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Nach der US-Wahl scheint nur eins sicher: Volatilität!

In Wahljahren, das zeigt die Historie, ist die Volatilität im November deutlich höher als in nicht-Wahljahren – sie liegt durchschnittlich 22% höher. Das gilt auch dann für den Dezember..

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FMW-Redaktion

Was passiert nach der US-Wahl an den US-Märkten? Der Blick in die Geschichte der US-Indizes gibt hier einige Aufschlüsse: so war etwa seit dem Jahr 1900 bei 30 Wahlen 23mal der folgende Handelstag beim Dow Jones positiv. Aber die beiden Wahlsiege Obamas brachten am Tag nach der Wahl (2008 und 2012) jeweils einen ziemlich heftigen Abverkauf (im Jahr 2008 ein Minus von 5%!) – obwohl dann in der Amtszeit Obamas die US-Aktienmärkte sich ja bekanntlich gut entwickelten (seit Amtsantritt Obamas 2008 gewann der S&P pro Jahr durchschnittlich 13,3%!).

Am nach den Wahlen folgenden Handelstag schwankt der S&P in der Regel ziemlich heftig mit 1,5% – aber die Reaktion der Märkte am Tag nach den US-Wahlen war in weniger als der Hälfte der Fälle wegweisend für das, was dann in den kommenden 12 Monaten passiert ist. Das bedeutet: die Reaktion der Aktienmärkte am Tag nach der US-Wahl hat eigentlich ziemlich wenig Aussagekraft! Letztlich unterscheidet sich historisch die Performance der US-Indizes auch nicht an der Frage, ob die Republikaner oder die Demokraten den Präsidenten stellen, wenn man sich die Entwicklung des S&P500 historisch ansieht.

Allenthalben hört man derzeit von Profi-Investoren: sollte Trump gewinnen und es zu einem sell-off kommen, würden wir wieder kaufen, weil die Lage grundsätzlich doch OK sei. Möglicherweise ist das ein „gelerntes“ Verhalten als Reaktion auf den Kursverlauf nach dem Brexit-Votum – aber die Märkte in den USA ebenso wiedie Frage, wie es mit den USA weiter geht, sind eben viel wichtiger als alles, was mit Großbritannien zusammen hängt!

Nur ein Schema scheint ziemlich sicher: die steigende Volatilität! In Wahljahren, das zeigt die Historie, ist die Volatilität im November deutlich höher als in nicht-Wahljahren – sie liegt durchschnittlich 22% höher. Das gilt auch dann für den Dezember, in dem die Volatilität durchschnittlich immer noch 20% höher ist als in Jahren, in denen keine US-Präsidentschaftswahl stattfindet!

Nun hat die Volatilität durch den Abverkauf bei den US-Indizes mit neun Handelstagen in Folge beim S&P500 zuletzt deutlich zugenommen. Aber sie liegt immer noch historisch gesehen sehr niedrig mit einem Stand des VIX von knapp 17. Denn diese Vola von 17 liegt 55% unter dem historischen Durchschnitt im November in den letzten Jahrzehnten – ob Wahljahr oder nicht.

Das heißt mit anderen Worten: da die Vola derzeit immer noch historisch sehr niedrig ist, ist ein starkes Anstieg der Volatilität sehr wahrscheinlich nach den US-Wahlen! Das gilt vor allem im Falle eines Sieges von Donald Trump, aber auch im Falle eines Sieges von Clinton. Und je knapper Clinton gewinnt (wenn sie denn gewinnt), umso höher dürfte dann die Volatilität ausfallen nach der US-Wahl, schon weil dann die Trump-Anhänger sicher sagen werden, die Wahl sei manipuliert gewesen („rigged elections“) und damit die politische Unruhe die Märkte nervös machen dürfte.

Und wer gewinnt? Wenn man an historische Kursverläufe glaubt..Trump! Denn in sieben von acht Fällen, in denen der S&P500 in den drei Monaten vor der Wahl gefallen war, verlor die Partei die Wahl, die den Präsidenten stellte. Demnach wäre die Wahrscheinlichkeit, dass Trump gewinnt, bei ca. 86%..

Hier eine interessante Grafik – wo wird wie gewählt in den einzelnen Bundesstaaten:

us-wahlen
Foto: Wikipedia, Gemeinfrei

6 Kommentare

6 Comments

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    frank.trg

    7. November 2016 11:52 at 11:52

    Ich bete für Trump!

  2. Avatar

    Verinet

    7. November 2016 12:54 at 12:54

    …das ist ja eine tolle Grafik….wenn wirklich wo so gewählt wird gewinnt Clinton haushoch…..und was bedeuten die grünen Staaten?….ein paar Erklärungen wären hilfreich

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      Markus Fugmann

      7. November 2016 12:56 at 12:56

      @Verinet, in der Grafik geht es um den Wahlmodus, also in welchen Staaten wie gewählt werden kann, early voting, Briefwahl etc; hat also nix mit Trump oder Clinton zu tun..

      • Avatar

        Verinet

        7. November 2016 13:00 at 13:00

        Danke für die Erläuterung wurde aus dem Beitrag aber nicht ersichtlich

  3. Avatar

    Marko

    7. November 2016 23:31 at 23:31

    Das galube ich nicht, onhne mir der Sache mit der Volatiliät duchgelesen zu haben.
    Wegen Trump. 😉

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    Marko

    7. November 2016 23:47 at 23:47

    „Das heißt mit anderen Worten: da die Vola derzeit immer noch historisch sehr niedrig ist, ist ein starkes Anstieg der Volatilität sehr wahrscheinlich nach den US-Wahlen! Das gilt vor allem im Falle eines Sieges von Donald Trump, aber auch im Falle eines Sieges von Clinton.“

    Die Volatilität würde dann steigen, wenn Trump gewinnt und zwar sigifikant :
    die Bärenmarktwelt wäre dann „back“.
    Die Vola ist signifikant niedrig, durch künstlich verzerrte Anleihenmärkte, welche natürlich Auswirkungen auf den Aktienmarkt haben, indirekt.

    Mit anderen Worten : Vola beim Anleihenmarkt, Vola beim Aktienmarkt..

    VG

    Marko

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Wirecard: Die Shorties geben immer noch nicht auf!

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Eigentlich hätte dies ein Befreiungsschlag sein müssen, die Zahlen von Wirecard zum vierten Quartal 2019 und zum Gesamtjahr! Denn sie fielen besser aus als erwartet, so dass die Firma im Vergleich zu ihrer Bewertung (KGV 2020 – 24) fundamental sogar als billig einzustufen ist.

Die Zahlen von Wirecard – und die Reaktion

Der CEO von Wirecard, Hannes Braun, hatte gute Zahlen versprochen und bei der Präsentation sogar noch eine Schippe draufgelegt. Der Umsatz der Firma steigerte sich im vierten Quartal um 46,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg um 40,6 Prozent. Da diese Zahlen die Entwicklung der ersten drei Quartale übertraf, hätte man eigentlich von einer positiven Reaktion der Börse ausgehen müssen. Diese kam auch zunächst mit einem Sprung bis auf 145 Euro, anschließend ging es aber knapp 3,5 Prozent ins Minus. Eine erste Erklärung war, dass man enttäuscht darüber sei, dass es kein Statement zur Sonderprüfung durch KPMG gegeben hätte. Aber auch die nächsten Tage ging es weiter nach unten. Glauben die Leerverkäufer immer noch an einen negativen Prüfbericht?

Warten auf das Quartalsende?

Bereits seit dem Monat November laufen die Untersuchung des Wirtschaftsprüfers KPMG, so dass man annehmen muss, dass dieser schon einen großen Überblick über die Geschäfte der Firma haben muss. Da beginnt das Rätselhafte: Hätte man Unregelmäßigkeiten gefunden, müsste dies die Firma nach den Börsenregeln veröffentlichen. Die ad-hoc-Verpflichtung lautet:

„Nur wenn börsennotierte Unternehmen alle Marktbeteiligten schnell und umfassend über Insiderinformationen aufklären, können Anleger fundierte Entscheidungen treffen und sind gegenüber Insidern nicht benachteiligt. Inlandsemittenten sind daher verpflichtet, unverzüglich zu diesem Zweck – also ad hoc – die Öffentlichkeit über unbekannte Umstände aus ihrem Unternehmen ins Bild zu setzen, wenn diese so beschaffen sind, dass sie auf den Preis des Finanzinstruments einwirken und wenn sie den Emittenten unmittelbar betreffen“ (Art. 17 Abs. 1 Marktmissbrauchsverordnung MAR – BaFin)

Hätte man in der Zwischenzeit etwas Kursrelevantes gefunden, so hätte der neue Aufsichtsratsvorsitzende Thomas Eichelmann eine solche Meldung hinaussteuern müssen. Aber was hat der neue Chef im Aufsichtsrat getan? Am 22. Januar hatte er in einem Interview mit dem manager magazin festgestellt:

„Aus der Tatsache, dass wir noch keine Ad-hoc-Meldung abgegeben haben, können Sie Ihre Schlüsse ziehen“. Der erfahrene Manager, der bereits Finanzvorstand der Deutschen Börse AG gewesen ist, muss wissen, dass Verstöße gegen ad-hoc-Verpflichtungen gerichtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Die Leerverkäufer scheinen sich für seine Aussage jedoch nicht zu interessieren.

Fazit

Es ist eine spannende Geschichte, die sich um die größte Wachstumsaktie im Dax, dem Finanzdienstleister Wirecard aus Aschheim bei München, entwickelt.

Und eine etwas seltsame. Man spekuliert auf Unregelmäßigkeiten aus den Jahren 2016/2017 und interessiert sich nicht für das laufende und die Aussichten für das künftige Geschäft. Obwohl keiner der ständig anwachsenden Partner von Wirecard bisher einen Rückzieher gemacht hat: Börsen bewertet Zukunft, heißt es. Selbst große Verluste werden toleriert, wenn ein Unternehmen überzeugende Argumente für die Zukunft offeriert. Nur nicht bei Wirecard, die Shortseller halten anscheinend ihre Positionierung aufrecht. Noch sind es ja 30 Börsentage bis zum Quartalsende.

Der Kampf zwischen der Führung von Wirecard und den Shortsellern geht weiter
Firmenzentrale in München. Foto: Kaethe17 CC BY-SA 4.0 – Ausschnitt aus Originalfoto

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Alstom größter Profiteur der deutschen Bahn-Subventionen? – Werbung

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Lieber Börsianer,

Deutschland möchte 86 Milliarden Euro in die Deutsche Bahn investieren! Einer der größten, wenn nicht DER größte Nutznießer dieser Investitionen könnte der französische Konzern Alstom sein. Denn der ist neben Siemens der letzte verbliebene große Anbieter von Fernverkehrszügen in Europa. Die Aktie erwachte bereits aus einem zwanzigjährigen Winterschlaf!

Die europäische Zugindustrie befindet sich schon länger in der Krise. Größere Investitionen gab es schon lange nicht mehr und exportiert wird auch zu wenig. Die Musik spielt inzwischen in China, die aber nach ersten Importen inzwischen die Schnellzüge lieber selbst herstellen, als sie teuer aus Europa zu kaufen. Der rasche Erfolg der chinesischen Hersteller hat möglicherweise auch etwas damit zu tun, dass Siemens bereitwillig ihren ICE3 nach China verkaufte, der sicherlich intensiv studiert wurde, bevor chinesische Anbieter binnen weniger Jahre eigene Züge für mehr als 300km/h Geschwindigkeit auf den Markt brachten.

Um Kosten zu sparen, versuchten Alstom und Siemens ihre Zugsparten im vergangenen Jahr zu fusionieren, was aus kartellrechtlichen Gründen untersagt wurde. Alstom wagt nun den nächsten Versuch und möchte die Zugsparte des kriselnden kanadischen Anbieters Bombardier übernehmen.

Für die Deutsche Bahn als Kunde ist die Marktbereinigung natürlich fatal. Weniger Auswahl bedeutet letztendlich höhere Preise. Ohnehin wird die üppige Finanzierung, die Bund und Länder der Deutschen Bahn zusagten, Begehrlichkeiten bei den Zugherstellern wecken. Der Bund macht 86 Milliarden Euro in den kommenden zehn Jahren locker, um Schienennetz und Wagenpark zu erneuern. Zusammen mit schon bestehenden…..

Täglich gratis! Lesen Sie diesen Artikel in ganzer Länge, und erhalten Sie auch alle meine folgenden Analysen regelmäßig und in voller Länge automatisch per e-mail. Sie müssen nur beim Klick an dieser Stelle ihre e-Mail Adresse angeben.

Mit Börsianer-Grüßen,
Thomas Kallwaß
Chefanalyst Profit Alarm

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Sophie Schimansky LIVE zum Handelsstart an der Wall Street – „Glas halb voll“

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Sophie Schimansky berichtet ganz aktuell im folgenden Video zum Handelsstart an der Wall Street. Die Grundstimmung scheint zu lauten „es wird schon wieder“ bezüglich der wirtschaftlichen Auswirkungen des Coronavirus.

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