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Morgen startet die erste Phase der Iran-Sanktionen

Im Mai waren die USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran ausgetreten, und hatten angekündigt die schärfsten Sanktionen gegen den Iran zu verhängen, die es jemals gab. Sie treten in zwei Schritten in Kraft. Ab morgen früh beginnt Phase 1. Sie ist noch die eher „sanfte“ Phase der Sanktionen, in welcher der Iran vom Dollar-System abgeschnitten werden soll. Auch soll dem Iran der Handel mit Edelmetallen verboten werden. Dazu kommt noch, dass der Import bestimmter Waren aus dem Iran in die USA verboten wird.

Phase 2 wird in 90 Tagen wirksam. Dann wird es richtig übel. Von da an sollen die Öl-Exporte des Iran quasi trockengelegt werden. Die USA sind extrem hart darauf bedacht, dass auch Drittländer wie die EU, Indien etc kein Öl mehr beim Iran kaufen. Damit will man das Land endgültig in die Enge treiben. Das Ziel ist klar. Die US-Regierung will den Iran destabilisieren, und die Bevölkerung gegen die Regierung aufbringen. Wenn das nicht klappt, so versucht man doch zumindest die Aktivitäten des Iran in der gesamten Region zurückzufahren (Jemen, Syrien). Geht dem Iran in großem Umfang das Geld aus, könnt das durchaus funktionieren. Und die allermeisten Golfstaaten sind stramm im Lager der USA, zumal sie sunnitisch dominierte Länder sind, die den Iran eh zurückdrängen wollen.

In den letzten zehn Jahen fiel die iranische Währung Rial gegen den US-Dollar dramatisch, von unter 10.000 Rial für 1 Dollar auf aktuell 44.230. Das ist der offizielle Kurs. Tatsächlich liegt der reale Kurs am freien Markt aber inzwischen fast bei 100.000 Rial für 1 US-Dollar. Damit ergibt sich ein Bild ähnlich wie in der Türkei, nur viel dramatischer. Extrem steigende Preise für die Bevölkerung, massive Inflation.

Historische Erfahrungen zeigen, dass Menschen und Regierung in einem Land oft enger zusammenrücken, wenn sie von außen in die Enge getrieben werden. Und in diesem Fall ist der äußere Einfluss (USA) ja mehr als eindeutig. Es ist also zu bezweifeln, ob die USA den Iran mit diesen Maßnahmen voll und ganz in die Knie zwingen können. Aber in der Tat, dem Iran könnte das Geld ausgehen um diverse „Abenteuer“ in der Region zu finanzieren.



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