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NAFTA heißt jetzt USMCA – Hauptsache ein neuer Deal?

Redaktion

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Das bisherige Freihandelsabkommen zwischen Kanada, USA, und Mexiko NAFTA wird ab sofort anders heißen, nämlich „United States-Mexico-Canada Agreement“ (USMCA). Die USA und Kanada haben vor wenigen Stunden die grundsätzliche Einigung bekannt gegeben. Mit Mexiko hatten sich die USA schon vorher geeinigt. Der offizielle Text, der heute von kanadischer und US-Seite im gleichen Wortlaut verkündet wurde, lautet:

“Today, Canada and the United States reached an agreement, alongside Mexico, on a new, modernized trade agreement for the 21st Century: the United States-Mexico-Canada Agreement (USMCA). USMCA will give our workers, farmers, ranchers, and businesses a high-standard trade agreement that will result in freer markets, fairer trade and robust economic growth in our region. It will strengthen the middle class, and create good, well-paying jobs and new opportunities for the nearly half billion people who call North America home.

“We look forward to further deepening our close economic ties when this new agreement enters into force.

“We would like to thank Mexican Economy Secretary Ildefonso Guajardo for his close collaboration over the past 13 months.”

Dies ist natürlich ein relativ allgemein gehaltener Text ohne konkrete Inhalte. Interessant ist, was sich denn nun gegenüber NAFTA geändert hat. Denn dieser neue Deal ist ja ausschließlich zurückzuführen auf das Drängen von Donald Trump, der für die USA „einen besseren Deal“ abschließen wollte. Hier wichtige Punkte, die schon bekannt sind.

Da wäre zum Beispiel die Einigung, dass der neue Vertrag strengere Arbeitnehmerrechte vorsehen soll. Ob damit auch ein Mindestlohn für Mexiko gemeint war, ist nicht erkennbar. Auf jeden Fall ist klar, dass die USA versuchen die Arbeitskosten in Mexiko hochzutreiben, damit es für Autoproduzenten weniger lohnenswert ist hinter der Grenze, und doch wieder in den USA zu produzieren.

Offenbar haben Mexiko und Kanada, welche beide stark sind beim Autoexport Richtung USA, durchgesetzt, dass sie weiter von US-Zöllen in diesem Bereich befreit bleiben. So sollen 2,6 Millionen Fahrzeug-Exporte Richtung USA zollfrei oder fast zollfrei bleiben.

Wichtig: Kanada gewährt den USA Zugang zum heimischen Milchmarkt. Offenbar soll bis 3,5% der kanadischen Milch-Nachfrage zukünftig von US-Landwirten bedient werden können. Das ist natürlich eine schöne Sache für Trumps Wählerschaft in ländlichen Gebieten. Auch soll der neue Vertrag offenbar weitere Zugänge für US-Landwirte enthalten.

Offenbar bleiben die jüngst eingeführten US-Zölle auf Stahl und Aluminium bestehen.

Also kann man offenbar vereinfacht sagen: Die USA konnten erstmal ihre Stahlzölle aufrecht erhalten, sowie einen möglichen Lohndruck vor allem für Mexiko aufbauen, damit die dortige Autoproduktion möglichst unrentabler wird. Ob das funktioniert, bleibt unklar. Und die USA bekommen mehr Absatzmärkte für ihre Landwirtschaft. Kanada und Mexiko behalten grundsätzlich ihren freien Marktzugang zum  US-Markt.

NAFTA
NAFTA, jetzt USMCA. Foto: Heraldry CC BY-SA 3.0 – Ausschnitt aus Original

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Rüdiger Born: Was der Markt bei Gold noch benötigt für einen Long-Einstieg

Rüdiger Born

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Der heutige Anstieg bei Gold (hier der jüngste Bericht auf FMW dazu) ist für mich der erste Hinweis, dass für einen Long-Einstieg etwas möglich sein könnte. Jetzt fehlt noch ein Trigger. Das Szenario hierfür bespreche ich im folgenden Video.

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Coronakrise vorbei? So stark verlieren die „kleinen“ Leute in den USA

Claudio Kummerfeld

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Verrammelte Einzelhandelsgeschäfte

Ist die Coronakrise überstanden? Die ersten Corona-Impfungen könnten schon in den nächsten Tagen erfolgen. Und außerdem, der Dow Jones steht bei 30.000 Punkten, während er vor Ausbruch der Coronakrise noch bei 29.300 Punkten im Januar lag. Auch der S&P 500 Index und vor allem der Nasdaq notieren deutlich höher als im Januar. Klarer kann die Börse doch nicht signalisieren, dass die Krise überwunden ist. Richtig? Nun ja. Schauen wir uns mal folgende Charts an. Sie sind Teil einer Datenbank, welche unter anderem von der Harvard University betrieben wird.

Geringverdiener in den USA verlieren in der Coronakrise brutal, Besserverdiener legen sogar zu

Anhand unzähliger Daten werden möglichst aktuell ökonomische Verläufe in den USA angezeigt, aus denen man den Verlauf der wirtschaftlichen Erholung aus der Coronakrise in diesem Jahr erkennen kann. Da wäre zum einen folgende Grafik interessant, wenn es um die Beschäftigung geht. Sie zeigt die Beschäftigungsquoten in den USA von Januar bis Ende September. Für die Besserverdiener mit mehr als 60.000 Dollar Jahresgehalt ist die Beschäftigungsquote seitdem sogar um 0,2 Prozent gestiegen. Man darf vermuten: Jede Menge neue Jobs für Webseitenprogrammierer, Cloud-Experten uvm. Alles was eben in der Coronakrise vermehrt gefragt ist. Die Beschäftigung in der Mittelschicht (27.000-60.000 Dollar) hat um 4,7 Prozent abgenommen.

Und jetzt kommt´s. Die Geringverdiener mit weniger als 27.000 Dollar Jahresgehalt hat eine um 19,2 Prozent sinkende Beschäftigungsquote in den USA. Es ist klar. Gerade im Land der unbegrenzten Möglichkeiten gab es für eine große Masse gering- oder gar nicht qualifizierter Menschen (bisher) massenweise Jobs in der Gastronomie oder im Entertainment-Bereich (Restaurants, Bars, Freizeitparks etc). Und gerade diese Bereiche leiden under Lockdowns in der Coronakrise (siehe jüngst Walt Disney mit zehntausenden Entlassungen in Freizeitparks). Die kleinen Leute verlieren in der Coronakrise massiv, die gut Qualifizierten sind unterm Strich die Gewinner. Die drei Linien zeigen die Verläufe der jeweiligen Beschäftigungsquoten seit Januar.

Chart zeigt Beschäftigungsquoten in den USA

Fast 30 Prozent der kleinen Geschäfte seit Januar geschlossen

Die folgende Grafik zeigt zum aktuellsten Stichtag 16. November mit Verlauf über das Jahr hinweg, wie viele kleine Unternehmen im Vergleich zu Januar noch geöffnet sind. Landesweit sind es in den USA derzeit 28,9 Prozent weniger, und die Tendenz ist negativ. Im derzeit zweiten Lockdown gibt es dank der Streitigkeiten zwischen Republikanern und Demokraten in den letzten Monaten keine neuen Hilfspakete. Kann Joe Biden ab dem 20. Januar als neuer US-Präsident einiges bewegen mit neuen Billionen-Hilfsprogrammen? Kann die ehemalige Fed-Chefin Janet Yellen als neue Finanzministerin womöglich bei den Republikanern im US-Kongress etwas herausschlagen für neue Hilfsprogramme? Die sogenannte Unterschicht und kleine Geschäftsinhaber drohen völlig abzustürzen und auch nach der Coronakrise zu den großen Verlierern zu gehören. Langfristig dürfte die Massenarmut in den USA wohl massiv zunehmen.

Chart zeigt Verlauf der geöffneten kleinen Geschäfte in den USA

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Arbeitsmarkt im Corona-Märchenland – weniger Arbeitslose!

Claudio Kummerfeld

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Eingang zu einer Außenstelle der Bundesagentur für Arbeit

Der Arbeitsmarkt zeigt sich weiterhin im Märchenland-Zustand, aber nur auf den ersten Blick. Man kann in der schlimmsten Rezession der letzten Jahrzehnte eine weiterhin sehr geringe Arbeitslosigkeit präsentieren, weil es hierzulande anders als in vielen anderen Ländern das Instrument der Kurzarbeit gibt. Zählt man diesen Ersatz für die Arbeitslosigkeit nicht zur offiziellen Arbeitslosenquote hinzu, dann kommt der deutsche Arbeitsmarkt derzeit ganz wunderbar durch die Coronakrise und den zweiten Lockdown.

Im November ist die offizielle Arbeitslosigkeit gemäß heute veröffentlichten Daten sogar rückläufig. Im Monatsvergleich sinkt sie von 2,76 auf 2,70 Millionen arbeitslose Personen. Die offizielle Arbeitslosenquote sinkt von 6,0 Prozent auf 5,9 Prozent. Gegenüber November 2019 steigt die Arbeitslosigkeit um 519.134 Personen an (Quote damals 4,8 Prozent). Die tatsächliche Arbeitslosigkeit (ohne Kurzarbeit) namens „Unterbeschäftigung“ sinkt von 3,56 auf 3,52 Millionen, oder von 7,6 Prozent auf 7,5 Prozent.

Kurzarbeit steigt

Tja, die zweite Corona-Welle und der „sanfte Lockdown“ beschert dem Arbeitsmarkt auf den ersten Blick keine Verschlechterung, dafür aber der Kurzarbeit. Letztlich in der Realität arbeitslos, werden viele Beschäftigte in Gastronomie und Hotellerie „geparkt“ als Kurzarbeiter. Laut heutiger Aussage der Bundesagentur für Arbeit wurde im Zeitraum vom 1. bis einschließlich 25. November für 537.000 Personen konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt. Der deutliche Anstieg im Vergleich zum Vormonat erklärt sich laut der Bundesagentur mit dem seit Anfang November bestehenden Teil-Lockdown.

Endgültige Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme der Kurzarbeit stehen bis September zur Verfügung. So wurde nach vorläufigen hochgerechneten Daten der Bundesagentur für Arbeit im September für 2,22 Millionen Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt. Die Inanspruchnahme des Kurzarbeitergelds hat nach dem bisherigen Höchststand im April mit knapp 6 Millionen sukzessive abgenommen. Das ifo-Institut hatte gestern zum Thema Kurzarbeit im November berichtet. Demnach steige die Kurzarbeit spürbar an. Der Anteil der Firmen mit Kurzarbeit ist demnach im November erstmals seit Monaten wieder angestiegen, und zwar von 24,8 Prozent im Oktober auf 28,0 Prozent im November. Die Bundesagentur für Arbeit sagt zu den Zahlen heute im Wortlaut:

Der Arbeitsmarkt hat auf die Einschränkungen im November reagiert – glücklicherweise aber im Moment nicht mit einer Zunahme von Entlassungen. Allerdings sind die Betriebe wieder zurückhaltender bei der Personalsuche und haben im November wieder für deutlich mehr Mitarbeiter Kurzarbeit angezeigt.

Grafik zeigt aktuelle Details aus November zum deutschen Arbeitsmarkt

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