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Aktienmärkte auf der Kippe Nasdaq in Gefahr? Profis wetten auf Absturz von Tech-Aktien

Nasdaq in Gefahr? Profis wetten auf Absturz von Tech-Aktien
Nasdaq MarketSite in New York. Fotograf: Michael Nagle/Bloomberg

Die Nervosität an den Aktienmärkten wächst: Optionshändler rüsten sich mit sogenannten „Katastrophen”-Puts für einen möglichen Ausverkauf von Tech-Aktien. Nach einer monatelangen Rally mehren sich die Stimmen, die vor einer überfälligen Korrektur des Nasdaq 100 warnen. Während die Kurse der „Magnificent Seven“ weiter in die Höhe schießen, wetten immer mehr Investoren darauf, dass schon kleine Auslöser reichen könnten, um eine neue Verkaufswelle auszulösen.

Tech-Aktien vor Ausverkauf?

Laut einem Bericht von Bloomberg werden Optionshändler an der Wall Street wegen eines möglichen Einbruchs der Technologieaktien in den kommenden Wochen zunehmend nervös und sichern sich massiv ab.

Der technologielastige Nasdaq-100-Index ist seit seinem Einbruch Anfang April, der durch die umfassenden Zölle von Präsident Donald Trump ausgelöst wurde, um fast 40 % gestiegen. Die Rally wurde von den großen Tech-Unternehmen angeführt, den sogenannten Magnificent Seven. Der Bloomberg Mag-7-Index, der Unternehmen wie Nvidia, Meta Platforms und Microsoft umfasst, stieg seit seinem Tiefpunkt am 8. April um fast 50 %.

Die Sorge ist jedoch, dass diese starken Kursanstiege Schwachstellen verbergen, die unter der Oberfläche des Marktes lauern. Es gibt potenzielle Auslöser für einen Rückgang: Angefangen vom in wenigen Tagen beginnenden Symposium der US-Notenbank Fed in Jackson Hole bis hin zu den in der nächsten Woche erwarteten Geschäftsbericht von Nvidia.

„Die Händler machen sich weniger Sorgen über einen normalen, alltäglichen Rückgang und eher über eine Wiederholung des Ausverkaufs vom April“, sagte Jeff Jacobson, Leiter der Derivatestrategie bei der 22V Research Group. Er selbst hält dagegen einen flacheren Rückgang für wahrscheinlicher.

Profis sichern sich massiv ab

Laut Jacobson kaufen Händler „Katastrophen“-Put-Optionen auf den Invesco QQQ Trust Series 1 ETF, der den Nasdaq-100-Index nachbildet. Put-Optionen bieten Anlegern Schutz vor Kursverlusten, da ihr Wert steigt, wenn die Kurse fallen. Sie sind vor allem bei institutionellen Anlegern als Absicherung gegen einen Markteinbruch beliebt. Ein Maßstab, der die Differenz zwischen den Kosten für die Absicherung gegen einen starken und einen geringeren Einbruch angibt, befindet sich laut Jacobson auf einem fast dreijährigen Höchststand.

Nasdaq: QQQ Put Skew nahe einem 3-Jahres-Hoch

Die Angst vor einer Blase wächst, da Tech-Aktien einem Muster folgen, das „überraschend ähnlich“ ist wie die Dotcom-Blase Ende der 1990er Jahre, schrieb Torsten Slok, Chefökonom bei Apollo Management, in einer Mitteilung an seine Kunden am Montag. Michael Hartnett, Chefstratege bei der Bank of America, warnt unterdessen seit Dezember vor einer Blasenbildung bei Risikoanlagen und prognostiziert, dass die US-Aktien nach dem Ende des Fed-Symposiums in Jackson Hole am Freitag fallen werden.

Aktienmärkte: Unzählige Risiken

„Die Aktienmärkte haben einen fulminanten Lauf hinter sich“, sagte Jacobson. „Unzählige Faktoren” könnten nun die großen Tech-Aktien ins Straucheln bringen.

Es gibt beispielsweise Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen künstlicher Intelligenz auf die Profite der Softwareunternehmen. Das hat dazu beigetragen, dass der Aktienkurs von Salesforce in diesem Jahr um 27 % gefallen ist. Die Rally der „Magnificent Seven” könnte zu Ende gehen, wenn die durch Zölle ausgelöste Inflation die Fed dazu zwingt, die von den Aktienmärkten bereits eingepreisten Zinssenkungen zurückzunehmen.

„Es könnte zu einer Rotation weg von den Mag-7-Titeln hin zu einigen anderen Bereichen kommen, die schon lange Zeit hinterherhinken”, sagte Jacobson. „Es könnte zu einem ‚Sell the News‘ kommen, wenn in den nächsten Wochen die Gewinne von Nvidia veröffentlicht werden. Wir könnten sogar einen ‚Sell the News‘ aus Jackson Hole bekommen.“

Put-Skew zeigt die Angst

Der erhöhte Put-Skew deutet laut Jacobson darauf hin, dass sich Händler gegen eine Wiederholung des Zoll-Tantrums vom April absichern. Er hält diese Angst jedoch für übertrieben. Zwar sank der Nasdaq 100 von seinem Höchststand am 9. Februar bis zu seinem Tiefststand am 8. April um mehr als 20 %, doch eine solche Bewegung ist äußerst ungewöhnlich. In den letzten 18 Monaten lag der durchschnittliche Ausverkauf im Nasdaq 100 bei etwa 12,5 %.

Um auf eine Korrektur des Nasdaq-ETFs zu setzen, schlägt Jacobson eine Reihe von Trades vor, darunter den Kauf eines Put-Ratio-Spreads. Dabei werden die Kosten für die Absicherung gegen einen geringeren Rückgang teilweise durch den Verkauf einer Versicherung gegen einen stärkeren Einbruch im Stil des Aprils finanziert.

Konkret empfiehlt Jacobson Tradern, Put-Optionen auf den QQQ mit einem Ausübungspreis von 570 USD und einer Laufzeit bis zum 17. Oktober zu kaufen und den Trade durch den Verkauf von doppelt so vielen Put-Optionen auf den QQQ mit einem Ausübungspreis von 515 USD zu finanzieren. Laut Jacobson sollte der Trade Gewinne abwerfen, wenn der Index um etwa 2 % fällt, jedoch nicht mehr als 11 %. Das Niveau von 515 USD entspricht dem gleitenden 200-Tage-Durchschnitt des ETFs und wird seiner Meinung nach im Falle eines Rückgangs als Boden fungieren.

Nasdaq: Korrektur wahrscheinlich

Nicht alle Experten an der Wall Street sind der Meinung, dass Anleger die besten US-Aktienindizes der letzten zehn Jahre, wie den Nasdaq 100, shorten sollten.Die Cross-Asset-Strategen von JPMorgan empfehlen beispielsweise, den Small-Cap-Index Russell 2000 zu shorten und im Nasdaq 100 long zu gehen.

Jacobson ist jedoch pessimistischer, was die unmittelbare Zukunft der großen Tech-Aktien angeht.

„Es besteht doch eindeutig die Möglichkeit einer Korrektur, oder?“, fragte er rhetorisch. „Die Konzentration auf die Magnificent Seven ist einfach so stark. Es würde nicht viel brauchen.“

FMW/Bloomberg



Stefan Jäger
Über den RedakteurStefan Jäger
Stefan Jäger berichtet als Finanzjournalist über das aktuelle Geschehen an den Aktien- und Edelmetallmärkten. Mit fundierter Fundamentalanalyse und präziser Technischer Analyse beleuchtet er zudem Chancen und Risiken verschiedenster Assets.
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1 Kommentar

  1. Es wird nochmal eine Bewegung nach oben kommen. Ca. 6500-6700 Punkte im S&P500. Danach fallende Kurse. Bisher fehlt einfach ein Auslöser. Den wird es aber bis dahin geben…

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