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Märkte

Nach einem möglichen Brexit: „1-2 Tage Unruhe am Ölmarkt, mehr nicht“

Was wäre die Auswirkung für den Ölmarkt, wenn Großbritannien die EU verlassen würde (Brexit)? Wohl 1-2 Tage Unruhe am Ölmarkt, also minimal fallende Preise, mehr aber auch nicht? Diese Sichtweise…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Was wäre die Auswirkung für den Ölmarkt, wenn Großbritannien die EU verlassen würde (Brexit)? Wohl 1-2 Tage Unruhe am Ölmarkt, also minimal fallende Preise, mehr aber auch nicht? Diese Sichtweise eines zeitlich sehr begrenzten Effekts ist nachvollziehbar. Überhaupt kann man sich fragen, ob Kursausschläge ab Freitag nicht eher emotionale Übertreibungen sein werden.

Wichtiger für die Märkte sei laut Fereidun Fesharaki, Chef der Beratungsfirma FGE, ob Länder wie Kanada, Nigeria oder Libyen ihre Angebotsmengen wieder auf den Markt bringen könnten. Geschehe dies gleichzeitig, gäbe es für den Ölmarkt negative Auswirkungen. Würden diese Länder aber zeitlich mit Abstand und in normalen Maße wieder normal an den Markt kommen, gäbe es bei der momentanen Ausbalancierung der Märkte kein Problem. Er sieht Öl dieses Jahr noch bis 55-60 Dollar laufen, mit 1-2 Tage negativen Auswirkungen durch den möglichen Brexit.

Langfristig würden die großen Faktoren wie das globale Angebot und die globale Nachfrage den Brexit schnell wieder überdecken und unwichtig werden lassen. Das Hauptereignis am Ölmarkt sei gerade eher die Entwicklung weg vom globalen Überangebot hin zur Ausbalancierung, und nicht der Brexit, so der Societe Generale-Stratge Michael Wittner bei CNBC. Falls der Brexit komme, würde ein dann fallender Ölpreis gebtrieben sein durch Risikoaversion, und nicht durch fundamentale Ängste. Ja, das kann man wohl so sehen. Selbst bei einem spürbaren Abkühlen der UK-Wirtschaft um sagen wir mal langfristig 3% oder 5% im BIP – was wäre diese minimal niedrigere Öl-Nachfrage in UK im globalen Maßstab? Ein verschwindend geringer Rückgang der Öl-Nachfrage, so darf man es vermuten. Von daher geht es wohl eher um die Angst an sich, um die Ungewissheit. Und die werde wohl zügig vom Großen Ganzen überdeckt werden – dann so darf man Wittner´s Worte wohl interpretieren!

„If there is a Brexit … we would expect a further wave of risk-aversion, which would clearly be short-term bearish for crude oil at the front of the forward curve. We have seen such waves several times in recent years, with notable examples of catalysts including developments in China (the equities and currency markets), the euro zone (Greece), and the U.S. (increases to the debt limit). Our view is that Brexit-related risk-aversion is, and will be, no different; this means that it will be difficult to trade, first because the magnitude and duration of the wave(s) are impossible to predict, and second – and perhaps more importantly – it is hard to know how much a Brexit will be priced in by the time voting takes place and results are released.“

Ob der Brexit kommt oder nicht: Wittner ist der Meinung die gesunde Nachfrage und die rückläufige Angebotsmenge werde im 2. Halbjahr 2016 in einer Ausbalancierung resultieren. Und ja, die Sichtweisen der beiden kann man gut nachvollziehen: Was sind ein paar Prozente BIP in Großbritannien verglichen mit dem globalen Ölmarkt? Ist der Brexit-Hype wirklich so kräftig, dass der Ölpreis deswegen 3, 4 oder 5 Dollar steigen oder fallen sollte? Aus fundamentaler Sicht wohl kaum – aber herje, was haben wir am Ölmarkt nicht alles erlebt in den letzten Monaten. Da ging es doch verdammt stark um Emotionen und Hysterie!

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