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Muss Bayer Monsanto filetieren, weil die Chinesen bei Syngenta schneller waren?

Zwei Monate nach der chinesischen Übernahmeofferte für die Schweizer trat Bayer im Mai auf die Weltbühne mit seinem Angebot für Monsanto. Derzeit wird über eine unfreundliche Übernahme durch Bayer…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Tja, darf man es überhaupt so sagen, dass die Chinesen schneller waren? Der chinesische Konzern „ChemChina“ hat seine Übernahme des Schweizer Konkurrenten Syngenta so gut wie im Sack, nachdem beide Unternehmen heute bestätigt haben, dass das amerikanische „Committee on Foreign Investment in the United States“ (CFIUS) der Übernahme keine Steine in den Weg legen wird. Zwei Monate nach der chinesischen Übernahmeofferte für die Schweizer trat Bayer im Mai auf die Weltbühne mit seinem Angebot für Monsanto. Derzeit wird über eine unfreundliche Übernahme durch Bayer spekuliert, weil die Amerikaner das letzte erhöhte Angebot ebenfalls ablehnten. Aber so oder so, vermutlich wird Bayer sich Monsanto einverleiben.

Denn was wäre für die eigentlich schwächelnde Monsanto-Aktie die Alternative? Das Bayer-Angebot ablehnen, und dann gen Süden mit dem Aktienkurs? Man darf vermuten, dass Bayer erneut ein paar Dollar drauflegt, und dann bei erneuter Ablehnung direkt an die Aktionäre von Monsanto herantritt. Die dürften wohl kaum Nein sagen. Dann wäre der globale Markt für Pflanzenschutz & Saatgut endgültig so weit, dass man bei ganz wenigen verbleibenden Großanbietern von einem globalen Oligopol sprechen kann, also einer Art monopol-ähnlichem Zustand, bei der ein kleiner Kreis von Unternehmen eine „fast“ marktbehrrschende Stellung einnimmt. Auch dann wäre ähnlich wie beim Monopol ein normaler Markt mit Preiswettbewerb nur eingeschränkt oder kaum noch gewährleistet – so dürften es vor allem die US-Behörden sehen.

Syngenta Bayer
Die Syngenta-Aktie seit Anfang des Jahres.

Den gigantischen Syngenta-Kauf durch ChemChina hat man gerade noch so durchgewunken. Dass die Zweifel der Börsianer am Durchwinken groß waren, sah man bisher am Aktienkurs von Syngenta, der nach 381 Franken am Freitag erst heute einen riesigen Sprung macht auf aktuell 423 Franken. Damit rückt die Aktie nach einem ersten Aufwärtszucken zum ersten Mal wieder ran an die 451 Franken, die ChemChina bietet. Das bedeutet: Die Analystengemeinde war bisher extrem skeptisch, ob die Übernahme aufgrund der Marktkonzentration noch durchgeht.

Nun zu Bayer. Man wird wohl Monsanto so oder so kaufen. Dann kommen US + EU-Behörden und werden harte Bedingungen stellen. „Filetieren von Monsanto“ dürfte angesagt sein, damit das Oligopol ein wenig abgeschwächt wird. Das könnte Bayer gelegen kommen, denn durch den Verkauf von Monsanto-Teilen könnte man auch einen Teil der Schulden, die man für die Übernahme aufnehmen will, reduzieren. Aber die Bedingungen der Behörden dürften diesmal deftig sein, zumal Monsanto ein US-Unternehmen ist, anders als Syngenta aus der Schweiz. Man darf sich langsam fragen, worauf Bayer noch wartet.

Das Monsanto-Management vor die Wahl stellen, freundlich ausscheiden mit goldenem Fallschirm, oder unfreundlich ohne Fallschirm. Aber nach dem Monsanto-Management geht es erst richtig los: Das Pfeilschen mit den Aufsichtsbehörden. Welchen Teilbereich von Monsanto muss man abstoßen, damit die Übernahme durchgeht? Diese Hängepartie dürfte noch zäher werden als das Ringen mit dem Monsanto-Management. Die Aktie jedenfalls bietet für Spekulanten, die fest an die Übernahme glauben, immerhin noch gut 20 Dollar Luft nach oben!

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    Marcus

    22. August 2016 15:42 at 15:42

    Vielleicht bin ich auch einfach zu „risikofrei“, aber ich befürworte die Monsanto Übernahme nach wie vor nicht. Und ein Hauptgrund ist einfach das der Kauf viel zu teuer ist, und meiner Ansicht nach dies einer Vernichtung von Aktionärsvermögen gleichkommt. Zudem sei die nach dem Deal extrem hohe Verschuldung genannt.

    Bayer hat stabile Standbeine, warum geht Werner Baumann ein derart hohes finanzielles Risiko mit ungewissem Ausgang ein ? Ich verstehe es nicht! Profitiert das Bayer Management persönlich davon wenn die Transaktion erfolgreich abgeschlossen wird ???

    • Avatar

      Fabien S.

      23. August 2016 10:10 at 10:10

      Bayer bekommt Monsanto durch die aktuellen EZB Anleihenläufe praktisch auf dem goldenem Teller serviert. Wer hier Zusammenhänge sieht….

  2. Avatar

    Maikel

    22. August 2016 20:13 at 20:13

    Die Großaktionäre von Monsanto sind auch mit Ihren Großaktionärspartnern in Bayer drin. ..mitunter die Hochfinanz Rothschild etc.. Das sind die Investmentfonds, welche fast jede GroßFirma mit großen Anteilen besitzen.
    Das heißt in beiden AG wollen die Leute einen Zusammenschluss.
    Die Kartelle machen hier scheinheilig auf ja wir sind gegen euch, aber das ist ein abgekartetes Spiel.
    Durch das TTIP abkommen , wollen jetzt eben alle fusionieren , um sich hier die Vorteile rauszuholen. Ebenso gibt es Ihnen die Monopolstellung :Wer das Geld und das Essen und die Kleidung kontrolliert , hat die Macht , nicht etwa die Politik, dessen Staatsanleihen, von eben diesen GroßAktionären gekauft werden.

    So ist das in der heutigen Finanzologie… Statt Demokratie.

    P.S.: Beide haben mit chemischen Mitteln zu tun, welche nachweislich zur Verschmutzung (Bayer) von Wasser führten und Monsanto stellte für den Irak Senfgas her, laut diversen Artikeln und falls man denen glauben kann.

    Auch die Angela M. Hat sich ja für Glyposphat ausgesprochen, obwohl dieses Mittel nicht gerade Human ist.

    Ich gehe also von einer Übernahme fest aus.

    P.S.: Heute ist ein schöner Tag , um mir 100000 Euro zu schenken zum Investieren. Tshiess.

  3. Avatar

    Günther

    22. August 2016 21:15 at 21:15

    so ein Unsinn 88 Prozent von Monsanto und 77 von Bayer sind in Streubesitz. Wieviel besitzt Rotschild denn von beiden Firmen? 0,5 Prozent?

    • Avatar

      Fabien S.

      23. August 2016 10:33 at 10:33

      Diese Big Player werden wissen, wie man die eigenen Anteile am besten Streut. Netzwerke sollten dafür in Fülle vorhanden sein. Wer am Ende der Strippe sitzt, ist doch heute in den seltensten Fällen wirklich klar.

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