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Nach schwächstem Jahresstart in der Geschichte der Wall Street: das große Zurückrudern hat begonnen

FMW-Redaktion

Die Wall Street erlebt den schwächsten Jahresstart in ihrer Geschichte – und jetzt beginnt das große Zurückrudern der Analysten und Banken, die reihenweise ihre Erwartungen nach unten schrauben:

Dow Jones Jahresauftakt
(Grafik: zerohedge.com)

Den Anfang hatte die Citi zu Beginn der Woche gemacht, die ihren Kunden empfahl, sich nach sechs Jahren Hausse vom US-Aktienmarkt zu verabschieden:

„Fading momentum (FMW: gemeint ist der Gewinn pro Aktie bei US-Firmen) and rising Fed funds mean that, after six consecutive years of outperformance, we cut the U.S. to ‚underweight“.

Und nach den schwachen Einkaufsmanagerindizes dieser Woche aus den USA (ISM und Markit PMI) senken zahlreiche Banken nun ihre Prognosen für das US-BIP des vierten Quartals 2015: so etwa Barclays von 1,2% auf nun 1,1%, deutlich heftiger JPMorgan Chase von 2% auf nun nur noch 1% (wegen der geringer als erwartet ausgefallenen US-Bauausgaben und Investitionen). Der von der Atalanta Fed herausgegebene Indikator GDPNow wurde von 1,3% auf nun 1% nach unten revidiert.

Und wenn das Wachstum schwächer ausfällt und die Risiken zunehmen, dürften US-Staatsanleihen die großen Profiteure sein: so schraubte vor allem die Deutsche Bank neben 13 anderen Banken ihre Erwartung für die Renditen der 10-jährigen US-Staatsanleihen deutlich nach oben – auf nun 2,25%. Begründung: die Zunahme globaler Risiken, die die Fed von einer Folge von Zinsanhebungen abhalten werde.

Die Märkte verlieren also den Glauben, dass die Fed wirklich – wie der Vize-Fed-Chef Fischer gestern sagte – in 2016 noch vier mal die Zinsen anheben wird. Eben weil die US-Konjunktur sich merklich abschwächt und die globalen Verwerfungen etwa durch den Abschwung Chinas die USA stärker als zuvor gedacht belasten dürften.

Damit folgen die Banken und Analysten einmal mehr den Märkten – und nicht umgekehrt. Fallen die Märkte, werden die Analysten pessimistischer, steigen sie, werden sie optimistischer. Das alles ist nicht unbedingt ein Ausweis für die Existenzberechtigung eben dieser Analysten..



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1 Kommentar

  1. Die Chance, daß der Preis im Verlauf des Jahres die prognostizierte Höhe erreicht, ist umso höher, je näher die Prognose am aktuellen Preis liegt. Das ist auch schon das ganze Geheimnis.

    Wenn der Preis dann mal im Jahresverlauf dieses Kursniveau erreicht, können sie sich auf die Schulter klopfen und laufen auch nicht in Gefahr, auf ihren Fondsprodukten sitzen zu bleiben.

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