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Nach Jackson Hole ist vor der EZB – wichtige Daten + Ziel 8. September

Das Notenbanker-Treffen in Jackson Hole ist zu Ende. EZB-Chef Mario Draghi war nicht zugegen. Generell war es in den letzten Tagen ziemlich ruhig um die EZB. Das ändert sich jetzt aber wieder

FMW-Redaktion

Das Notenbanker-Treffen in Jackson Hole ist zu Ende. EZB-Chef Mario Draghi war nicht zugegen. Generell war es in den letzten Tagen ziemlich ruhig um die EZB. Das ändert sich jetzt aber wieder. Nachdem die Fed ihre große Show hatte, steht jetzt wieder mal die EZB-Show an. Warum wird diese Woche besonders wichtig? Mario Draghi hatte ausdrücklich darauf hingewiesen, man werde sich die aktuellsten Daten genau anschauen – damit spielt er wohl an auf mögliche Entwicklungen ausgelöst durch den Brexit-Vote der Briten für das europäische Festland.

Los geht es morgen mit EU-Geschäftsklima + Geschäfts- und Verbraucherumfragen um 11 Uhr. Am Mittwoch folgen Arbeitslosendaten aus der Eurozone und der Gesamt-EU für Juli, auch um 11 Uhr. Zur selben Zeit bringt Eurostat die Verbraucherpreise für August für EU + Eurozone. Das ist die wichtigste Kenngröße für die EZB. Allgemein nimmt die überwiegende Zahl der Analysten an, dass nach +0,2% im Juli die Verbraucherpreise im August auf Jahresbasis um 0,3% angestiegen sind. Das ist wohl ziemlich realistisch, wenn man bedenkt, dass Deutschland den Schnitt mit seinen +0,4% leicht hochzieht.

0,3% wäre der höchste Zuwachs seit Januar, aber naja, immer noch ein klein wenig entfernt (Scherz) vom EZB-Ziel von 2%. Am Freitag dann um 11 Uhr kommen die EU-Erzeugerpreise für Juli – auch ein wichtiger Indikator, der den Verbraucherpreisen vorläuft. Garniert werden die Wirtschaftsdaten aus Europa diese Woche noch mit zwei Reden. Mittwoch um 9:15 Uhr redet EZB-Chefvolkswirt Peter Praet, Donnerstag um 18 Uhr dann EZB-Ratsmitglied Nowotny. Die beiden könnten als Einstimmung möglicherweise die Richtung vorgeben, was nächste Woche geschieht. Denn nächste Woche am Donnerstag den 8. September trifft sich der EZB-Rat in Frankfurt zu seinem geldpolitischen Treffen, mit anschließender Pressekonferenz.

Die große Frage lautet: Tut sich etwas bei den Wirtschaftsdaten aus dieser Woche? Oder glaubt die EZB sie müsse erneut irgendein Signal geben, dass man „demnächst“ weiter nachlegen könnte, so vielleicht bei den Anleihekäufen (mehr Volumen?). Enttäuschende Daten diese Woche könnten den Euro weiter schwächen, in Voraussicht auf mögliche Andeutungen der EZB, dass man den Euro weiter auflockert. Verstärkend kommen die Aussagen von Fed-Chefin Yellen und Fed-Vize Fischer hinzu, die auf eine baldige Zinserhöhung in den USA hindeuten. Zinsen rauf in den USA, und möglicherweise weitere Signale einer Lockerung im Euro – das wäre dopelt schlecht für den Euro-Kurs gegen den US-Dollar. Mehr wissen wir wohl ab Mittwoch 11 Uhr, und nach der Rede gerade von Peter Praet.



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