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Nanorepro, Drägerwerk, Curevac, BioNTech – Blick auf deutsche Corona-Aktien

Die Coronakrise hält die Welt in Atem

In diesem Artikel blicken wir mal auf vier deutsche Corona-Aktien, die aber allesamt in ihrer Story nicht mit einander vergleichbar sind – als da wären Nanorepro, Drägerwerk, Curevac und BioNTech. Einen tut sie nur, dass sie dank der Coronakrise eine besondere Aufmerksamkeit erhalten – aber ihre Entwicklung und die Stories dahinter unterscheiden sich.

Nanorepro

Nanorepro hat jetzt wo Schnelltests gefragt sind, als Hersteller medizinischer Tests genau das passende Produkt. Erst vorgestern meldete das Unternehmen einen weiteren Großauftrag. Im Chart sehen wir seit Anfang 2020 als blaue Linie den Kursverlauf der Nanorepro-Aktie. Erst in den letzten Wochen, wo der Bedarf an gigantischen Mengen an Schnelltests immer größer wird, konnte die Aktie kräftig ansteigen. Zuletzt kam ein Abverkauf, wohl weil die Aktie überkauft war. Aber hat sie weiteres Potenzial? Man sieht zum Beispiel anhand von Daten bei L&S, dass die Aktie bei deutschen Privatanlegern im aktiven Handel recht beliebt ist – wir berichteten die letzten Tage mehrfach. Eine neue, spontane Euphorie mit höheren Kursen ist hier durchaus denkbar. Es ist wohl nicht notwendig zu betonen, dass die Aktie aber hochspekulativ ist?

Drägerwerk

Die Drägerwerk AG aus Lübeck stellt unter anderem Beatmungsgeräte her. Als die Coronakrise ausbrach, und weltweit die Intensivbetten mit Beatmungsgeräten ausgelastet waren, war das Interesse an der Aktie groß. Die Aufmerksamkeit der Börsianer an dem Thema hat aber nachgelassen, und man schaut nun eher auf Impfstoffe, Schutzmasken, Tests usw. Im Chart sieht man diese Verlagerung des Interesses sehr gut. Die orange Linie zeigt den Verlauf der Drägerwerk-Aktie.  Hier war das Interesse kurz nach Ausbruch der Coronakrise vor genau einem Jahr sehr groß, jetzt aber lässt es nach. Und gleichzeitig steigt das Interesse an Firmen wie Nanorepro stark an.

Chart zeigt Kursvergleich von Nanorepro gegenüber Drägerwerk
TradingView Chart zeigt Nanorepro im Vergleich zu Drägerwerk.

BioNTech

Der Corona-Impfstoff von BioNTech und Pfizer wird derzeit mit Hochdruck verimpft – sehen Sie hier die zahlreichen News zu den derzeitigen Impf-Aktivitäten. Die Aktie ist also angesagt. Seit Börsenstart der BioNTech-Aktie im Herbst 2019 stieg sie von 14 Dollar bis in der Spitze auf 130 Dollar im Dezember 2020. Das war ein gigantischer Anstieg, in dem schon viel von den noch anstehenden Verkaufserlösen eingepreist wurde. Und bis jetzt ist die Aktie auf 98 Dollar zurückgekommen. Es wirkt so als wäre hier erst einmal die Luft raus, weil schon im Laufe des letzten Jahres ein großer Anstieg hingelegt wurde. Die Geschäftszahlen für das 4. Quartal 2020 hat BioNTech noch nicht veröffentlicht. Aber nimmt man die Daten vom Vorjahr als Basis, könnte es Ende März soweit sein. Die Veröffentlichung der Daten könnte einen neuen Impuls für die Aktie bringen.

Curevac

Der Pharmahersteller Curevac ist noch nicht Teil der Anbieter, die einen zugelassenen Corona-Impfstoff auf dem Markt haben. Aber die Arbeiten laufen mit Hochdruck. Laut gestriger Aussage von Curevac gegenüber dem WDR will man im Juni mit einer Zulassung der europäischen Arzneimittelbehörde erhalten. Weil die Kapazitäten bei der Impfstoff-Produktion begrenzt sind, kooperiert Curevac jetzt mit dem Pharmagiganten Bayer. Das Bayer-Werk in Wuppertal soll die Produktion übernehmen. Aber bis es losgehen kann, dauert es noch. Bayer will „vor Jahresende“ noch die ersten Impfstoffe ausliefern. Für 2022 sind 160 Millionen Dosen geplant. Also: Bis Curevac mit einem Corona-Impfstoff Geld verdient, könnte die Sause längst gelaufen sein, und ein Großteil der Menschen in Europa könnte mit Impfstoffen der Konkurrenz versorgt sein.

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Werden auch andere Erdteile, die erst später mit Impfstoff versorgt werden, dann ab 2022 nicht lieber auf etablierte Impfstoffe von BioNTech/Pfizer oder Moderna zurückgreifen, als dann auf den ganz neuen Impfstoff von Curevac? Es könnte also ein großer Flop für Curevac werden. Und das nicht, weil der Impfstoff minderwertig sein könnte, sondern weil man schlicht und einfach viel zu spät auf den Markt kommt. Aber selbst wenn die Verkäufe gut laufen sollten – bis dahin ist ja wohl noch mindestens ein halbes Jahr Zeit. Also ist bei der Curevac-Aktie so schnell nicht mit einer Kursexplosion zu rechnen.



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