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„Nein“! Was jetzt passieren wird..

Markus Fugmann

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In Stichworten (von Markus Fugmann):

– die EZB wird keine neuen Notkredite mehr gewähren (können), damit ist der griechische Bankensektor pleite; humanitäre Massnahmen durch die EU, deren Umsetzung ist allerdings noch unklar

– kein Chance auf bessere Konditionen für Griechenland – eher im Gegenteil; das aber hat Tsipras nicht wirklich realisiert, wie es aussieht. Aber ab morgen wird er beginnen, es zu realisieren..

– Grexit jetzt wahrscheinlichste Option; dies wird nicht von den Gläubigern forciert, aber es werden keine Euros mehr nach Griechenland fließen, sodass eine andere Währung eingeführt werden muß. Der Grexit ergbibt sich aus der Einstellung der Versorgung mit Euros und der notwendigen Einführung einer neuen Währung..

– Verhalten der Eurozone: sieht keinen Gesprächsbedarf, läßt Tsipras ins Leere laufen; über was soll jetzt verhandelt werden, so das Argument der Gläubiger: „ihr habt das Problem, nicht wir!“

– damit beginnt das game of chicken neu, aber die strategische Position Griechenlands ist katastrophal schlecht. Um eine Bild aus dem Schach zu verwenden: Athen ist in einer aussichtslosen Stellung, die per se nicht zu gewinnen ist – und dazu noch in akutester Zeitnot. Aus einer solchen Situation noch ein Remis zu holen ist unmöglich, schon deshalb, weil die Zeit in wenigen Sekunden abgelaufen ist..

6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    Frank

    5. Juli 2015 21:13 at 21:13

    Glaub ich nicht, denn da war noch der AMI und dessen kalter Krieg. Wenn die Deutschen Griechenland nicht im Euro halten können, sind die 90 Milliarden richtig futsch. Des weiteren wären da noch die Spanier im Herbst und weitere werden folgen um der Deutschen Finanzdoktrin zu entrinnen!

  2. Avatar

    Westwood

    5. Juli 2015 21:32 at 21:32

    Wenn die EZB nun den Banken keine Notkredite bzw. Liquidität mehr gibt und die nun einfach pleite sind… dann sind doch alle Kunden Einlagen verloren? Oder?

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      5. Juli 2015 21:43 at 21:43

      @Westwood, die Einlagen sind nicht (vollständig) verloren – aber sie werden wohl zeitnah auf eine andere Währung umgestellt – zum Euro wird das masssive Verluste bedeuten..

      • Avatar

        KK

        6. Juli 2015 03:48 at 03:48

        Na ja, dann werden halt die deutschen Exporte nach Griechenland runtergefahren – die bis jetzt mit deutschen Niedriglöhnen subventioniert wurden.

  3. Avatar

    N. Ritter

    5. Juli 2015 22:08 at 22:08

    Ganz so pessimistisch bin ich in Bezug auf neue Verhandlungen nicht. Auch die Gläubiger stehen unter Druck ihren Steuerzahlern entweder 100% Verlust zu erklären oder wenigstens noch einen Teil zu retten.

    Das eigentliche Problem für die Gläubiger scheint mir aber weniger das Referendum, als der IWF-Bericht vom Freitag zu sein. Gerade die Bundesregierung hat voll darauf gesetzt, den IWF als externen „harten Hund“ an Bord zu haben, hinter dem sich die Europäer verstecken können. Wenn der nun sagt, ohne Schuldenschnitt geht’s nicht, dann ist die deutsche Verhandlungsstrategie völlig gescheitert. Da man den IWF jetzt schlecht nach Hause schicken kann, wird der Schuldenschnitt wohl kommen. Der große Bruder in Washington wird Mutti schon zu erklären wissen, dass eine Schwächung der Südflanke nicht in Frage kommt, nur um einem bornierten Paragraphenreiter eine Triumph zu verschaffen.

  4. Avatar

    Daniel Berg

    5. Juli 2015 22:30 at 22:30

    60% sind aber eine starke „Ansage“. Die Wut der Bevoelkerung wird sich in den kommenden nicht gegen die eigene Regierung richten, sondern gegen die sog. Institutionen. Insbesondere dann, wenn kein neues Angebot vorgelegt wird.

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Aktuelle Daten von ifo und IAB: Krise am Arbeitsmarkt schon überwunden?

Claudio Kummerfeld

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Wurde die Krise am Arbeitsmarkt schon überwunden? Schaut man auf das heute veröffentlichte Beschäftigungsbarometer des ifo-Instituts (basiert auf 9.000 monatlichen Meldungen von Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes), dann ist die Lücke, die am Arbeitsmarkt ab März durch die Coronakrise gerissen wurde, fast schon wieder geschlossen. Der Indexwert des Barometers lag im Februar (dem letzten Monat vor der Coronakrise) bei 97,8 Indexpunkten. Im Tief waren es im April 86,4, und jetzt im September sind es wieder 96,3 Punkte. In der folgenden Grafik sieht die V-förmige Erholung noch nicht so richtig komplett aus, weil schon vor der Coronakrise ein Abschwung am Arbeitsmarkt in Gange war, und zwar bereits seit dem Jahr 2018! Diesen langsamen Abstieg sieht man gut im Chart, der bis zum Jahr 2015 zurückreicht. Das ifo-Institut sagt aktuell, Zitat:

Immer mehr deutsche Unternehmen nehmen Neueinstellungen ins Visier. Die wirtschaftliche Erholung spiegelt sich mehr und mehr auch in der Beschäftigung wider. In der Industrie konnte das ifo-Barometer seinen Aufwärtstrend fortsetzen. Insgesamt werden jedoch immer noch eher Mitarbeiter entlassen als eingestellt. Die Dienstleister planen mehr Personal einzustellen, insbesondere die IT-Dienstleister. Im Handel hat das Barometer einen deutlichen Sprung nach oben gemacht. Auch im Bauhauptgewerbe planen die Unternehmen nun, ihr Personal aufzustocken.

ifo Langfristgrafik zur Entwicklung am deutschen Arbeitsmarkt

IAB zeigt Baromter für Arbeitsmarkt im positiven Bereich

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute sein Arbeitsmarktbarometer für September veröffentlicht. Es ist im September um 1,7 Punkte auf 100,1 Punkte gestiegen. Erstmals seit Beginn der Coronakrise liegt der Frühindikator des IAB damit nicht mehr im negativen Bereich. Hier weitere Aussagen der Forscher im Wortlaut:

Besonders die Arbeitslosigkeitskomponente des IAB-Arbeitsmarktbarometers konnte zulegen: Sie stieg gegenüber dem Vormonat um 3,1 Punkte auf 102,2 Punkte. Dies deutet auf sinkende Arbeitslosigkeit in den nächsten Monaten hin. „Ein halbes Jahr nach dem Shutdown verbessern sich die Aussichten, Arbeitslosigkeit wieder abzubauen“, sagt Enzo Weber, Leiter des IAB-Forschungsbereichs „Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen“. Eine Rolle spiele dabei aber auch, dass Corona-bedingte Sondereffekte wie die starke Verringerung von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen in den kommenden Monaten nachlassen dürften.

Die Verbesserung der Beschäftigungskomponente des Frühindikators fällt moderater aus: Sie stieg im September gegenüber dem Vormonat um 0,4 Punkte auf jetzt 98,0 Punkte. „Der Arbeitsmarkt hat sich gefangen, derzeit wird weniger entlassen als vor der Krise“, so Weber. Die schnelle Erholung der Wirtschaft nach der Aufhebung vieler Corona-Beschränkungen und der Umsetzung umfangreicher staatlicher Stabilisierungsmaßnahmen habe den Abwärtstrend gestoppt. Verzögerte Insolvenzen und die in vielen Staaten steigenden Infektionszahlen stellten aber Risiken dar. Zudem hätten sich aktuell viele Personen vom Arbeitsmarkt zurückgezogen, und die Zuwanderung, die über Jahre das Arbeitskräftepotenzial deutlich erhöht hatte, falle derzeit weitgehend aus.

Grafik des IAB zeigt Optimitmus für den Arbeitsmarkt

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Arbeitsmarkt nach Corona: Mehr Staatswirtschaft, weniger Industrie

Redaktion

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Büro-Arbeitsplatz

Verschwörungstheorie? Oder nur eine Vermutung? Das „übliche“ neo-liberale Gelaber, welches den Staat verteufelt, und vor noch mehr Staat warnt? Nein, offizielle staatliche Aussagen vom heutigen Tage zeigen, dass am deutschen Arbeitsmarkt in die Staatswirtschaft deutliche Stellenzuwächse erleben wird, während produzierende Betriebe nicht nur jetzt, sondern auch in 2021 weiter Stellen abbauen wird.

Staatswirtschaft im Aufwind, Industrie im Rückzug?

De facto heißt das: Die Angestellten in der Privatwirtschaft müssen (insgesamt gesehen) durch Steuern und Abgaben immer mehr, mehr und noch mehr erwirtschaften und abführen, damit die immer größere Zahl der Arbeitsstellen im Rahmen der Staatswirtschaft auch bezahlt werden kann! Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute ihre Prognose für den deutschen Arbeitsmarkt für die Jahre 2020 und 2021 veröffentlicht. Und genau aus diesen Aussagen geht folgendes hervor, auszugsweise im Wortlaut:

Die Zahl der Arbeitslosen steigt laut der IAB-Prognose im Jahresdurchschnitt 2020 um 440.000, im Jahr 2021 könnte sie wieder um 100.000 zurückgehen.

Im Produzierenden Gewerbe gab es insbesondere im zweiten Quartal 2020 einen deutlichen Stellenabbau, der auch 2021 anhalten wird. Im Jahresdurchschnitt 2020 fallen hier 160.000 und 2021 nochmal 60.000 Stellen weg.

Beschäftigungszuwächse erwarten die IAB-Forscher dagegen vor allem im Bereich „Öffentliche Dienstleister, Erziehung und Gesundheit“ (jeweils +190.000 in beiden Jahren).

Wird man im Detail die Neueinstellungen bei Staat und öffentlichen Betrieben (zusammen nennen wir das mal die „Staatswirtschaft“) durchgehen, dann wird man im Einzelfall sicher sagen: Ja, diese neue Stelle ist sinnvoll, und die auch, und die auch, und die da… ja dieser neue Job bei dieser Behörde ist auch notwendig. Zum Beispiel mehr Polizisten, mehr Lehrer, mehr Personal für die Gesundheitsämter, mehr Personal für den Zoll für die Kontrollen bei Schwarzarbeit und Einhaltung der Vorschriften bei Fleischbetrieben, mehr Sozialarbeiter etc. Und so könnte man die Liste sicher endlos fortsetzen.

Nur irgendwer muss all das ja auch bezahlen, zusätzlich zu der immens steigenden Staatsverschuldung, die irgendwann ja auch irgendwer mal bezahlen soll. Unterm Strich, da darf man sich sicher sein, wird es heißen: Wir müssen leider, leider die Steuern erhöhen. Geht eben nicht anders? Oder wird man anstatt die Steuern raufzuschrauben, eher auf indirekte Steuern und Sozialabgaben setzen? Was der Bürger nicht so offensichtlich sieht, tut auch nicht so sehr weh?

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Baugewerbe mit Einbruch bei den Auftragseingängen – kein Grund zur Sorge!

Claudio Kummerfeld

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Baugewerbe mit Rückgang bei den Aufträgen

Das deutsche Baugewerbe verzeichnet einen Rückgang der Auftragseingänge. Krise? Weit gefehlt, so möchten wir meinen. Wie heute offiziell vermeldet wurde, sind die Auftragseingänge im Juli im Vergleich zu Juni um 5,6 Prozent gesunken, und im Vergleich zu Juli 2019 um 4,9 Prozent. In den ersten sieben Monaten des Jahres 2020 sank der reale Auftragseingang im Baugewerbe gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,7 Prozent. Warum diese Rückgänge noch kein Problem sind? Nun, die Aussagen der Statistiker deuten dies an.

Denn der Auftragseingang im Juni 2020 war aufgrund von Großaufträgen ungewöhnlich hoch ausgefallen. Und der Auftragseingang im Juli 2019 war der höchste jemals in einem Juli gemessene Wert. Von daher war es für den Juli 2020 auch schwer, im Vergleich zu diesem Rekord-Ausgangswert noch mal eine Steigerung hinzulegen. Und aktuell darf man ja auch noch ergänzen, dass im Zuge der Coronakrise verständlicherweise einige wirtschaftliche Abläufe wie Bauaufträge oder Bauanträge bei Ämtern verschoben werden oder sich verzögern. Wenn man das bedenkt, dann sind diese Auftragsrückgänge im Baugewerbe noch eher mild ausgefallen. So schreiben die Statistiker vom Statistischen Bundesamt auch Zitat „Gründe für diese negative Entwicklung sind neben möglichen Einflüssen der Corona-Pandemie auch das sehr hohe Niveau des Vorjahres“.

Die am Anfang des Artikels genannten Prozentveränderungen waren real, saison- und kalenderbereinigt gerechnet. Die nominalen Veränderungen fielen noch viel kleiner aus. Der Auftragseingang im Baugewerbe betrug im Juli 2020 rund 7,5 Milliarden Euro. Das waren nominal (nicht preisbereinigt) 2,5 % weniger gegenüber dem Höchststand im Juli 2019. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sanken die Auftragseingänge in den ersten sieben Monaten 2020 nominal um 0,5 %.

Grafik zeigt Verlauf der Auftragseingänge im Baugewerbe

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