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Nach der UK-Wahl: Jetzt rauscht es in den Keller!

Jetzt rumpelt es heftig in Großbritannien! Und das gleich an zwei Fronten: einerseits bei den Ausgaben der Konsumenten, andererseits bei der Stimmung in den Chefetagen, vor allem nach der Wahl mit dem Verlust der absoluten Mehrheit durch die Konservativen! Jetzt streiken die britischen Konsumenten, und die Chefs in UK haben den Blues..

Redaktion

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FMW-Redaktion

Jetzt rumpelt es heftig in Großbritannien! Und das gleich an zwei Fronten: einerseits bei den Ausgaben der Konsumenten, andererseits bei der Stimmung in den Chefetagen, vor allem nach der Wahl mit dem Verlust der absoluten Mehrheit durch die Konservativen!

Manchmal kommen die Dinge etwas später als prognostiziert, aber sie kommen eben dann doch. So ist es auch mit dem Brexit, der durch den Fall des Pfunds zunächst einmal sogar zu einer kurzen Belebung der britischen Wirtschaft geführt hatte, aber wir hatten schon damals den sehr dringenden Verdacht, dass die Freude nicht allzu lange währen würde!

Und so ist es nun auch. Denn wenn Preise deutlich schneller steigen als Löhne, wie derzeit in Großbritannien der Fall, denn wird es früher oder später eng für den Konsumenten. Und so kommt es jetzt: die Serie steigender Konsumausgaben, nicht zuletzt beflügelt durch steigende Immobilienpreise, die die überwiegende, immobilienbesitzende Mehrheit der Briten auf dem Papier reicher machte und so mehr konsumieren ließ, ist wohl zu Ende. Das zeigen neueste Daten des Kreditkartenunternehmens Visa: demnach fielen erstmals seit September 2013 im Mai 2017 die Ausgaben der Briten im Vergleich zum Vorjahresmonat, und zwar um -0,8%. Zum Vormonat April war das Minus noch deutlicher mit -1,9%.

„Our Index clearly shows that with rising prices and stalling wage growth, more of us are starting to feel the squeeze“, so der für UK und Irland zuständige Managing Director von Visa, Kevin Jenkins. Also ganz klar: steigende Preise, eher stagnierende Löhne, kein Wunder also, dass die Geldbeutel der Briten klemmen! Dabei fielen die Ausgaben der Briten für Transport und Kommunikation so stark wie seit April 2012 nicht mehr, die Ausgaben für Haushaltsgüter so stark wie seit März 2013 nicht mehr. Und das dürfte so schnell nicht besser werden, eher im Gegenteil, wie IHS Markit meint:

„The outlook for consumer spending continues to look relatively bleak, with households facing faster increases in living costs and muted wage growth. Combined with relatively low levels of consumer confidence, uncertainty around the outcome of Brexit and a slowdown in UK economic growth, it’s likely we will continue to see weaker expenditure trends at least in the near-term.“

Also geht es wohl weiter bergab, zumal die Wirtschaft Großbritanniens so schwach wuchs im ersten Quartal wie keine andere der 28 EU-Ökonomien.

Nach der Wahl ist dann auch die Stimmung in den britischen Chef-Etagen in den Keller gerauscht, wie eine heute veröffentlichte Umfrage vom Institute of Directors zeigt, die ab Freitag, also unmittelbar nach Bekanntwerden des Wahlergebnisses, begonnen hatte. Nun sind 57% der befragten britischen Unternehmenslenker pessimistisch für die Wirtschaft, nur 20% optimistisch – bei der letzten Umfrage war das Verhältnis zwischen Optimisten und Pessimisten noch weitgehend ausgeglichen.

Man könne, so schreibt das Institut of Directors, den Stimmungsumschwung und seine Folgen für die britische Wirtschaft kaum überschätzen (durch geringere Investitionen etc.):

“It is hard to overstate what a dramatic impact the current political uncertainty is having on business leaders, and the consequences could – if not addressed immediately – be disastrous for the UK economy..“.

Und das britische Pfund hatte auch schon einmal bessere Laune..

24 Kommentare

24 Comments

  1. Avatar

    oscar

    12. Juni 2017 16:30 at 16:30

    ach ja wieder einmal das britische dummland…hm…da freuts einen doch so richtig, dass man in einer zentralistischen hütchenspieler trick eu diktatur sitzt und einer für alle die schuldengemeinschaft die umvolkung und die regiernenden finanzverbrecher bejubelt. klaro, abtrünnige waren immer irre und dämlich und überhaupt….ist doch egal wie die gesellschaft aussieht, hauptsache kohle und blasiertheit…wertfreier ego zirkus.
    man kann es auch hier nicht mehr hören sry…

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      12. Juni 2017 16:33 at 16:33

      @Oscar, was bitte ist „umvolkung“?? Sind Schlagworte der Identitären, nicht wahr? welche Werte haben die denn zu bieten – etwa Reinrassigkeit? Hurra, schöne neue alte Welt der „Retropie“ – vielleicht mal nach vorne kucken statt in eine idealisierte Vergangenheit, die es so nie gab!!

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        gerd

        12. Juni 2017 17:45 at 17:45

        Ich weiß natürlich nicht, was Oscar wirklich mit dem Begriff Umvolkung gemeint hat.

        K ö n n t e sein, er wollte sagen, dass in Deutschland ein Bevölkerungsaustausch stattfindet. Dahingehend, dass die Quote der Menschen mit Migrationshintergrund im Vergleich zum Anteil der Bio-Deutschen in den letzten 30 Jahren rapide zugenommen hat. Mit einem sehr steilen Anstieg dieser Quote in den letzten Jahren.
        Und mit einem geradezu dramatisch wirkenden Anstieg in der Altersgruppe der bis zu 5 Jährigen Bewohner. Anhand dieser, der zukünftig hier Lebenden, erkennt man, dass der Bevölkerungsaustausch schon in die statistische entscheidende Phase übergegangen ist, da die Quote bereits die 50% erreicht hat.

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          Bademeister

          12. Juni 2017 19:59 at 19:59

          Umvolkung soll vermutlich im weiteren Kontext die konsequente Umgehung und Untergrabung des “ Volkswillens“ durch staatliche und EU-überregionale Institutionen bedeuten. Bio-Deutsch ist auch nicht ganz lupenrein….
          Sogar Identitäre sind grundsätzlich, solange sie sich an geltende Gesetze halten und Steuern zahlen, Teil der HEUTIGEN demokratischen Gesellschaftsstruktur.
          Leider gibt es von denen hundertmal mehr als in den kühnsten Albträumen vermutet….quasi das letzte und zeitgemäss gesellschaftsfähige Facelift des Antisemiten und daraus resultierenden Urnazis.
          Leider ist dagegen noch kein Kraut gewachsen….die derzeitig sich wieder verstärkenden und leider von der Politik stark vergessenen Gesellschafts- und Klassenunterschiede sind der Nährboden für modernisiertes ewig gestriges Gedankengut.

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            Bademeister

            12. Juni 2017 20:12 at 20:12

            ….solange Mutti und ihre Handlanger das Land (und Europa) mit ihrer Ein-Parteien-Politik „zukacken“ wirds leider hinter (noch) geschlossenen Türen immer schlimmer werden….leider. Und M. Schulz wär sowieso der erste Scharfrichter….wenn man ihn frei gewähren lassen würde.

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        Lars

        12. Juni 2017 20:26 at 20:26

        https://de.wikipedia.org/wiki/Umvolkung
        „Bio-Deutsche“ und Bevölkerungsaustausch???
        Hier wird es aber langsam echt recht(s) bedenklich, und das trotz Lügenpresse, die nur einseitig veröffentlicht.

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        Mulinski

        12. Juni 2017 22:31 at 22:31

        Umvolkung oder Reinrassigkeit, da kennt jemand aber auch nur die Extreme!

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      Michael

      12. Juni 2017 20:42 at 20:42

      @Oscar, wenn Sie „es auch hier nicht mehr hören können“, sorry, warum halten Sie sich dann nicht fern und verschonen uns damit mit nationalsozialistischem Gedankengut und Begriffen, die seit 70 Jahren keiner mehr benutzen mag?
      Abtrünnige waren und sind natürlich nicht immer irre, aber Ihre Kommentare sind tatsächlich irre und dämlich und überhaupt…

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        Mulinski

        12. Juni 2017 22:33 at 22:33

        nationalsozialistischem Gedankengut? Aber Michael, was macht den so ein strammer Antifaschsit und Marxist auf der Seite der bösen Kapitalisten?

        • Avatar

          Michael

          13. Juni 2017 00:21 at 00:21

          @Mulinski, Antifaschist ja, das bin ich. „Antifaschsit“ kenne ich nicht. Ein neuer Begriff der populistischen Rechten, á la Covfefe?
          Dass ich heute ein Marxist bin, freut mich, weil mich die Marxisten während des Studiums ständig als reaktionären Kapitalisten bezeichnet haben.
          Was ich hier mache: Börseninfos recherchieren, die man woanders so schnell nicht findet.
          Was machen Sie als strammer Antimarxist und Faschist eigentlich hier?
          Außer zusammenhanglose Biertischweisheiten von sich zu geben…

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      PK

      12. Juni 2017 21:58 at 21:58

      oscar, man sollte wenigstens dieses Forum frei halten von den immer gleichen politischen Ansichten. Schwerpunkt sollte Börse sein und bleiben, danke.

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    Bademeister

    12. Juni 2017 21:03 at 21:03

    @ ALLE Glaubt ihr wirklich, dass der ganze Mist auf dem Rücken irgendeines wie auch immer gearteten Oscars gewachsen ist?
    Bitte kurz oder lang mal nachdenken, bevor die üblichen und sinnlosen Hasstiraden losgetreten werden….denn in JEDEM von uns steckt mehr oder weniger ein kleiner Antisemit, der sich mit mehr oder weniger Andersartigem mehr oder weniger schwertut. Liegt einfach in der Natur der Menschen, und nur wenn man darüber Bescheid weiss, kann man im eigenen Handeln und Denken freier und ein bisschen unvoreingenommener werden!

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      Wolfgang M.

      12. Juni 2017 22:06 at 22:06

      Auweia, jetzt bin ich verwirrt. Was hat denn Antisemitismus (Judenhass) mit Xenophobie (Fremdenfeindlichkeit), einem evolutionsbiologischen Überbleibsel, zu tun. Klar, Babys im Alter von 6 Monaten beginnen zu „fremdeln“ und früher auf dem Land war ein Auswärtiger erstmal suspekt, aber dass in uns allen ein kleiner Antisemit steckt, halte ich für maßlos übertrieben. Gemeint war doch eher die starke Zuwanderung von muslimischen (nichtjüdischen) Menschen in unsere Gesellschaft mit all ihren Integrationsproblemen.
      Gruß

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      Lars

      12. Juni 2017 22:10 at 22:10

      Welcher ganze Mist soll auf dem Rücken welchen Oscars gewachsen sein?
      Ich lese hier von „Umvolkung“ und „Bio-Deutschen“.
      Echt jetzt? Ein jeder tut sich mit Andersartigem schwer?
      In der heutigen Zeit, in der jeder Tag neu erfunden wird? In der keine Wertesysteme mehr zu bestehen scheinen. Nun ja, vielleicht ok!
      In jedem steckt ein Antisemit? Nicht OK! Beleidigend!!!
      Obwohl, es mag sein, in mir steckt ein Anti-Nazi, was ja im Hinblick auf das Andersartige und den inzwischen sehr reduzierten Sprachgebrauch schon wieder antisemitsich interpretiert werden könnte ;)
      Die Erkenntnis macht mich freier und unvoreingenommener ;)
      Bei mir sind es die Oscars und die Gerds dieser Welt, mit denen ich mich „schwertue“, denn die sind tatsächlich andersartig. Fast schon abartig in ihrer umvolkungschen Nazisprache.
      Keine „Hasstiraden“, nur das Echo, wie man in den Wald ruft, so schallt es heraus. Nur die Bitte um höfliche, sachliche und menschenwürdige Kommunikation.

    • Avatar

      Michael

      12. Juni 2017 22:20 at 22:20

      @Bademeister: Lesen Sie den Inhalt, beachten Sie die Rechtschreibung, interpretieren Sie die Aussagen:
      http://finanzmarktwelt.de/500-000-neue-arbeitsplaetze-fuer-2017-erwartet-keine-bewerber-mehr-auffindbar-bei-mehr-als-3-mio-arbeitslosen-61161/#comment-27736

      Wie soll man so etwas ernst nehmen?

      • Avatar

        Bademeister

        13. Juni 2017 09:03 at 09:03

        Garnicht!

  3. Avatar

    FR

    12. Juni 2017 21:24 at 21:24

    EU Kommissar schwadroniert vom „ausrrradieren“ der mini kulturellen Nationalstaaten.
    http://unser-mitteleuropa.com/2016/05/04/vizeprasident-der-eu-kommission-monokulturelle-staaten-ausradieren/

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      Bademeister

      13. Juni 2017 09:20 at 09:20

      ….fehlgeleiteter aber ernstzunehmender Aktionismus!

  4. Avatar

    Bademeister

    13. Juni 2017 09:01 at 09:01

    Hier zwei Definitionen aus dem Neuen Brockhaus von 1938:

    Semiten: 1) Eine Sprachfamilie von Völkern Vorderarabiens, Nord- und Ostafrikas. Diese im 18. Jh. wieder aufgenommene Bezeichnung deckt sich inhaltlich nicht mit der in der Bibel (1.Mos.10). Eine semitische Rasse gibt es nicht. Die Heimat der ursprünglichen Semiten dürfte Arabien gewesen sein; in vier großen Wanderungen drangen sie nach Norden vor. Die erste Wanderung ließ die Babylonier in Mesopotamien entstehen, eine zweite die Phönizier, Moabiter, Hebräer u.a., die dritte die Wandäer, Nabatäer, Samaritaner u.a. Die vierte und größte Wanderung war die durch Mohameds Auftreten ausgelöste arabische. Aus einer Westwanderung zu unbekannter Zeit entstanden wohl die alten Ägypter wie auch die Abessinier.
    2) volkstümlich: Die Juden

    Antisemitismus (Bismarckzeit): Judenfeindliche Bewegung

    ———-

    An diesen Definitionen ist zu erkennen, dass der Begriff Antisemitismus damals von den Nazis wieder aufgenommen und neu definiert wurde.
    Antisemitismus ist grundsätzlich ein Begriff der Fremdenfeindlichkeit, der wesentlich mehr Facetten beinhaltet als nur den Judenhass, ein von den Nazis zurechtgewursteltes imaginäres Konstrukt….könnte wiederum der Vorreiter der heutigen „Leitkultur“ sein!

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    gerd

    13. Juni 2017 12:15 at 12:15

    Was ging denn hier heute Nacht noch fürn Geschreibsel ab?

    Da ich immer versuche möglichst nicht wertend zu schreiben, sondern nur Fakten zu bringen, (außer natürlich z.B. bei Tesla und so) möchte ich deshalb vorsichtshalber eine kleine Verbesserung an meinem Text vornehmen. Es soll ja schließlich nur um Statistik gehen – um nicht mehr.
    Den Satz mit dem Begriff Bio-Deutsch, den ich von Frau Gesine Schwan (ehem.
    Bundespräsidentkandidatin) kennengelernt habe, als sie ihn in einer Talkshow verwendete, ersetze ich:
    „Dahingehend, dass die Quote der Menschen mit Migrationshintergrund im Vergleich zum Anteil der hier lebenden Menschen ohne Migrationshintergrund…“

    Ist zwar auch nicht leichter zu verstehen, dafür ist er aber länger. Aber manchen scheint es ja wichtiger zu sein, was auf der Verpackung draufsteht, als das was drin ist.
    Ok., aber jetzt bitte wieder nur den Sachverhalt der Statistik angucken. Oder halt gar nichts.

    Ach ja, vielleicht könnte mir noch jemand für das, was die Statistik aufzeigt ein anderes Schlagwort nennen als „Bevölkerungsaustauch“. Gibt womöglich ja einen anderen prägnanten Begriff.

    • Avatar

      gerd

      13. Juni 2017 13:10 at 13:10

      Und da man ja hier seine Worte anscheinend erst auf die Goldwaage legen muss, präzisiere ich vorsorglich noch:

      Ich suche natürlich und selbstverständlich als Alternativbegriff für ‚Bevölkerungsaustausch‘ nicht das Wort ‚Umvolkung‘. Das hatten wir ja als nicht akzeptabel bereits beiseite gelegt.

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Aktien

Aber CFDs sind Termingeschäfte? Verbände für steuerliche Bevorzugung von Optionsscheinen

Claudio Kummerfeld

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am

Aktives Trading mit CFDs und Optionsscheinen könnte problematisch werden

Was sind CFDs? Die „Contracts for Difference“ erlauben gehebelte Wetten auf steigende und fallende Kurse. Die CFDs können Anleger zeitlich unbefristet lange halten. Und Optionsscheine? Die haben einen fest definierten Ablaufzeitpunkt. Und wie definiert man Termingeschäfte? In Kurzform: Dies sind Börsengeschäfte, bei denen die Erfüllung des Vertrags (Abnahme und Lieferung der Ware) zu einem späteren Termin erfolgt. Also sind Optionsscheine doch Termingeschäfte, und CFDs irgendwie nicht so richtig?

Egal. Wenn der Gesetzgeber eine Feststellung trifft, dann ist das eben so – weil es nun mal der Gesetzgeber ist? So wurde vor Kurzem die seit Anfang Januar gültige Novellierung des Einkommensteuergesetzes beschlossen, wonach Verluste aus „Termingeschäften“ nur noch bis zu 20.000 Euro pro Jahr mit Gewinnen aus Termingeschäften verrechnet werden dürfen. Dadurch wird die bizarre Realität entstehen, dass Anleger Steuern auf Gewinne zahlen müssen, obwohl sie effektiv in einem Börsenjahr im Handel keinen Gewinn erzielt haben (wir berichteten schon mehrmals). Danke Olaf Scholz, darf man da schon mal im Voraus sagen.

Klar zu sein scheint, dass die CFDs in die Kategorie der Termingeschäfte fallen im Sinne dieser Novelle des Einkommenssteuergesetzes – wohl ganz einfach, weil der Gesetzgeber es so will. Aber auch Optionsscheine, die per Definition doch viel eher Termingeschäfte sind? Wie man derzeit munkelt, wird das Bundesfinanzministerium noch eine Klarstellung für die ausführenden Steuerbehörden veröffentlichen, aus welcher hervorgehen könnte, dass auch Optionsscheine als Termingeschäfte zu betrachten wären. Das würde den Kreis der betroffenen Anleger deutlich erweitern.

Lobbyarbeit für Optionsscheine – von CFDs ist keine Rede

Aber halt. CFDs werden fast komplett von angelsächsischen und Offshore-Anbietern angeboten. Optionsscheine sind die Kinder der deutschen Bankenbranche. Und drei Mal darf man raten, wer den besseren Draht zu BaFin, Bundesfinanzministerium, Staatssekretären etc haben könnte? Diese Woche sieht man vom Deutschen Derivate-Verband, der Börse Stuttgart und der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) einen offiziellen Appell an das Bundesfinanzministerium (siehe hier), worin man eindringlich dazu auffordert Optionsscheine bezüglich dieser Neuregelung nicht als Termingeschäfte einzustufen. Man möchte also erreichen, dass Anleger auch weiterhin unbegrenzt Verluste aus Optionsscheinen mit Gewinnen aus Optionsscheinen verrechnen dürfen.

Gibt der Gesetzgeber dem nach, wäre dies ein glasklarer Vorteil für die Anbieter von Optionsscheinen, und ein riesiger Nachteil für die ausländischen CFD-Anbieter. Und wer ist denn Mitglied im Deutschen Derivate-Verband? Eben nicht die CFD-Anbieter, sondern so ziemlich alle deutschen Anbieter von Zertifikaten und Optionsscheinen, wie Deutsche Bank, Deka, Hypo, LBBW, DZ, Baader usw. Für CFDs bitten sie nicht um eine Ausnahme, sondern nur für Optionsscheine. Und die DSW? Hat sie die CFDs schon aufgegeben, und hofft nun noch darauf, wenigstens noch die Optionsscheine vor diesem Steuerirrsinn retten zu können? Aus dem Appell zitieren wir hier auszugsweise im Wortlaut:

Der Deutsche Derivate Verband (DDV), die Börse Stuttgart und die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) appellieren an das Bundesfinanzministerium, die Linie aus dem Juni 2020 beizubehalten und Optionsscheine nicht als Termingeschäfte einzuordnen. Im Entwurf des Anwendungsschreibens des BMF vom Juni 2020 wurden Optionsscheine nicht als Termingeschäfte klassifiziert und damit eine klare, angemessene Abgrenzung erreicht. Damit wird vermieden, dass Anleger in der Depotgestaltung beeinträchtigt werden und zudem aufwendige individuelle Veranlagungen vornehmen müssen. Anderenfalls drohen schwere steuerliche Nachteile, nachträgliche Steuerzahlungen und Unsicherheiten für hunderttausende von Anlegern. Für Termingeschäfte sieht das Jahressteuergesetz, das seit Jahresbeginn gilt, eine begrenzte Verlustverrechnungsmöglichkeit nur mit anderen Termingeschäften und Erträgen aus Stillhaltegeschäften vor.

Marc Tüngler, DSW-Hauptgeschäftsführer: „Die steuerliche Neuregelung der Verlustverrechnung ist ein weiterer herber Schlag für Privatanleger und führt zu massiven Verunsicherungen. Vom Grundsatz her halten wir die Regelung insgesamt für verfassungswidrig. Der Entwurf des BMF-Schreibens war immerhin ein fairer Vorschlag, wie die Anwendung zumindest in Bezug auf Optionsscheine zu regeln ist, und würde betroffenen Anlegern eine Perspektive geben. Wenn das BMF jetzt von diesem ursprünglichen Entwurf abweicht, weckt das Unverständnis und offenbart einmal mehr die feindliche Gesinnung gegenüber Privatanlegern.“

Würden Optionsscheine jetzt durch das Anwendungsschreiben des BMF den Termingeschäften zugerechnet, wird die neugeschaffene Unwucht im Steuerrecht weiter dramatisch verschärft.

Es gibt gute sachliche Argumente dafür, warum Optionsscheine steuerlich als sonstige Finanzinstrumente und nicht als Termingeschäfte zu klassifizieren sind. Die Klassifizierung sollte anhand der Erfüllungsweise von Optionsgeschäften vorgenommen werden. Diese ist bei Optionsscheinen „Zug-um-Zug“, sie sind daher bei der steuerlichen Behandlung den Kassageschäften zuzurechnen, und nicht den Termingeschäften. Diese Einschätzung wird auch von Wissenschaftlern geteilt.

Eine Studie der WHU aus dem vergangenen Jahr zeigt, dass hunderttausende von Privatanlegern von einer solchen Klassifizierung betroffen wären. Zudem stellt die Studie der WHU fest, dass 68,8 Prozent der Nutzer von Hebelprodukten wie Optionsscheinen diese zur Absicherung einsetzen. Die Beschränkung der Verlustverrechnung erschwert es Anlegern von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen.

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Devisen

Türkische Lira vor weiterer Aufwertung? Aktuelle Zinsentscheidung gibt Hoffnung

Redaktion

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Von

Türkei Flagge

Die türkische Lira könnte noch weiter aufwerten. Warum? Nun, zuerst ein kurzer Rückblick. Seit November ist der Leitzins in der Türkei durch die türkische Zentralbank in zwei Schritten kräftig angehoben worden, von 10,25 Prozent auf zuletzt 17 Prozent. Erst der zweite Zinsschritt von 15 Prozent auf 17 Prozent an Heiligabend brachte Vertrauen in die Lira – denn die Inflationsrate liegt derzeit bei satten 14,6 Prozent. Jetzt liegt der Leitzins deutlich genug über der Inflation, damit es einen positiven Geldfluss vom Ausland in die Türkei geben kann. Dies wäre Balsam für die türkische Lira. Aber so ein hoher Leitzins muss einige Zeit beibehalten werden, damit er wirken kann.

Und nun? Heute hat die türkische Zentralbank erneut eine weitere Zinsentscheidung verkündet. Man belässt den Leitzins bei 17,0 Prozent. Dies kann vom Devisenmarkt als Signal gewertet werden, dass die Zentralbanker gewillt sind die Angelegenheit „durchzuziehen“, als eine nachhaltige Bekämpfung der hohen Inflation.

Türkische Lira reagiert leicht positiv

Auf längere Sicht hohe Zinsen in der Türkei – das könnte die türkische Lira nachhaltig aufwerten lassen. Und die letzten Wochen lief es ja schon ganz gut in diese Richtung. Und jetzt aktuell? Die Zinsentscheidung wurde um 12 Uhr deutscher Zeit veröffentlicht. Da notierte US-Dollar vs türkische Lira noch bei einem Wechselkurs von 7,39. Jetzt notiert USDTRY bei 7,36. Im Chart sehen wir den Kursverlauf von Dollar vs Lira seit Februar 2020. Die türkische Währung konnte seit November einiges gut machen, und könnte womöglich nun weiter aufwerten (sicher ist das aber natürlich nicht).

Zentralbank mit guten Aussagen, Erdogan meldet sich zu Wort

Die Notenbanker in Ankara erklärten heute, dass man seinem harten geldpolitischen Kurs treu bleibe, bis sich ein nachhaltiger Rückgang der Inflation abzeichne. Falls nötig, werde man weitere Schritte zur Straffung der Geldpolitik unternehmen. Super, da freut sich der Devisenmarkt im Sinne einer festeren Lira? Achtung, Präsident Erdogan fordert seit Jahren sinkende Zinsen. Die würden (so Erdogan) die Inflation zum Sinken bringen – was aber eigentlich genau anders rum funktioniert. Seit Monaten hört man von Erdogan kaum Aussagen in dieser Hinsicht. Aber am letzten Freitag, da meldete er sich wieder zu Wort. Die aktuelle Geldpolitik (steigende Zinsen sollen Geld teuerer machen etc) diene nicht der Türkei. Die Lösung des Problems der hohen Inflation sei, die Zinsen zu senken. Bringt dies die nachhaltige Erholung der Lira wieder in Gefahr?

Chart zeigt US-Dollar gegen türkische Lira seit Februar 2020

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Devisen

Goldpreis steigt nach Yellen-Rede – was ist da los?

Claudio Kummerfeld

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am

Ein Barren Gold

Der Goldpreis reagiert recht merkwürdig auf die gestern Abend gehaltene Online-Rede der neuen US-Finanzministerin Janet Yellen vor dem US-Kongress. Wir sprachen vorgestern vorab darüber, und was ihre möglichen Aussagen für den Goldpreis bedeuten könnten. Ein stärkerer US-Dollar würde den Goldpreis schwächen. Vorab waren Redeinhalte durchgesickert. Aber ob sie auch wirklich genau das sagen würde? Nun, es kam wie erwartet. Janet Yellen (hier alle wichtigen Redeinhalte) sagte ganz eindeutig, dass man nicht wie die Trump-Regierung einen niedrigen US-Dollar sehen möchte.

Nein, man überlässt es dem freien Devisenmarkt den fairen Wert für den US-Dollar zu finden, ohne jede verbale Beeinflussung. Trump hatte auf einen billigeren US-Dollar gedrungen, damit die US-Wirtschaft wettbewerbsfähiger wäre (damit wären US-Produkte im Ausland günstiger). Janet Yellen sprach gestern von einer stabile Währung, deren Preis von den Marktkräften bestimmt werden solle. Man strebe keinen schwächeren US-Dollar an. Es sei inakzeptabel absichtlich schwächere Wechselkurse anzuvisieren um wirtschaftliche Vorteile zu erlangen, so Yellen. Und der Goldpreis, wie reagierte der auf diese Worte?

Warum steigt der Goldpreis nach der Yellen-Rede?

Nun, ihre Worte bringen ganz eindeutig Phantasie für einen höheren US-Dollar. Dann würde der Goldpreis fallen. Aber das Gegenteil passiert seit gestern Abend. Der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere wichtige Währungen) fiel von 90,50 auf aktuell 90,27 Indexpunkte. Der Goldpreis steigt seit gestern Abend von 1.840 auf aktuell 1.855 Dollar. Damit zeigt er Stärke, als klassische negative Korrelation zum US-Dollar.

Nun, offenbar geht der Markt kurzfristig vor nach dem Motto „Sell on good news“? Der US-Dollar war die letzten Tage vor der Yellen-Rede gestiegen (in Erwartung genau dieser Aussagen), und jetzt kam die Yellen-Rede exakt wie erwartet auf den Tisch. Also, erstmal Gewinne im Dollar machen, und der Goldpreis kann steigen? Auch kann man den aktuellen Anstieg im Gold erklären mit anderen gestrigen Aussagen von Janet Yellen. Ebenfalls wie erwartet will sie nun erstmal jede Menge neue Schulden machen um US-Bürger und Wirtschaft zu stützen in dieser Krise. Das ist tendenziell positiv für Gold. Aber, als Frage formuliert: Kommt der Drang hin zu einem stärkeren US-Dollar bald wieder zum Vorschein, und Gold schwächelt doch? Vorsicht ist also geboten im restlichen Verlauf dieser Woche.

Chart zeigt Kursverlauf von Goldpreis gegen US-Dollar
Im Chart sehen wir seit gestern früh den steigenden Goldpreis in rot-grün gegen den fallenden US-Dollar.

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Anmeldestatus

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