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Nach der Banco Popular-Pleite: Warum es für Santander so einfach ist 7 Milliarden Euro einzusammeln

Zwangsweise übernahm die größte Bank des Landes Santander die Bank, und buchte sich damit sozusagen die faulen Kredite in die eigene Bilanz. Damit ist der Fall für die EZB-Bankenaufsicht erledigt…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Wir erinnern uns. Die spanische Banco Popular war pleite. Zwangsweise übernahm die größte Bank des Landes Santander die Bank, und buchte sich damit sozusagen die faulen Kredite in die eigene Bilanz. Damit ist der Fall für die EZB-Bankenaufsicht erledigt. Ein großer starker Anbieter hat den kleinen Schwachen übernommen, und es kommt zu keinen systemischen Problemen im spanischen Finanzsektor.

Santander hatte aber gleich bei der Übernahme erwähnt, dass man ja die Kapitallücke der Banco Popular mit übernehme. Daher werde man eine Kapitalerhöhung über 7 Milliarden Euro durchführen. Gestern nun startete man mit dem Einsammeln der Gelder. Wie man aus Finanzkreisen hört, dürfte das keinerlei Probleme mit sich bringen.

Warum? Nun, gestern schloss die Aktie bei 5,99 Euro. Heute früh startet sie bei 5,93 Euro. 1,46 Milliarden neue Aktien sollen zum Preis von 4,85 Euro ausgegeben werden. Damit können Altaktionäre neue Aktien beziehen mit einem Kursabschlag, der 19% unter dem aktuellen Kursniveau liegt. Wer will da nicht gerne zuschlagen? Zumal eines klar sein dürfte. Ein wirkliches Risiko dürfte für die Santander nicht bestehen.

Sie ist im Gegensatz zur Banco Popular in Spanien „total systemrelevant“ wie die Deutsche Bank bei uns, und ist damit de facto unantastbar. Wenn sie ins Wanken gerät durch faulen Schrott der Banco Popular, würde der spanische Staat genau so krumme Nummern mit der EZB und EU-Kommission vereinbaren, wie es Italien jüngst bei seinen Banken gemacht hat – davon darf man getrost ausgehen.

Also ist doch ein Kaufpreis von 4,85 Euro ein netter günstiger Einstieg im Rahmen der Kapitalerhöhung. Santander machte im ersten Halbjahr einen schönen Gewinn von 3,6 Milliarden Euro, ein Plus von 24% gegenüber dem Vorjahr. Nach der Kapitalerhöhung könnte man eventuell gestärkt am spanischen Markt auftreten. Aber man weiß nicht, wie viel Schrott in den Büchern der Banco Popular noch wirklich ausfällt, weil die Kreditkunden gar nicht mehr zahlen können – von daher bleiben Unsicherheiten, die sich auf die Gewinne der Santander auswirken können.


Die Santander-Aktie seit November 2016. Der rote Kreis markiert das Einstiegsniveau bei der Kapitalerhöhung.

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Aktien

Netflix-Quartalszahlen: Erwartungen verfehlt, Aktie fällt

Claudio Kummerfeld

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Netflix auf TV

Die Netflix-Quartalszahlen wurden soeben veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 6,44 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 5,24/letztes Quartal 6,15/für heute erwartet 6,4).

Der Gewinn liegt bei 1,74 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 1,47/letztes Quartal 1,59/für heute erwartet 2,13).

Die Nutzerzahl ist im dritten Quartal um 2,20 Millionen gewachsen. Die Erwartungen lagen bei 2,5 Mio durch Netflix selbst – der Markt erwartete 2,5-3,2 Mio.

Wie man aktuell verkündet, erwartet man 6,0 Millionen neue Nutzer im laufenden 4. Quartal.

Free Cash Flow +1,14 Milliarden Dollar (Vorquartal +899). Operative Marge 20,4 Prozent nach 22,1 Prozent im Vorquartal.

Die Netflix-Aktie reagiert nachbörslich mit -4,7 Prozent.

Kurz-Fazit: Gewinn pro Aktie und die Zahl neuer Abos verfehlen die Erwartungen. Das wird nun nachbörslich abgestraft.

Datenblatt mit aktuellen Quartalszahlen von Netflix

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Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – die Stimulus-Hoffnung stirbt zuletzt

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Heute soll angeblich der entscheidende Tag sein. Kommt noch auf den letzten Drücker eine Einigung zwischen Demokraten und Donald Trump über einen neuen Stimulus? Das dürfte kurzfristig die Kurse bewegen.

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Aktien

Kaufverbot für die Nikola-Aktie – Werbung

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Lieber Börsianer,

am Firmensitz der Nikola in Phoenix (Arizona) glühen schon seit Wochen die Telefonleitungen. Das junge Unternehmen kämpft hart um seine Reputation. Man kämpft um die letzten Investoren, die noch nicht gegangen sind. Und vor allem, man kämpft um seine Partner wie General Motors, Bosch oder Iveco. Denn wenn die abspringen, wird die Nikola-Zentrale in Phoenix zugesperrt.

Aber der Reihe nach! Was ist zuletzt passiert bei Nikola?

Der charismatische Firmengründer Trevor Milton wurde aufs Abstellgleis geschoben und seitdem geben trockene Technikertypen den Ton bei Nikola an. So trat der Technik-Chef Jesse Schneider zuletzt vor die Presse und referierte betont sachlich über Patente, Chassis-Zeichnungen und andere Dokumente. Er legte haarklein auseinander, welcher Bestandteil des Nikola-Trucks fremd eingekauft, welcher extern entwickelt wurde.

Die Veranstaltung war langweilig, aber wichtig. Wenn Nikola überleben will, muss es das Vertrauen des Marktes und der Industrie wiederherstellen. Dafür wollen die Investoren jetzt keine Visionen hören, sondern Fakten und Details sehen.

Diese Fakten und Details entscheiden in den kommenden Wochen über den Kursverlauf der Aktie. Denn am 30. November läuft die Sperrfrist (lock-up-period) für die vorbörslichen Investoren der Nikola ab. Wenn diese Investoren bis dahin nicht von der Zukunftsfähigkeit des Geschäftsmodells überzeugt werden können, werden sie an diesem Tag mit großem Volumen aus der Aktie aussteigen und ein erneutes Kursmassaker herbeiführen.

Aber denken wir positiv! Unterstellen wir einmal, Jesse Schneider und CEO Mark Russell können die Investoren überzeugen, dann dürfte auch General Motors an Bord bleiben. Das ist aktuell der wichtigste Nikola-Partner. Mehr noch: Der US-Autobauer entscheidet wahrscheinlich über die Zukunft des Lkw-Bauers Nikola.

Nur zur Erinnerung: General Motors (GM) hat zugesagt, für Nikola die Werkbank zu machen und insgesamt Produktionsleistungen im Wert von 2 Milliarden USD für das Startup zur Verfügung zu stellen. Konkret war oder ist geplant, dass GM den…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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