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Nach der UK-Wahl: Jetzt rauscht es in den Keller!

FMW-Redaktion

Jetzt rumpelt es heftig in Großbritannien! Und das gleich an zwei Fronten: einerseits bei den Ausgaben der Konsumenten, andererseits bei der Stimmung in den Chefetagen, vor allem nach der Wahl mit dem Verlust der absoluten Mehrheit durch die Konservativen!

Manchmal kommen die Dinge etwas später als prognostiziert, aber sie kommen eben dann doch. So ist es auch mit dem Brexit, der durch den Fall des Pfunds zunächst einmal sogar zu einer kurzen Belebung der britischen Wirtschaft geführt hatte, aber wir hatten schon damals den sehr dringenden Verdacht, dass die Freude nicht allzu lange währen würde!

Und so ist es nun auch. Denn wenn Preise deutlich schneller steigen als Löhne, wie derzeit in Großbritannien der Fall, denn wird es früher oder später eng für den Konsumenten. Und so kommt es jetzt: die Serie steigender Konsumausgaben, nicht zuletzt beflügelt durch steigende Immobilienpreise, die die überwiegende, immobilienbesitzende Mehrheit der Briten auf dem Papier reicher machte und so mehr konsumieren ließ, ist wohl zu Ende. Das zeigen neueste Daten des Kreditkartenunternehmens Visa: demnach fielen erstmals seit September 2013 im Mai 2017 die Ausgaben der Briten im Vergleich zum Vorjahresmonat, und zwar um -0,8%. Zum Vormonat April war das Minus noch deutlicher mit -1,9%.

„Our Index clearly shows that with rising prices and stalling wage growth, more of us are starting to feel the squeeze“, so der für UK und Irland zuständige Managing Director von Visa, Kevin Jenkins. Also ganz klar: steigende Preise, eher stagnierende Löhne, kein Wunder also, dass die Geldbeutel der Briten klemmen! Dabei fielen die Ausgaben der Briten für Transport und Kommunikation so stark wie seit April 2012 nicht mehr, die Ausgaben für Haushaltsgüter so stark wie seit März 2013 nicht mehr. Und das dürfte so schnell nicht besser werden, eher im Gegenteil, wie IHS Markit meint:

„The outlook for consumer spending continues to look relatively bleak, with households facing faster increases in living costs and muted wage growth. Combined with relatively low levels of consumer confidence, uncertainty around the outcome of Brexit and a slowdown in UK economic growth, it’s likely we will continue to see weaker expenditure trends at least in the near-term.“

Also geht es wohl weiter bergab, zumal die Wirtschaft Großbritanniens so schwach wuchs im ersten Quartal wie keine andere der 28 EU-Ökonomien.

Nach der Wahl ist dann auch die Stimmung in den britischen Chef-Etagen in den Keller gerauscht, wie eine heute veröffentlichte Umfrage vom Institute of Directors zeigt, die ab Freitag, also unmittelbar nach Bekanntwerden des Wahlergebnisses, begonnen hatte. Nun sind 57% der befragten britischen Unternehmenslenker pessimistisch für die Wirtschaft, nur 20% optimistisch – bei der letzten Umfrage war das Verhältnis zwischen Optimisten und Pessimisten noch weitgehend ausgeglichen.

Man könne, so schreibt das Institut of Directors, den Stimmungsumschwung und seine Folgen für die britische Wirtschaft kaum überschätzen (durch geringere Investitionen etc.):

“It is hard to overstate what a dramatic impact the current political uncertainty is having on business leaders, and the consequences could – if not addressed immediately – be disastrous for the UK economy..“.

Und das britische Pfund hatte auch schon einmal bessere Laune..



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24 Kommentare

  1. ach ja wieder einmal das britische dummland…hm…da freuts einen doch so richtig, dass man in einer zentralistischen hütchenspieler trick eu diktatur sitzt und einer für alle die schuldengemeinschaft die umvolkung und die regiernenden finanzverbrecher bejubelt. klaro, abtrünnige waren immer irre und dämlich und überhaupt….ist doch egal wie die gesellschaft aussieht, hauptsache kohle und blasiertheit…wertfreier ego zirkus.
    man kann es auch hier nicht mehr hören sry…

    1. @Oscar, was bitte ist „umvolkung“?? Sind Schlagworte der Identitären, nicht wahr? welche Werte haben die denn zu bieten – etwa Reinrassigkeit? Hurra, schöne neue alte Welt der „Retropie“ – vielleicht mal nach vorne kucken statt in eine idealisierte Vergangenheit, die es so nie gab!!

      1. Ich weiß natürlich nicht, was Oscar wirklich mit dem Begriff Umvolkung gemeint hat.

        K ö n n t e sein, er wollte sagen, dass in Deutschland ein Bevölkerungsaustausch stattfindet. Dahingehend, dass die Quote der Menschen mit Migrationshintergrund im Vergleich zum Anteil der Bio-Deutschen in den letzten 30 Jahren rapide zugenommen hat. Mit einem sehr steilen Anstieg dieser Quote in den letzten Jahren.
        Und mit einem geradezu dramatisch wirkenden Anstieg in der Altersgruppe der bis zu 5 Jährigen Bewohner. Anhand dieser, der zukünftig hier Lebenden, erkennt man, dass der Bevölkerungsaustausch schon in die statistische entscheidende Phase übergegangen ist, da die Quote bereits die 50% erreicht hat.

        1. Umvolkung soll vermutlich im weiteren Kontext die konsequente Umgehung und Untergrabung des “ Volkswillens“ durch staatliche und EU-überregionale Institutionen bedeuten. Bio-Deutsch ist auch nicht ganz lupenrein….
          Sogar Identitäre sind grundsätzlich, solange sie sich an geltende Gesetze halten und Steuern zahlen, Teil der HEUTIGEN demokratischen Gesellschaftsstruktur.
          Leider gibt es von denen hundertmal mehr als in den kühnsten Albträumen vermutet….quasi das letzte und zeitgemäss gesellschaftsfähige Facelift des Antisemiten und daraus resultierenden Urnazis.
          Leider ist dagegen noch kein Kraut gewachsen….die derzeitig sich wieder verstärkenden und leider von der Politik stark vergessenen Gesellschafts- und Klassenunterschiede sind der Nährboden für modernisiertes ewig gestriges Gedankengut.

          1. ….solange Mutti und ihre Handlanger das Land (und Europa) mit ihrer Ein-Parteien-Politik „zukacken“ wirds leider hinter (noch) geschlossenen Türen immer schlimmer werden….leider. Und M. Schulz wär sowieso der erste Scharfrichter….wenn man ihn frei gewähren lassen würde.

      2. https://de.wikipedia.org/wiki/Umvolkung
        „Bio-Deutsche“ und Bevölkerungsaustausch???
        Hier wird es aber langsam echt recht(s) bedenklich, und das trotz Lügenpresse, die nur einseitig veröffentlicht.

      3. Umvolkung oder Reinrassigkeit, da kennt jemand aber auch nur die Extreme!

    2. @Oscar, wenn Sie „es auch hier nicht mehr hören können“, sorry, warum halten Sie sich dann nicht fern und verschonen uns damit mit nationalsozialistischem Gedankengut und Begriffen, die seit 70 Jahren keiner mehr benutzen mag?
      Abtrünnige waren und sind natürlich nicht immer irre, aber Ihre Kommentare sind tatsächlich irre und dämlich und überhaupt…

      1. nationalsozialistischem Gedankengut? Aber Michael, was macht den so ein strammer Antifaschsit und Marxist auf der Seite der bösen Kapitalisten?

        1. @Mulinski, Antifaschist ja, das bin ich. „Antifaschsit“ kenne ich nicht. Ein neuer Begriff der populistischen Rechten, á la Covfefe?
          Dass ich heute ein Marxist bin, freut mich, weil mich die Marxisten während des Studiums ständig als reaktionären Kapitalisten bezeichnet haben.
          Was ich hier mache: Börseninfos recherchieren, die man woanders so schnell nicht findet.
          Was machen Sie als strammer Antimarxist und Faschist eigentlich hier?
          Außer zusammenhanglose Biertischweisheiten von sich zu geben…

    3. oscar, man sollte wenigstens dieses Forum frei halten von den immer gleichen politischen Ansichten. Schwerpunkt sollte Börse sein und bleiben, danke.

      1. Richtig.
        Andererseits hat Oscar in seinem Kommentar mindestens 4 andere sehr sehr unfeine Begriffe genannt. Teilweise recht Heftige. Können sie ja noch mal lesen.

        Aber das Radarsystem von Markus Fugmann veranlasste diesen, sich gezielt einen einzigen rauszupicken und zu kommentieren. Das führte überhaupt erst zu den vielen Kommentaren außerhalb des Tradingthemas. Ich hätte die Begriffe von Oscar bei meiner Oberflächlichkeit glatt überlesen.
        Ich nehme mal an, ohne die Antwort von Herrn Fugmann wäre dieser Bericht längst in den Abgründen des Archivs verschwunden und wir hätten Zeit gehabt, ein paar unseelige Puts zu ordern.

        Aber nun ja, ein paar Klicks mehr auf die Seite, tun FMW ja auch ganz gut. Ich möchte ja, dass sie wirklich von allen
        Google-Suchern gefunden wird. Nicht nur von den hier ohnehin schon Lesenden – wie mir Petkov eben erklärte.

        1. Meine Antwort war für PK

  2. @ ALLE Glaubt ihr wirklich, dass der ganze Mist auf dem Rücken irgendeines wie auch immer gearteten Oscars gewachsen ist?
    Bitte kurz oder lang mal nachdenken, bevor die üblichen und sinnlosen Hasstiraden losgetreten werden….denn in JEDEM von uns steckt mehr oder weniger ein kleiner Antisemit, der sich mit mehr oder weniger Andersartigem mehr oder weniger schwertut. Liegt einfach in der Natur der Menschen, und nur wenn man darüber Bescheid weiss, kann man im eigenen Handeln und Denken freier und ein bisschen unvoreingenommener werden!

    1. Auweia, jetzt bin ich verwirrt. Was hat denn Antisemitismus (Judenhass) mit Xenophobie (Fremdenfeindlichkeit), einem evolutionsbiologischen Überbleibsel, zu tun. Klar, Babys im Alter von 6 Monaten beginnen zu „fremdeln“ und früher auf dem Land war ein Auswärtiger erstmal suspekt, aber dass in uns allen ein kleiner Antisemit steckt, halte ich für maßlos übertrieben. Gemeint war doch eher die starke Zuwanderung von muslimischen (nichtjüdischen) Menschen in unsere Gesellschaft mit all ihren Integrationsproblemen.
      Gruß

    2. Welcher ganze Mist soll auf dem Rücken welchen Oscars gewachsen sein?
      Ich lese hier von „Umvolkung“ und „Bio-Deutschen“.
      Echt jetzt? Ein jeder tut sich mit Andersartigem schwer?
      In der heutigen Zeit, in der jeder Tag neu erfunden wird? In der keine Wertesysteme mehr zu bestehen scheinen. Nun ja, vielleicht ok!
      In jedem steckt ein Antisemit? Nicht OK! Beleidigend!!!
      Obwohl, es mag sein, in mir steckt ein Anti-Nazi, was ja im Hinblick auf das Andersartige und den inzwischen sehr reduzierten Sprachgebrauch schon wieder antisemitsich interpretiert werden könnte ;)
      Die Erkenntnis macht mich freier und unvoreingenommener ;)
      Bei mir sind es die Oscars und die Gerds dieser Welt, mit denen ich mich „schwertue“, denn die sind tatsächlich andersartig. Fast schon abartig in ihrer umvolkungschen Nazisprache.
      Keine „Hasstiraden“, nur das Echo, wie man in den Wald ruft, so schallt es heraus. Nur die Bitte um höfliche, sachliche und menschenwürdige Kommunikation.

    3. @Bademeister: Lesen Sie den Inhalt, beachten Sie die Rechtschreibung, interpretieren Sie die Aussagen:
      http://finanzmarktwelt.de/500-000-neue-arbeitsplaetze-fuer-2017-erwartet-keine-bewerber-mehr-auffindbar-bei-mehr-als-3-mio-arbeitslosen-61161/#comment-27736

      Wie soll man so etwas ernst nehmen?

      1. Garnicht!

    1. ….fehlgeleiteter aber ernstzunehmender Aktionismus!

  3. Hier zwei Definitionen aus dem Neuen Brockhaus von 1938:

    Semiten: 1) Eine Sprachfamilie von Völkern Vorderarabiens, Nord- und Ostafrikas. Diese im 18. Jh. wieder aufgenommene Bezeichnung deckt sich inhaltlich nicht mit der in der Bibel (1.Mos.10). Eine semitische Rasse gibt es nicht. Die Heimat der ursprünglichen Semiten dürfte Arabien gewesen sein; in vier großen Wanderungen drangen sie nach Norden vor. Die erste Wanderung ließ die Babylonier in Mesopotamien entstehen, eine zweite die Phönizier, Moabiter, Hebräer u.a., die dritte die Wandäer, Nabatäer, Samaritaner u.a. Die vierte und größte Wanderung war die durch Mohameds Auftreten ausgelöste arabische. Aus einer Westwanderung zu unbekannter Zeit entstanden wohl die alten Ägypter wie auch die Abessinier.
    2) volkstümlich: Die Juden

    Antisemitismus (Bismarckzeit): Judenfeindliche Bewegung

    ———-

    An diesen Definitionen ist zu erkennen, dass der Begriff Antisemitismus damals von den Nazis wieder aufgenommen und neu definiert wurde.
    Antisemitismus ist grundsätzlich ein Begriff der Fremdenfeindlichkeit, der wesentlich mehr Facetten beinhaltet als nur den Judenhass, ein von den Nazis zurechtgewursteltes imaginäres Konstrukt….könnte wiederum der Vorreiter der heutigen „Leitkultur“ sein!

  4. Was ging denn hier heute Nacht noch fürn Geschreibsel ab?

    Da ich immer versuche möglichst nicht wertend zu schreiben, sondern nur Fakten zu bringen, (außer natürlich z.B. bei Tesla und so) möchte ich deshalb vorsichtshalber eine kleine Verbesserung an meinem Text vornehmen. Es soll ja schließlich nur um Statistik gehen – um nicht mehr.
    Den Satz mit dem Begriff Bio-Deutsch, den ich von Frau Gesine Schwan (ehem.
    Bundespräsidentkandidatin) kennengelernt habe, als sie ihn in einer Talkshow verwendete, ersetze ich:
    „Dahingehend, dass die Quote der Menschen mit Migrationshintergrund im Vergleich zum Anteil der hier lebenden Menschen ohne Migrationshintergrund…“

    Ist zwar auch nicht leichter zu verstehen, dafür ist er aber länger. Aber manchen scheint es ja wichtiger zu sein, was auf der Verpackung draufsteht, als das was drin ist.
    Ok., aber jetzt bitte wieder nur den Sachverhalt der Statistik angucken. Oder halt gar nichts.

    Ach ja, vielleicht könnte mir noch jemand für das, was die Statistik aufzeigt ein anderes Schlagwort nennen als „Bevölkerungsaustauch“. Gibt womöglich ja einen anderen prägnanten Begriff.

    1. Und da man ja hier seine Worte anscheinend erst auf die Goldwaage legen muss, präzisiere ich vorsorglich noch:

      Ich suche natürlich und selbstverständlich als Alternativbegriff für ‚Bevölkerungsaustausch‘ nicht das Wort ‚Umvolkung‘. Das hatten wir ja als nicht akzeptabel bereits beiseite gelegt.

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