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Nepper, Schlepper, Bauernfänger: BaFin mit Grundsatzhinweisen für Grauen Kapitalmarkt und dubiose Empfehlungen

Die BaFin möchte seit einigen Monaten verstärkt als Anwalt der Anleger auftreten. So hat man auch tatsächlich jüngst Verbesserungen durchgeführt, die es beispielsweise verhindern, dass Anleger beim Handel mit CFDs in die Nachschusspflicht…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Die BaFin möchte seit einigen Monaten verstärkt als Anwalt der Anleger auftreten. So hat man auch tatsächlich jüngst Verbesserungen durchgeführt, die es beispielsweise verhindern, dass Anleger beim Handel mit CFDs in die Nachschusspflicht rutschen können (negativer Kontosaldo). Aktuell präsentiert die BaFin umfassende Grundsatzinformationen wie ein extrem allgemeines und trockenes Video, dass den Anleger nur ganz grundsätzlich zur Eigenverantwortung ermahnt („nur Finanzprodukte kaufen, die man auch versteht“ usw).

Aber abgesehen davon präsentiert man auch nützliche Hinweise für nicht so finanz-affine Verbraucher, wenn es zum Beispiel um den Grauen Kapitalmarkt geht. Zitat auszugsweise:

Nicht alle Unternehmen, die auf dem Finanzmarkt tätig sind, werden kontrolliert und stehen unter staatlicher Aufsicht: Wenn Anbieter keine Erlaubnis der BaFin benötigen und nur wenige gesetzliche Vorgaben erfüllen müssen, spricht man vom Grauen Kapitalmarkt. Bei Produkten, die dort angeboten werden, sollten Sie besonders vorsichtig sein!

Woran erkennen Sie Produkte des Grauen Kapitalmarkts? Die Angebote zeichnen sich häufig dadurch aus, dass

• Anbieter mit hohen Zinsen oder Renditen über dem allgemeinen Marktniveau locken,
• mit der vermeintlichen Sicherheit der Kapitalanlage geworben wird,
• Anbieter vorgeben, in gleicher Weise wie institutionelle Anleger zweistellige Renditen erzielen zu
können,
• Anlageentscheidungen durch positiv besetzte oder ethisch korrekte Investitionsobjekte beeinfl usst
werden sollen oder
• Anleger ihre bisherigen Anlagen aufl ösen und aus vermeintlichen Sicherheits- oder Renditegründen neu investieren sollen

Was sind die Gefahren für Sie als Anleger?
• Keine Produktkontrolle.
• Keine Kontrolle der Seriosität und Bonität der Anbieter, Initiatoren und Geschäftsleiter.
• Keine Überprüfung der wirtschaftlichen Tragfähigkeit des Geschäftsmodells.
• Keine laufende Überwachung des Unternehmens.
• Keine Bilanzkontrolle.
• Keine Einlagensicherung.

Auch das Thema „Marktmanipulation“ ist in Deutschland eine heiße Kiste. Sehen Sie auch auf Portalen oder in Newslettern hier und da mal reißerische „Artikel“ oder Hinweise auf eine Goldmine in Kanada oder sonstige dubiose Unternehmen, wo bald so richtig die Post abgehen soll? In der Regel sind das Luftnummern. Liest man genauer im Kleingedruckten, sieht man ganz klar: Es handelt sich in der Regel um Artikel von bezahlten PR-Agenturen, die ganz bewusst Stimmung für bestimmte Aktien machen. Normalerweise geht es darum den Kurs zu pushen, weil vermeintlich vorher bestimmte Akteure diese Aktie selbst gekauft haben. Der Grund warum man sich dazu besonders kleine Unternehmen sucht, und dazu noch aus dem Bereich Goldminen o.ä.: Kleine Aktien sind leichter im Kurs zu manipulieren, und Goldminen-Storys (und ähnliches) üben einfach eine ganz besondere Faszination auf Anleger aus. Es lockt das schnelle einfache Geld. Wer wird da nicht hellhörig… Die BaFin schreibt dazu (auszugsweise):

Was sind die gängigsten „Abzockmethoden“?

Empfehlungen in Börsenbriefen

Sie möchten ein Wertpapier kaufen, das in Börsenbriefen empfohlen wird? Bedenken Sie dabei immer, dass Börsenbriefe die Meinung ihres Verfassers wiedergeben. Wie dieser zu seiner Einschätzung gekommen ist, sollte nachvollziehbar dargelegt sein. Fehlt es an solchen Fakten und gibt der Verfasser lediglich eine nicht weiter begründete, dafür aber außerordentlich positive Meinung kund, sollten bei Ihnen
die Alarmglocken schrillen. Dies gilt insbesondere, wenn extrem hohe Kursziele genannt werden.

Cold Calling

Eine unbekannte Person ruft Sie an und gibt Ihnen einen Anlagetipp? Derartige Cold Calls sind verboten. Fragen Sie sich immer, aus welchem Grund Ihnen ein Unbekannter Empfehlungen geben sollte. Häu¿ g steckt Marktmanipulation dahinter. Hartnäckige Telefonverkäufer preisen Aktien zum Kauf an. Sobald Umsatz und Börsenpreis aufgrund der künstlich erzeugten Nachfrage steigen, verkaufen die Manipulateure ihre Aktienpakete. Den Schaden tragen Sie. Wird die Werbekampagne beendet, bricht der Kurs ein und der Handel zusammen. Sie ¿ nden dann keine Käufer mehr für die Aktien.

Aktien-Spams

Sie erhalten eine E-Mail, in der eine renditeträchtige Inves titionsmöglichkeit angepriesen wird? Lesen Sie diese Spam-Mail erst gar nicht weiter, vernichten Sie sie sofort. Einziger Zweck solcher Aktien-Spams ist es, Sie zum Kauf zu verleiten, damit die Absender von steigenden Börsenpreisen profitieren können.

Faxe mit vermeintlichen Insidertipps

Seien Sie wachsam bei Faxen, die scheinbar irrtümlich bei Ihnen ankommen: „Wolfgang“ schreibt an „Jochen“ und empfiehlt ihm, unbedingt Aktien einer kurz vor der Übernahme stehenden Gesellschaft zu kaufen. Ein „heißer“ Insidertipp und Glücksfall für Sie? Keineswegs – es ist die Masche der Manipulateure, Ihnen genau das vorzugaukeln. Tatsächlich sollen Sie auch hierbei die Aktie nur kaufen,
damit der Börsenpreis steigt. Auch wenn es scheint, als sei das Fax zufällig bei Ihnen gelandet: Sie sind nicht der einzige „falsche“ Empfänger und das vermeintlich fehlgeleitete Fax ist Teil einer Werbekampagne.

Wann müssen Sie hellhörig werden?

• Ihnen werden Wertpapiere oder Derivate sehr offensiv zum Kauf empfohlen.
• Der Tipp ist kostenlos oder wird Ihnen sogar unaufgefordert zugesandt, möglicherweise von unbekannten Personen.
• Die Gewinne, die man Ihnen in Aussicht stellt, sind extrem hoch.
• Sie werden unter Zeitdruck gesetzt.
• Das Unternehmen, dessen Wertpapiere angeboten werden, hat zwar eine deutsche Webseite, sitzt aber im Ausland, etwa in den USA, in Kanada oder der Schweiz.
• Die Gesellschaft hat kein erkennbares operatives Geschäft.
• Es sind nur wenige Informationen über das Unternehmen zu finden.

Wo ist besondere Vorsicht geboten?

Illiquide Wertpapiere. Besonders anfällig für Marktmanipulationen sind illiquide, also wenig gehandelte Aktien.

Freiverkehr

Die Handelssegmente an der Börse werden unterschiedlich stark reguliert. Im Freiverkehr gelten deutlich geringere Anforderungen als im regulierten Markt. Deshalb gibt es meistens keinen Wertpapierprospekt – und damit nur wenige oder gar keine Informationen für Anleger. Auch Ad-hoc-Meldungen, Directors’ Dealings oder Stimmrechtsmitteilungen müssen dort nicht veröffentlicht werden. Unternehmensabschlüsse unterliegen keiner externen Bilanzkontrolle durch die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung oder die BaFin.

Penny Stocks

Notieren die Wertpapiere im Cent-Bereich, sind sie besonders manipulationsanfällig. Manipulateure nutzen Penny Stocks gerne, weil sie dem Anleger gut als vermeintliches Schnäppchen zu verkaufen sind.

Ein Hinweis ist wichtig, den die BaFin allerdings am Ende ihrer Hinweise eingebaut hat. Die BaFin hat zwar die Oberaufsicht über die gesamte Finanzindustrie in Deutschland, sie kontrolliert aber nicht aktiv Finanzprodukte, die an Verbraucher „verkauft“ werden. Wenn also ein Anlageberater einem Kunden ein Produkt anpreist, mit dem Verweis, dass die BaFin einen ja kontrolliere, dann bedeutet das nicht, dass die BaFin die Qualität des Produkts überprüft hat. Das Risiko liegt beim Anleger. Also ist die Oberaufsicht der BaFin eher eine Art grundsätzlicher Wohlfühlfaktor für den Bankkunden, eine Art gutes Gefühl, mehr aber auch nicht. Die BaFin drückt es so aus, Zitat:

Die Tatsache, dass ein Unternehmen von der BaFin beaufsichtigt wird, bietet keinen hundertprozentigen Schutz gegen unseriöse Produkte. Der Gesetzgeber hat der BaFin die Marktaufsicht über Finanzdienstleistungs- und Kreditinstitute übertragen. Die Prüfung der Güte jedes einzelnen Produkts gehört nicht zu den Aufgaben der BaFin. Mit dieser Aufgabe würde auch jede Institution schnell an ihre Grenzen stoßen, da es einen sicheren Schutz gegen Betrug und Veruntreuung oder gegen den Totalverlust des eingesetzten Kapitals nicht geben kann. Der Anleger bleibt immer gehalten, in Selbstverantwortung die Seriosität und die wirtschaftliche Plausibilität der angebotenen Produkte zu überprüfen.


Beispielfoto für ein Beratungsgespräch in einer Bankfiliale. Foto: Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken

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Weniger Konsum: So deutlich ändert sich das Verhalten bei Gering- und Normalverdienern

Claudio Kummerfeld

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Brieftasche wird zusammengepresst

Grundsätzlich ist es kein Geheimnis. Durch Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit und Zukunftsängste geht der Konsum bei vielen Menschen in der Coronakrise deutlich zurück. Und je weniger Konsum, desto schlechter geht es den Betrieben, die Konsumprodukte zur Verfügung stellen. Schaut man dieser Tage auf zahlreiche Aussagen von Politik und Ökonomen, dann läuft die Konjunkturerholung derzeit auf Hochtouren, und wir haben die Lücke zur Vor-Corona-Zeit fast schon wieder geschlossen. Aber wer sich die Innenstädte, Restaurants, Einzelhandel, Reisebüros, Fluggesellschaften uvm anschaut, kann an so eine glatte, wunderschöne Erholung nicht so recht glauben. Ganz abgesehen von dem Heer der Solo-Selbständigen, die quasi unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit in ein Desaster schlittern, und direkt bei Hartz4 landen, ohne Sonderhilfen.

Der Anbieter Creditreform (Deutschlands führender Anbieter von Wirtschaftsinformationen und Lösungen zum Forderungsmanagement) hat heute eine repräsentative Umfrage veröffentlicht, die sich vor allem dem Konsum der Gering- und Normalverdiener in der Coronakrise widmet. Ende August mussten demnach hochgerechnet rund 15,5 Millionen Haushalte in Deutschland auf einen Teil ihres Haushaltseinkommens verzichten. Auffällig sei, dass es besonders die Gering- und Normalverdiener betreffe, die ein dünneres Finanzpolster hätten als Gutverdiener. So fehlten laut der Umfrage rund drei Viertel der Befragten bis zu 30 Prozent ihres regulären Einkommens.

Verhalten beim Konsum geändert

So haben die Menschen lauf Creditreform ihr Verhalten beim Konsum bereits geändert. So gaben 55 Prozent der Befragten Ende August an, krisenbedingt weniger Geld für den Konsum und die Lebenshaltung auszugeben. Das entspricht rund 22,7 Millionen Haushalten. Fast jeder Dritte sei sich unsicher, ob das Geld in den kommenden zwölf Monaten reicht, um alle finanziellen Verpflichtungen wie Miete und Nebenkosten, Kredite oder Versicherungsbeiträge bezahlen zu können. Gut jeder Zehnte gab sogar an, die Ratenzahlungen für Konsum-, Immobilien- oder Kfz-Kredite gestundet zu haben.

In Notzeiten schauen die Menschen laut aktueller Aussage von Creditreform strenger auf ihr Geld und verzichten eher auf unnötigen Konsum. Die Menschen würden den Rotstift demnach zuerst bei Urlaub, Bekleidung oder Schmuck ansetzen. Bei Medikamenten, der Altersvorsorge oder ihren Haustieren seien sie hingegen kaum zu Abstrichen bereit. Diese Ausgabenvorsicht helfe derzeit noch, die finanzielle Situation der Haushalte zu stabilisieren. Aber sollten die Menschen langfristig auf Teile ihres Einkommens verzichten müssen, rechne man mit einem starken Anstieg der überschuldeten Verbraucher. Besonders brisant würden die kommenden Wochen, da die von der Bundesregierung beschlossene Aussetzung der Insolvenzantragspflicht für zahlungsunfähige Unternehmen im Oktober wieder aufgehoben sei. Die Folge wären nicht nur steigende Insolvenzzahlen bei den Unternehmen, sondern auch ein Anstieg der Arbeitslosigkeit, so Creditreform.

Grafik zeigt Gründe für sinkende Einkommen

Grafik zeigt wo Verbraucher beim Konsum sparen

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Gewerbeumsatz im August rückläufig – warum es tatsächlich aber ein Anstieg ist

Claudio Kummerfeld

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Sprühender Funken bei Industrieproduktion

Den Gewerbeumsatz prognostizieren die Statistiker vom Statistischen Bundesamt aus den monatlichen Umsatzsteuervoranmeldungen. Daher können sie heute für den Monat August vorläufig sagen, dass der Umsatz in der gewerblichen Wirtschaft (gemeint sind die Bereiche Industrie, Bau sowie Handel und Dienstleistungen) im Vergleich zu Juli um 1,3 Prozent gesunken ist. Der Wert für August liegt vor Revision um 4,7 Prozent niedriger als im Februar 2020, dem Monat vor Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland. Diesen Abwärtshaken beim Aufschwung erkennt man auch im Chart am Ende des Artikels, der den Indexverlauf seit Anfang 2015 anzeigt.

Dieser aktuelle Rückgang kann aber täuschen. Man achte zum Beispiel auf die aktuellen Worte von Jörg Krämer, Chefökonom der Commerzbank. Die deutschen Unternehmen hätten zwar im August 1,3% weniger umgesetzt als im Juli gemacht. Aber der ohnehin starke Juli-Umsatz sei nach oben revidiert worden. Juli und August zusammen liegen jetzt 9,2 Prozent über dem 2. Quartal, und beim BIP zeichne sich ein starkes Plus von 9 Prozent ab, so seine Worte.

Und siehe da, schauen wir uns doch mal den Juli-Indexwert in der heute veröffentlichten Grafik der staatlichen Statistiker an. Er liegt bei 128,0 Indexpunkten. Schaut man auf die Original-Veröffentlichung der Statistiker für Juli vom 27. August, dann sieht man hier einen Juli-Indexwert von nur 125,9. Also, in der Tat. Der Juli-Wert wurde heute von 125,9 auf 128 kräftig nach oben revidiert. Von daher ist der heutige Rückfall auf 126,3 im August immer noch höher als in der Erst-Veröffentlichung für Juli aus dem Vormonat. Geht man also nach den jeweiligen Erstschätzungen, dann klettert der Gewerbeumsatz von Juli auf August weiter an.

Rückläufig ist der heutige August-Wert nur, weil man einen aktuellen Schätzwert in Relation zu einer revidierten Zahl setzt. Sinn macht es aber nur, wenn man entweder zwei Schätzwerte oder zwei revidierte Werte miteinander vergleicht. Man darf vermuten, dass der August-Wert, welcher Ende Oktober veröffentlicht wird, nach oben revidiert wird. Denn die Statistiker erwähnen heute auch, dass sich die Werte aufgrund von Nachmeldungen durch Revision noch erhöhen können. Der Anstieg im Gewerbeumsatz in Deutschland geht also vermutlich weiter, ohne unterbrechenden Abwärtshaken.

Chart zeigt Verlauf im Gewerbeumsatz seit 2015

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Meine Absage an Panikmache und Alarmismus – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Zentralbanken fluten derzeit wieder den Markt mit frischem Geld. Zunächst senkte die US-Fed den Leitzins im März praktisch auf Null (0-0,25 %). Die US-Regierung erprobte daneben gleich einmal eine Art Helicopter-Geld und unterstützte Arbeitslose mit 600 USD pro Monat.

Dann feuerte die EZB in den Markt und stockte im Rahmen des sog. PEPP-Programms (Pandemic Emergency Purchase Programme) die turnusmäßigen Anleihenkäufe um 600 Milliarden Euro auf. Derweil wurde die PEPP-Maßnahme nochmals erweitert. Nunmehr lassen die Währungshüter um Christine Lagarde bis Juni 2021 insgesamt 1,35 Billionen Euro rollen, um die angeschlagene Konjunktur zu stabilisieren.

Nie zuvor haben Notenbanken und nationale Regierungen derartige Summen mobilisiert in solch kurzer Zeit in den Markt gegeben. Im Vergleich dazu mutet die Geldpolitik der vergangenen Jahre geradezu konservativ und zurückhaltend an.

Vor diesem Hintergrund mehren sich die Stimmen, die nicht nur steigende Inflation prognostizieren, sondern zumindest für den Euro wieder die Existenzfrage aufwerfen. Die Sorgen vieler Marktteilnehmer spiegeln sich eindrücklich unter anderem in steigenden Preisen für Gold und Silber. In dieser Situation sucht man Substanz, und einer Papierwährung trauen diese Substanz üblicherweise nicht zu. Nichts als bedrucktes Papier, so der verbreitete Tenor.

Aber schauen wir uns die Fakten an. Ist es im digitalen Zeitalter überhaupt noch zulässig von einer Papierwährung zu sprechen? Tatsächlich laufen gegenwärtig in der Euro-Zone Geldscheine und Münzen im Wert von rund 1,4 Billionen Euro um. Das entspricht also grob der Bewertung der Apple-Aktie vor vier Wochen. Heute hat Papiergeld streng genommen kaum noch eine wirtschaftliche Funktion außerhalb des Dienstleistungssektors bzw. des Einzelhandels. Papiergeld brauchen wir um Semmeln beim Bäcker zu holen und um ein Eis auf die Hand beim Stadtbummel zu kaufen.

Alle modernen Währungen sind heute elektronisch. Die wahren Geldmassen lagern heutzutage auf Konten, in Depots oder sind in Immobilien gebunden. So wiegt etwa der private Immobilienmarkt allein in Deutschland rund 5 Billionen Euro. Der DAX, also nur die 30 größten Unternehmen hierzulande, wiegen derzeit rund 1 Billion Euro. Noch ein Beispiel: Der französische Leitindex CAC 40 ist noch schwerer. Seine Unternehmen sind gegenwärtig rund 1,5 Billionen Euro schwer.

Möglicherweise sind diese Marktwerte aufgebläht. Diese Aussage ist zulässig. Die Aussage, dass eine moderne Währung ungedeckt von Sachwerten wäre, hingegen ist Humbug. Ich halte ganz generell die Sorgen um den Kollaps des Euro bzw. einer anderen westlichen Währung für übertrieben. Die Sorge, dass eine…..

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