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Wilson hebt S&P 500-Prognose an Morgan-Stanley-Stratege sieht neuen Impuls für Aktienmärkte

Grafik: ChatGPT

Die Aktienmärkte stehen vor einem neuen Impuls: Während Investoren gespannt auf frische Arbeitsmarktdaten blicken, sorgt Michael Wilson von Morgan Stanley mit einer deutlich höheren Prognose für den S&P 500 für Aufmerksamkeit. Entscheidend ist dabei weniger die Konjunktur selbst als die Reaktion der Fed – denn ein schwächerer Arbeitsmarkt könnte genau der Katalysator sein, den die Börsen für die nächste Aufwärtsbewegung brauchen. Doch sind Zinssenkungen tatsächlich das Allheilmittel?


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Wilson erhöht S&P 500-Prognose

Laut einem Bericht von Bloomberg sieht Michael Wilson von Morgan Stanley weiteres Aufwärtspotenzial für die US-Aktienmärkte, weshalb er für den S&P 500 das Kursziel für 2026 auf 7.800 Punkte anhebt. Treiber sei vor allem ein breit angelegter Gewinnzyklus: „Wir glauben, dass wir uns weiterhin in einem Bullenmarkt und einem neuen Gewinnzyklus befinden“, insbesondere in bislang zurückgebliebenen Marktsegmenten.

Wilson betont, dass die US-Wirtschaft bereits eine „rollierende Rezession“ hinter sich habe. Viele zinssensitive Bereiche wie Immobilien, Konsumgüter und Industrie hätten stark gelitten, stünden nun aber vor einer Erholung. Dies zeigte sich zuletzt auch in einer Rotation an den Aktienmärkten. Entscheidend dafür sei eine lockerere Geldpolitik der Fed: Zinssenkungen seien nicht nötig, um die Wirtschaft zu retten, sondern um „die volle Rotation in die zurückgebliebenen, zinssensitiven Marktbereiche“ zu ermöglichen.

Die erhöhte Prognose hängt stark von mehr Liquidität ab. Wilson macht deutlich: „Wenn wir nicht mehr als zwei Zinssenkungen im nächsten Jahr oder eine Ausweitung der Fed-Bilanz bekommen, erreichen wir unser Ziel jedoch nicht.“ Entweder schwächere Arbeitsmarktdaten oder erneuter finanzieller Stress würden die Fed zu einem dovisheren Kurs zwingen, so der Wall-Street-Stratege.

Zusätzlich erwartet Morgan Stanley, dass KI-Investitionen und steigende Unternehmensinvestitionen (CapEx) ab 2026 die Produktivität erhöhen und das Gewinnwachstum verbreitern. Die Marktführerschaft solle sich ausweiten – weg von wenigen Tech-Giganten hin zu einer breiteren Marktteilnahme.

Aktienmärkte: Schwacher Arbeitsmarkt als Stütze

Eine moderate Abschwächung der US-Arbeitsmarktdaten in dieser Woche könnte den Optimismus an den Aktienmärkten stärken, da sie die Wahrscheinlichkeit weiterer Zinssenkungen durch die US-Notenbank Fed erhöhen würde, erklärte Wilson.

Anleger warten gespannt auf die neuen Daten vom Arbeitsmarkt und der Inflation, um Hinweise darauf zu erhalten, ob die Fed nach drei aufeinanderfolgenden Zinssenkungen kurz davorsteht, ihre geldpolitische Lockerung zu beenden, oder ob sie gezwungen sein wird, im kommenden Jahr noch entschlossener vorzugehen.

Aktienmärkte: Wilson sieht neue Impulse für den S&P 500 durch Arbeitsmarkt und Fed
Der Dot Plot der Fed vom Dezember

„Wir befinden uns nun wieder klar in einem ‚Gut ist schlecht / Schlecht ist gut‘-Regime“, schrieb Wilson in einer Mitteilung. Ein robuster Arbeitsmarkt sei zwar grundsätzlich positiv für die Wirtschaft, würde jedoch die Wahrscheinlichkeit weiterer Zinssenkungen mit Blick auf das Jahr 2026 verringern.

Die in dieser Woche anstehenden Konjunkturdaten dürften maßgeblich dazu beitragen, die durch den Stillstand der US-Regierung entstandene Informationslücke zu schließen. Veröffentlicht werden sowohl die verzögerten monatlichen Arbeitsmarktdaten am Dienstag als auch die Verbraucherpreisdaten zur Inflation am Donnerstag. Ökonomen erwarten einen Stellenzuwachs von rund 50.000 sowie eine Arbeitslosenquote von 4,5 % – ein Hinweis auf einen schwachen, jedoch nicht abrupt einbrechenden Arbeitsmarkt. Dieses Umfeld dürfte die Erwartungen an weitere Zinssenkungen untermauern und damit den Aktienmärkten zusätzlichen Rückenwind verleihen.

FMW/Bloomberg



Über den RedakteurStefan Jäger

Stefan Jäger berichtet als Finanzjournalist über das aktuelle Geschehen an den Aktien- und Edelmetallmärkten. Mit fundierter Fundamentalanalyse und präziser Technischer Analyse beleuchtet er zudem Chancen und Risiken verschiedenster Assets.

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8 Kommentare

  1. …@Glaskugel…das ist auch so etwas…der Wilson ist bullisch…da wird man natürlich sofort skeptisch als Ranzentier und möchte sofort alles verkaufen…aber es kann ja sein, dass die Investmenthäuser dieses und nächstes Jahr einen anderen Kontraindikator unter den „Investmentstrategen“ ausgewählt haben, der immer falsch liegt und Wilson ist diesmal einer der Guten…man weiß es halt nicht…schwierig..

  2. Fallhöhe gut, viel möchten noch mehr

    Auch dieser Herr hat’s noch nicht begriffen, Zinssenkungen wegen schlechterer Wirtschaft schwächen die Aktien mindestens mittelfristig. Fugmann hat’s kürzlich mit einem Beitrag und Charts bewiesen.
    Gewisse Leute begreifen es sofort wenn man etwas mehrmals erklärt.
    Mit der selbsgewählten Abschottung der Amis von den Weltmärkten werden die Ami- Aktien sowieso leiden.
    Die grossen Konzerte der Börsenmusik werden in den nächsten Jahren in China/ Asien stattfinden. Es ist auch überfällig,dass die Riesenumsätze der grossen Ami- Dienstleistungsfirmen auch als Exporte gerechnet werden und somit in der Restwelt besteuert oder bezollt werden.
    Der erwartete neue Impuls für die Märkte könnte auch ein Outpuls werden. Das immer höher weiter wird eine Dämpfer erhalten, einer hat’s geschrieben, nur schon gleichbleibende Investitionen würden bremsen, für weitere Anstiege bräuchte es immer noch mehr Investitionen.

  3. Diesmal ist alles anderst ( schlimmer)

    Diese „ IMMER HÖHER WEITER“ Sekte wird immer unausstehlicher, ein prominentes Mitglied ist auch Mario Lochner. Sie riskieren in kurzer Zeit als Naivlinge dazustehen und die kahlrasierten Späteinsteiger werden ihnen dankbar sein.

    1. @Diesmal ist alles anderst ( schlimmer)…das Problem ist, dass Lochner recht ausgeglichen propagiert…also beide Seiten beleuchtet, mit einer Tendenz zum positiven Bild…mit dem er auch die letzten Jahre grds. Recht hatte…viel schlimmer ist es ja, die letzten Jahre nicht dem „immer höher weiter gefröhnt“ zu haben…und entweder nicht dabei gewesen zu sein, oder noch schlechter, gegen den Trend gesetzt zu haben…die Späteinsteiger sind ggf. junge Menschen, die dann ein bissl was verlieren…das ist verschmerzbar…ansonsten gibt es keine Späteinsteiger…behaupte ich jetzt mal…oder kennen Sie einen 50 jährigen Späteinsteiger, der sein gesamtes Hab und Gut jetzt auf Nvidia setzt?…wohl eher nicht…Verlierer sind nur, die nicht dabei sind/waren oder gegen den Trend gesetzt haben…alle anderen sind tendenziell Gewinner…oder denken Sie das die Crashpropheten seit 10 Jahren short sind?

  4. Dr. Sebastian Schaarschmidt

    Abwarten und Tee trinken…

    Die einen sagen so und die anderen wieder ganz anders…

    Man sollte diese Herrschaften nicht verurteilen…sie leben davon das die Anleger zur Bank kommen und ihr teuer Erspartes da investieren…

    Er kann ja schlecht gegenteiliges sagen..So nach dem Motto: Im jächsten Jahr bricht der Crash aus…das widerspricht ja seiner Geschäftsidee..sofort würden die Anleger ihre Bestände auflösen…
    Er und viele weitere dieser Herrschaften leben davon… das sich das Perpetuum mobile… der wundersamen Geldvermehrung ….immer weiter dreht…
    Es müssen immer neue Anleger gefunden werden …die auf den fahrenden Zug aufspringen wollen…das ist bei Bitcoin so, bei Gold, bei Immobilien und eben auch bei Aktien…
    Damit das Rad sich weiterdreht…Darum geht’s…

    1. @Dr. Sebastian Schaarschmidt…“Er kann ja schlecht gegenteiliges sagen..So nach dem Motto: Im nächsten Jahr bricht der Crash aus“…das hat Herr Wilson aber eben gemacht…da kennen sie glaube ich seinen Trackrekord nicht…er war in den Vorjahren immer bärish…ich glaube sein markanter Satz war beim S&P 2022, dass 3900 ein sicherer Short ist…das Ergebnis kennen wir #7000…diese Herrschaften leben davon Unsicherheit in den Markt zu bringen und die Kleinanleger zu täuschen und mit Ängsten oder Zuversicht zu blenden…mal oben und eben mal unten…moderne Sirenen…bloß nicht so hübsch, aber genauso tödlich…

  5. @ Ranzentier, ja Lochner soll sehr ausgeglichen sein? Aber von den krassen Problemen ( siehe heutiges Marktgeflüster) habe ich von Lochner noch nie etwas gehört. Es scheint,dass der Fugmann all diese Geschichten erfindet und damit mit Recht oft als Crash – Prophet bezeichnet wird. Der ausgeglichene Lochner, der natürlich von allen geliebt wird, könnte damit als Hype- Prophet noch eine kurze Zeit vergöttert werden, aber ich glaube seine Blütezeit wird bald verwelken.
    Den Vergleich mit der verderblichen Milch als Hinterlegung als Sicherheit finde ich super. Morgen werde ich versuchen meinen alten Fiat als Sicherheit für einen neuen Ferrari zu hinterlegen, ich hoffe es klappt.

    1. @Gehebelt und gehypt…von Liebe würde ich jetzt bzgl. Herrn Lochner nicht gleich sprechen…das würde zu weit gehen…ich lobe Fugi ja auch immer und schaue und lese regelmäßig hier rein…also scheint Fugi ja auch viel richtig zu machen, da es viele andere ja auch so machen…und natürlich ist es schwerer die Risiken aufzuzeigen, weil man das eine Ewigkeit lang machen muss, während die positiven Leute eine Ewigkeit lang das positive in den Vordergrund stellen können…das macht es natürlich einfacher…am Ende sind es zwei Seiten einer Medaille, die man betrachten muss…oder wie hieß ein ehemaliger Forenteilnehmer so schön…Permanix…das ist glaube ich die richtige Herangehensweise…P.S. den Vergleich mit der verderblichen Milch fand ich auch spitze…

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