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Aktien

„Mr. Dax“: Jetzt definitiv nicht in den Aktienmarkt einsteigen!

„Mr. Dax“, alias Dirk Müller, ist skeptisch für die Aktienmärkte und warnt davor, den Kursen hinter her zu laufen. Die nächste große Bewegung wird laut Müller nicht nach oben, sondern nach unten gehen, sagt Müller..

Redaktion

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FMW-Redaktion

„Mr. Dax“, alias Dirk Müller, ist skeptisch für die Aktienmärkte und warnt davor, den Kursen hinter her zu laufen. Die nächste große Bewegung wird laut Müller nicht nach oben, sondern nach unten gehen, sagt Müller:

https://youtube.com/watch?v=qtZ3vIIuY4c%3Fecver%3D1


Foto: FNDE – Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=47204504

18 Kommentare

18 Comments

  1. Avatar

    Columbo

    10. April 2017 14:19 at 14:19

    Endlich eine klare Ansage. Aktien-no go, vorerst. Wenigstens einer, der mir nicht mit „könnte, sollte, möglicherweise“ und Wellen, Linien und Trendkanälen den letzten Nerv raubt. Zuschauen, wie sich die Bullen immer schwerer tun und gemütlich auf die nächste Straßenbahn warten?

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    Marko

    10. April 2017 15:00 at 15:00

    Wenigstens einer, der eine Meinung hat.
    Habt „Ihr“ – hoffentlich – eine Meinung ?
    Das Geld ist nicht weg, es hat nur ein anderer… :D

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    Marko

    10. April 2017 15:14 at 15:14

    Ich war übrigens „Analyst“, wieso hört Ihr auf die Wellen-, Pivotpunkt, Wolkentrader usw…, – weil Ihr keine „eigene Meinung“ habt ?
    Der Analyst ist an allem Schuld ?

    Aktienmärkte sind komplex/chaotisch, ansonsten, gäbe es doch keine CFD-Broker, beispielsweise ? :D

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    PK

    10. April 2017 15:18 at 15:18

    Was die Prognosen von Mr. Dax wert sind, kann man sich ja an der Entwicklung seines Aktienfonds anschauen. Minus 12 Prozent seit Auflegung, während der Dax nur einen Weg kennt, nach oben.
    Daß dann wohl der Wunsch aufkommt, daß der Markt doch nun endlich fallen möge, nachdem man nun selber so lange auf short setzt, ist da mehr als verständlich.
    Das Argument, daß der Markt ja nun viel wahrscheinlicher fallen als steigen muss, weil er 9 Jahre gestiegen ist, ist statistisch betrachtet völliger Blödsinn.
    Und nach den Alternativen gefragt, fallen Mr. Dax eben auch keine ein.
    Mir auch nicht.

    • Avatar

      Columbo

      10. April 2017 15:35 at 15:35

      Mir schon. Meine Alternative hat sich verdreifacht.

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    PK

    10. April 2017 15:19 at 15:19

    hier sein Fonds, mit satten 4% AA und 1.7% Expense.
    Schrott, einfach nur Schrott.
    http://www.finanzen.net/fonds/Dirk_Mueller_Premium_Aktien_R_fondsvergleich

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    Kuperkopf

    10. April 2017 15:29 at 15:29

    Herr Müller ist seit 2008 mein absoluter Kontraindikator. Ich verballere mein restliches Pulver dann auch mal…. ;)

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    Marko

    10. April 2017 15:31 at 15:31

    Ich sagte : Die Aktienmärkte sind chotisch/komplex, alles cool..

    Aber : was dem Witzladen-Bufu / T-Bond blüht, welche künstlich „aufgeblasen“ wurden….

    Was mich wundert, ist, dass es offenbar hingenommen wird , dass der Rentenmarkt unter „Drogen steht“ (QE), d.h. künstlich (wegen Lehman usw) verzerrt wurde.

    Und dass die Bären trotzdem sagen : Der Aktienmarkt, der ist zu teuer (!), wo soll das Geld hinfließen ???

    • Avatar

      Peter

      10. April 2017 16:52 at 16:52

      Genau das ist die Frage: Wo soll das Geld hin?
      https://de.wikipedia.org/wiki/TINA
      Wir haben noch nicht die Aktienquote und Euphorie vom Jahr 2000, auch wenn das einige denken.
      Ich erwähne ich immer mal wieder gerne das Wort „Kapitulationsrally“, auch wenn Fondmanager das Wort hassen …

      • Avatar

        Marko

        10. April 2017 17:31 at 17:31

        „Wir haben noch nicht die Aktienquote und Euphorie vom Jahr 2000, auch wenn das einige denken.
        Ich erwähne ich immer mal wiediert werden, den „Starer gerne das Wort „Kapitulationsrally“, auch wenn Fondmanager das Wort hassen …“
        M
        Nochmal, gaaanz langsam zum itschreiben, wer hat die Märkte verzerrt ? Die Notenbanken, aber… : haben die Notenbanken die Aktienmärkte „verzerrt“ ? – Nö !
        Diese Diskrepanz sollte „markttechnisch“ korregiert werden, den „Startschuss“ sehen wir, wenn die EZB reagierien wird… Die mächtigste Notenbank der Welt usw… ;)

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    Columbo

    10. April 2017 15:51 at 15:51

    Der Glaube, daß Aktien alternativlos sind, wird einer der wichtigen Gründe für den nächsten Aktiencrash sein.

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      PK

      10. April 2017 16:46 at 16:46

      hör ich schon seit die FED angefangen hat mit QE.
      Aber viele verstehen einfach nicht, daß sich das nicht zurückdrehen läßt.
      Aktien werden in Währungen bewertet – die Währungen werden aktuell nach belieben und Bedarf von den Notenbanken entwertet.
      Einen grundsätzlichen Trendwechsel bekommen wir nur, wenn die Staatsfinanzierung durch die Notenbanken aufhören wird.
      Extrem unwahrscheinlich.
      Daher wird jeder Crash am Aktienmarkt sofort mit weiterer Liquidität zugeschmiert werden. Und das wird die Größe des Einbruchs definitiv eingrenzen.

      • Avatar

        Columbo

        10. April 2017 18:16 at 18:16

        Der Glaube „diesmal ist alles anders“, läßt sich einfach nicht ausrotten. Das war schon 1929 so und ist heute immer noch so.
        Wie naiv muß man denn sein, zu glauben, daß es keine großen Einbrüche mehr geben kann, weil die Notenbank….und die Liquidität….usw.?
        So ein Schwachsinn, dann müßte es ja an der Börse nur mehr Gewinner geben und alle würden reich.
        Immer in der Geschichte gab es irgendwelche „logische“ Erklärungen, daß es diesmal nicht passieren kann und dann ist es doch passiert.
        Nachher wissen es dann wieder alle besser:“Es mußte ja so kommen, weil…….
        „Das Universum und die menschliche Dummheit sind unendlich, beim Universum bin ich mir nicht so sicher“, sagte Einstein.

        • Avatar

          PK

          10. April 2017 19:33 at 19:33

          es geht nicht ums reich werden. Es geht darum, daß Aktien in einer Einheit bewertet werden, die immer mehr an Wert verlieren wird.
          Wenn du einen Meter in mm misst, und die Länge des mm immer weiter verkleinerst, wird der Meter natürlich mehr mm lang sein, auch wenn der Meter physikalisch die gleiche Länge hat.
          Die frage ist, ob man zu denen gehört, die den mm besitzen oder zu denjenigen, die den Meter behalten.
          Real werden Aktien auf Dauer nicht stärker wachsen als der Realinflation entspricht, werden damit aber Cash um Längen schlagen.
          Mit dem Einstein-Zitat hast du sicher recht, die Frage ist aber, ob du es im Kontext den richtigen Personen zugeordnet hast.
          Ich halte die Leute für recht beschränkt, die laut „Foul“ gekrischen haben als die FED mit dem Aufblähen der Bilanz anfing und sich entsprechend positioniert haben im Vertrauen darauf, daß ja die ganze Rally „Fake“ ist und nur der FED geschuldet ist. Die liegen jetzt seit Jahren und ungefähr 100% Kursgewinnen falsch. Sie kommen aber immer wieder mit den gleichen Argumenten daher, die schon von Anfang an falsch waren.
          Immer und immer wieder haben die Bären Hoffnung geschöpft (Griechenland, Brexit, Trump) aber immer wieder voll aufs Maul bekommen. Aktien gegen Cash tauschen macht in dieser Konstellation einfach keinen Sinn.
          Und wenn es einen Einbruch geben wird, werd ich wieder auf der Käuferseite sein. Das ganze wird (irgendwann) mit einem totalen Vertrauensverlust und Währungscrash enden und auch DANN ist es besser Aktien zu haben (oder andere Sachwerte).

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            Lars

            10. April 2017 21:13 at 21:13

            @PK „Immer und immer wieder haben die Bären Hoffnung geschöpft (Griechenland, Brexit, Trump) aber immer wieder voll aufs Maul bekommen.“
            Ich sehe das genau anders herum: All diese Ereignisse haben es nicht geschafft, den EUR auf und unter die von den Bullen so sehr erhoffte und proklamierte Parität und darunter zu drücken.
            Europa ist erstaunlich stark und zäh, trotz Draghi, eines von der Wallstreet ausgebildeten und dahingehend sozialisierten Insiders in absolut führender Position.
            Europa hat auch noch viele weitere herbeigeredete Krisen und Untergangsszenarien mal locker 5% über dem Bullentraum weggesteckt.
            Europa ist stabil und einigermaßen kritisch-hinterfragend (im Ggs. zu tumbling Wonderland), weshalb ich hier für grenzenlose Überbewertungen ganz normaler Firmen keinen Anlass sehe.
            Außer die Gier von fragwürdigen Permabullen, die nur noch ihre Monitore, Charts und von-links-unten-nach-rechts-oben-Kurven im Blick haben. Auch umgekehrt lässt sich Geld verdienen, das ist nur eine kleine psychologisch-pädagogische Korrektur, die jedes Kleinkind sofort versteht, anscheinend nicht jedoch ein Permabulle.

        • Avatar

          Lars

          11. April 2017 00:49 at 00:49

          „Das Universum und die menschliche Dummheit sind unendlich, beim Universum bin ich mir nicht so sicher“, sagte Einstein.
          Hätte Einstein die heutigen Verhältnisse an den Börsen miterleben dürfen, gäbe es vielleicht neben der allgemeinen und speziellen Relativitätstheorie eine dritte universelle unendliche Variante: Die alles ignorierende und beherrschende „Realität“ der Gier, die Kraft, welche die Fähigkeit des Menschen zur Vernunft widerstandslos außer Kraft setzt.
          Die Fähigkeit eines vernunftbegabten Wesens, jederzeit Tier sein zu können und sein zu wollen…

      • Avatar

        Marko

        10. April 2017 18:33 at 18:33

        „hör ich schon seit die FED angefangen hat mit QE.“

        M.E. ist es höchste Zeit, dass die EZB „aufwacht“, sooo furchtbar schlecht geht es „uns“ in Europa nicht.
        Ein anderes Thema : Habe da ein paar ein lustige Artikel wegen des Brexits (übrigens,die größte Sensation Jahres 2016 !!!) gelesen, auf zeit.de. So dumm sind die Briten, mir fehlen die Worte…

  9. Avatar

    Marko

    10. April 2017 18:17 at 18:17

    Aktien sind Sachwerte, das kapieren „wir Deutschen“ offenbar nicht, wenn ich bei einer Aktie 2-5 % Dividendenrendite (kein Pennystock) „einsacke“ und das mit dem Anleihenmarkt vergeleiche – dem „sicheren Anleihenmarkt“ (!!!)
    Da sträuben sich mir die Nakenhaare… ihr werdet sagen, gut, bei der aktie gibt es Kursschwankungen, ja, aber : ist der BUFU mit 163 Punkten gerecht bewertet“, se sky is se limit ? :D

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Aktien

Aktien: Die Rally und die Cocktail-Theorie von Peter Lynch

Ibrahim Sonay

Veröffentlicht

am

Klar, Corona ist das Gesprächsthema Nummer-Eins, doch dicht auf den Fersen folgt derzeit schon das Thema Aktien!

Aktien: Woher stammt die Cocktail-Theorie?

Der berühmte Magellan-Fonds Manager Peter Lynch, ein Maestro der Investment-Welt aus den 80er-Jahren, stellte damals die Interessante Cocktail-Theorie auf, um die unterschiedlichen Marktprognosen darzulegen, die er über Jahre entwickelt hatte, während er auf Partys herumstand.

Phase Eins

Gar nicht über Aktien sprechen die Leute in der ersten Phase, eines leichten Marktanstiegs, nachdem sie längere Zeit am Boden lagen, ohne Bewegung und Beachtung. Fragte man Lynch auf der Party, was er denn so beruflich treibe, antwortete er, dass er einen Aktienfonds manage. Daraufhin nickten die Leute freundlich und gingen weiter, um sich mit dem Nächsten auf der Party über Belangloses zu unterhalten. War dies der Fall, so wusste Lynch, dass der Markt vor einer Erholung stand.

Phase Zwei

Nachdem Lynch seinen Beruf nannte, blieben die Partygäste meist etwas länger – aber auch nur so lange, um ihn klar zu machen, wie gefährlich doch Aktien seien. Danach sprachen die Partygäste wieder übere andere Themen. Auch dies beobachtete er und stellte somit fest, dass die Börse in der zweiten Phase steckt, denn die Aktien stiegen bereits, doch es interessierte (noch) niemanden.

Phase Drei

Der Markt war bereits um 30 % gestiegen und Lynch wusste, dass ihn auf der Party eine neugierige Schar von Menschen umringen würde. Viele euphorische Zeitgenossen nahmen ihn beiseite, um herauszufinden, in was sie denn nun investieren sollten und fast jeder sprach von Aktien. Damit war klar, Phase Drei ist erreicht.

Phase Vier

In der vierten Phase umzingelten ihn die Leute erneut, aber diesmal nicht um zu erfragen, worin sie investieren sollten, sondern um ihn Tipps und Ratschläge zu geben, welche Aktien er kaufen solle. Erfuhr er Tage später, dass die Empfehlungen der Partygäste aufgingen, so erkannte Lynch, dass der Markt in Phase Vier steckt: Das Hoch war erreicht – ein Rückschlag der Märkte stand kurz bevor.

Das aktive Zuhören kann sehr wertvoll sein. Halten Sie also ihre Augen und Ohren auf. Auf lange Sicht sollte jeder für sich selber entscheiden, worin er sein Geld investieren möchte – ob er dabei Prinzipien, Ethik oder Trends berücksichtigt. Eines zeigt uns die Vergangenheit der Aktienmärkte jedoch: wenn man Aktien von Qualitäts-Unternehmen findet und das zu einem guten Preis, erzielt man über Jahre Rendite.

Aktien und die Cocktail-Theorie

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Aktien

Aktien: Die 2020-er, wieder das Jahrzehnt der Aktie?

Die Jahre 2010 bis 2020 war ein Jahrzehnt für die Aktien – den Notenbanken sei Dank! Aber wie sieht es für die 2020er-Jahre aus?

Wolfgang Müller

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am

Die Jahre 2010 bis 2020 war ein Jahrzehnt für die Aktien – den Notenbanken sei Dank! Aber wie sieht es für die 2020er-Jahre aus?

Derzeit wird viel spekuliert über die Zukunft nach Corona. Ein Jahrzehnt hat begonnen, in dem die Schulden weltweit auf noch nie gesehene Höhen gestiegen sind. Für einen Dollar Wachstum mussten in den USA bisher bereits sieben Dollar neue Schulden aufgenommen werden, um dieses zu generieren – die Demographiefalle schlägt in vielen Industriestaaten unbarmherzig zu. Deshalb sollte es schwierig werden, das Potenzialwachstum der letzten Jahrzehnte überhaupt zu halten. Man kann sich vieles vorstellen und darüber diskutieren, es gibt aber ein paar fundamentale Gesetzmäßigkeiten in neuzeitlichen Gesellschaften. Auch wenn das durch Geldhäuser ausgerufene Jahrzehnt der Aktien recht interpretationsbedürftig ist.

Aktien: Die Wirtschaft ist der Ast, auf dem wir alle sitzen

Bei allen Dikussionen über das FIAT-Geld, über Schulden und einem Auseinanderdriften der Gesellschaften in der Einkommensverteilung, darf man eines nicht übersehen: Ohne eine funktionierende Wirtschaft, ohne Steuereinnahmen funktioniert kein Gemeinwesen. Die Aufwendungen für einen Staat mit seiner Regierung, seiner Verwaltung, seiner Justiz, seiner Polizei, seinem Militär, seinem Gesundheits- und Bildungssystem, können nicht durch die Druckerpresse der Notenbanken produziert werden, zumindest nicht für lange. Die Kosten müssen durch Steuereinnahmen der Unternehmen und bei den Bürgern erwirtschaftet werden.

Was passiert denn in einem Staat, in dem durch Krieg oder Aufstände Polizei und Militär ausgeschaltet werden? Eine erste Reaktion in einem solchen Land (beispielsweise nach den Umstürzen im Irak oder Lybien) sind stets sofort Plünderungen, aber auch Vergewaltigungen und andere Abscheulichkeiten.

Anleihen können auf null gesetzt und entwertet werden, Schulden durch Währungsreformen vernichtet, aber ein Teil der Wirtschaft bleibt immer erhalten und damit auch der Aktienmarkt und die Aktien.

Denn was stellt der Aktienmarkt dar? Die Beteiligung an Unternehmen, an der Volkswirtschaft, bei allen stets immer wieder zu korrigierenden Entgleisungen. Damit wird auch im Jahrzehnt nach Corona höchstwahrscheinlich der Spruch von Warren Buffett, aus den letzten Jahren des 20. Jahrhunderts weiter gelten:

“Langfristig werden die Aktienmärkte für gute Nachrichten sorgen. Im 20. Jahrhundert durchlebten die USA zwei Weltkriege und weitere traumatische und teure militärische Konflikte. Eine Depression, mehrere Rezessionen, Börsenpaniken, Ölschocks, Virenpandemie und den Rücktritt eines Präsidenten. Dennoch stieg der Dow Jones von 66 auf 11.497.”

Sondersituation Deutschland

Deutschland wird im Anleihebereich als ein sicherer Hafen angesehen – mit fatalen Folgen für Sparer und Vorsorgesysteme. Denn wie sollen selbst bei leicht steigenden Zinsen Vorsorgeleistungen, Versicherungs- und Pensionsleistungen erwirtschaftet werden? Deutschland sitzt inmitten von Ländern, die sich keine höheren Zinsen leisten können. Der Zinseszinseffekt schafft erst ab einem Zinssatz von drei Prozent in überschau- und erlebbaren Zeiträumen einen Vermögensaufbaueffekt. Aber wie würden die Belastungen für die Staatshaushalte ausfallen, wenn die Renditen für Staatsanleihen in diese Regionen zurückkehren sollten. Die europäische Staatengemeinschaft mit ihrer Zentralbank wird also versuchen über die Zeit aus diesem Dilemma herauszukommen. Die Anleihelaufzeiten auf 30/50 Jahre plus verlängern, wie in Griechenland im Ansatz geschehen.

Die erzielbaren Renditen reichen nicht für das bisherige Vorsorgesystem. Wird man etwa den norwegischen Weg gehen und die Quote an Aktien erhöhen? Das Börsen-Urgestein Gottfried Heller (Partner von André Kostolany) hat auf einem Börsentag schon vor zwei Jahren die Prognose gewagt, dass Versicherer ihre Statuten ändern werden (müssen), um eine auskömmliche Rendite zu erwirtschaften und ihren ständigen Auszahlungsverpflichtungen nachzukommen. Die langlaufenden Anleihen im Bereich von 10 Jahren und mit ertragreichen Kupons, sind am Auslaufen. Allzu viele 30-jährige hat man sicher nicht in den Portfolios. Also wohin mit den Kundengeldern in Zukunft? In grüne Projekte, Private Equity u.ä.?

Was macht eine Allianz, eine der großen Dividendenzahler (4,8 Prozent aktuell), wenn es nicht einmal mehr am (nicht nutzbaren) Markt für Junk Bonds solche Renditen gibt? Der Zyklus der sinkenden Zinsen seit dem Jahr 1980 ist mit den großen Zinsschritten in den USA im März am Ende angelangt. Bis zuletzt konnte man wegen der Durationseffekte stets Gewinne mit den Anleihen erwirtschaften, so auch noch einmal im Jahr 2020. Aber wenn die Zinsen nicht unter null fallen, gibt es künftig kaum noch etwas – keine Kupons und keine Kursgewinne bei fallenden Zinsen.

Was machen Großfirmen mit ihren Betriebsrenten, Stiftungen mit ihren Anlagegeldern in den nächsten Jahren? Es spricht sehr viel für die Dividendentitel in diesem Jahrzehnt. Mit all ihren Schwankungen und vermutlich sind die jahrelangen Renditen von acht Prozent plus per annum auch bei Weitem nicht mehr realistisch. Aber wo sind die Alternativen?

Fazit

Obwohl ich absolut nichts davon halte, größere Zukunftsprognosen zu stellen – daran verbrennen sich schon ständig ganze Organisationen und Thinktanks die Finger, mit einer Heerschar von Professoren – so bin ich schon davon überzeugt, dass das jetzige Jahrzehnt wieder das Jahrzehnt der Aktien sein wird. Mit großen Schwankungen, Crashs, die Exzesse bereinigen werden, aber auch begründet in der Tatsache, dass man zwar Geldsysteme verändern und vernichten kann, aber nicht die Produktionsanlagen oder die Betriebe in einer Volkswirtschaft, ohne die es kein Überleben gibt, apokalyptische Szenarien einmal ausgenommen.

Es ist aber auch wahrscheinlich, dass es ein wesentlich langsameres Wachstum an den Börsen geben wird, nach Preisexzessen und deren Bereinigung, wie man es in Japan seit 31 Jahren nun schon beobachten kann. Aber selbst wenn Euro oder Kryptowährungen scheitern, wofür hat man nach 250 Staatsbankrotten seit 1800 (sowie 68 internen Pleiten) noch keinen Ersatz gefunden? Für Aktien..

Werden die 2020er-Jahre ein Jahrzehnt für Aktien?

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Aktien

JP Morgan-Quartalszahlen: Deutlich besser als erwartet – Milliarden-Rücklagen für faule Kredite aufgelöst

Claudio Kummerfeld

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am

Soeben wurden JP Morgan-Quartalszahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen. Der Umsatz liegt bei 30,16 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 29,2/Erwartungen 28,7). Der Gewinn liegt bei 3,79 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 2,57/Erwartungen 2,62).

In der Grafik unten sieht man es in der dritten Spalte. JP Morgan hat im letzten Quartal die Risikofürsorge für faule Kredite um 1,9 Milliarden Dollar reduziert, wodurch natürlich der Gewinn erhöht wird. JPM ist der Meinung, dass sich das wirtschaftliche Umfeld (im Sinne der Zahlungsmoral der Kunden) bessert, und vor allem dass Firmenkunden nach wie vor frisches Geld am Kapitalmarkt aufnehmen können. Insgesamt spricht die Bank davon, dass sogar 2,9 Milliarden Dollar an Kreditreserven umgewandelt und in den Gewinn von 12,1 Milliarden Dollar verschoben wurden. Ohne diese Buchung wären es nicht 3,79, sondern nur 3,09 Dollar Gewinn pro Aktie, so die Headline-Aussage der Bank.

Zitat aus dem aktuellen Bericht von JPM:

The provision for credit losses was a net benefit of $1.9 billion, compared to an expense of $1.4 billion in the prior year driven by reserve releases in the current quarter. The Wholesale reserve release was $2.0 billion, reflecting an improvement in the macro-economic scenarios and the continued ability of clients to access liquidity and capital markets. The Consumer reserve release was $0.9 billion, in Home Lending, primarily due to improvements in HPI expectations and portfolio run-off. The prior year included a net reserve release in the Consumer portfolio and a net reserve build in the Wholesale portfolio. Net charge-offs of $1.1 billion were down $444 million from the prior year, driven by Card.

Die Aktie notiert vorbörslich mit +0,7 Prozent.

Hier das Headline-Statement von JPM-CEO Jamie Dimon:

Jamie Dimon, Chairman and CEO, commented on the financial results: “JPMorgan Chase reported strong results in the fourth quarter of 2020, concluding a challenging year where we generated record revenue, benefiting from our diversified business model and dedicated employees. While we reported record profits of $12.1 billion, we do not consider the reserve takedown of $2.9 billion to represent core or recurring profits – essentially reserve calculations, while done extremely diligently and carefully, now involve multiple, multi-year hypothetical probability-adjusted scenarios, which may or may not occur and which can be expected to introduce quarterly volatility in our reserves. While positive vaccine and stimulus developments contributed to these reserve releases this quarter, our credit reserves of over $30 billion continue to reflect significant near-term economic uncertainty and will allow us to withstand an economic environment far worse than the current base forecasts by most economists.”

Dimon added: “In Consumer & Community Banking, deposits grew 30% or over $200 billion driven primarily by growth in the Federal Reserve’s balance sheet and the continuation of modest market share gains. Within our consumer lending franchise, auto and retail mortgage originations were both up more than 20%. Consumer spending continued to recover, as reflected in combined debit and credit card spend being up for the full quarter. The Corporate & Investment Bank delivered another impressive quarter with growth in Global Investment Banking fees of 34% and Markets revenue of 20%. With a record quarter, Commercial Banking earned $3.3 billion of investment banking revenue in 2020, surpassing its previous $3 billion long-term target. In Asset & Wealth Management, AUM grew 17% due to higher asset values and net inflows of over $190 billion into long-term and liquidity products over the last twelve months.”

Dimon concluded: “We ended the year with a CET1 ratio of 13.1% (vs. 12.4% at the beginning of the year) and capital above $200 billion, providing us with meaningful capacity to further invest in our business and communities, while returning capital to
our shareholders. This increase in capital was after raising over $2 trillion of credit and capital for our consumer and institutional clients around the world, which includes nonprofits and U.S. government entities, including states, municipalities, hospitals and universities and adding net $12 billion to credit reserves. We also hold $1.4 trillion of cash and marketable securities, which is currently over $450 billion in excess of what is required. We opened branches in new markets, improved our digital capabilities, and made acquisitions that will enhance our product offerings and deepen our engagement with our customers. We also continued to invest in our communities – for example, through our initial commitments to support those most impacted by the pandemic and our longer-term commitment to advance racial equality and promote economic growth. Our earnings power and healthy capital position also provide us the flexibility to pay dividends and return excess capital to shareholders through share repurchases. I want to end by thanking our frontline colleagues and those working from home who quickly adapted to the pandemic and safely helped our clients, customers, communities and governments.”

Grafik zeigt aktuelle JP Morgan-Quartalszahlen

JP Morgan-Quartalszahlen - Jamie Dimon
Jamie Dimon. Foto: Steve Jurvetson Creative Commons Attribution 2.0

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