Devisen

„Mr Dax“ Dirk Müller: Neue Euro-Krise wegen Italien fast unausweislich

Durh die neue italienische Regierung bricht der grundsätzlichen Widerspruch der Eurozone erneut auf!

Heute kommt etwas Beruhigung in den italienischen Anleihemarkt, die Rendite der 10-jährigen italienischen Staatsanleihe fällt deutlich von den gestrigen Hochs und liegt nun bei 2,32% (und damit noch sehr deutlich unter der Rendite der 10-jährigen Anleihe der USA!):


(Chart durch anklicken vergrößern)

Gestern abend hat Staatspräsident Mattarella dem politisch völlig unerfahrenen Jura-Professor Giuseppe Conte nach langem Zögern den Auftrag zur Bildung einer neuen Regierung erteilt – immerhin jetzt also eine Unsicherheit weniger. Dazu kommt, dass der als extrem eurokritisch geltende Paolo Savona wohl nicht Wirtschaftsminster werden wird – vorwiegend daher die Beruhigung bei den italienischen Anleihen nach Berichten, dass der moderatere Finanzprofessor Luigi Zingales den Posten übernehmen soll.


Staatspräsident Mattarella mit Giuseppe Conte
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Faktisch aber dürfte das nur eine vorübergehende Beruhigung sein, schließlich bleiben die Forderungen der sich bildenden neuen Regierung unverändert explosiv, weil sie den zentralen Prinzipien Brüssels widersprechen. Und sollte die neue Regierung diese Versprechen wieder einkassieren, wäre sie politisch schnell am Ende.

Also kann sie gar nicht anders, als in Konfrontation nicht nur mit Brüssel zu gehen, sondern vor allem auch mit Berlin und der EZB! Letztere ließ heute vernehmen, dass man nur „retten“ werden, wenn die Gemeinschaftswährung insgesamt auf dem Spiel stehe – und überhaupt seien die Möglichkeiten der neuen Regierung aufgrund der enormen Schuldenlast „begrenzt“, mit den geplanten Schulden-finanzierten Maßnahmen die Nachfrage zu erhöhen, so heute der Chefvolkswirt der EZB Praet.

Und damit wird die Eurokrise wieder virulent, und das in einem ganz anderen Maßstab als damals bei der Griechenland-Krise, weil Italien nicht nur einen immensen Berg von faulen Krediten in seinen Banken hält, sondern auch weil das Land fast das 10-fache des BIPs Griechnenlands aufweist und daher ein absolutes Schwergewicht ist.

„Mr Dax“ Dir Müller hält daher eine neue Euro-Krise für fast unvermeidbar und verweist auf den grundsätzlichen Widerspruch der Eurozone: wenn es eine gemeinsame Währung gibt, muß es auch Transferzahlungen geben! Die Brüsseler Bürokratie aber schreckt genau davor zurück, damit bleibt der innere Widerspruch der „Konstruktion Euro“ bestehen und muß zwangsläufig wieder aufbrechen, ausgelöst diesmal eben wahrscheinlich durch den Machtwechsel in Italien:



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2 Kommentare

  1. ‚Durh‘ :-) die neue italienische Regierung bricht der grundsätzlichen Widerspruch der Eurozone erneut auf!
    Gruss

  2. Moin, moin,
    sehr gelungen der Kommentar von Dirk Müller. In ca. 4 Minuten alles auf den Punkt. Genau so sieht es aus. Die Katastrophe ist nicht mehr abzuwenden. Vielleicht eine Chance auf einen Neuanfang oder ein jahrelanges Chaos?
    Wer haftet überhaupt? Vielleicht meine Ortsgrößen der etablierten Parteien? Habe ich nicht noch Fotos von ihren Werbeaktionen vor den Wahlen oder die Wurfsendungen dieser etablierten Landeszerstörer.
    Ich denke die Hütte EU brennt hinter den Kulissen schon lichterloh. Und wie immer wird es Gewinner und Verlierer geben, nur wer gehört zu welcher Gruppe? Sicher werden Claudia Roth und andere Berufsrealitätverweigerer ihre Fahnen rechtzeitig in die richtige Windrichtung stellen.

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