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Nach Druck von Trump? Saudis wollen wohl doch mehr Öl auf den Markt werfen

Die Saudis können relativ zügig und problemlos dem Weltmarkt 2 Millionen Barrels pro Tag zusätzlich zur Verfügung stellen – das ist kein Geheimnis. Diese Woche hieß es bislang von den Saudis und sonstigen OPEC-Staaten, dass man seine Fördermenge nur dann raufsetze, wenn die Kunden dies mit höherer Nachfrage verlangten. Aber Donald Trump hatte vor genau einer Woche kräftig gegen die Golfstaaten gefeuert. Er braucht für seine Wähler günstige Benzinpreise, also solle die OPEC gefälligst mehr Öl fördern.

https://twitter.com/realDonaldTrump/status/1042733544466989057

Laut CNBC sollen es 550.000 zusätzliche Barrels pro Tag sein, welche Saudi-Arabien mehr fördern will. Diese Menge wolle das Königreich still und leise innerhalb der nächsten Monate auf den Markt werfen um das anstehende iranische Angebotsloch teilweise auszugleichen.

https://twitter.com/SullyCNBC/status/1045246258133241856

Gerüchten am Markt zufolge wollen die Saudis diesen Anstieg ohne offizielle Ankündigung durchführen, weil man die Fördergemeinschaft aus OPEC, Russland und Co nicht verprellen möchte. Denn dort fährt man ja eigentlich eine gemeinsame Linie, und wäre wohl kaum glücklich, wenn die Saudis einfach so aus der Reihe tanzen.

Das Problem ist: Wenn die Saudis jetzt durch den Druck der USA alleine deutlich mehr Öl pumpen, werden sie es in Zukunft deutlich schwerer haben als Anführer mit den OPEC-Partnern eine gemeinsame Politik zu fahren. Niemand weiß, wie stark der Iran in den nächsten Monaten seine Fördermenge absenken wird, und wie viel Öl man trotz US-Sanktionen vielleicht weiterhin nach China verkaufen kann.

Angeblich soll Saudi-Arabien im September 200.000 Barrels pro Tag mehr gefördert haben, und im Oktober sollen es nochmal +200.000 sein. Definitiv wissen wir das erst mit der offiziellen OPEC-Monats-Veröffentlichung, die Mitte Oktober und Mitte November präsentiert wird.

Der Ölpreis reagiert aktuell fast überhaupt nicht auf diese neue Entwicklung. Noch ist es nur ein Mediengerücht. Ob die Saudis wirklich mehr pumpen, erfahren wir wie gesagt in gut zwei Wochen beim nächsten OPEC-Report. Dass sie (wenn es denn stimmt) eher still und heimlich die Fördermenge raufsetzen, ist verständlich. Denn man will ja nicht sein Gesicht verlieren, als Getriebener von Donald Trump.


Beispielfoto für Ölquellen. Foto: Arne Hückelheim / Wikipedia (CC BY-SA 3.0) – Ausschnitt aus Originalfoto



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