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Aktien

Nächste Bank in Italien am Abgrund: Für Kapitalerhöhung fanden sich keine garantierenden Emissionsbanken

Ein Desaster. Die neuntgrößte italienische Bank „Banca Carige“ steht möglicherweise vor dem Aus. Denn wenn es eine börsennotierte Bank nicht schafft am Aktienmarkt frisches Kapital aufzunehmen, ist das schon schlimm. Noch schlimmer ist es, wenn sie es nicht mal…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Ein Desaster. Die neuntgrößte italienische Bank „Banca Carige“ steht möglicherweise vor dem Aus. Denn wenn es eine börsennotierte Bank nicht schafft am Aktienmarkt frisches Kapital aufzunehmen, ist das schon schlimm. Noch schlimmer ist es, wenn sie es nicht mal schafft ein begleitendes Bankenkonsortium zu finden, das ihr notfalls die Abnahme des Emissionsvolumens neuer Aktien garantiert. Das ist bei Kapitalerhöhungen nämlich üblich. Ein Konsortium aus begleitenden Banken garantiert schon vor der Emission die Abnahme der Aktien, so dass das emittierende Unternehmen schon vorher weiß, dass man das Geld in die Kasse bekommt.

Die Banca Carige musste aktuell auf Verlangen der EZB 560 Millionen Euro einwerben. Wie man nun offiziell verkündet, ist dieser Versuch gescheitert. Es konnte kein Konsortium zusammengestellt werden, dass die Abnahme der neuen Aktien garantierte. Peinlich. Ein Desaster für die Bank. Das bedeutet: Die möglichen Konsortialbanken ahnen wohl, dass die Banca Carige vor dem Abgrund steht. Nehmen sie per Garantie diese neuen Aktien in die eigenen Bücher, haben sie möglicherweise schon bald völlig wertlose Aktien, für die sie gerade erst Geld ausgegeben haben.

Wer will sich darauf schon einlassen? Erst im Juli berichteten wir über eine damals noch erfolgreiche Ausgabe neuer Aktien im Wert von 500 Millionen Euro. Hierfür garantierte unter anderem die Deutsche Bank. Und die Aktie machte an dem Tag einen kleinen aber im Chart spürbaren Sprung von 0,20 auf 0,24 Euro. Das ist nun schon wieder Geschichte.

Die Aktien fielen diese Woche von Dienstag bis Mittwoch von 0,18 auf 0,14 Euro (prozentual ein kräftiger Absturz), weil am Dienstag die Kapitalerhöhung verkündet wurde. Frage: Fielen die Aktien so stark, weil der Markt geschockt war über eine neue Kapitalerhöhung? Oder fielen sie, weil  Brancheninsider in Italien schon wussten, dass sich dieses mal keine garantierenden Banken finden würden? Aktuell ist die Aktie seit gestern vom Handel ausgesetzt.

Wenn Sie wieder eröffnet, wo werden die ersten Kurse gemacht? Bei einer Spanne von 1-2 Cents? Man darf gespannt sein. Die Bankenkrise in Italien geht weiter – eine Bank nach der anderen offenbart die strukturelle Schwäche des gesamten Sektors. Was lassen sich Rom und Brüssel diesmal einfallen? Ist auch diese Bank wie schon andere in Italien offiziell „eigentlich total gesund“, und darf daher vorbei an allen offiziellen EU-Regularien mit Steuergeld aus Rom „vorübergehend gestützt“ werden?


Die Banca Carige-Aktie seit April.

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Wolfgang M.

    17. November 2017 12:32 at 12:32

    Wieder einmal ein Bericht, der offenlegt, warum Mario Draghi Monat für Monat mit modifizierten Argumenten erklärt, weshalb die Eurozone noch längere Zeit niedrige Zinsen u.s.w braucht. Als ehemaliger italienischer Notenbankchef weiß er genau, was ein Zinsanstieg für sein Heimatland bedeutet. Kurzum seine Politik heißt Zeitgewinn für……!

  2. Avatar

    lucki

    17. November 2017 17:58 at 17:58

    Signore Ndranghi streitet ja immer vehement ab, Staatsfinanzierung zu betreiben. Ganz Italien ( nicht nur ein paar Banken ) steckt bis
    Oberkante Unterlippe in der Sch äh Schuldenklemme.
    Frage ist doch nur: Wer hat den längeren Atem ?
    Der Deutsche Wohlstand oder die europaweiten Steuervermeider.
    Bella italia ist banca rotta in finale. Trotzdem ein wunderschönes Land.

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„Die Coronakrise ist für die Aktienmärkte vorbei“, sagt der Mathematiker und Vermögensverwalter Andreas Beck. Diese Aussage überrascht, schließlich stecken wir mitten im zweiten, diesmal „differenzierten Lockdown“ (O-Ton Markus Söder) mit enormen wirtschaftlichen Folgeschäden. Andreas Beck rechnet aber dennoch mit einem guten Jahrzehnt für die Aktienmärkte – schon mangels Alternative angesichts der von den Notenbanken manipulierten Anleihemärkte. Die Nullzinsen, so Beck, hätten sich bereist bei Immobilien niedergeschlagen, es sei nur eine Frage der Zeit, bis das auch die Aktienmärkte vollständig einpreisen.

Aktienmärkte und Coronakrise: Das Jahrzehnt der Aktie?

Seit dem 09.November – der Meldung von BioNTech/Pfizer – haben die Aktienmärkte einen Paradigmenwechsel vollzogen: Man kauft die „Corona-Verlierer“. Für Andreas Beck bedeutet das: die Aktienmärkte blicken schon auf die Zeit nach der Coronakrise (auch die Rohstoff-Märkte, siehe etwa die Rally bei Kupfer, das für die Industrie sehr wichtig ist). Man preist also eine vollständige Erholung der Wirtschaft ein, eben weil die Coronakrise vorbei doch vorbei sei. Der Wirtschaft sei der zweite Lockdown faktisch „egal“ – sie habe sich an die neuen Umstände angepaßt.

Nun ist Andreas Beck Vermögensverwalter und Mathematiker, kein Epidemologe. Nun hat kürzlich der britische Epidemologe und Berater des britischen Premiers Boris Johnson, Jonathan Van-Tam, kürzlich davon gesprochen, dass die Coronakrise „niemals“ vorbei gehen werde (hier seine Aussage im Video). Ist es vielleicht doch so, dass Andreas Beck und mit ihm die Aktienmärkte die Coronakrise zu früh abhaken, also das Fell des Bären schon verteilen, bevor er erlegt ist?

Eines ist für Andreas Beck klar: die Schulden der Staaten werden niemals zurück gezahlt werden können – daher weredn sich die Staaten am Privatvermögen sener Bürger bedienen (müssen). Auch klar für Beck ist weiterhin: die demokratischen Länder werden sich die Dominanz der US-Tech-Unternehmen nicht mehr lange gefallen lassen. Er geht daher davon aus, dass in diesem Jahrzehnt daher dann „value“ besser laufen sollte als „growth“ und erklärt, wie er selbst investiert ist:

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Für die Aktienmärkte ist die Coronakrise vorbei, sagt Vermögensverwalter Andreas Beck

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