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Morgan Stanley erwartet größten Abverkauf seit Februar: “Rollender Bärenmarkt”

Warum die US-Großbank vom größten Abverkauf seit Februar ausgeht..

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Es war einst im Januar, als die Rally an der Wall Street immer neue Höhen zu erreichen schien. Und es war in eben diesem Januar, als die Bank of America warnte, dass ein Abverkauf kurz bevor stehen dürfte. Die Bank hat dafür eine Checkliste entwickelt, und bei dieser Checkliste sprangen so ziemlich alle Faktoren an, die ein Warnsignal darstellen. Kurze Zeit später begannen die Turbulenzen an den US-Aktienmärkten mit massiven Verlusten und einem “Flash Crash” beim Dow Jones.

Zwar steht der Leitindex S&P 500 nach wie vor unter seinem im Januar erreichten Allzeithoch, vom Dow Jones gar nicht zu reden, doch waren es vor allem die US-Tech-Werte, die nach einer eher bescheidenen Korrektur wieder nach oben gingen und damit den Nasdaq 100 auf ein neues Allzeithoch hievten. Seit Vorlage der Zahlen aber von Facebook, Netflix (beide Aktien sind nun nach einem Fall von mehr als 20% im Bärenmarkt-Territorium) und Twitter ist auch beim Nasdaq Sand im Getriebe, den US-Indizes ist damit gewissermaßen der Treiber abhanden gekommen.

Nun warnt die US-Großbank Morgan Stanley in einer Mitteilung an seine Kunden vor einem weiteren Abverkauf – und damit der größten Korrektur seit Februar. Man stehe vor einem “rollenden Bärenmarkt” (“a rolling bear market”):

“With Amazon’s strong quarter out of the way, and a very strong 2Q GDP number on the tape, investors were finally faced with the proverbial question of ’what do I have to look forward to now?’ The selling started slowly, built steadily, and left the biggest winners of the year down the most. The bottom line for us is that we think the selling has just begun and this correction will be biggest since the one we experienced in February.”

Denn nun ist es der Tech-Bereich, der die Märkte mit nach unten ziehen könnte – und damit sogar größeren Schaden in den Anleger-Portfolios anrichten könnte als der sell off im Februar (weil diese Portfolios vollgesogen sind mit Tech-Werten):

“..could very well have a greater negative impact on the average portfolio if it’s centered on tech, consumer discretionary and small-caps, as we expect.”

Es ist noch nicht lange her, da ging an der Wall Street der Spruch um, wonach die großen US-Tech-Werte nun der “sichere Hafen” seien – wobei man sich die Frage stellen muß, wie sicher man sein kann, wenn eine Herde stets in die gleiche Richtung läuft und sich dann plötzlich heraus stellt, dass es die falsche Richtung ist. In einer dann einstetzenden Massenpanik besteht schlicht die Gefahr, von der Herde tot getrampelt zu werden..

Es ist also sehr wahrscheinlich eine trügerische Sicherheit, in der sich die Investoren wähnten mit ihren Investments in die Tech-Werte, wie Morgan Stanley klar formuliert:

“We must admit, the market sent some misleading signals over the last few weeks by limiting the damage to the broad indices when Netflix and Facebook missed. We believe this simply led to an even greater false sense of security in the market.”

Während Morgan Stanley so gut wie keinen Zweifel hat, dass die Tech-Werte vor großen Problemen stehen, gäbe es doch die Möglichkeit, dass das Geld raus aus den Tech-Sektoren fließe, aber dann eben in andere Bereiche “übersiedelt” – mit der Folge, dass der S&P 500 vielleicht dann doch nicht 10% fallen werde:

“We recognize that money can also move from these sectors to others thereby leaving the S&P 500 around current levels rather than falling 10% as we expect.”

Man darf gespannt sein, was passiert. So oder so sind die Bewertungen etwa im S&P 500 in der Nähe der im Januar erreichten Allzeithochs, gemessen an der “price sales ratio”, also der im Aktienpreis eines Unternehmens zum Ausdruck kommenden Marktkapitalisierung im Vergleich zu den Umsätzen der Unternehmen in einem 12-Monats-Zeitraum. Lag die “price sales ratio” im Jahr 2009, als die (durch die Notenbanken ermöglichte) Hausse begann, noch bei 0,7, so sind wir nun bei 2,4, als bei mehr als dem Dreifachen. Der US-Aktienmarkt ist also alles andere als billig..

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Kupferkopf

    31. Juli 2018 17:12 at 17:12

    Solche Empfehlungen sind doch eher ein Kontraindikation. Außerdem waren die Märkte doch noch nie so volatil, Trump schickt mit einem Tweet die Märkte nach oben oder unten, die Hausse wird wohl noch eine Weile weiter gehen, bis es dann schlagartig und unerwartet richtig (t)rumpelt. ;)

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      Zimmermann

      31. Juli 2018 18:08 at 18:08

      Man darf sich nicht verunsichern lassen. Die Korrektur im Nas-100 ist schon wieder beendet. Heute wahrscheinlich ein Bullish Engulfing Kerzenmuster in Nasdaq. Nächstes Ziel sind die 7800. Es bleibt dabei “Strong Long”. Rücksetzer sind bis auf Weiteres immer Nachkaufkurse.

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Corona-Krise und das dauerhaft veränderte Konsumverhalten

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Erst war es aus der Not geboren: Viele Menschen, die eigentlich viel lieber in Geschäften eingekauft hatten und nicht im Online-Handel, mussten sich durch den Lockdown in der Corona-Krise zwangsläufig umorientieren. Werden diese alle wieder ins alte Konsumverhalten zurückkehren? Neueste Studien zeigen: Davon ist nicht auszugehen.

Corona-Krise: Umfragen nicht im Sinne des stationären Handels

Bisher schob man es zum großen Teil auf die Maskenpflicht: Die gebremste Shoppinglust mit einem Utensil, welches nicht nur Kommunikation und Atmung beim lustbetonten Einkaufsbummel behindert, sondern auch so etwas wie eine psychologische Falle darstellt: Hier lauert eine Gefahr für mich, aufpassen, nicht leichtsinnig werden! Wenngleich es noch keine großen wissenschaftlichen Nachweise gibt, dass es in Geschäften zu größeren Infektionen mit Covid-19 gekommen ist, bleibt die Maskenpflicht noch eine Zeit bestehen. Spannend wird es im Hochsommer, wenn das Personal in Räumen ohne Klimatisierung den Schutz über acht Stunden am Tag tragen muss.

Auch wenn immer mehr Lockerungen im Gespräch sind, erschrecken Umfragen in Deutschland, wie auch in Europa, den stationären Einzelhandel. Viele Kunden haben sich an den Online-Handel gewöhnt und werden wohl auch nach der Corona-Krise nicht mehr so häufig zum Shoppen gehen.

Die bisherigen Verkaufsumsätze liegen unter den Erwartungen des Handels, man hofft auf die Rückkehr zu alten Gewohnheiten. Der Konsum als Ganzes wird dabei wieder auf alte Höhen klettern, sollte es nicht zu weiteren Einschränkungen wegen Corona kommen. Aber die aktuelle Umfrage der Unternehmensberatung Alvarez & Marsal dürfte der Branche nicht gefallen:

23 Prozent der Deutschen wollen weniger in Geschäften einkaufen, mehr über online shoppen, aber insgesamt weniger ausgeben.
Auch in anderen europäischen Ländern (Frankreich, Italien, Spanien, Großbritannien, Schweiz) brachte die Studie ähnliche Ergebnisse. Im Ausland fürchtet man die Folgen der Corona-Krise stärker – Verlust des Arbeitsplatzes, Vermögenseinbußen –  so dass viele Kunden nur das Nötigste eingekauft haben. 41 Prozent der Befragten wollen auch in naher Zukunft erst einmal abwarten – auf eine Besserung der wirtschaftlichen Lage.
Die Furcht vor einer zweiten Welle ist überall zu verspüren. Kein Wunder, in der täglichen Berichterstattung ist es ständiges Thema. Verfügbarkeitsheuristik, nennt es die Psychologie, wenn Ereignisse so oft wiederholt werden, dass es im Gedächtnis fest verankert wird.

Zunahme des Online-Handels

Der Lockdown hat in vielen Bereichen die Digitalisierung angeschoben – nicht nur bei Microsoft, wo der CEO Nadella behauptet hat, die Corona-Krise hätte die Entwicklung von zwei Jahren komprimiert auf wenige Monate -, auch beim Handel. Auch eine weitere Umfrage bestätigt diese Annahme: Bei einer Befragung von 2500 Konsumenten durch den Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland, erzählten über 50 Prozent der Menschen, dass sie künftig mehr online kaufen würden, die Coronazeit habe sie überzeugt.

Beispielsweise habe die Online-Plattform der Otto-Gruppe in kurzer Zeit eine Million Kunden hinzugewonnen. Wie wollen die Geschäfte auf diese Entwicklung reagieren? Verkleinerung der Verkaufsflächen, Rationalisierungen, neue Ideen beim Verkauf der Produkte?

Fazit

Sehr oft ist derzeit die Rede davon, was die Corona-Krise für Langfristfolgen in der Gesellschaft zeitigen wird. Home Schooling, Home Office, Video-Besprechungen, Änderungen im Reiseverhalten oder auch beim Shopping. Letzteres dürfte sehr wahrscheinlich werden, zu sehr hat die Corona-Krise selbst Technikmuffel von der Bequemlichkeit der Methode überzeugt.

Wie lange wartet man schon auf einen radikalen Rationalisierungsschnitt im Einzelhandel durch automatisierte Zahlungssysteme an den Kassen? Und jetzt auch noch der Umbruch durch den Versandhandel. Was aber geschieht mit der Einzelhandelsbranche, den zahlreichen Geschäften und ihren vielen Beschäftigten?

Die Corona-Krise verändert das Konsumverhalten dauerhaft

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EZB-Bilanz +53 Milliarden Euro in einer Woche – Anleihekäufe waren nicht der größte Posten!

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Der EZB Tower in Frankfurt

Die Bilanz der EZB wird einmal pro Woche veröffentlicht. Jetzt liegt uns die Bilanz mit Stand 3. Juli vor. Sie klettert immer weiter, auf ein derzeitiges Allzeithoch von 6,289 Billionen Euro. Noch im Februar waren es 4,7 Billionen Euro. In der folgenden Originaltabelle der EZB zeigen wir die aktuellste Aktiva der Bilanz. Die Bilanzsumme stieg im Wochenvergleich um 52,8 Milliarden Euro. Wie üblich dieser Tage würde man denken, dass diese Steigerung herrührt durch die ständigen Anleihekäufe der Europäischen Zentralbank, die sich aufgrund der Beschlüsse in Folge der Coronakrise um insgesamt 1,35 Billionen Euro ausweiten werden. Aber nein, diese Bilanz ist anders. Die Anleihekäufe machen nur den zweitgrößten Zuwachsposten aus mit +33,48 Milliarden Euro.

Der größte Posten war ein Plus von 38,95 Milliarden Euro beim Bilanzposten Gold. Weil der Goldpreis so gut gestiegen ist, und weil gerade Quartalsende war, wurden die Goldbestände der EZB neu bewertet. Der Wertzuwachs durch den Preisanstieg bei Gold wird in der Bilanz jetzt mit 38,95 Milliarden Euro quasi nachgebucht, wodurch die Bilanz um diesen Wert ansteigt. So trägt der steigende Goldpreis zu einem kräftigen Bilanzzuwachs bei der EZB bei. Abseits dieser beiden großen Posten gibt es noch viele kleinere Änderungen, wodurch insgesamt ein Zuwachs von 52,8 Milliarden Euro im Wochenvergleich herauskommt. Die Bilanz der EZB macht jetzt 53 Prozent der Wirtschaftsleistung der Eurozone aus. Im Vergleich dazu liegt die Bank of England bei 31 Prozent, die Fed bei 33 Prozent, und die Bank of Japan bei exorbitanten 119 Prozent.

Daten zur aktuellsten EZB-Bilanz

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Dirk Müller zum Wasserstoff-Hype: Warum man jetzt nicht einsteigen sollte

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Wir hatten erst vorgestern über die Aussagen von Dirk Müller berichtet,über die Wahnsinns-Hausse der letzten Wochen in den USA, wo teilweise Minderjährige mit den Kreditkarten ihrer Eltern die Börse stürmen, und wo Millionen von Menschen mit Kleinstbeträgen wie wahnsinnig Börsenkurse pushen. Heute spricht Dirk Müller im folgenden Video über den aktuellen Hype rund um das Thema Wasserstoff. Diese Woche wurde der Hype nochmal kräftig befeuert durch die erst gestern präsentierten großen Pläne der EU, dass man bis 2050 klimaneutral werden wolle, und das mit Wasserstoff. Gigantische Milliardenprogramme sollen von Staaten und Unternehmen in Europa aufgelegt werden.

Also, ist das nun auch der große Start für den Hype rund um Wasserstoff-Aktien? Oder läuft er schon, und Anleger, die sich hier noch nicht auskennen, kommen zu spät? Genau davor warnt Dirk Müller im folgenden Video. Er beschreibt diese jetzige Euphorie und vergleicht sie mit Themen wie 3D-Druck oder Cannabis-Aktien. Jetzt sei der Markt für Anleger schon zu teuer. Man müsse nun erst einmal auf die Marktbereinigung warten, die nach der Euphorie einsetze. Er beschreibt auch Phasen der Markteuphorie, wie es sie in anderen Bereichen schon gegeben habe, die nun auch so beim Wasserstoff ablaufen würden.

Wasserstoff Tankstelle in Belgien
Eine Wasserstofftankstelle in Zaventem Belgien. Foto: Dr. Artur Braun (Arturbraun) CC BY-SA 4.0

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