Folgen Sie uns

FMW

Nach dem Ölpreis-Kollaps: Re-Fracking

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Von Markus Fugmann

Der drastisch gefallene Ölpreis zwingt die amerikanische Shale-Industrie zum Umdenken: sie versucht, ihre Poduktionskosten zu senken, um nach wie vor profitabel Öl fördern zu können. Und der neueste „Schrei“ in der Branche heißt „Re-Fracking“: gemeint ist die Wiederaufnahme von Förderstellen, die aufgegeben wurden. Möglich macht die Wieder-Inbetriebnahme alter Förderstätten der technologische Fortschritt: seit dem Beginn des Booms in den USA haben sich die Fördermethoden stetig optimiert – und mithilfe der neuen Technologien werden daher aufgegebene „wells“ wieder interessant.

Allein in 2014 sind die Anzahl der „gefrackten“ Ölfelder um 64% gesteigen, seit 2011 haben sie sich verdoppelt. Gleichwohl haben in den letzten Wochen zahlreiche Produzenten insbesondere jene Felder aufgegeben, bei denen die Produktionskosten zu hoch waren angesicht der gefallenen Ölpreise.

Halliburton schätzt, dass die Kosten für das Re-Fracking alter Förderstätten mit zwei Millionen Dollar deutlich günstiger sind als bei der Erschließung neuer Förderstätten, die durchschnittlich acht Millionen Dollar kostet. Das Unternehmen hat ein Verfahren entwickelt, das die eingeführte Flüssigkeit (Wasser, Sand, Chemikalien) zur Aufspaltung der Erdschichten an den optimalen Punkt dirigieren und so den bestmöglichen Wirkungsgrad erreichen soll. Derzeit untersuchen die großen Konzerne (Halliburton, BHP Billiton) ca. 50.000 aufgegebene Fracking-Orte auf eine Wiederaufnahme der Produktion.

Für die Umwelt ist das naturgemäß keine gute Nachricht – aber auch nicht für den Ölpreis. Würden das Re-Fracking im großen Stil eingesetzt, kämen erneut große Angebotsmengen auf den Markt und würden so die nach den neuesten Daten erwarteten Produktionsrückgänge wohl mehr als kompensieren.

Nicht ausgeschlossen ist daher, dass die gestern von der Citigroup getroffene Prognose, nach der der Ölpreis auf 20 Dollar fallen könnte, doch noch wahr wird. Die Citigroup zieht als Argument aber (noch?) nicht das Re-Fracking heran, sondern verweist auf die Rekordproduktion Brasiliens und Russlands, während die arabischen Produzenten versuchten, in Asien ihren Marktanteil durch Preissenkungen zu sichern. Sollte der Ölpreis (Brent) auf 20 Dollar fallen, hält die Citigroup auch das Ende der OPEC in ihrer bisherigen Funktionsweise für möglich.

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Bernd

    11. Februar 2015 19:40 at 19:40

    ’sie versucht, ihre Poduktionskosten zu senken, um nach wie vor profitabel Öl fördern zu können.‘ Sorry aber diese Aussage ist blanker Unsinn, da Fracking niemals profitabel gewesen ist, sondern von Anfang an ein ruinöses Geldspiel welches auf dem Fiatgeld-Schwindel beruht (Derivathandel, IOU-Recycling). Der Netto-Energiegewinn (EROI-Wert) selbst in den wenigen sog. Sweetspots liegt bei nur knapp 5 und ist damit für eine entwickelte industrielle Zivilisation nicht profitabel. Fracking beruht einzig und alleine auf Geldverleih und der Illusion von Profiten innerhalb des bankrotten Fiatgeld-Schwindelsystems.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Finanznews

Aktienmärkte: Wall Street mit Allzeithochs, Dax dümpelt – warum? Marktgeflüster (Video)

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Die Aktienmärkte der Wall Street (S&P 500 und Nasdaq 100) erreichen heute neue Allzeithochs, aber der Dax dümpelt weiter vor sich hin mit heute leichten Verlusten. Warum? Ist es der starke Euro (bzw. der schwache Dollar)? Dabei sind heute die eher „Value“-lastigen US-Indizes Dow Jones und Russell 2000 stark, also jene Indizes, die wie der Dax sehr wenig Tech-lastig sind und viele einstige „Corona-Verlierer“ enthalten, die doch besonders von der Impfstoff-Hoffnung profitieren. Unterdessen überhitzen die Aktienmärkte in den USA ungebremst weiter, es werden historische Extreme überboten. Aber die Anleihemärkte senden eine andere Botschaft: die Renditen der US-Staatsanleihen fallen – ungewöhnlich, wenn wirklich die von den Aktienmärkten erhoffte riesengroße Erholung der Wirtschaft wirklich kommen sollte..

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Finanznews

Aktienmärkte: Kaufen, kaufen, kaufen! Videoausblick

Inzwischen sind die amerikanischen Aktienmärkte teurer als während der Euphorie von 1929 kurz vor der Weltwirtschaftskrise. Kaufen – kaufen?

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Die Aktienmärkte sind weiter im Modus: es kann nichts schief gehen, also kaufen, kaufen, kaufen! Der Leitindex S&P 500 gestern erneut mit einem Allzeithoch, während der Dax nicht mitzieht (wohl wegen des starken Euros, der über die 1,21er-Marke klettert). Inzwischen sind die amerikanischen Aktienmärkte teurer als während der Euphorie von 1929 (kurz danach brach die Weltwirtschaftskrise aus) – der Glaube an die heilende Wirkung des Corona-Impfstoffs und an die Notenbanken läßt viele glauben, dass Bewertungen keine Rolle mehr spielen würden. Aber aktuelle Bewertungen sind nichts anderes als die Redite-Chanchen der Zukunft! Unterdessen wird auch in den USA die Corona-Lage ernster: Los Angeles verhängt jetzt einen lockdown wie im Frühjahr..

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Finanznews

Aktienmärkte: Ganz normale Exzesse! Marktgeflüster (Video)

Derzeit herrscht das Gefühl vor, dass die Aktienmärkte nur steigen können. auffallend sind derzeit besonders die Exzesse im Options-Bereich!

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Die Aktienmärkte laufen heute weitgehend seitwärts – aber auffallend sind derzeit besonders die Exzesse vor allem im Optionsbereich, wo die Volumina an Calls (Wetten auf steigende Indizes oder Aktien) ein neues Allzeithoch erreichen. Derzeit herrscht das Gefühl vor, dass die Aktienmärkte nur steigen können. Und historisch geshen waren es solche Gefühlslagen, die besoonders gefährlich waren: wenn alle investiert sind, braucht es nur ein unvorhergesehens Ereignis, das dann zu einer heftigen Korrektur führt. Nach wie vor fehlt dafür ein „Trigger“, aber unverhofft kommt oft. Unterdesesen ist der Euro zwischenzeitlich über die Marke von 1,21 gestiegen – und die EZB dämpft die hohen Erwartungen. Das Risiko auf einen harten Brexit steigt – ist das schon eingepreist?

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage