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Nasdaq: Verkaufssignal oder Erholung – Impuls durch Zinsentscheidung

Nasdaq: Verkaufssignal oder Erholung - Impuls durch Zinsentscheidung

Im Vorfeld der Zinsentscheidung der Fed ist der Nasdaq erneut unter Druck geraten. Am Vortag stürzte der technologielastige Index auf den tiefsten Stand seit über einem Jahr. Dabei wurde die 13.000-Punkte-Marke signifikant gerissen. Die Ungewissheit über die bevorstehende Leitzinserhöhung drückte den Nasdaq bis auf ein 52-Wochentief bei 12.716 Punkten. Ein neues tieferes Tief bedeutet aus technischer Sicht eine Bestätigung des laufenden Abwärtstrends. Der anschließende dynamische Pullback während der gestrigen US-Session könnte jedoch der Beginn eines Stabilisierungsversuchs sein.

Aus makroökonomischer Perspektive spricht zwar wenig für eine Erholung, allerdings senden einige markttechnische Indikatoren erste Signale für eine Gegenbewegung. Die Zinssorgen bestimmen weiterhin das Geschehen an den Aktienmärkten. Solange die Fed den angekündigten Straffungskurs durchzieht, also stetig die Zinsen erhöht und die Bilanz reduziert, womit sie den Märkten Liquidität entzieht, dürften vor allem die Wachstumswerte unter Druck bleiben. Übergeordnet besteht damit weiteres Potenzial für tiefere Kurse.

Chance auf eine Erholungsrally?

Kurzfristig bietet der schwer angeschlagene Nasdaq aber auch Chancen. Angesichts des monatelangen Ausverkaufs von Technologiewerten herrscht ein extremer Pessimismus, dementsprechend sind die Investoren sehr einseitig positioniert. Diverse Sentiment-Indikatoren haben dabei historische Tiefststände erreicht, was als Kontraindikation zu werten ist. Zudem weisen sowohl diverse ausgebombte Wachstumstitel als auch der Nasdaq selbst Divergenzen auf. Dies spricht folglich für ein abnehmendes Momentum auf der Unterseite.

Den entscheidenden Impuls für eine Fortsetzung des Abwärtstrends oder eine Erholungsrally dürfte die Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed morgen Abend liefern. Ein Zinsschritt von 50 Basispunkten wird mehrheitlich erwartet und dürfte bereits in die Kurse eingepreist sein. Dennoch trauen sich die Aktienmärkte bisher nicht aus der Reserve. Denn es besteht weiterhin die Ungewissheit, ob die Zinserhöhung nicht sogar 75 bis 100 Basispunkte betragen könnte. In diesem Fall würde die Fed die Aktienmärkte auf dem falschen Fuß erwischen und weitere Kurseinbrüche auslösen. Der Anleihenmarkt scheint mit dem schlimmsten zu rechnen, die Rendite für die 10-jährige US-Anleiherendite stieg gestern erstmals seit 2018 wieder über die Marke von 3 Prozent.

Bleibt es aber bei einem Zinnschritt von 0,5 Prozentpunkten, dann steigt die Wahrscheinlichkeit für eine Erholungsrally. Mit einem Rückgang von circa 24 Prozent vom Allzeithoch befindet sich der Nasdaq mitten in einem Bärenmarkt. Da die Wahrscheinlichkeit einer Trendfortsetzung immer größer ist, als eine Trendumkehr, könnte sich die Abwärtsbewegung nach einer möglichen Erholung weiter fortsetzen. Morgen Abend um 20:00 Uhr ist es so weit, dann verkündet die US-Notenbank die Zinsentscheidung. Anschließend folgt um 20:30 Uhr die Pressekonferenz von Fed-Chef Powell.

Nasdaq: Blick auf den Chart vor der Zinsentscheidung

Der Nasdaq hat im gestrigen Handel ein neues tieferes Tief bei 12.716 Punkten markiert, der RSI auf Tagesbasis hat jedoch gleichzeitig eine Divergenz ausgebildet. Dies muss jetzt nicht zwingend bedeuten, dass der Index eine Erholung einleitet, es zeigt aber, dass das Abwärtsmomentum nachlässt.

Aus technischer Perspektive steht die runde Marke von 13.000 Punkten im Fokus. Die Zone stellt eine massive horizontale Unterstützung dar. Nach dem gestrigen Absturz konnte die Marke von den Bullen per Tagesschluss zurückerobert werden. Ein nachhaltiger Rutsch unter die Unterstützung macht einen weiteren Kurseinbruch wahrscheinlicher. Die psychologische Marke von 12.500 Punkten sowie die März-Tiefs aus 2021 bei 12.290/210 stellen wichtige Supports dar. Drücken die Bären der Kurs darunter, dann könnte die 12.000 Punkte-Marke Halt bieten.

Noch ist für die Bullen aber nicht alles verloren. Weiterer Abwärtsdruck kann verhindert werden, wenn die Bullen die 13.000 Punkte-Marke halten und einen Konter einleiten. Eine mögliche Erholungsrally könnte den Kurs zurück an den Widerstand bei 13.535 Punkten bringen. In diesem Fall dürfte der Nasdaq die gestrigen Tiefs nicht mehr unterschreiten. Gelingt anschließend ein Ausbruch über den lokalen Hochs bei 13.535 Punkten, wären Kursgewinne bis 13.730 und 14.000 Punkte drin. Mehr ist aber nicht drin. Das wahrscheinlichste Szenario wäre dann eine Seitwärtsphase.

Nasdaq: Zinsentscheidung der Fed - 13.000 Punkte im Fokus

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