Devisen

Morgan Stanley: Inflation wird schnell steigen, QE vorzeitig enden

Von Markus Fugmann

Die amerikanische Großbank Morgan Stanley erwartet einen schnellen Anstieg der Inflation in der Eurozone. Und: das QE der EZB werde daher vorzeitig enden, bereits ab Sommer 2016 rechnet die Bank mit einem „Tapering“ der EZB, sprich mit der Reduzierung der Anleihekäufe.

Bislang hatte die EZB stets betont, das Anleihekaufprogramm bis mindestens September 2016 durchführen zu wollen, falls die Inflation nicht ausreichend anziehe, sogar länger. Die Märkte gehen bisher davon aus, dass die europäische Notenbank ihr Versprechen wahr macht und das Programm wie geplant durchziehen wird.

Der stärkere Anstieg der Verbracherpreise habe zwar den Konsens überrascht, nicht aber sie, so die Analysten von Morgan Stanley in ihrem Kommentar:

„Unsere Reflations-Story unterscheidet sich ziemlich von der Markterwartung niedriger Inflationsraten über eine lange Zeit“.

Im Mai waren, wie heutige Daten zeigten, die Verbraucherpreise mit +0,3% stärker gestiegen als erwartet, ohne Nahrungsmittel und Energie stiegen die Preise sogar um 0,9%. Anders hingegen die Erzeugerpreise, die um 0,1% zurück gingen, während die Konsenserwartung bei einem Anstieg von +0,1% gelegen hatte. In Reaktion auf die höher als erwartet ausgefallenen Verbraucherpreise war der Euro über den wichtigen Widerstand bei 1,10 gestiegen.

Morgan Stanley erwartet eine weitere Beschleunigung durch einen Wiederanstieg der Energiepreise sowie steigende Importpreise (als Folge des schwachen Euro). Einen wesentlichen Beitrag zur Beschleunigung der Inflation sieht die Bank in starken Basiseffekten – sprich den niedrigen Inflations-Werten des Vorjahres, die dann bei steigenden Preisen in diesem Jahr zu starken Zuwächsen führen.



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