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Nasdaq-Hype: Der Vergleich mit der Dotcom-Blase

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Der totale Hype an der Nasdaq läuft gerade

Während des größten pandemiebedingten Wirtschaftseinbruchs in der Nachkriegsgeschichte gibt es neue Allzeithochs bei den Technologieindizes, allen voran beim Nasdaq in den USA. Mehr und mehr Stimmen werden laut, die die aktuelle Situation mit der Dotcom-Bubble zur Jahrtausendwende vergleichen. Doch ist der aktuelle Hype schon mit der Dotcom-Blase zu vergleichen? Hierzu ein paar Daten und Fakten.

Die phänomenale Entwicklung der Nasdaq – damals und heute

Mit seinem Schlusskurs von 10.836 Punkten am Freitag hatte der Nasdaq 100, in dem die Schwergewichte aus dem Technologiebereich gewichtet sind, wieder einmal ein Allzeithoch erreicht (aktuell Goldrausch bei Tech-Aktien). Und damit seine unheimliche Entwicklung fortgesetzt, die den Index von Jahresanfang schon 24 Prozent (Start bei 8377 Punkten) nach oben gehievt hat und sogar noch deutlich mehr seit seinem Corona-Tief im März mit 6994 Punkten.

Betrachtet man den aktuellen Konjunkturzyklus seit der Finanzkrise, so erhält man noch weitaus spektakuläre Steigerungswerte: Tief im November 2008 bei 1036 Punkten – zu aktuell 10.836 Punkten, eine mehr als Verzehnfachung des Index. Kein Wunder, dass hierbei der Vergleich zur Dotcom-Blase des Jahres 2000 hergestellt wird. Von 404 Punkten im Nasdaq 100 ging es in der Spitze auf 4704 Punkten, fast eine Verzwölffachung allerdings vom Jahresbeginn 1995 bis März 2000 – in gut fünf Jahren.

Geht man auf den 12-Jahreszeitraum ein, so wird das Ganze, auch im Nachhinein betrachtet, noch absurder. Der Tech-Index startete 1988 mit 157 Punkten ins Jahr, damit erreichte er bis zum Platzen der Bubble (4704 Punkte) sogar eine Verdreißigfachung. Was für eine Bestätigung des uralten Börsenspruch „Die Märkte können sehr viel länger irrational sein, als sie liquide!“

Weitere Unterschiede zur Dotcom-Blase

In der Dotcom-Blase von damals (was in Deutschland danach blieb) wurde alles gekauft, was im Entferntesten mit dem neuen Medium zu tun hatte, Fantasiewerte mit mickrigen Umsatz und ohne Gewinne. Das Kurs-/Gewinn-Verhältnis stieg am Höhepunkt für den Gesamtmarkt bis auf 200, die jetzige Bewertung beim Nasdaq 100 liegt eher bei 30-40. Die jetzigen Highflyer machen bis auf einige Ausnahme echte Gewinne und halten sogar noch Monopolpositionen inne. Die Dickschiffe Amazon, Microsoft und Apple gehören zu den Unternehmen, die es auch schon zu Dotcom-Zeiten gab. Natürlich stützten auch diese ab, als die Blase platzte. 65 Prozent waren es bei Microsoft, 80 Prozent bei Apple und sogar 95 Prozent bei Amazon.

Es waren schon noch extremere Zeiten als heute:

Wer erinnert sich noch an Qualcomm, die im Jahr 1999 um über 2600 Prozent gestiegen waren oder an die anderen 12 großen Cap-Werte des Nasdaq, die um 1000 Prozent geklettert sind, 7 weitere um 900 Prozent – in einem Jahr, wohlgemerkt! Daraus leitet sich der größte Unterschied zwischen der damaligen Zeit und heute ab. Während bei vielen Tech-Werten damals nur Hoffnung gehandelt wurde, sind viele heutige Werte profitabel und sogar Nutznießer der Krise. Wie sehr die Börse nach Gewinnern und Verlierern differenziert, erkennt man nicht beim Blick auf die Indizes, sondern eher bei der Performance einzelner Branchen. Die bisherige Entwicklung der Branchen des Jahres 2020 im Weltindex MSCI World:

IT plus 13,2 Prozent
Gesundheit plus 3,4
Konsumgüter (langlebig) plus 3,4
Kommunikation plus 2,3
Konsumgüter (alltäglich) minus 6,2
Grundstoffe minus 8,2
Versorger minus 9,8
Industrie minus 13,4
Immobilien minus 16,8
Finanzen minus 23,0
Energie minus 35,6

Damit wird auch deutlich, warum die Tech-Indizes 2020 so stark gestiegen sind. Es gibt noch einen wesentlichen Unterschied zur damaligen Euphorie: Die Zahl der Börsengänge im Jahr 1999 betrug in den USA 457, sehr viele aus dem Internet- oder Technologiesektor. Von diesen „Initial Public Offerings“ (IPO) verdoppelten bereits 117 ihren Wert am ersten Handelstag, der Durchschnitt lag bei 70 Prozent. Und 2020? Bis zum Ende des ersten Halbjahres waren es gerade 44 Unternehmen, die den Weg an die Börse wagten, der Kursanstieg beim Börsengang liegt bei satten, aber im Vergleich bescheidenen 30 Prozent.

Fazit

Wertentwicklungen wie bei Tesla – vom Märztief bei unter 400 Dollar auf mittlerweile 1540 Dollar – erinnern schon sehr an die Bubble von 2000. Der Kursanstieg des Nasdaq oder des Nasdaq 100 bildet gerade so etwas wie eine Fahnenstange aus. Er ruft nach Korrektur, aber eine Kopie zu 2000 ist es noch nicht, damals war die Euphorie schon auf einem ganz anderen Level. Nicht nur bei Anlegergruppen, wie bei RobinHood derzeit, sondern nahezu ubiqitär. Der Fear & Greed-Index in den USA steht bei 59 Punkten und damit nur etwas im Bereich des irrationalen Überschwangs.

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Marko

    13. Juli 2020 14:24 at 14:24

    Während bei vielen Tech-Werten damals nur Hoffnung gehandelt wurde, sind viele heutige Werte profitabel und sogar Nutznießer der Krise.

    Es gibt noch einen wesentlichen Unterschied zur damaligen Euphorie: Und das ist Corona,also der “Zwang” zur digitalen Transformation , “Home-Office” !!!!

    Und diesen Transfer sehen wir hier und heute jetzt, in der “realen” Welt.

    Und selbst wenn die 2. Welle käme, im Herbst…

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    Marko

    13. Juli 2020 14:27 at 14:27

    Und was heißt das ? ;) :D

  3. Avatar

    Ranzentier

    13. Juli 2020 16:55 at 16:55

    …es handelt sich aber auch um deutlich gesättigtere Märkte als noch vor 20 Jahren…ein Iphone für 1000 Euro holt nur die I Phone Jünger hinterm Sofa hervor…Tesla ist auch nur etwas für Liebhaber…oder kennen Sie normale Leute die sich mit dem Kauf eines Tesla’s beschäftigen als Anschaffung des nächsten Autos…Chiphersteller werden mehr Chips verkaufen…keine Frage, aber die Chips müssen immer preiswerter und leistungsfähiger werden…weniger Marge…Amazon verkauft mehr…musste aber deutlich mehr Mitarbeiter einstellen als vorher…weniger Marge…man kann es drehen und wenden…die Digitalisierung wird kommen…auch schneller als wir vor einem jahr gedacht haben, aber nicht so schnell und es gibt noch genügend Fallstricke wie Digitalsteuer, DSGVO, eprivacyVerordnung…da kann auch der ein oder andere sichergeglaubte Umsatz der Dickschiffe schnell mal wieder weg sein…

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Auch Corona kann Apple nicht bremsen – Werbung

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Lieber Börsianer,

das zweite Quartal 2020 wird als eines der paradoxesten in die Wirtschaftsgeschichte eingehen. Obwohl nahezu alle Unternehmen rote Zahlen schreiben, stiegen die Kurse an den Börsen nach der März-Korrektur beinahe unaufhaltsam nach oben. Da ist es doch um so erfreulicher, wenn man Aktien im Depot hat, bei denen die Kursentwicklung tatsächlich auf einer erfolgreichen wirtschaftlichen Entwicklung basiert.

Fakt ist: die Tech-Branche ist der größte Profiteur der Corona-Pandemie. Im Vergleich zu nahezu allen anderen Branchen wurden die Geschäftsmodelle von Digitalkonzernen nicht von Corona beeinträchtigt. Vielmehr befeuerte die Pandemie das Geschäft. Die Stichworte sind: Online-Shopping, Streaming, Homeoffice. In einer Zeit, in der viele andere Dinge nicht möglich sind, schlägt die Stunde der Digitalanbieter.

Trotzdem befinden wir uns inmitten der größten Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit. Weltweit sind viele Menschen zur Sparsamkeit gezwungen. Natürlich wird nun niemand wegen Corona sein Netflix-Abo kündigen. Aber große Ausgaben, die nicht zwingen notwendig sind, werden in Zeiten von Corona überlegter und häufig auch später getätigt.

Vor diesem Hintergrund finde ich die Quartalszahlen von Apple einfach nur beeindruckend. Das Unternehmen macht 78% seines Umsatzes mit dem Verkauf von hochpreisiger Hardware. Anscheinend trifft die Annahme der Corona-bedingten-Sparsamkeit nicht auf die Kunden des Unternehmens zu.

Obwohl der gesamte Smartphone-Markt im zweiten Quartal um 16% eingebrochen ist, konnte Apple den iPhone-Absatz um 11% steigern. Hierbei half vor allem die extrem günstige Neuauflage des iPhone SE. Kurz vor Corona präsentierte Apple dieses…..

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Andre Stagge über den Freitagsindikator – hochinteressantes Video!

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