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„Netflix ist nicht wie Twitter“, KGV dennoch viel zu hoch – Goldman über den Erwartungen

Redaktion

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FMW-Redaktion

„Netflix ist nicht wie Twitter“ – diesen Ausspruch bringt jetzt ein Analyst von RBC Capital Markets nach der Veröffentlichung der Netflix-Quartalszahlen an prominenter Stelle bei CNBC. Und in der Tat: Die Firma weist ein kontinuierliches und kräftiges Wachstum auf – im Gegensatz zu Twitter, wo das Wachstum zuletzt erlahmt ist. Nur wo ist das Problem? Der Aktienkurs liegt viel zu hoch – oder sind Umsatz und Gewinn viel zu langsam gewachsen für diesen hohen Aktienkurs? Wie auch immer, eines von beiden muss sich anpassen, oder beide stoßen irgendwann zueinander auf „gesunde Niveaus“ von 15, 20 oder 30 im KGV. Andere Tech-Riesen machen es vor, dass auch innovative Tech-Marken z.B. mit 10er-KGVs existieren können (Apple).

Der Gewinn pro Aktie fällt mit 6 Cents im 1. Quartal fast doppelt so hoch aus wie erwartet und höher als die 5 Cents aus dem Q1 2015. Der Umsatz stieg von 1,4 auf 1,81 Milliarden Dollar, die Anzahl der zahlenden Nutzer von 59 auf 77 Millionen – hier lag man mit dem Wachstum exakt auf den hohen Erwartungen des Marktes. In jeden Quartal ist in allen wichtigen Bereichen ein deutliches Wachstum zu sehen – dies zeigen diese Zahlen eindeutig. Aber das ist eben nicht genug. Warum?

Netflix
Grafik: Netflix

Netflix bewegt sich für 2015 bei einem KGV von 360, und für 2016 grob geschätzt um die 400. Der Markt hat kein Problem mit der Netflix-Wachstumsstory – nur damit, dass Gewinn und Aktienkurs nicht in einer verantwortbaren Relation stehen. Da Investoren wissen, dass ein 300er oder 400er-KGV nicht ewig durchgehalten werden kann, reagiert man bei Aktien wie Netflix extrem nervös, selbst wenn bei den Quartalszahlen die Erwartungen übertroffen werden.

RBC z.B. betont ausdrücklich, dass Netflix im Gegensatz zu Twitter voll im Wachstum begriffen ist. Die Firma sei ein globales Phänomen und Der Player in seiner Branche. Amazon meine es mit seinem TV-Angebot nicht so wirklich ernst und konzentriere sich nicht wirklich darauf Netflix anzugreifen. Das Kursziel für die Aktie hält man bei 140 Dollar, bis 2019 soll die Aktie sogar auf 200 steigen.

Die Aktie notiert momentan vorbörslich -9% zum Marktschluss gestern Abend). Fazit: Die Aktie kann theoretisch immer so weiter machen mit all der Phantasie und dem tollen Wachstum. Nur die langfristige Erfahrung lehrt: So hohe KGVs kann niemand dauerhaft durchhalten. Entweder bricht die Aktie ein, oder der Gewinn explodiert, oder beide nähern sich an. Meistens aber passt sich der Aktienkurs an. Das sollte man immer im Hinterkopf behalten, wenn man an der Party teilnimmt.

Goldman Sachs

Goldman Sachs hat vor wenigen Minuten seine Quartalszahlen vermeldet. Mit 2,68 Dollar Gewinn pro Aktie liegt man gut über den Erwartungen von 2,40 Dollar. Mit 6,3 bleibt man hinter der Erwartung von 6,7 Milliarden Dollar Umsatz zurück. Die Aktie notiert vorbörslich -0,3%.

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Aktien

Banken: Es hagelt sensationell gute Quartalsergebnisse!

Claudio Kummerfeld

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Hochhäuser von Banken im Londoner Viertel Canary Wharf

Was ist das los? Gerade in der schlimmsten Rezession seit Jahrzehnten sollten sich die Banken doch in einer dramatischen Schieflage befinden? Denn Kreditausfälle müssten aus Quartalsgewinnen eigentlich Verluste machen und damit folglich das Eigenkapital der Banken angreifen? Dieses Szenario steht womöglich bevor, wenn die anstehende Pleitewelle Löcher in die Bücher der Banken reißt.

Aber noch ist es nicht soweit. Derzeit hagelt es sensationell gute Quartalszahlen von Banken weltweit. Vor allem fällt auf, dass gerade die Banken tolle Zahlen melden, die stark im Kapitalmarktgeschäft tätig sind, und eher weniger im Privat- und Firmenkundengeschäft mit Krediten, wo Probleme mit Kreditausfällen drohen, und wo die Banken sich derzeit mehr denn je mühen neue Kundeneinlagen abzuweisen – weil sie selbst sonst Strafzinsen zum Beispiel bei der EZB entrichten müssten.

Banken mit starkem Kapitalmarktgeschäft im Vorteil

Wie gesagt. Wer stark im Kapitalmarktsegment engagiert ist, der feiert die Krise. Zum Beispiel lässt sich derzeit viel Geld machen mit den globalen Schuldenorgien. Wo die Banken zum Beispiel in Europa in den Erstauktionen der staatlichen Schuldenagenturen Staatsanleihen aufkaufen, können sie mutmaßlich schön und entspannt Gewinn machen mit dem Weiterverkauf der Anleihen an die EZB am Sekundärmarkt. Auch in vielen anderen Bereichen des Kapitalmarkts war die letzten Quartale viel los. Man beachte in diesem Zusammenhang die sensationell guten Quartalszahlen von Goldman Sachs vom 14. Oktober. Der Quartalsgewinn konnte gegenüber dem Vorjahresquartal verdoppelt werden (hier die Details). Bei den anderen großen US-Banken gab es keine Katastrophen-Meldungen. Und dann am Dienstag dieser Woche meldete die Schweizer Großbank UBS ebenfalls eine Gewinn-Verdoppelung (hier die Details).

Barclays

Heute nun hat die britische Großbank Barclays ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Der Gewinn liegt mit 611 Millionen Pfund gut drei Mal so hoch wie erwartet, und auch dramatisch besser als im Vorjahr. Da war es noch ein Verlust von 292 Millionen Pfund – auch wenn man hier berücksichtigen muss, dass der Verlust aufgrund von Schadenersatzzahlungen an geschädigte Kreditnehmer zustande kam. Dennoch ist heute ein Gewinn, der drei Mal so hoch reinkommt wie erwartet, beachtlich. Außerdem hat Barclays wie viele andere Banken auch im dritten Quartal die Risikovorsorge für mögliche Kreditausfälle deutlich reduziert, nämlich auf 608 Millionen Pfund nach 3,7 Milliarden Pfund in den ersten sechs Monaten des Jahres.

Nordea

Bei der größten skandinavischen Bank Nordea könnte man glatt meinen, dass die Krise zeitlich auf den Kopf gestellt wurde. Auch hier gab es heute Quartalszahlen. Der operative Gewinn steigt binnen Jahresfrist von 875 Millionen auf 1,09 Milliarden Euro. Die Gründe für die guten Zahlen: Einerseits mehr Kreditvergabe-Volumen in der Krise – andererseits nicht mehr vorhandene Belastungen durch Schrottkredite (331 Millionen Euro Belastung im Vorjahresquartal). Dennoch erwartet Nordea für das Gesamtjahr Kreditausfälle von gut einer Milliarde Euro. Es klingt wie ein Witz, dass jetzt Belastungen durch Kreditausfälle weggefallen sind. Aber aktuell wirkt es noch schlüssig. Es werden weltweit auch mit Staatshilfen viele neue Kredite vergeben, wo die Kreditnehmer natürlich erstmal wieder liquide sind und auch die monatlichen Raten einige Zeit lang zahlen können.

Noch sieht es gut aus

Wenn die große Pleitewelle bei Unternehmen denn kommen sollte, dürfte sich die Lage für die Banken verdunkeln. Banken wie Goldman Sachs mit fast null klassischem Privatkundengeschäft könnten auch in einer Pleitewelle gut da stehen, weil man ja keine Kreditausfälle verkraften müsste. Und die deutschen Banken? Die Commerzbank meldet ihre Quartalszahlen am 5. November, die Deutsche Bank am 28. Oktober. Es ist möglich, dass sie schon vorab als Ad Hoc-Meldung ihre Finanzdaten berichten, wenn sie zu stark von den Erwartungen abweichen. Es könnte sein, dass auch die beiden deutschen Großbanken jetzt halbwegs akzeptable Zahlen melden, und dass die bitteren Verluste der Kreditausfälle erst noch anstehen, wenn die Pleitewelle wie von vielen Experten erwartet demnächst einsetzt. Aber es kann vielleicht noch einige Zeit dauern, bis eine Pleitewelle wirklich auf die Quartalszahlen der Banken durchschlägt. Denn bis die Bank wirklich einen Kredit als Verlust abschreibt, muss erstmal der Schuldner den Bach runtergehen, dann gibt es Verhandlungen über Umschuldungen usw. Also, kurzfristig könnten auch Deutsche Bank und Commerzbank noch akzeptable Quartalszahlen melden.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Value-Werte auf der Überholspur

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Es gibt gute Konjunkturindikatoren aus Deutschland und Asien. Laut Markus Koch sind die Value-Werte jetzt auf der Überholspur.

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fashionette: Onlineshop für Luxus-Shopping geht an die Frankfurter Börse

Claudio Kummerfeld

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Bürotürme in Frankfurt

fashionette ist kein normaler Onlineshop für Klamotten und Schuhe. Nein, hier werden nur hochpreisige Handtaschen, Schuhe, Schmuck etc verkauft. Darauf hat sich die Düsseldorfer fashionette AG spezialisiert. Man konzentriert sich auf die Region Deutschland, Österreich und Schweiz. Nach eigenen Angaben bietet das Portal 11.000 Artikel von 150 Premium- und Luxus­marken, und hat pro Monat mehr als 3 Millionen Seitenaufrufe. Die Umsatzerlöse lagen im Jahr 2019 bei 73 Millionen Euro, und der Gewinn (EBITDA) lag bei 6,8 Millionen Euro. Das entspricht einer Marge von 9,3 Prozent.

Die Deutsche Börse hat heute offizielle Angaben zur Aktienzeichnung und zum ersten Handelstag an der Börse für das Unternehmen veröffentlicht. Die Aktienzeichnung für den Börsengang der fashionette AG (ISIN: DE000A2QEFA1) an der Frankfurter Wertpapierbörse ist heute gestartet und wird voraussichtlich bis zum 27. Oktober andauern. Inklusive der Mehrzuteilungsoption werden bis zu 3.605.000 Aktien angeboten, die Bookbuilding-Spanne liegt bei 30,00 bis 38,00 Euro je Aktie. Der erste Handelstag der fashionette AG im Segment Scale ist laut der Deutschen Börse für den 29. Oktober geplant.

Beim Klick an dieser Stelle finden sie alle Detaildaten zu dieser Emission bei der Frankfurter Börse.

Der Börsengang von fashionette hat einen Gesamtumfang von bis zu 137 Millionen Euro. Aber der Großteil der Papiere werden vom aktuellen Hauptaktionär Genui verkauft, womit ein Großteil der Emission nicht in der Firma landet, sondern an den Altaktionär fließt. Im Unternehmen werden von der Emission wohl 36-46 Millionen Euro ankommen.

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