Folgen Sie uns

Allgemein

Mysterium Börse – Warum schlaue Marktbeobachter oft daneben liegen

Derzeit erleben wir wieder einmal ein Phänomen an der Börse, dass realwirtschaftliche Daten und Börsenkurse himmelweit auseinanderliegen. Woran liegt das?

Avatar

Veröffentlicht

am

Derzeit erleben wir wieder einmal ein Phänomen an der Börse, dass realwirtschaftliche Daten und Börsenkurse himmelweit auseinanderliegen.

Die Wirtschaft erholt sich – stärker als die meisten geglaubt hätten, aber nicht so stark wie die Kurse der Börse es anzeigen. Auch wenn sich Märkte sehr oft täuschen, in keiner der vier Rezessionen an die ich mich erinnern kann, stiegen die Wirtschaftsdaten auch nur annähernd so schnell wie die Börsenkurse. Es gab immer ein „Time Lag“, eine gehörige zeitliche Verzögerung und manche Fehlprognose, aber noch nie stiegen die Wirtschaftszahlen vor den Börsennotierungen.

Börse ist immer der Versuch der Antizipation

Ich habe es an dieser Stelle schon öfters beschrieben. Niemand kauft Aktien, weil sie in der Vergangenheit Gewinne gebracht haben, wenn er nicht davon ausgeht, dass diese in Zukunft nicht weiter steigen können. Oder niemand kauft Gold, weil es 2019 gestiegen ist und er nicht der Meinung ist, dass es noch sehr viel weiter nach oben geht. Ein Aktienkauf ist immer die Hoffnung und Spekulation auf Gewinne, Rendite ist der Preis für die Übernahme von Risiko. Für risikoloses Investieren gab es nach Steuern und Inflation in den letzten 100 Jahren noch nie eine einträgliche Rendite. Darüber gibt es zahlreiche wissenschaftliche Auswertungen, die aber niemals bei Geldinstituten ins Schaufenster gestellt werden.

Deshalb sollte man bei steigenden Indizes an der Börse (nicht bei Spekulationen auf Einzelaktien, da gibt es extreme Verzerrungen) hinterfragen, warum steigt der Markt und womit rechnen die Marktteilnehmer? Und nicht Investoren sind verrückt, es müsste schon lange in die andere Richtung laufen. Dies ist à la longue ertragreicher.

Es geht um die Fühindikatoren und nicht um die aktuellen Berichte, um den Trend für die ferne Zukunft und nicht für die nächsten zwei Monate.

Legte nicht gerade der Dow Jones Transports als fundamental wichtiger Frühindikator die längste Gewinnstrecke seit 1992 hin? Siehe Chart

Börse als Antizipation in Gestalt des Dow Jones Transports

Hatte etwa der Baltic Dry Index im Mai/Juni nicht viele verblüfft mit seiner Vervierfachung? Später kamen die Konjunkturdaten aus China, dem Hauptabnehmer für Rohmateralien mit dem Quartalswachstum von 3,2 Prozent. Und man betrachte die Frühindikatoren (Einkaufsmanagerindizes) für Industrie und Dienstleistungen der letzten vier Monate.

Wieso blicken einige Beobachter immer auf die aktuellen Daten? Was zählt denn ein Ifo, ein ZEW mit seiner Einschätzung der aktuellen Lage, wenn die Aussichten für das nächste Halbjahr ganz schön in die Höhe geklettert waren?

Auch wenn sich die Börse öfters irrt, weil keiner die Zukunft zuverlässig voraussagen kann, hat sie noch nie in ihrer Geschichte auf aktuelle oder vergangene Zahlen geblickt, sondern immer in die Zukunft. Es zählt nicht die glorreiche Vergangenheit von General Electric, Nokia oder Kodak, sondern nur deren Zukunftsaussichten.

Warum kommt unser Dax seit Anfang Juni nicht mehr groß von der Stelle? Wahrscheinlich weil die Erholung eingepreist ist und jetzt das Wachstum in eine langsamere Phase übergeht (die zweite Welle). Möglicherweise in ein V in der Form eines spiegelverkehrten Wurzelzeichens. Es wurde auch von anderen schon angemerkt: Hohe Kurse an der Börse relativieren sich über den Faktor Zeit oder über die Korrektur.

Natürlich kommen sofort die Einwände, warum denn die Märkte den Einbruch wegen Corona nicht vorhergesehen haben? Dazu gleich mehr.

Die Börse, ein selbstreflexives System

Dann gibt es auch das Spezialthema der Reflexivität, über das der gerade 90 Jahre alt gewordene George Soros in seinem Buch „Alchemie der Finanzen“ so ausführlich geschrieben hat. Die Börse gehorcht kurzfristig nicht naturwissenschaftlich-logischen Gesetzen, weil es im Gegensatz zur Naturwissenschaft keine strenge Abfolge von Mechanismen geben kann. Marktbeobachter sind zugleich Marktteilnehmer, die die Abläufe ändern können, wenn sich manchmal nur kleine Stellschrauben verdrehen, ihre Handlungen permanent durch Rückkoppelung beeinflusst werden.

Dazu ein einfaches Beispiel: Wenn zehn Virologen unabhängig voneinander die Eigenschaften eines Virus beobachten und zu demselben Ergebnis kommen, so kann man von einer hohen Relevanz der Untersuchungen sprechen. Wenn zehn Chefvolkswirte zu der Ansicht kommen, die Zinsen müssen wegen der Rahmenbedingungen steigen, so werden sie mit einer hohen Wahrscheinlichkeit sogar fallen, weil ihre Institute in dieser Richtung am Markt engagiert sind und das geringste Ereignis diese Disposition erschüttern wird, es es zu einer Umorientierung kommt, die dann wie eine losgetretene Lawine wirkt. Das ist der grundlegende Unterschied zwischen Natur- und Sozialwissenschaften!

Die Börsen sind allein schon deshalb besser als jedes System, als jeder Gelehrte auf Dauer, weil Millionen von Investoren die Bedingungen ständig neu beurteilen, teilweise mit Insiderkenntnissen (es gibt Millionen Aktionäre der eigenen Firma) und dies in Windeseile. Die Bedeutung des Ereignisses, die Rolle von Notenbanken, von Regierungen und, und, und. Natürlich kann auch die Börse nicht zuverlässig in die Zukunft sehen, weil sie von Individuen und ihren Emotionen gesteuert werden.

Und was die Börse überhaupt nicht kann, ist Ereignisse vorhersagen: COVID-19, Fukushima, Wahlergebnisse, den 11. September 2001, Naturkatastrophen u.w.

Aber wenn das Ereignis stattfindet, kommt es rasch zu einer Neubewertung (Reappraisal) –  wie nach dem März diesen Jahres als mehr und mehr Investoren gemerkt haben, welche Geldsummen durch Staaten und Notenbanken ins System geschoben werden. Um wie viel wird die Weltwirtschaft 2020 sinken? Um fünf oder sechs Prozent bei einem Volumen von 86,6 Billionen Dollar (2019). Und wie hoch ist die Summe der Rettungspakete von Staaten und Notenbanken bisher? 10 Billionen Dollar plus!

Damit waren Vergleiche mit der Vergangenheit rasch obsolet, weil es weder jemals so viel monetäre Stimuli und noch je so niedrige Zinsen gab. So hatte etwa die wichtige 10-jährige US-Staatsanleihe hatte im Juli 2008 eine Rendite von etwa vier Prozent und im Juli 2000 von sechs Prozent.

Ein Kurs/Gewinn-Verhältnis von 25 hat heute, auch wenn es künftig korrigiert wird (Mean Reversion), hat daher ein anderes Gewicht als früher.

Dies liegt auch an den weiteren Eigenschaft des Zinssatzes. Er besitzt seit jeher Aktienmarkteffekte, da er zur Abdiskontierung künftiger Gewinne und Dividenden verwendet wird. Fällt er, wie es seit Jahren und speziell im Frühjahr 2020 passiert ist, steigen die Gegenwartswerte und damit die Aktienkurse. Neben dem monetären Faktor eine Ursache für den großen Anstieg der im Nasdaq notierten Technologiefirmen, die Gewinne während der Pandemie eingefahren haben.

Fast jede Krise nimmt andere Verläufe, sonst würden Computersystem rasch die Überhand gewinnen. Wo sind denn die großen Gewinne der Hedgefonds 2020 mit ihren teuren Algorithmen?

Die Gier und das Ende von Börsenzyklen

Zu guter Letzt kommt immer wieder die spezielle Eigenschaft des Menschen ins Spiel – seine Gier. Aber auch hier ist wiederum nicht absehbar, wie weit die Übertreibung gehen kann. So hat selbst Professor Robert Shiller (der Buchautor über die Finanzkrise – vorher) schon mehrfach erwähnt, wie schlecht er mit seinen Prognosen auf kurze und mittlere Sicht liegt,  und das trotz seiner überragenden Fähigkeiten in der Analyse als Nobelpreisträger!

Auch wenn viele Kommentatoren die Funktionsweise der Börse als Ganzes in Frage stellen, sie als Casino darstellen – was aber schon deshalb nicht möglich ist, weil alleine zehn Staatsfonds aus europäischen, asiatischen und afrikanischen Ländern mit einem Marktgewicht von zig Billionen Dollar niemals mit einer einheitlichen Strategie agieren werden: Der norwegische Staatsfonds hat eine andere Strategie als der von Singapur, von Abu Dhabi etc. Obgleich alle die Rolle der Notenbanken gleichzeitig verinnerlicht haben.

Aber noch einmal der Hinweis: Das bezieht sich nicht auf Einzelaktien, manche Neuemission oder Trendaktien, bei denen die Spekulation ins Kraut schießt. Aber auch dort kommt irgendwann der Tag der Abrechnung, wo die Firma liefern muss oder wo sich die Gerüchte als Nebelkerze erweisen. Oder sich das ganze System als ausgeuferte Spekulation erwiesen hat – Stichwort Nemax.

Fazit

Wir können uns noch so bemühen und schlüssigen Erklärungen von großen Denkern folgen (Dr. Krall und Co): Kein Individuum kann nur halbwegs treffsicher in die Zukunft sehen, wenn, dann sind das zumeist Zufälle (Random Walk), es gilt das Prinzip der Reflexivität an der Börse (die rasche Anpassung) und nach wie vor der Jahrhunderte alte Spruch des Ur-Gelehrten Sir Isaac Newton: „Ich kann zwar die Bahn der Gestirne auf Zentimeter und Sekunde berechnen, aber nicht, wohin eine verrückte Menge einen Börsenkurs treiben kann.“

Und: Es liegt in der Natur des Kapitalismus, dass es in jeder Generation mindestens einmal zum Ausbruch des Wahnsinns kommt.

Börsenhandel ist immer der Handel mit der Zukunft, der Lohn für das Tragen von Risiken, um eine höhere Rendite zu bekommen. Wo ist der Prognostiker, der die Zukunft des Internets, des Smartphones oder des Internethandels (Amazon) vorhergesehen hat, um nur ein paar Beispiele zu nennen?

Aufgrund der Unsicherheit gibt es an der Börse aber auch schon lange die Instrumente, um die Wirkungen von wirtschaftsrelevanten Ereignissen abzufedern. So wie schon vor Jahrhunderten Landwirte versuchen, durch Forward-Geschäfte ihren Ernteertrag zu sichern, vor Unwettern und Missernten – die dann oft nicht eintraten. Ähnlich heute die Käufer von Gold, die mit dem Kollaps des Fiat-Money rechnen.

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Petkov

    17. August 2020 20:25 at 20:25

    Ein wertvoller Artikel, der jede Menge Denkanstöße gibt.

  2. Avatar

    Nicht verrücktes Einzelstück

    18. August 2020 09:47 at 09:47

    Das Verrückte ist nur, dass diese verrückte Menge von einer ausgebildeten Elite ( Notenbänkern u. Politikern) getrieben wird, deren Aufgabe es eher wäre solche VERRÜCKTHEITEN zu verhindern.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Allgemein

Arbeitsmarkt nach Corona: Mehr Staatswirtschaft, weniger Industrie

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Büro-Arbeitsplatz

Verschwörungstheorie? Oder nur eine Vermutung? Das „übliche“ neo-liberale Gelaber, welches den Staat verteufelt, und vor noch mehr Staat warnt? Nein, offizielle staatliche Aussagen vom heutigen Tage zeigen, dass am deutschen Arbeitsmarkt in die Staatswirtschaft deutliche Stellenzuwächse erleben wird, während produzierende Betriebe nicht nur jetzt, sondern auch in 2021 weiter Stellen abbauen wird.

Staatswirtschaft im Aufwind, Industrie im Rückzug?

De facto heißt das: Die Angestellten in der Privatwirtschaft müssen (insgesamt gesehen) durch Steuern und Abgaben immer mehr, mehr und noch mehr erwirtschaften und abführen, damit die immer größere Zahl der Arbeitsstellen im Rahmen der Staatswirtschaft auch bezahlt werden kann! Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute ihre Prognose für den deutschen Arbeitsmarkt für die Jahre 2020 und 2021 veröffentlicht. Und genau aus diesen Aussagen geht folgendes hervor, auszugsweise im Wortlaut:

Die Zahl der Arbeitslosen steigt laut der IAB-Prognose im Jahresdurchschnitt 2020 um 440.000, im Jahr 2021 könnte sie wieder um 100.000 zurückgehen.

Im Produzierenden Gewerbe gab es insbesondere im zweiten Quartal 2020 einen deutlichen Stellenabbau, der auch 2021 anhalten wird. Im Jahresdurchschnitt 2020 fallen hier 160.000 und 2021 nochmal 60.000 Stellen weg.

Beschäftigungszuwächse erwarten die IAB-Forscher dagegen vor allem im Bereich „Öffentliche Dienstleister, Erziehung und Gesundheit“ (jeweils +190.000 in beiden Jahren).

Wird man im Detail die Neueinstellungen bei Staat und öffentlichen Betrieben (zusammen nennen wir das mal die „Staatswirtschaft“) durchgehen, dann wird man im Einzelfall sicher sagen: Ja, diese neue Stelle ist sinnvoll, und die auch, und die auch, und die da… ja dieser neue Job bei dieser Behörde ist auch notwendig. Zum Beispiel mehr Polizisten, mehr Lehrer, mehr Personal für die Gesundheitsämter, mehr Personal für den Zoll für die Kontrollen bei Schwarzarbeit und Einhaltung der Vorschriften bei Fleischbetrieben, mehr Sozialarbeiter etc. Und so könnte man die Liste sicher endlos fortsetzen.

Nur irgendwer muss all das ja auch bezahlen, zusätzlich zu der immens steigenden Staatsverschuldung, die irgendwann ja auch irgendwer mal bezahlen soll. Unterm Strich, da darf man sich sicher sein, wird es heißen: Wir müssen leider, leider die Steuern erhöhen. Geht eben nicht anders? Oder wird man anstatt die Steuern raufzuschrauben, eher auf indirekte Steuern und Sozialabgaben setzen? Was der Bürger nicht so offensichtlich sieht, tut auch nicht so sehr weh?

weiterlesen

Allgemein

Baugewerbe mit Einbruch bei den Auftragseingängen – kein Grund zur Sorge!

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Baugewerbe mit Rückgang bei den Aufträgen

Das deutsche Baugewerbe verzeichnet einen Rückgang der Auftragseingänge. Krise? Weit gefehlt, so möchten wir meinen. Wie heute offiziell vermeldet wurde, sind die Auftragseingänge im Juli im Vergleich zu Juni um 5,6 Prozent gesunken, und im Vergleich zu Juli 2019 um 4,9 Prozent. In den ersten sieben Monaten des Jahres 2020 sank der reale Auftragseingang im Baugewerbe gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,7 Prozent. Warum diese Rückgänge noch kein Problem sind? Nun, die Aussagen der Statistiker deuten dies an.

Denn der Auftragseingang im Juni 2020 war aufgrund von Großaufträgen ungewöhnlich hoch ausgefallen. Und der Auftragseingang im Juli 2019 war der höchste jemals in einem Juli gemessene Wert. Von daher war es für den Juli 2020 auch schwer, im Vergleich zu diesem Rekord-Ausgangswert noch mal eine Steigerung hinzulegen. Und aktuell darf man ja auch noch ergänzen, dass im Zuge der Coronakrise verständlicherweise einige wirtschaftliche Abläufe wie Bauaufträge oder Bauanträge bei Ämtern verschoben werden oder sich verzögern. Wenn man das bedenkt, dann sind diese Auftragsrückgänge im Baugewerbe noch eher mild ausgefallen. So schreiben die Statistiker vom Statistischen Bundesamt auch Zitat „Gründe für diese negative Entwicklung sind neben möglichen Einflüssen der Corona-Pandemie auch das sehr hohe Niveau des Vorjahres“.

Die am Anfang des Artikels genannten Prozentveränderungen waren real, saison- und kalenderbereinigt gerechnet. Die nominalen Veränderungen fielen noch viel kleiner aus. Der Auftragseingang im Baugewerbe betrug im Juli 2020 rund 7,5 Milliarden Euro. Das waren nominal (nicht preisbereinigt) 2,5 % weniger gegenüber dem Höchststand im Juli 2019. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sanken die Auftragseingänge in den ersten sieben Monaten 2020 nominal um 0,5 %.

Grafik zeigt Verlauf der Auftragseingänge im Baugewerbe

weiterlesen

Allgemein

Coronakrise und Insolvenzen: Ab 01.Oktober kommt die Pleite-Welle

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Aufgrund der Coronakrise hat die Bundesregierung bekanntlich beschlossen, das Insolvenzrecht zeitlich begrenzt auszusetzen und damit die Pflicht zur Anmeldung einer Insolvenz ausser Kraft zu setzen – gleichwohl droht nun bereits in der nächsten Woche eine massive Pleite-Welle. Denn ab 01.Oktober müssen jene Unternehmen wieder Insolvenz anmelden, die zahlungsunfähig sind – während überschuldete Firmen erst ab 01.Januar 2021 die Pflicht zur Insolvenz-Anmeldung haben.

Wie viele der von der Coronakrise betroffenen Unternehmen in Deutschland müssen dann als ab nächster Woche Insolvenz anmelden? Volker Römermann, unter anderem Fachanwalt für Insolveznrecht, sagt: über 90% der betroffenen Firmen werden dann ab 01.Oktober Insolvenz anmelden müssen, denn so hoch sei die Zahlungsunfähigkeits-Quote bei allen Insolvenzen – Überschuldung und damit die Pflicht zur Insolvenzanmeldung erst ab 01.Januar 2021 sei dagegen bei weniger als 10% der Fall.

Coronakrise: Jetzt kommt der Schmerz!

Das bedeutet: hunderttausende Firmen in Deutschland werden wohl zeitnah Insolvenz anmelden! Das wird viele Arbeitsplätze kosten. Der durch die Coronakrise ausgelöste Schmerz wurde also lediglich in die Zukunft verschoben – und diese Zukunft und damit der große Schmerz kommt nun also im Oktober, „buchstäblich am 01.Oktober“, sagt Römermann im Interview mit Florian Homm. Zwischen Januar und August diesen Jahres war die Zahl der Insolvenzen in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr sogar rückläufig – da hat sich nun viel aufgestaut, was sich nun in einer Pleite-Welle entladen dürfte!

Und der Schmerz geht dann ab 01.Januar 2021 weiter, denn viele Firmen haben in der Coronakrise noch einmal Kredite aufgenommen, seien aber nicht zuletzt dadurch aussichtslos überschuldet, sagt Volker Römermann:

Ab 01.Oktober schlägt die Coronakrise voll durch - es droht eine Welle von Insolvenzen

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um Ihnen das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen