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Chinas Aktienmarkt vor dem Nationalkongress MSCI China: “History may not repeat”, sagt Goldman Sachs

MSCI China: “History may not repeat”, sagt Goldman Sachs

Anleger, die Anfang des Jahres ihr Geld in chinesische Aktien investiert haben, blicken auf eine desaströse Kursentwicklung zurück: Der MSCI China Index ist alleine im vergangenen Monat um 5,5 Prozent gefallen, auf Jahressicht summiert sich das Minus damit auf stattliche 26 Prozent – und Goldman Sachs bleibt vorsichtig gegenüber chinesischen Aktien

Können sich chinesische Aktien, wie so oft in der Vergangenheit, vor dem Parteitag der Kommunistischen Partei erholen und Kursgewinne erzielen? Eine Studie von Goldman Sachs kommt zu dem Ergebnis: “History may not repeat this time.”

Goldman Sachs zu MSCI China: „History may not repeat this time“

Dieses Jahr findet wie alle fünf Jahre der 20. Nationalkongress der Kommunistischen Partei Chinas in Peking statt (ab 16. Oktober). In der Vergangenheit war es für Anleger lukrativ, bereits im Vorfeld des Kongresses in chinesische Aktien zu investieren, wie die South China Morning Post jüngst berichtete. Dieses Jahr könnte es aber laut einer Studie von Goldman Sachs anders kommen, die Analyse endet mit dem Fazit: “History may not repeat this time!”

In der Vergangenheit hat der MSCI China Index, der 717 Aktien mit einer Marktkapitalisierung von 2,4 Billionen US-Dollar abbildet, einen Monat vor dem Kongress durchschnittlich zwei Prozent zugelegt, so die von Goldman zusammengestellten Daten. Das Aufwärtspotenzial war mit 12 Prozent drei Monate vor der Versammlung noch größer. Als Gründe hierfür geben die Analysten die Erhöhung der Bewertungen aufgrund einer unterstützenden Wirtschaftspolitik und einer robusten Wachstumsdynamik an. Dieses Kursmuster ist seit 1992 zu beobachten.

Für dieses Jahr ist die Entwicklung aber bereits im Vorfeld des Kongresses deutlich schlechter. Der MSCI China Index liegt auf Jahressicht satte 26 Prozent im Minus.

„Es ist ungewiss, ob die historischen Kursmuster diesmal gültig sein werden, und zwar aus zwei Hauptgründen“, folgern Analysten wie Kinger Lau und Si Fu in der Goldman-Analyse vom 18. September. Erstens, Chinas Festhalten an der Null-Covid-Politik könnte den Impuls der geldpolitischen Lockerung abschwächen. Und zweitens, ein politischer Kurswechsel wird wahrscheinlich nicht vor April nächsten Jahres kommen. Die US-Investmentbank schätzt nämlich, dass die Teile des Landes, die unter Covid-19-Lockdown gestellt wurden, 29 Prozent der Wirtschaft ausmachen. Hinzu kommt die anhaltende Krise auf dem Wohnungsmarkt, vormals ein beträchtlicher Wirtschaftsmotor für das Reich der Mitte.

Goldman hat seine Prognose für Chinas Wirtschaftswachstum 2022 in diesem Jahr bereits dreimal von 4,5 Prozent auf 3 Prozent gesenkt, was pessimistischer ist als der aktuelle Marktkonsens von 3,5 Prozent. Es wird ein Nullwachstum der Unternehmensgewinne erwartet, verglichen mit einer Prognose von fünf Prozent unter Aktienanalysten. Ohne Banken und Energieerzeuger meldeten börsennotierte Unternehmen in der ersten Hälfte dieses Jahres einen Gewinnrückgang von sechs Prozent, so die Goldman-Analysten.

Dritte Amtszeit von Präsident Xi Jinping erwartet

„Unsere Ökonomen erwarten auch keine drastische Verschiebung der politischen Dynamik nach dem Kongress“, heißt es weiter in dem Bericht. „Unter der Annahme, dass die Zusammensetzung der obersten Parteiführung relativ stabil bleibt, glauben unsere Ökonomen, dass Chinas langfristige politische Ziele, einschließlich der Modernisierung der Produktion, der Sicherheit der Lieferkette, der Dekarbonisierung und der Förderung des gemeinsamen Wohlstands, weiter betont und verfolgt werden.“

Es wird erwartet, dass Präsident Xi Jinping, der Amtsinhaber, die Tradition der zwei Amtszeiten brechen wird, und für sich eine dritte Amtszeit auf dem Kongress im nächsten Monat durchsetzen wird.

Investoren sollten ihr Portfolio an Chinas strategischer politischer Richtung anpassen, empfehlen die Analysten von Goldman. Denn der Onshore-Markt für A-Aktien sei angesichts des geringen ausländischen Eigentums und der geringeren Exposition gegenüber den Spannungen zwischen den USA und China besser positioniert, um von einem bullischen Ergebnis des Kongresses zu profitieren.

Chinas staatlich unterstützte Fonds mit geschätzten 400 Milliarden Yuan (57 Milliarden US-Dollar) an „trockenem Pulver” dürften angesichts der Marktwidrigkeiten eingreifen und die Aktienkurse stützen, mutmaßen die Analysten von Goldman Sachs weiter.

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Der MSCI China Index und ETFs, die diesen Index abbilden

Eine Übersicht über den MSCI China und seine Zusammensetzung finden sie hier. Um die Empfehlung von Goldman Sachs aufzugreifen, sich mehr auf A-Aktien zu konzentrieren, eignet sich der iShares MSCI China A ETF, die Details zu diesem ETF finden sie hier. Der Chart zeigt den MSCI China Index im Vergleich zum MSCI China A ETF seit Jahresanfang:

MSCI China Goldman Sachs

Kursdaten aus https://de.tradingview.com

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