Nach dem Trump-Xi-Gipfel zeigt China klar zwei Geschwindigkeiten: Exporte ziehen an, doch der Binnenmarkt bleibt schwach. Die Neuen PMI-Daten offenbaren eine wachsende wirtschaftliche Kluft.
Nach Trump-Xi-Gipfel: China der zwei Geschwindigkeiten
Nach dem Trump-Xi-Gipfel tritt China deutlich in zwei unterschiedlichen Geschwindigkeiten auf. Die neuen Einkaufsmanagerindizes bleiben schwach, zeigen aber eine wachsende Spaltung zwischen einem anziehenden Exportsektor und einem weiter stagnierenden Inlandsgeschäft. Seit dem vorläufigen Waffenstillstand im Handelsstreit mit den USA sichern sich exportorientierte Firmen wieder mehr Auslandsaufträge. Der Binnenmarkt liefert dagegen weiterhin keinerlei Zeichen einer Erholung. Die Kluft wird größer, weil externe Impulse deutlich schneller greifen als jede innenpolitische Stützungsmaßnahme.
Nach dem Gipfel: Exportsektor in China gewinnt Tempo
Der offizielle Index des Statistikamtes (NBS) steigt leicht auf 49,2 und signalisiert damit zumindest eine Stabilisierung. Der private Index von RatingDog, früher Caixin, fällt dagegen spürbar und beendet die kurze Expansionsphase von August bis Oktober. Gerade dieser Rückschlag legt aber einen Hoffnungsschimmer frei. RatingDog stützt sich vor allem auf privatwirtschaftliche und exportorientierte Mittelständler aus den Küstenprovinzen Guangdong, Zhejiang und Jiangsu. Genau aus diesen Firmenkreisen kommen im November ungewohnt starke Meldungen über neue Auslandsaufträge. Der Waffenstillstand zwischen Xi Jinping und Donald Trump hat offenbar gereicht, um die Lieferketten wieder in Richtung des Zustands vor April zurückzudrehen. Die Bestellungen für die Frühjahrssaison werden wieder häufiger direkt in China platziert und weniger in den Nachbarländern Südostasiens.
Für die Margen der chinesischen Exporteure ist das ein klarer Vorteil, selbst wenn die PMI-Daten melden, dass die Verkaufspreise weiter sinken. Die Logik ist einfach. In den Monaten vor dem Waffenstillstand liefen viele Ausfuhren über Vietnam und Thailand, um die hohen US-Zölle zu umgehen. Die zusätzlichen Stationen verteuerten die Ware für die Importeure, während die Marge der Hersteller schrumpfte. Wenn die Lieferketten nun wieder direkt laufen, können die Exporteure niedrigere Preise anbieten und trotzdem bessere Margen erzielen. Das spiegelt sich auch im steigenden Optimismus im RatingDog Index wieder. Gleichzeitig melden die Firmen dort erstmals seit Monaten wieder einen Stellenabbau. Das weist darauf hin, dass Betriebe ihre Produktivität erhöhen und weiter automatisieren. Die Firmen bereiten sich erkennbar darauf vor, mit weniger Personal und höherer Effizienz zu produzieren.
Die Verlierer dieser Entwicklung sitzen in Südostasien. Länder wie Vietnam und Thailand haben davon profitiert, als alternative Brücke in die USA zu dienen. Viele lokale Hersteller haben ihre Produktionskapazitäten ausgeweitet, ohne zu wissen, wie dauerhaft die Nachfrage sein würde. Sobald sich der Warenfluss wieder nach China verlagert, verlieren sie Marktanteile, die sie nicht aus eigener industrieller Stärke gewonnen haben.
Wie dauerhaft der Effekt ist, bleibt offen. Die politische Lage zwischen Washington und Peking bleibt angespannt. Der Waffenstillstand zeigt Wirkung, ist aber nicht stabil. China offenbar seit dem Gipfel noch keine neuen Sojabohnen in den USA bestellt. Aus Trumps Tweet über sein Telefonat mit Xi Jinping in der letzten Woche lässt sich herauslesen, dass er sich genötigt sah, auf die Vereinbarungen von Busan hinzuweisen. Das deutet nicht auf einen Konflikt, der sich von selbst beruhigt, sondern auf einen, der jederzeit wieder aufflammen kann. Unternehmen müssen deshalb weiterhin mit kurzfristigen Änderungen rechnen, die ihre Lieferketten sofort betreffen.
Inlandsnachfrage in China stagniert weiter
Der Binnenmarkt bleibt das Problemfeld. Die neuen Inlandsaufträge stagnieren. Die Verkaufspreise sind im Inlandsgeschäft weiter unter Druck. Viele Hersteller arbeiten mit hoher Kapazität und ohne Auftragsreserve. Die Unternehmen erwarten offenbar keine kurzfristige Erholung und bauen ihre Lager weiter ab. Das verstärkt den deflationären Trend. Die Preise bleiben im offiziellen Index mit 48,2 klar unter der Marke von 50. RatingDog meldet weiter fallende Preise. Gleichzeitig schwächt sich der Yuan ab. Die Einkaufspreise steigen dagegen schneller. Exportorientierte Firmen können dies dank der Kostenvorteile aus den wiederhergestellten Direktlieferungen besser verkraften. Für Firmen, die auf den Binnenmarkt angewiesen sind, bedeutet es zusätzlichen Druck und macht neue Investitionen noch unattraktiver.
Erstmals seit Dezember 2022 ist auch der offizielle Non-Manufacturing PMI unter die Schwelle von 50 gerutscht. Er liegt bei 49,5 und zeigt damit, dass die Schwäche im Binnenmarkt inzwischen auch die Dienstleistungen erreicht. Die Erlöse sinken, die Kosten steigen, die Eingänge neuer Aufträge bleiben niedrig. Der Dienstleistungssektor folgt damit der Entwicklung des herstellenden Gewerbes und zeigt, dass die Schwachstelle der chinesischen Wirtschaft inzwischen breiter geworden ist.
Die Einkaufsmanager zeigen ein immer deutlicheres Bild. Die wirtschaftliche Divergenz wächst. Der Exportteil der Wirtschaft springt wieder an. Der Binnenmarkt bewegt sich kaum vorwärts. Für Peking entsteht ein strukturelles Problem. Die Regierung will die Abhängigkeit vom Ausland reduzieren. Doch im Moment ist ausgerechnet der externe Impuls der einzige Bereich, der Stabilität bringt.
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Jo, da bleibt den Schinesen nur das Auswandern nach den USA wo alle Menschen ein gesundes, vergnügliches demokratisches Leben haben. Raus aus der Diktatur. Rein in die Demokratie. Wosd reden kannst wast willst, und DIEDA machen was sie wollen, diedado versteh’nss?