente Kredite aus.

Bis Mitte des Jahres 2019 soll die italienische Regierung gegenüber der EU einen Plan vorlegen, wie und bis wann (spätestens 2021) sie wieder aus der Monte dei Paschi aussteigen will, an der sie dank der Rettungsmilliarden die Mehrheit hält. Auch das könnte noch mehr als spannend werden. Denn welcher private Investor will diese Schrottbank kaufen, bevor sie nicht gründlich entkernt wurde? Das Muster ist exakt das selbe wie bei der HSH Nordbank, die besenrein an einen privaten Investor übergeben wurde.

Die Monte dei Paschi-Aktie verliert heute übrigens von 1,50 auf 1,38 Euro. Seit der Wiederaufnahme des Handels nach längerer Pause im Jahr 2017 sind es schon -70%. Also: Wer nach jahrelangem Horror in den letzten Monaten dachte in eine gesunde Bank einsteigen zu können, der irrte gewaltig.

Monte dei Paschi
Banca Monte dei Paschi die Sienna Hauptsitz. Foto: DV CC BY-SA 3.0

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    asisi1

    14. Januar 2019 17:15 at 17:15

    Gehört zwar nicht zu obigem Artikel, habe aber eine Frage an die Runde.
    Hörte vor drei Tagen hier in Bremen, auf Bremen 1 Nachrichten, die Deutsche Bank und die Commerzbank haben der Russen Mafia bei der Geldwäsche geholfen. Es soll sich um ca. 300 Milliarden Euro Schwarzgeld handeln. Die Banken wußten angeblich von nichts und haben jeden Kommentar abgelehnt! Habe seitdem keine Nachricht darüber mehr gefunden! Weiß jemand etwas näheres?

  2. Avatar

    Marcus

    14. Januar 2019 17:49 at 17:49

    Die europäischen Banken sind nahezu alle dramatisch unterkapitalisiert weil man seitens der Aufseher nichts tut! Deswegen wird es in den nächsten Jahren immer wieder zu Bankenrettungen kommen. Warum hat man in Europa eigentlich einen Abwicklungsmechanismus installiert wenn dann doch wieder mit Steuergeldern gerettet wird ? Trinken die dort alle den ganzen Tag Kaffee ? Warum wird hier nicht schneller und aktiver eingegriffen ? Warum wird die Bank nicht geschlossen ? Warum werden die Einlagen nicht auf andere Banken übertragen ?

    Zusammenfassend lässt sich also feststellen, das sich seit der Finanzkrise nichts absolut rein gar nichts geändert hat, trotz großspuriger Reden von Politikern der Steuerzahler solle nie mehr für insolvente Banken gerade stehen.

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Für den blutigen Anfänger: So starten Sie jetzt an der Börse durch – Werbung

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Lieber Börsianer,

der Börsenbrief ist bestellt und die erste Ausgabe sorgsam gelesen. Trotzdem, aller Anfang ist schwer, und Börsendebütanten stehen zunächst vor einer ganz praktischen Frage. Wo soll ich mein Depot eröffnen, welche Bank beauftrage ich mit der Abwicklung meiner Käufe bzw. Verkäufe, wer soll meine Wertpapiere lagern? Das Angebot der Depotbanken und Onlinebrokern ist in der Tat ziemlich unübersichtlich. Selbst Profis finden sich in diesem Angebots-Dschungel nicht immer zurecht.

Dazu im Folgenden einige Anmerkungen meinerseits. Die Gruppe der Online-Banken oder -Broker teilt sich im Wesentlichen in zwei Gruppen auf. Da gibt es zunächst die alteingesessenen wie etwa Comdirect, Maxblue oder Consors. Diese sog. Vollsortimenter bieten Ihnen nahezu das vollständige Angebot der international handelbaren Wertpapiere an. Ganz gleich, ob Ihnen der Sinn nach einem ETF, einer Aktie, einem Optionsschein oder etwa einer Anleihe steht. Hier werden Sie bedient.

Daneben zeichnen sich diese Vollsortimenter durch ein breites Angebot an Börsenplätzen aus. Es mag schon sein, dass Sie nicht gleich zu Beginn Ihrer Börsenkarriere Zugang zur Börse Stockholm oder London benötigen. Gleichwohl gilt: Mehr ist in diesem Fall tatsächlich mehr. Als ambitionierter Börsianer werden Sie irgendwann einmal in Zürich, Mailand oder Stockholm handeln.

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Quartalssaison hat begonnen – hier die wichtigsten Termine

Claudio Kummerfeld

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Die Quartalssaison hat begonnen. Letzte Woche meldeten bereits die großen US-Banken. Netflix meldete vorgestern. Aber nun geht es so richtig los. Hier eine Übersicht der wichtigsten Termine von deutschen und US-Konzernen in den nächsten Tagen. Wichtig: Diese Termine haben wir direkt aus den Finanzkalendern der Unternehmen entnommen. Denn manchmal sind Webportale mit ihren Terminübersichten zu den Quartalszahlen unzuverlässig, da hier zukünftige Termine zu Finanzkennzahlen manchmal einfach nur basierend auf den Terminen vergangener Quartale von einer Computersoftware abgeschätzt werden, und daher fehlerhaft sein können.

Microsoft: 27. Oktober

Twitter: 29. Oktober

Daimler (schon vorab am 16. Oktober veröffentlicht): 23. Oktober

SAP: 26. Oktober

Delivery Hero: 28. Oktober

Deutsche Bank: 28. Oktober

Facebook: 29. Oktober

BASF: 28. Oktober

Boeing: 28. Oktober

General Electric: 28. Oktober

General Motors: 5. November

Volkswagen: 29. Oktober

Alphabet (Google): 29. Oktober

Amazon: 29. Oktober

Apple: 29. Oktober

Caterpillar: 27. Oktober

Exxon: 30. Oktober

Bayer: 3. November

Commerzbank: 5. November

Adidas: 10. November

Lufthansa (schon vorab gestern veröffentlicht):: 5. November

Zalando: 4. November

Deutsche Telekom: 12. November

Walmart: 17. November

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