Die wichtigsten Eckpunkte
- Rohölexporte erreichen 98 % des Vorkriegsniveaus
- Ölproduktexporte erst bei 58 %
- Ölpreis fällt - Risiken bleiben
Aus dem Nahen Osten gelangt wieder deutlich mehr Rohöl auf die Weltmärkte. Nach Berechnungen von JPMorgan haben die Lieferungen nahezu das Vorkriegsniveau erreicht. Das könnte die Sorge vor akuten Versorgungsengpässen am Ölmarkt dämpfen. Doch die Erholung steht auf unsicherem Fundament. Tanker passieren die Straße von Hormus teilweise mit abgeschalteten AIS-Transpondern, während Angriffe weitergehen. Wie dauerhaft ist die Erholung der Ölexporte?
Ölexporte: JPMorgan meldet kräftige Erholung
Wie Bloomberg berichtet, beziffert JPMorgan die Rohölexporte aus dem Nahen Osten auf 17,5 Millionen Barrel täglich – 98 Prozent des Vorkriegsniveaus. Die Analysten um Natasha Kaneva sprechen in ihrer Mitteilung vom 29. September von einer bemerkenswerten Erholung für eine Region, die weiterhin im Krieg ist.
Allerdings fällt die Bilanz bei verarbeiteten Ölprodukten deutlich schwächer aus. Die Lieferungen von Diesel, Benzin und anderen Produkten erreichen mit drei Millionen Barrel pro Tag erst 58 Prozent des Vorkriegsniveaus. Zusammengenommen liegen die Ausfuhren nach JPMorgans Berechnung bei 89 Prozent des Niveaus von 2025. Die Erholung des Rohölangebots bedeutet somit noch keine vergleichbare Entspannung bei Kraftstoffen.
Entscheidend ist zudem, welche Transportwege die zusätzlichen Mengen ermöglichen. Laut JPMorgan nähert sich der Ölfluss durch die Straße von Hormus wieder den Höchstständen von Ende Juni mit knapp 13 Millionen Barrel täglich. Vor allem Saudi-Arabien treibt die Erholung voran.
Hinzu kommt die teilweise wiederhergestellte Ost-West-Pipeline. Nach den Schäden Anfang September konnte Saudi-Arabien etwa die Hälfte der zuvor transportierten Menge wieder durch die Leitung schicken. Sie verbindet die Förderregionen mit den Häfen am Roten Meer und ermöglicht damit Exporte unter Umgehung von Hormus.
Die besseren Angebotsaussichten drückten am Dienstag auch den Ölpreis. Brent fiel vom Hoch am Dienstagmorgen bei rund 107 Dollar zurück und beendete den Handel bei 102,59 Dollar – 2,6 Prozent unter dem Vortagesschluss. Ausschlaggebend war unter anderem die schneller als erwartete Erholung der saudischen Exportroute.
Tanker pendeln durch die Gefahrenzone
Die Erholung der Ölexporte beruht auch auf einer veränderten Transportlogistik. Der maritime Datenanbieter Windward beschreibt am 29. September einen Tanker-Pendelverkehr: Schiffe laden im Persischen Golf, passieren die Straße von Hormus teilweise mit abgeschaltetem AIS-Transponder und übergeben ihre Ladung im Golf von Oman an andere Tanker. Die Pendelschiffe kehren anschließend zurück, während die Empfängerschiffe weiterfahren. Konvois sowie US-Luftverteidigung und Marineunterstützung im südlichen Korridor helfen, die Transporte aufrechtzuerhalten.
Das erklärt, weshalb Ölströme kräftig steigen können, obwohl öffentlich sichtbare Schiffsbewegungen eingeschränkt bleiben. AIS-Lücken erschweren die Erfassung. Kpler bestätigt solche Fahrten deshalb auch mithilfe von Satellitenbildern, Hafeninformationen und späteren Ankünften. Die jüngsten Verkehrsdaten können nachträglich korrigiert werden.
Unbegrenzt lässt sich dieses System jedoch nicht ausbauen. Laut Kpler nähern sich die Umladekapazitäten im Golf von Oman ihren praktischen Grenzen. Weiter entfernte Umladestellen erfordern längere Fahrten und zusätzliche Tanker. Die verbesserte Lieferfähigkeit bleibt von einer aufwendigen Logistik abhängig.
Mehr Verkehr trotz weiterer Angriffe
Auch die erfassten Passagen nehmen wieder zu. Ein am 28. September veröffentlichter Bericht auf Basis von Kpler/MarineTraffic-Daten nennt für die Woche vom 21. bis 27. September 132 Durchfahrten durch Hormus, ein Plus von 13,8 Prozent. Bei Bab al-Mandab stieg die Zahl um 16,8 Prozent auf 271.
Gleichzeitig wurden während dieser Woche drei Handelsschiffe angegriffen: AL MARYAH und LR STEPHANIE am 21. September sowie CAPE DAO am 23. September. Steigende Transportzahlen gehen damit keineswegs mit einer entsprechenden Verbesserung der Sicherheit einher.
Huthi-Gefahr bedroht die Ausweichroute
Im südlichen Roten Meer bleibt ebenfalls ein erhebliches Risiko. Die US-Schifffahrtsbehörde MARAD warnt in ihrer aktuellen Mitteilung vor erneuten Huthi-Angriffen. Besonders gefährdet seien Schiffe mit Verbindungen zu Israel, den USA, Großbritannien oder Saudi-Arabien.
Die Behörde empfiehlt US-Schiffen sogar, AIS abzuschalten, sofern dies die sichere Navigation nicht beeinträchtigt. Zugleich betont sie, dass bereits Schiffe mit eingeschalteten und ausgeschalteten Transpondern angegriffen wurden.
Für den Ölmarkt liefern JPMorgans Zahlen damit einen handfesten Grund für Entlastung. Eine sichere Öffnung der Handelswege belegen sie jedoch nicht. Entscheidend wird sein, ob die höheren Ölexporte auch bei weiteren Angriffen bestehen bleiben – und ob die Erholung schließlich Diesel und Benzin erreicht.
FMW/Bloomberg
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Banken sprechen immer nur für ihre Bücher.
Morgen ist das Settlement für den Brentfuture November.
Was man sich bei JPMorgan nicht alles einfallen lässt, nur um den Ölpreis zu drücken.
Ich hab übrigens auch Zahlen. Woher? Vertrau mir Bruder. Sind genauso authentisch, wie die von JPMorgan.
Das kann wohl nicht mehr lange dauern, bis der Iran die Wurzel anpackt.
Die Golfstaaten sind Verräter, die dem Feind helfen. Und wenn die USA nicht auf iranische Forderungen reagieren, denn heute läuft die 7-tägige Frist aus, dann wird man den USA Angriffe unmöglich machen.
Denn ich denke die Hardliner verlieren langsam die Geduld, und man hat sich in den letzten Monaten genug vorbereitet. Demnächst sind Umspannwerke, Kraftwerke, Entsalzungsanlagen usw. fällig, um die US-Präsenz zu brechen.
Gestern waren’s noch 75 Prozent die angeblich durchflössen …heute früh 98..und morgen die 105 ? …Die Werte werden immer verrückter…
Komisch ist nur…. das davon in den Häfen nichts ankommt… die sitzen nämlich auf dem Trockenen…
Ich bin sicher …bald wird man uns erzählen… die Welt versinke im Überangebot ..da viel zu viel vom „Schwarzen Gold“ vorhanden ist …deshalb muss die Bundesregierung ja auch die Spritpreise künstlich deckeln…
Heute steigt der Ölpreis schon wieder um 2%.
Wenn die Transporte auf Vorkriegsniveau wären müsste der Preis fallen wie ein Stein.
Eine fernöstliche Weisheit lautet: Traue grundsätzlich immer nur der Menge Öl, die du auch wirklich sicher im 100% dichten Tank hast.