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Nach dem Brexit-Vote: Verbrauchervertrauen der Briten fällt dramatisch

Damit sinkt der Wert von -1 auf -12. Dieser monatlich ermittelte Wert sinkt somit so schnell wie seit 1990 nicht mehr. Der Wert liegt nochmal 3 Punkte tiefer als nach einer speziellen…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Heute Nacht wurde das GfK-Verbrauchervertrauen für Großbritannien für den Monat Juli mit -11 Punkten bekanntgegeben. Ein dramatischer Einbruch nach dem Brexit-Vote. Damit sinkt der Wert von -1 auf -12. Dieser monatlich ermittelte Wert sinkt somit so schnell wie seit 1990 nicht mehr. Der Wert liegt nochmal 3 Punkte tiefer als nach einer speziellen Umfrage kurz nach dem 24. Juni. Es tritt das ein, was zu erwarten war: In Zeiten der Unsicherheit konsumiert man nicht, sondern versucht erst mal sein Geld zusammenzuhalten. Nach dem Motto „Mal sehen was kommt, ich warte erst mal ab“. Also, ein Zögern der neuen Regierung beim Termin zur Austrittserklärung aus der EU sorgt nur für immer mehr Unsicherheit, und immer mehr Konsum bzw. Investitionszurückhaltung!

Die GfK im Original:

“Consumers in post-Brexit Britain are reporting higher levels of concern this month. We’ve seen a very significant drop in confidence, as is clear from the fall in each of our key measures, with the biggest decrease occurring in the outlook for the general economic situation in the next 12 months (-19 points). Although the rate of decline is slower than reported in the aftermath of the vote to leave the EU, consumers in the UK were also less optimistic about the state of their personal financial situation going forward (-9 points). However, the Index continues to remain at a relatively elevated level by historic standards. Its future trajectory depends on whether we enter a new period of damaging economic uncertainty or restore confidence by embracing a positive stance on negotiating a new deal for the UK.”

UK Consumer Confidence Measures – July 2016

The Overall Index Score has dropped 11 points since June to -12 (this is a further 3 points down since the Brexit Special survey at the start of July).

Personal Financial Situation

The index measuring changes in personal finances during the last 12 months has decreased by seven points this month to -1; this is five points lower than July 2015.

The forecast for personal finances over the next 12 months is down by nine points this month to -1; this is seven points lower than this time last year.

General Economic Situation

The measure for the General Economic Situation of the country during the last 12 months has dropped 12 points this month to -25; this is 24 points lower than July 2015.

Expectations for the General Economic Situation over the next 12 months have decreased 19 points to -33 in July; this is 32 points lower than July 2015.

GfK

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    sabine

    29. Juli 2016 20:58 at 20:58

    http://www.gfk.com/fileadmin/user_upload/country_one_pager/GB/images/Brexit_special_no_table_V2_1120X2300.jpg
    Wenn man die englische Version betrachtet, ist der Norden sogar zuversichtlicher geworden, „North-England“ (südlich von Schottland), von -19 vor Brexit zu -15 danach.
    Auch gibts noch einen klitzekleinen Unterschied zwischen dem Vertrauen derer, die für und gegen den Brexit gestimmt haben. Von denen, die für den Brexit waren, haben nur -5 vor Preiserhöhungen Angst, die dagegen waren mit -13. Also mehrheitlich haben die Gegner des Brexit Angst, was ja keine besonders aufregende Neuigkeit ist. Die wollten ja ihre Ruhe und das Althergebrachte behalten, Finanzkasino, 70% gehört dem Steuer-Staat, usw.
    Wahrscheinlich gehören zu den Angsthasen auch die Politikerkaste und die Lügenpresser, die nun befürchten, daß das Volk doch glatt mündig wird, und die Lügen nicht mehr alle brav schluckt.

  2. Avatar

    sabine

    30. Juli 2016 12:45 at 12:45

    Das hätt mich ja auch gewundert, wenn mein Brexit-freundlicher Beitrag von gestern (Fr. 29.7.) abend schon (30.7. – 12.45 Uhr) erschienen wäre. WE ist wohl immer so ein Erlaubnis-Loch.

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Markus Krall über das große Debakel als Resultat der Gelddruck-Orgie

Claudio Kummerfeld

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Dunkle Wolken über Frankfurt

Markus Krall erlebt man in letzter Zeit leider öfters vor allem bei Twitter mit zweifelhaften Äußerungen zu Corona-Themen. Aber dennoch wollen wir seine hochinteressanten Aussagen zur Geldpolitik und Wirtschaftsordnung präsentieren. Denn seine inhaltlichen Aussagen zu diesen Themen sind bestechend. Sicherlich kann man bei einigen seiner Aussagen anderer Meinung sein, dennoch erweitern seine Thesen den Horizont und regen zum Nachdenken an.

Der folgende gestern veröffentlichten Vortrag stammt zwar schon vom 24. Oktober 2020, dennoch ist er auch heute noch aktuell. Die wirtschaftlichen und geldpolitischen Folgen der Coronakrise werden besprochen. Dabei zeichnet Markus Krall ein düsteres Bild über eine bevorstehende massive Inflation und das Ende des Euro. Richtig los geht es ab Minute 12:40 im Video. Banken und Zombieunternehmen sind Klassiker-Themen in seinen Vorträgen, die auch dieses Mal zur Sprache kommen. Auf jeden Fall ist dies mal wieder ein spannender Vortrag von Markus Krall.

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Dirk Müller über das Börsenjahr 2021: „Mit Gas und Bremse durch den Markt“

Claudio Kummerfeld

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Bulle und Bär - Dirk Müller will mit Gas und Bremse durchs Jahr kommen

Dirk Müller hat in einem aktuellen Interview über das Börsenjahr 2021 gesprochen, aber auch über die Corona-Restriktionen und den Bitcoin. Beim Thema Corona ist er der Meinung, dass die Beschränkungen nach einer flächendeckenden Impfung und rückläufigen Infektionszahlen nicht verschwinden würden. In welcher Form genau es weitergehe, könne er auch nicht sagen, aber gewisse Arten von Einschränkungen im Alltag würden dauerhaft bestehen bleiben. Dirk Müller erwähnt in dem Zusammenhang die auch bei der Grippe ständigen Mutationen und jährlich neuen Impfungen, um sich dagegen zu schützen. Corona käme dauerhaft als neues Risiko hinzu.

Dirk Müller über das die Aktienmärkte in 2021

Immer weiter steigende Börsenkurse sind laut Dirk Müller auch im Börsenjahr 2021 möglich, auch dank der Notenbanken. Aber, so seine Worte, alle Welt glaube es gehe an der Börse jetzt nur noch nach oben. Man frage sich nur noch, wie kräftig die Kursgewinne im Jahr 2021 ausfallen werden. Aber ein großer Börsencrash sei jederzeit möglich. Was dafür exakt der Auslöser sei, könne man vorher nie sagen. Ein Problem für die Aktienmärkte sei aktuell das Ansteigen der Anleiherenditen in den USA (aktuell 1,09 Prozent). Diese würden laut Dirk Müller unabhängig von der Politik der Notenbanken anziehen, weil die Inflationserwartungen in den USA zunehmen. Es stehe für 2021 eine Sektorenrotation bevor. Das Anlegergeld verlasse die Tech-Aktien. US-Banken würden interessanter werden, aber auch Branchen wie der Flüssiggas-Sektor. Er gehe mit Gas und Bremse durch das kommende Börsenjahr. Man solle für weiter steigende Kurse offen sein, aber mit Absicherung.

Bitcoin

Und was ist mit dem Bitcoin? Wochenlang war der Kurs ja kräftig gestiegen, dann wieder deutlich gefallen (hier unsere aktuellste Berichterstattung). Dirk Müller bleibt bei seiner bisherigen Meinung. Der Bitcoin sei eine eindeutige Zockerei, dahinter stehe kein echter Wert. Er könnte kräftig verlieren, aber auch unendlich weiter steigen.

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EZB: Auf der Spur der wahren Gründe für das große Gelddrucken

Claudio Kummerfeld

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Die EZB-Zentrale in Frankfurt

Wir alle hören es seit Jahren und nehmen es zur Kenntnis. Offiziell betreibt die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik (Zinsen und Anleihekäufe), um die Inflation von der Null-Linie in Richtung 2 Prozent zu bekommen. Und Bürger und vor allem Unternehmen sollen durch die Banken in der derzeitigen Krise günstige Finanzierungsbedingungen erhalten. Daher flutet man alles und jeden mit Notenbank-Euros, und die Banken können dem braven Mittelständler noch günstigere Kredite anbieten? So kommt die Wirtschaft in Schwung, und letztlich auch die Inflation? So geht natürlich die offizielle Story. Und tatsächlich?

Viele Beobachter der EZB-Politik behaupten oder meinen erkannt zu haben, dass es Frau Lagarde und vorher Mario Draghi in Wirklichkeit darum ging, mit günstigen Finanzierungskonditionen und mit massiven Anleihekäufen die Südländer in der Eurozone am Leben zu erhalten. So wolle man die Eurozone als Konstrukt zusammenhalten. Auch wir bei FMW haben uns in den letzten Jahren diverse Mal zu diesem Thema geäußert. Nach der gestrigen PK von Christine Lagarde ist uns der Kommentar von Dr. Jörg Krämer aufgefallen, dem Chefvolkswirt der Commerzbank. Man kann ihn also ruhig als seriöse Quelle bezeichnen.

EZB hält Bedingungen für Südländer günstig

Er hat seinen Kommentar betitelt mit der Headline „Was Günstige Finanzierungsbedingungen wirklich bedeuten“. Er zielt auch auf die oberflächlichen Gründe der EZB ab, nämlich Kreditkunden in der Wirtschaft zu günstigen Konditionen zu verhelfen. Es sei interessant zu beobachten, wie stark Christine Lagarde das Konzept der „günstigen Finanzierungsbedingungen“ betont habe. Sie folge dabei einem „holistischen Ansatz“ und habe verschiedene Zinsen im Blick – etwa die für Kredite an Unternehmen oder private Haushalte. Tatsächlich aber (so Jörg Krämer) dürfte es der EZB aber vor allem darum gehen, die Renditeaufschläge der Anleihen der besonders hoch verschuldeten Staaten zu begrenzen. So lasse sich beobachten, dass die EZB im Rahmen ihres PEPP-Programms immer dann mehr Staatsanleihen kaufe, wenn die Risikoaufschläge steigen (siehe Grafik). Zitat Jörg Krämer:

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg habe ein EZB-Vertreter gesagt, dass die EZB sogar bestimmte Höchstwerte für die Risikoaufschläge einzelner Staatsanleihen bestimmt habe. Offenbar sieht es die EZB als ihre Aufgabe an, die Währungsunion zusammenzuhalten, solange die hoch verschuldeten Staaten nicht ihre Hausarbeiten machen und damit latent die Existenz der Währungsunion gefährden.

Endet diese Politik der EZB, wenn das Corona-Aufkaufprogramm PEPP Anfang 2022 endet? Nein, Jörg Krämer glaubt, dass das Aufkaufen auch danach weitergeht, optisch eben nur über ein andere Vehikel. Die EZB werde dann das „normale“ Kaufprogramm namens APP aufstocken, und zwar von 20 auf 30 bis 40 Milliarden Euro pro Monat. Begründen dürfte sie dies unter anderem mit einer merklich unter zwei Prozent liegenden Inflation. Und ja, so möchten wir von FMW anmerken: So läuft es schon seit Jahren. Die Inflation, die ist einfach zu niedrig, deswegen muss man Billionen an Euros drucken und immer weitere Teile der Anleihemärkte aufkaufen. In Wirklichkeit will man, so nehmen wir es auch an, nur weiterhin gewährleisten, dass Italien, Griechenland, Spanien und Co sich so günstig wie nur irgend möglich immer weiter verschulden können.

EZB kauft mehr Anleihen um Spreads zu senken

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