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Nach der UK-Wahl: Jetzt rauscht es in den Keller!

Jetzt rumpelt es heftig in Großbritannien! Und das gleich an zwei Fronten: einerseits bei den Ausgaben der Konsumenten, andererseits bei der Stimmung in den Chefetagen, vor allem nach der Wahl mit dem Verlust der absoluten Mehrheit durch die Konservativen! Jetzt streiken die britischen Konsumenten, und die Chefs in UK haben den Blues..

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FMW-Redaktion

Jetzt rumpelt es heftig in Großbritannien! Und das gleich an zwei Fronten: einerseits bei den Ausgaben der Konsumenten, andererseits bei der Stimmung in den Chefetagen, vor allem nach der Wahl mit dem Verlust der absoluten Mehrheit durch die Konservativen!

Manchmal kommen die Dinge etwas später als prognostiziert, aber sie kommen eben dann doch. So ist es auch mit dem Brexit, der durch den Fall des Pfunds zunächst einmal sogar zu einer kurzen Belebung der britischen Wirtschaft geführt hatte, aber wir hatten schon damals den sehr dringenden Verdacht, dass die Freude nicht allzu lange währen würde!

Und so ist es nun auch. Denn wenn Preise deutlich schneller steigen als Löhne, wie derzeit in Großbritannien der Fall, denn wird es früher oder später eng für den Konsumenten. Und so kommt es jetzt: die Serie steigender Konsumausgaben, nicht zuletzt beflügelt durch steigende Immobilienpreise, die die überwiegende, immobilienbesitzende Mehrheit der Briten auf dem Papier reicher machte und so mehr konsumieren ließ, ist wohl zu Ende. Das zeigen neueste Daten des Kreditkartenunternehmens Visa: demnach fielen erstmals seit September 2013 im Mai 2017 die Ausgaben der Briten im Vergleich zum Vorjahresmonat, und zwar um -0,8%. Zum Vormonat April war das Minus noch deutlicher mit -1,9%.

„Our Index clearly shows that with rising prices and stalling wage growth, more of us are starting to feel the squeeze“, so der für UK und Irland zuständige Managing Director von Visa, Kevin Jenkins. Also ganz klar: steigende Preise, eher stagnierende Löhne, kein Wunder also, dass die Geldbeutel der Briten klemmen! Dabei fielen die Ausgaben der Briten für Transport und Kommunikation so stark wie seit April 2012 nicht mehr, die Ausgaben für Haushaltsgüter so stark wie seit März 2013 nicht mehr. Und das dürfte so schnell nicht besser werden, eher im Gegenteil, wie IHS Markit meint:

„The outlook for consumer spending continues to look relatively bleak, with households facing faster increases in living costs and muted wage growth. Combined with relatively low levels of consumer confidence, uncertainty around the outcome of Brexit and a slowdown in UK economic growth, it’s likely we will continue to see weaker expenditure trends at least in the near-term.“

Also geht es wohl weiter bergab, zumal die Wirtschaft Großbritanniens so schwach wuchs im ersten Quartal wie keine andere der 28 EU-Ökonomien.

Nach der Wahl ist dann auch die Stimmung in den britischen Chef-Etagen in den Keller gerauscht, wie eine heute veröffentlichte Umfrage vom Institute of Directors zeigt, die ab Freitag, also unmittelbar nach Bekanntwerden des Wahlergebnisses, begonnen hatte. Nun sind 57% der befragten britischen Unternehmenslenker pessimistisch für die Wirtschaft, nur 20% optimistisch – bei der letzten Umfrage war das Verhältnis zwischen Optimisten und Pessimisten noch weitgehend ausgeglichen.

Man könne, so schreibt das Institut of Directors, den Stimmungsumschwung und seine Folgen für die britische Wirtschaft kaum überschätzen (durch geringere Investitionen etc.):

“It is hard to overstate what a dramatic impact the current political uncertainty is having on business leaders, and the consequences could – if not addressed immediately – be disastrous for the UK economy..“.

Und das britische Pfund hatte auch schon einmal bessere Laune..

24 Kommentare

24 Comments

  1. Avatar

    oscar

    12. Juni 2017 16:30 at 16:30

    ach ja wieder einmal das britische dummland…hm…da freuts einen doch so richtig, dass man in einer zentralistischen hütchenspieler trick eu diktatur sitzt und einer für alle die schuldengemeinschaft die umvolkung und die regiernenden finanzverbrecher bejubelt. klaro, abtrünnige waren immer irre und dämlich und überhaupt….ist doch egal wie die gesellschaft aussieht, hauptsache kohle und blasiertheit…wertfreier ego zirkus.
    man kann es auch hier nicht mehr hören sry…

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      Markus Fugmann

      12. Juni 2017 16:33 at 16:33

      @Oscar, was bitte ist „umvolkung“?? Sind Schlagworte der Identitären, nicht wahr? welche Werte haben die denn zu bieten – etwa Reinrassigkeit? Hurra, schöne neue alte Welt der „Retropie“ – vielleicht mal nach vorne kucken statt in eine idealisierte Vergangenheit, die es so nie gab!!

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        gerd

        12. Juni 2017 17:45 at 17:45

        Ich weiß natürlich nicht, was Oscar wirklich mit dem Begriff Umvolkung gemeint hat.

        K ö n n t e sein, er wollte sagen, dass in Deutschland ein Bevölkerungsaustausch stattfindet. Dahingehend, dass die Quote der Menschen mit Migrationshintergrund im Vergleich zum Anteil der Bio-Deutschen in den letzten 30 Jahren rapide zugenommen hat. Mit einem sehr steilen Anstieg dieser Quote in den letzten Jahren.
        Und mit einem geradezu dramatisch wirkenden Anstieg in der Altersgruppe der bis zu 5 Jährigen Bewohner. Anhand dieser, der zukünftig hier Lebenden, erkennt man, dass der Bevölkerungsaustausch schon in die statistische entscheidende Phase übergegangen ist, da die Quote bereits die 50% erreicht hat.

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          Bademeister

          12. Juni 2017 19:59 at 19:59

          Umvolkung soll vermutlich im weiteren Kontext die konsequente Umgehung und Untergrabung des “ Volkswillens“ durch staatliche und EU-überregionale Institutionen bedeuten. Bio-Deutsch ist auch nicht ganz lupenrein….
          Sogar Identitäre sind grundsätzlich, solange sie sich an geltende Gesetze halten und Steuern zahlen, Teil der HEUTIGEN demokratischen Gesellschaftsstruktur.
          Leider gibt es von denen hundertmal mehr als in den kühnsten Albträumen vermutet….quasi das letzte und zeitgemäss gesellschaftsfähige Facelift des Antisemiten und daraus resultierenden Urnazis.
          Leider ist dagegen noch kein Kraut gewachsen….die derzeitig sich wieder verstärkenden und leider von der Politik stark vergessenen Gesellschafts- und Klassenunterschiede sind der Nährboden für modernisiertes ewig gestriges Gedankengut.

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            Bademeister

            12. Juni 2017 20:12 at 20:12

            ….solange Mutti und ihre Handlanger das Land (und Europa) mit ihrer Ein-Parteien-Politik „zukacken“ wirds leider hinter (noch) geschlossenen Türen immer schlimmer werden….leider. Und M. Schulz wär sowieso der erste Scharfrichter….wenn man ihn frei gewähren lassen würde.

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        Lars

        12. Juni 2017 20:26 at 20:26

        https://de.wikipedia.org/wiki/Umvolkung
        „Bio-Deutsche“ und Bevölkerungsaustausch???
        Hier wird es aber langsam echt recht(s) bedenklich, und das trotz Lügenpresse, die nur einseitig veröffentlicht.

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        Mulinski

        12. Juni 2017 22:31 at 22:31

        Umvolkung oder Reinrassigkeit, da kennt jemand aber auch nur die Extreme!

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      Michael

      12. Juni 2017 20:42 at 20:42

      @Oscar, wenn Sie „es auch hier nicht mehr hören können“, sorry, warum halten Sie sich dann nicht fern und verschonen uns damit mit nationalsozialistischem Gedankengut und Begriffen, die seit 70 Jahren keiner mehr benutzen mag?
      Abtrünnige waren und sind natürlich nicht immer irre, aber Ihre Kommentare sind tatsächlich irre und dämlich und überhaupt…

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        Mulinski

        12. Juni 2017 22:33 at 22:33

        nationalsozialistischem Gedankengut? Aber Michael, was macht den so ein strammer Antifaschsit und Marxist auf der Seite der bösen Kapitalisten?

        • Avatar

          Michael

          13. Juni 2017 00:21 at 00:21

          @Mulinski, Antifaschist ja, das bin ich. „Antifaschsit“ kenne ich nicht. Ein neuer Begriff der populistischen Rechten, á la Covfefe?
          Dass ich heute ein Marxist bin, freut mich, weil mich die Marxisten während des Studiums ständig als reaktionären Kapitalisten bezeichnet haben.
          Was ich hier mache: Börseninfos recherchieren, die man woanders so schnell nicht findet.
          Was machen Sie als strammer Antimarxist und Faschist eigentlich hier?
          Außer zusammenhanglose Biertischweisheiten von sich zu geben…

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      PK

      12. Juni 2017 21:58 at 21:58

      oscar, man sollte wenigstens dieses Forum frei halten von den immer gleichen politischen Ansichten. Schwerpunkt sollte Börse sein und bleiben, danke.

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    Bademeister

    12. Juni 2017 21:03 at 21:03

    @ ALLE Glaubt ihr wirklich, dass der ganze Mist auf dem Rücken irgendeines wie auch immer gearteten Oscars gewachsen ist?
    Bitte kurz oder lang mal nachdenken, bevor die üblichen und sinnlosen Hasstiraden losgetreten werden….denn in JEDEM von uns steckt mehr oder weniger ein kleiner Antisemit, der sich mit mehr oder weniger Andersartigem mehr oder weniger schwertut. Liegt einfach in der Natur der Menschen, und nur wenn man darüber Bescheid weiss, kann man im eigenen Handeln und Denken freier und ein bisschen unvoreingenommener werden!

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      Wolfgang M.

      12. Juni 2017 22:06 at 22:06

      Auweia, jetzt bin ich verwirrt. Was hat denn Antisemitismus (Judenhass) mit Xenophobie (Fremdenfeindlichkeit), einem evolutionsbiologischen Überbleibsel, zu tun. Klar, Babys im Alter von 6 Monaten beginnen zu „fremdeln“ und früher auf dem Land war ein Auswärtiger erstmal suspekt, aber dass in uns allen ein kleiner Antisemit steckt, halte ich für maßlos übertrieben. Gemeint war doch eher die starke Zuwanderung von muslimischen (nichtjüdischen) Menschen in unsere Gesellschaft mit all ihren Integrationsproblemen.
      Gruß

    • Avatar

      Lars

      12. Juni 2017 22:10 at 22:10

      Welcher ganze Mist soll auf dem Rücken welchen Oscars gewachsen sein?
      Ich lese hier von „Umvolkung“ und „Bio-Deutschen“.
      Echt jetzt? Ein jeder tut sich mit Andersartigem schwer?
      In der heutigen Zeit, in der jeder Tag neu erfunden wird? In der keine Wertesysteme mehr zu bestehen scheinen. Nun ja, vielleicht ok!
      In jedem steckt ein Antisemit? Nicht OK! Beleidigend!!!
      Obwohl, es mag sein, in mir steckt ein Anti-Nazi, was ja im Hinblick auf das Andersartige und den inzwischen sehr reduzierten Sprachgebrauch schon wieder antisemitsich interpretiert werden könnte 😉
      Die Erkenntnis macht mich freier und unvoreingenommener 😉
      Bei mir sind es die Oscars und die Gerds dieser Welt, mit denen ich mich „schwertue“, denn die sind tatsächlich andersartig. Fast schon abartig in ihrer umvolkungschen Nazisprache.
      Keine „Hasstiraden“, nur das Echo, wie man in den Wald ruft, so schallt es heraus. Nur die Bitte um höfliche, sachliche und menschenwürdige Kommunikation.

    • Avatar

      Michael

      12. Juni 2017 22:20 at 22:20

      @Bademeister: Lesen Sie den Inhalt, beachten Sie die Rechtschreibung, interpretieren Sie die Aussagen:
      http://finanzmarktwelt.de/500-000-neue-arbeitsplaetze-fuer-2017-erwartet-keine-bewerber-mehr-auffindbar-bei-mehr-als-3-mio-arbeitslosen-61161/#comment-27736

      Wie soll man so etwas ernst nehmen?

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        Bademeister

        13. Juni 2017 09:03 at 09:03

        Garnicht!

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    FR

    12. Juni 2017 21:24 at 21:24

    EU Kommissar schwadroniert vom „ausrrradieren“ der mini kulturellen Nationalstaaten.
    http://unser-mitteleuropa.com/2016/05/04/vizeprasident-der-eu-kommission-monokulturelle-staaten-ausradieren/

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      Bademeister

      13. Juni 2017 09:20 at 09:20

      ….fehlgeleiteter aber ernstzunehmender Aktionismus!

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    Bademeister

    13. Juni 2017 09:01 at 09:01

    Hier zwei Definitionen aus dem Neuen Brockhaus von 1938:

    Semiten: 1) Eine Sprachfamilie von Völkern Vorderarabiens, Nord- und Ostafrikas. Diese im 18. Jh. wieder aufgenommene Bezeichnung deckt sich inhaltlich nicht mit der in der Bibel (1.Mos.10). Eine semitische Rasse gibt es nicht. Die Heimat der ursprünglichen Semiten dürfte Arabien gewesen sein; in vier großen Wanderungen drangen sie nach Norden vor. Die erste Wanderung ließ die Babylonier in Mesopotamien entstehen, eine zweite die Phönizier, Moabiter, Hebräer u.a., die dritte die Wandäer, Nabatäer, Samaritaner u.a. Die vierte und größte Wanderung war die durch Mohameds Auftreten ausgelöste arabische. Aus einer Westwanderung zu unbekannter Zeit entstanden wohl die alten Ägypter wie auch die Abessinier.
    2) volkstümlich: Die Juden

    Antisemitismus (Bismarckzeit): Judenfeindliche Bewegung

    ———-

    An diesen Definitionen ist zu erkennen, dass der Begriff Antisemitismus damals von den Nazis wieder aufgenommen und neu definiert wurde.
    Antisemitismus ist grundsätzlich ein Begriff der Fremdenfeindlichkeit, der wesentlich mehr Facetten beinhaltet als nur den Judenhass, ein von den Nazis zurechtgewursteltes imaginäres Konstrukt….könnte wiederum der Vorreiter der heutigen „Leitkultur“ sein!

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    gerd

    13. Juni 2017 12:15 at 12:15

    Was ging denn hier heute Nacht noch fürn Geschreibsel ab?

    Da ich immer versuche möglichst nicht wertend zu schreiben, sondern nur Fakten zu bringen, (außer natürlich z.B. bei Tesla und so) möchte ich deshalb vorsichtshalber eine kleine Verbesserung an meinem Text vornehmen. Es soll ja schließlich nur um Statistik gehen – um nicht mehr.
    Den Satz mit dem Begriff Bio-Deutsch, den ich von Frau Gesine Schwan (ehem.
    Bundespräsidentkandidatin) kennengelernt habe, als sie ihn in einer Talkshow verwendete, ersetze ich:
    „Dahingehend, dass die Quote der Menschen mit Migrationshintergrund im Vergleich zum Anteil der hier lebenden Menschen ohne Migrationshintergrund…“

    Ist zwar auch nicht leichter zu verstehen, dafür ist er aber länger. Aber manchen scheint es ja wichtiger zu sein, was auf der Verpackung draufsteht, als das was drin ist.
    Ok., aber jetzt bitte wieder nur den Sachverhalt der Statistik angucken. Oder halt gar nichts.

    Ach ja, vielleicht könnte mir noch jemand für das, was die Statistik aufzeigt ein anderes Schlagwort nennen als „Bevölkerungsaustauch“. Gibt womöglich ja einen anderen prägnanten Begriff.

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      gerd

      13. Juni 2017 13:10 at 13:10

      Und da man ja hier seine Worte anscheinend erst auf die Goldwaage legen muss, präzisiere ich vorsorglich noch:

      Ich suche natürlich und selbstverständlich als Alternativbegriff für ‚Bevölkerungsaustausch‘ nicht das Wort ‚Umvolkung‘. Das hatten wir ja als nicht akzeptabel bereits beiseite gelegt.

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Devisen

Pfund – Der wahre Gewinner des Brexits?

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Der Brexit war ja wirklich eine schwere Geburt – auch für das Pfund . Über drei Jahre hat es gedauert und zugleich wurden durch das ganze Dilemma zwei Premierminister(in) verschlissen. Großbritannien, sofern es demnächst noch groß sein wird, ist nach wie vor gespalten. Aktuell ist ein wenig Ruhe eingekehrt und der Fakt der Trennung muss jetzt von allen erst einmal verarbeitet werden. Hier sind wir schon beim Stichwort „verarbeitet“. Die Arbeit geht erst jetzt los, die Unstimmigkeiten zwischen Brüssel und London werden immer größer. Es wird in den Medien keine große Sache daraus gemacht – und nach alter britischer Ignoranz, sagt man zu allem erst einmal nein und dies macht man so lange bis der Dümmere, in diesem Fall Brüssel, nachgibt. Dafür hat England tatsächlich den richtigen groben Sturschädel, Boris Johnson, ausgewählt.

Großbritannien profitiert vom Brexit

Es stellt sich beim Euro vs Pfund die Frage, welche Währung nach dem Brexit längerfristig als Gewinner hervorgehen wird. In diesem Fall ist die Frage ganz klar zu beantworten. Es wird wahrscheinlich das britische Pfund sein. Zukünftig wird ein Abkommen nach dem anderen mit der Europäischen Union geschlossen werden, bis ein ähnlicher Status wie der einer Mitgliedschaft in der Union hergestellt ist. Das wird ein schleichender Prozess werden und nur wenige werden es bemerken. Großbritannien hat dafür keine Verpflichtungen mehr. So leicht hat London noch nie Geld gespart. Schon jetzt wird unter verdeckter Hand von einer Finanzlücke von ca. 70 Mrd. Euro im europäischen Haushalt gesprochen. Historisch gesehen, war eine unabhängige Einheit, siehe Schweiz, mit guten Nachbaren, immer stärker als in einem großen Verbund, der alle Schwachen mitfüttern muss. Und davon gibt es in Europa wirklich genügend. Traut man den offiziellen britischen Wirtschaftsdaten der letzten zwei Monate, dann befindet sich die englische Wirtschaft in einem tadellosen Zustand. Wächst noch ein wenig Gras über die Trennungsdiskussion und die wirtschaftliche Lage auf der britischen Insel verschlechtert sich nicht, dann wird Boris Johnson bald als Held in die Geschichte eingehen.

Euro gegen Pfund kurz vor der Entscheidung

Im langfristigen Chart ist gut zu erkennen, dass der Euro gegen das britische Pfund kurz vor der Unterstützung bei 0,8274 steht. Es sind nur noch wenige Pips und dann muss die Entscheidung fallen. Geht man rein von der Chart- und Markttechnik aus, dann wird diese Marke nicht halten können. Es wird vielmehr eine Entscheidung der Notenbanken werden, da ein zu starkes Pfund nicht wünschenswert ist. Dennoch lügt ein Chart nicht und die Verkaufssignale (rote Kreise) sind vorhanden und sehr wohl intakt. Ein mittelfristig orientierter Händler geht bei solchen Marktlagen nur mit einer Gänsehaut in den Markt. Manchmal ist es besser, ein paar Pips (Punkte im Devisenhandel) ins Land gehen zu lassen um dann eine eindeutige Bestätigung für eine neue Entscheidung vorzufinden. Es kann sehr wohl sein, dass die Untergrenze für EUR/GBP bei 0,8274 halten wird und wir am Markt einen Rebound in Richtung 0,8592 sehen werden. Aus jetziger Sicht würde dies an ein Wunder grenzen, aber davon haben wir in letzter Zeit ja schon genug an den Finanzmärkten gesehen. Kurzfristige Händler können die letzten Pips bis zur Entscheidung auskosten, aber immer in dem Bewusstsein, dass eine schnelle Umkehr jederzeit in dieser Situation möglich ist.

Wer gerne das britische Pfund handelt, sollte immer die Korrelationen zu den anderen Majors wie dem GBP/USD oder GBP/JPY beachten.

Das Pfund zum Euro im Chartverlauf

Wird das Pfund durch den Brexit stärker?

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Euro vs USD bleibt schwach – die 1,0800 Marke in greifbarer Nähe

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Vergeblich hat der Euro gegen den US-Dollar gestern in den Vormittagsstunden versucht, seine Talfahrt zu stoppen. Zwar konnte die Gemeinschaftswährung zunächst den wichtigen Support bei 1,0865 verteidigen und anschließend sogar einen kleinen Angriff auf die Oberseite zu versuchen, doch dann hat die Kraft einfach gefehlt. Es waren die Gewinnmitnahmen (Auflösung von Short-Positionen) der asiatischen Händler, die dazu geführt haben, dass der Euro etwas höher notieren konnte. Der Widerstand bei 1,0885 war aber dann doch zu stark und hier war schon Schluss mit dem Rebound.
Die Bären haben nicht lange gezögert und ihre Short-Orders schnell am Markt platziert. Das hat dann eine neue Dynamik auf der Unterseite ausgelöst und EUR/USD befand sich seitdem nur noch im „Free Fall“.

Auch die negativen Wirtschaftsdaten aus der Eurozone, die in den letzten Tagen veröffentlicht wurden, haben den Euro weiter geschwächt und somit den Abwärtstrend erneut bestätigt.

Die Bedeutung des Coronavirus für den Euro

Mit den steigenden Zahlen der Toten und Infizierten rückt das Coronavirus wieder in den Fokus. Die Nachrichten aus China sorgen für steigende Unsicherheit und Ängste. Es wird langsam spürbar, wie abhängig Europa von China ist und welche drastischen Auswirkungen eine eventuelle Pandemie auch für die Deutschen haben könnte. Die drohenden Lieferengpässe von Medikamenten beunruhigen sogar den Gesundheitsminister Jens Spahn. In seinem Interview hat er mitgeteilt, dass zeitnah Lösungen gefunden werden müssen, wie man die Produktion wieder mehr nach Europa verlagern kann.

Aber auch die anderen Branchen, wie Elektronik und Mobilfunk, bekommen das Coronavirus schon zu spüren. Die vor ein paar Tagen abgesagte Messe in Barcelona ist das beste Beispiel dafür.

Die europäische Wirtschaft wird wahrscheinlich noch stärker als die amerikanische vom Coronavirus betroffen werden. Diese Situation wird sich dann auch auf den Euro gegenüber dem US-Dollar negativ auswirken, was zu weiter fallenden Preisen bei dem Währungspaar führen kann.

Die Marke von 1,0800 wird heute wichtig!

Aktuell befindet sich Euro vs US-Dollar im Bereich von ca. 1,0836 (Freitagmorgen). Im Chart (siehe unten) ist deutlich zu erkennen, dass wir es beim EUR/USD mit einem mustergültigen Abwärtstrend zu tun haben – selten kann man solche klassischen Bilder in der Charttechnik beobachten. Dieses Muster deutet darauf hin, dass die Bewegung auf der Unterseite noch lange nicht fertig ist. Der Euro ist schwach und er wird wohl noch schwächer werden.
Da wir aber Freitag haben und die meisten Händler vor dem Wochenende ihre Positionen schließen wollen, stellt sich die Frage, ob die nächste Short-Welle schon heute oder erst nächste Woche erfolgen wird.

Wenn die Short-Trader in der heutigen Handelssitzung doch noch die Unterseite angreifen werden, wird die signifikante Unterstützung bei 1,0800 angesteuert werden. Dieser Bereich gilt jetzt als das nächste Kursziel im kurzfristigen Bereich. Die Bären wollen die 1,0800 Marke sehen, da viele von ihnen auf diesem Niveau ihre Take Profit Orders platziert haben. Hier sollte der Kurs aber vorerst halten. Der Euro wurde diese Woche schon genug bestraft: er hat in den letzten 5 Tagen über 120 Pips verloren.
Wer die Long-Seite handeln möchte, sollte auf jeden Fall mit einem engen Stopp Loss arbeiten, um das Risiko zu beschränken. Auf der Oberseite wird heute wahrscheinlich nicht viel zu holen sein, denn der nächste Widerstand findet sich schon bei 1,0865.

Es ist allgemein ratsam, zum Wochenabschluss nur kurze Trades zu machen, da es ansonsten dazu kommen kann, dass man Positionen über das Wochenende halten muss – und das kostet Geld und brigt gleichzeitig die Gefahr eines größeren Gaps..

Der Euro hat zum Dollar bei 1,08 eine zentrale Unterstützung

Steht der Euro vor einer weiteren Abwärtswelle?

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Zinsen: Dollarstärke und Ölpreisschwäche setzen Fed unter Handlungsdruck

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Die US-Teuerungsrate gerät durch den Absturz der Ölpreise und die Dollarstärke unter Druck – gemäß ihrem Mandat der „Preisstabilität“ wird die Fed in Sachen Zinsen zum Handeln gezwungen. Wann kommt die nächste Senkung?

Die Fed muss die Zinsen weiter senken

Ebenso wie die Schweizerische Nationalbank durch den hohen Frankenkurs zu ihrer extrem laxen Geldpolitik gezwungen wird, hat auch der starke US-Dollar das Potenzial, die Zinssenkungsserie der US-Fed zu beschleunigen. Zwar ist der Anteil des Exports am US-BIP mit 7,8 Prozent im Vergleich zur Schweiz mit 66,1 Prozent deutlich geringer, dennoch war der Export von US-Gütern und Dienstleistungen in der letzten Dekade für etwa 25 Prozent des wirtschaftlichen Wachstums der USA verantwortlich. Mehr als zwölf Millionen US-Arbeitsplätze hängen direkt vom Export ab. Die Gehälter der exportabhängig Beschäftigten liegen um 15 Prozent über dem Durchschnitt, da die Produktivität in diesen Sektoren deutlich höher ist. Etwa ein Drittel der US-Landwirtschaftsgüter im Wert von ca. 60 Mrd. US-Dollar werden jährlich ausgeführt. Insgesamt betrug das Exportvolumen der USA im vergangenen Jahr 1,65 Billionen US-Dollar.

Ein stark aufwertender Dollar macht US-Produkte am Weltmarkt relativ teuer, das Gleiche gilt auch für die USA als Zieldestination für Touristen. Besonders die aktuelle Coronavirus-Epidemie treibt neben der noch relativ höheren Verzinsung die Anleger in die als sicher geltende Weltleitwährung US-Dollar.

Die Fed ürfte bald gezwungen sein, die Zinsen zu senken

Der relativ hohe Dollar drückt gleichzeitig wechselkursbedingt auf die Preise der US-Importe in Höhe von jährlich ca. 2,6 Billionen US-Dollar. Das Gleiche gilt für die zuletzt stark rückläufigen Notierungen für Rohöl, die die Preise für Benzin, Diesel und Energie nach unten drücken. Außerdem leidet die heimische Fracking-Industrie unter dem aktuellen Preisniveau. Erst ab ca. 50 US-Dollar pro Barrel lohnt sich das kostenintensive horizontale Bohren und Sprengen im Schiefergestein nach Öl und Gas. Der gesamte Öl- und Gassektor macht gut 8 Prozent der US-Wirtschaftsleistung aus. In dieser Industrie werden aktuell 10,3 Millionen Arbeitnehmer beschäftigt und sie ist einer der größten Schuldner der Wall Street (Thema Junk-Bonds).

Die fallenden Ölpreise wirken Inflationssenkend - mit Wirkung auf die Zinsen

Damit kommt gleich von mehreren Seiten durch den aktuell starken Dollar und den Ölpreisverfall Druck auf die US-Wirtschaft und die Teuerungsrate auf.

Die Notenbank kann diese Entwicklungen nicht lange ignorieren. Das Gleiche gilt für die wiederholten Forderungen an die US-Notenbank vonseiten des Weißen Hauses. Präsident Trump wünscht neben der sofortigen Senkung der Zinsen auch immer wieder einen schwächeren Dollar – aus Wettbewerbsgründen.

Zinsen als Mittel zur Wahrung der „Preisstabilität“

Offiziell hat die US-Notenbank ein duales Mandat: die höchst mögliche Beschäftigung unter Wahrung der Preisstabilität. Wobei Preisstabilität nach der Definition der Fed bei einer jährlichen Konsumentenpreisteuerung von 2 Prozent vorliegt. Aktuell liegt sie um 20 Prozent darunter (1,6 Prozent).

Teuerungsraten unter der Zielmarke der Fed gelten als für den Konsum schädlich, da ein Abdriften in Preisdeflation droht. In Erwartung gegebenenfalls noch tieferer Preise würde es dann erfahrungsgemäß zu Konsumzurückhaltung kommen. Geschieht dies, droht eine Deflationsspirale, die in Folge schwächeren Konsums den Arbeitsmarkt belastet und die Konsumbereitschaft der Verbraucher noch weiter einschränkt. Dadurch wäre wiederum das zweite Mandat der Fed, die höchst mögliche Beschäftigung, in Gefahr. Daher hat die Teuerung und das Erreichen der jährlichen Zielrate von zwei Prozent eine herausragende Bedeutung für die US-Notenbank und ist wesentlich mit ausschlaggebend für die Entwicklung der von der Notenbank direkt festgelegten Zinsen.

Nach der reinen volkswirtschaftlichen Lehre unterscheidet man zwischen Inflation (von lat. inflatio „Aufblähen“) und Teuerung. Inflation bezieht sich auf die Geldmenge und Teuerung auf die Veränderung der Preise von Rohstoffen, Gütern, Waren und Dienstleistungen. Wenn in den Medien von „Inflationsrate“ die Rede ist, so ist eigentlich die Teuerungsrate gemeint, was irreführend ist. Nur zum Vergleich: die echte Inflationsrate (Wachstum der Geldmenge M1 = Bargeldumlauf und Übernachteinlagen) wächst aktuell in der Eurozone mit einer Jahresrate von 8 Prozent, die breiter gefasste Geldmenge M3 wächst mit 5 Prozent. Die Teuerungsrate (HVPI Eurozone 28) wird mit lediglich 1,5 Prozent angegeben und dennoch sogar bei Eurostat als „Inflationsrate“ deklariert.

Die US-Notenbank orientiert sich bei ihrer Messung der Preisveränderungsrate zur Bestimmung ihres „Inflationsziels“ (Teuerungsziel) an dem sogenannten Personal Consumption Expenditure Index (PCE), der die jährlichen Ausgabensteigerungen der US-Verbraucher an Hand eines definierten Warenkorbs misst. Dieser PCE Index lag im Januar um 1,6 Prozent höher als im Vorjahresmonat, nach 1,4 Prozent im Dezember. In den kommenden Monaten droht die Rate jedoch signifikant zu fallen.

Die Zielrate für die jährliche Preissteigerung für die persönlichen Konsumausgaben (PCE) in Höhe von zwei Prozent pro Jahr ist gleichwohl willkürlich festgelegt und gilt offiziell als „Preisstabilität“. Wobei die Fed jüngst klargestellt hat, dass sie im Interesse der Beschäftigung eine höhere Teuerung toleriert – ebenso wie übrigens die EZB. Dazu hier ein kritischer Artikel von Prof. Hans-Werner Sinn. Eine niedrige Rate toleriert die Fed nach Aussagen von Jerome Powell allerding längerfristig nicht.

Fazit und Ausblick

Mehrere parallele Entwicklungen werden die Fed früher als von der Mehrheit der Marktteilnehmer bisher erwartet zu einer weiteren Lockerung ihrer Geldpolitik inklusive Senkung der Zinsen zwingen. Neben der sich fortsetzenden globalen Wachstumsschwäche, die auch die USA nicht verschont, drücken die Belastungen der Coronavirus-Epidemie u. a. auf die Ölpreise und treiben die Weltleitwährung US-Dollar als „Sicheren Hafen“ nach oben.

Dieses Bündel an Faktoren lässt das Erreichen des Inflationsziels als einen wichtigen Bestandteil des dualen Mandats der Fed noch weiter außer Reichweite geraten. Um eine Abwärtsspirale der US-Wirtschaft bis hin zur Rezession zu vermeiden und damit das zweite Mandat der höchstmöglichen Beschäftigung nicht zu gefährden, muss die Fed noch im ersten Quartal 2020 die Zinsen weiter senken.

Die Fed unter Druck, die Zinsen zu senken

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