Aktien

Morgan Stanley sagt „tschüss“ zu Chinas Aktienmärkten

Von Markus Fugmann

Die Party war heftig an den Aktienmärkten Chinas – aber nun könnte das Ende nahe sein: der Shanghai Composite hat drei Tage hintereinander herbe Verluste einstecken müssen und in diesem Zeitraum knapp 8,5% verloren. Und das trotz staatlich gelenkter Medien wie der Nachrichtenagentur Xinhua, die den Zockern versichert hatte, dass der derzeitige Rückgang nur eine gesunde Korrektur darstelle.

Aber ist es das wirklich? Morgan Stanley sieht das offenkundig anders und hat Chinas Aktienmärkte auf „equal-weight“ von „overweight“ reduziert. Chinas Aktien seien inzwischen zu teuer, zu schnell gestiegen, während gleichzeitig die Profitabilität der chinesischen Unternehmen gesunken sei:

“China’s dramatic recent outperformance has driven a deterioration in absolute and relative valuations and a worsening technically overbought situation”, so Jonathan Garner, head of strategy for Asia and emerging markets bei Morgan Stanley in einem heute veröffentlichten Bericht.

Damit hat Morgan Stanley das erste Mal seit sieben Jahren seine Einschätzung des chinesischen Aktienmarkts gesenkt. Hinzu kommt, dass Chinas Zocker trotz der Ermunterung durch staatliche Medien offenkundig keine tiefen Taschen mehr haben und zu resignieren scheinen. Chinas Führung wird aber wohl nichts anderes übrig bleiben, als weitere Stimulusmassnahmen zu beschließen, um einen Crash an den Märkten zu verhindern. Es dürfte also nicht überraschen, wenn demnächst die Mindestreservesätze für Banken erneut gesenkt würden – wie schon vor einigen Wochen. Im Gegensatz zu westlichen Staaten aber hat China noch reichlich Luft für geldpolitische Massnahmen: so liegt der Mindestreservesatz für Banken bei 18% – da kann man die eine oder andere Senkung wohl riskieren..



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