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Indizes

Neue Allzeithochs an der Wall Street noch in diesem Jahr?

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Jens Raabe ist ein in Deutschland recht bekannter Options-Trader – und sein starker sächsischer Zungenschlag kontrastiert herrlich mit dem Geschehen an den globalen Finanzmärkten!

Raabe sagt, er sei stets Optimist (und böse Zungen meinen: wer genetischer Sachse ist, sollte das zur besseren Lebens-Bewältigung auch tunlichst sein..) – und nicht nur deshalb erwartet er innerhalb der nächsten Monate neue Allzeithochs bei den US-Indizes.

Sein Hauptargument ist das gestern erreichte neue Allzeithoch der Advance-Decline-Linie, mithin also des Verhältnisses zwischen steigenden und fallenden Aktien:


(Chart: zerohedge.com; durch anklicken vergrößern)

Klar: dass so viele Aktien an der NYSE steigen im Vergleich zu fallenden Aktien spricht für eine sehr ausgeprägte Markt-Breite der Rally. Nur: als die US-Indizes im September 2018 auf Allzeithochs waren, war die Lage ähnlich wie aktuell, und was dann folgte wissen wir ja..

Das Volumen bleibt nach wie vor unterirdisch, sichtbar in den Umsätzen des maßgeblichen S&P 500-ETF, dem SPY (gestern wieder nur 57% des durchschnittlihen Umsatzes seit August 2018):

(Grafik durch anklicken vergrößern)

Während der Abverkauf im Dezember unter hohem Volumen erfolgte, startete die dann Ende Dezember einsetzende Rally zunächst mit gutem Volumen, aber seit Anfang Januar sind die Handelsumsätze bei der Rally schon kaum mehr meßbar (was die Bullen ungeheuer bullisch sehen, weil dann alle noch in den Markt müßten..):

 

(Grafik durch anklicken vergrößern)

 

Aber hier die Einschätzung von Raabe zum Thema Allzeithochs – nicht nur für deutsche Dialektforscher eine Fundgrube..:

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8 Kommentare

8 Comments

  1. Avatar

    Trigo

    20. Februar 2019 12:07 at 12:07

    Dazu noch etwas anderes von Mr. Gundlach….

    https://youtu.be/YsSo1rTqMdc

  2. Avatar

    Columbo

    20. Februar 2019 12:57 at 12:57

    „Sollten externe Schocks ausbleiben, gehe ich von neuen Allzeithochs aus“
    Na danke. Sollte der Regen ausbleiben, gehe ich von schönem Wetter aus.
    Er sagt, er hätte keine Glaskugel und an der Börse ginge es nicht darum, Prognosen abzugeben. In gleichem Atemzug sagt er Allzeithochs im ersten Halbjahr voraus.
    Warren Buffett würde ihm eine Weile zuhören und dann fragen:“ Warum sind Sie nicht reich geworden?“
    Aber wer weiß, vielleicht ist er es ja. Er ist Optimist, so what.

  3. Avatar

    Prognostiker

    20. Februar 2019 13:36 at 13:36

    Ein externer Schock wäre in den Augen solcher Leute sicher schon eine weniger dovische Haltung der Notenbanken, die sie ja wegen schlechten Wirtschaftsdaten wieder einnehmen mussten.
    Dass in einer notenbankgetriebenen u.mit Short- squeezes verstärkten Rally mehr Aktien steigen als fallen ist so sicher wie das Amen in der Kirche.Aussagekräftiger ist doch eher warum die Aktien gestiegen sind.
    Schizophren, der Auslöser der Rally war die Trendwende der Notenbanken, die wegen fallender Wirtschaft
    u.Gewinnerwartungen den Crash verhindern mussten.An neuen Hochs wären nicht einmal die NB
    interessiert, sonst würde der nächste Absturz sogleich wieder die Retter herbeirufen.
    Das Intersse der Notenbanken müsste ein kontrolliertes Rückführen der Bilanzsumme u.der Aktienkurse sein.

  4. Avatar

    Columbo

    20. Februar 2019 14:24 at 14:24

    Ich kenne mehrere derartige himmelhoch jauchzende Finanzblogs. Die sind die Kehrseite des Crashprophetenclubs. Um bekannt zu werden, muß man entweder die Hölle oder das Paradies voraussagen, alles dazwischen interessiert keinen.
    Da wäre ich mal ausnahmsweise für einen „Nothing-load-Filter“.

    • Avatar

      tm

      20. Februar 2019 14:36 at 14:36

      jo, das tirfft es gut. Man muss Extreme vertreten, um das Publikum zu begeistern und man muss bei diesen Extremen bleiben, egal was kommt. Larry Kudlow – heute Berater von Trump, damals von GWB – behauptete noch bis in den Herbst 2008 hinein, dass der „Bush-Boom“ weiterhinge. Umgekehrt predigen einige Gurus seit 10 Jahren den kommenden Zusammenbruch und die Hyperinflation. Das pessismistische Extrem verkauft sich vermutlich noch besser.

  5. Avatar

    Faktist

    20. Februar 2019 15:23 at 15:23

    Nach Meinung der Bank of America, könnte ein vollwertiger Handels-Deal zwischen den USA und China den S&P 500 um über zehn Prozent nach oben katapultieren und die „Animal Spirits“ neu beleben. Ein teilweiser Deal, bei dem es zwar zu keinen neuen Zöllen kommt, aber die alten erhalten bleiben, sei schon eingepreist und hätte keinen großen Effekt. Vor allem für Tech-Firmen wäre eine Lösung der IP-Problematik sehr positiv zu sehen.

    Haha was für eine Frage… 10% hoch ist doch viel zu wenig! 50% oder gar 1000% like BTC warum nicht… solange es Zahlen gibt, kann man unendlich auf der Tafel anzeigen lassen. Ist doch sowieso nur Luft… als ob da jemand kauft… Heute kostet die Tomate 1 Euro morgen die selbe Tomate 1000 Euro, warum nicht… die Tomate wird zwar nicht gekauft, aber übermorgen kostet die schon 5000 Euro… Alles ganz normal! lol

  6. Avatar

    Prognostiker

    20. Februar 2019 16:10 at 16:10

    Aha, ein vollwertiger Handelsdeal wäre n.m.Meinung, Chinas Exporte gehen stark zurück u.in die totale Rezession ,was andere Länder wie Japan u.die EU mitreissen würde ??
    Nur die US Börsen würden steigen ? ? Die Börsenmärkte sind immer noch global u.können weder mit Zöllen oder Mauern abgeschottet werden.Wie M.Fugmann sagte, es ist ein Nullsummenspiel
    Mein Szenario: Es gibt einen faulen Kompromiss an den sich die Chinesen nicht halten, so gewinnen sie Zeit u.können auf die NICHTWIEDERWAHL des GRÖPAZ ( Grösster Präsi.aller Zeiten) spekulieren.

  7. Avatar

    Moritz

    20. Februar 2019 17:01 at 17:01

    Die Frage die sich mir auftut: In wie weit passt das zusammen, dass ein ATH bei der A/D-Linie für neue ATHs spricht? Unabhängig von der Tatsache, dass daraus im Oktober ein Absturz folgte. Das bei der A/D-Linie ein neues ATH erreicht ist lässt sich nur auf „Die Flut hebt alle Boote“ zurückführen, da in der abgelaufenen Berichtsaison die meisten Unternehmen vorallem in Sachen Ausblicke enttäuscht haben und oft nur vorher angepasste Prognosen getroffen haben. Fundamental, in Bezug auf die Unternehmen, ist es eine andere Situation als noch im September/Oktober, die solche Bewertungen und Entwicklungen einfach wenig plausibel erscheinen lässt.

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Finanznews

Aktien: Generation Z und die Spekulation! Marktgeflüster (Video)

Die Generation Z (ab 1995 Geborene) macht wieder Schlagzeilen und pusht auch heute wieder bestimme Aktien nach oben. Das böse Ende aber wird kommen..

Markus Fugmann

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Die Generation Z (ab 1995 Geborene) macht auch heute wieder Schlagzeilen und pusht wieder Aktien wie Gamestop oder Beyond Meat nach oben. Diese Generation Z wird nicht nur den Klimawandel ausbaden müssen, sondern ahnt auch, dass sie seit langer Zeit die erste Generation sein wird, für die der Kuchen nicht größer, sondern vermutlich kleiner sein wird. Und diese Generation Z wähnt sich nun durch die Fed und andere Notenbanken in einem Casino, in dem man ohne Risiko zocken könne – weil Aktien angeblich immer steigen. Aber an der Börse hat die Mehrheit schon immer verloren, und das wird diesmal nicht anders sein..

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Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Robuste Ergebnisse auf breiter Front

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die gemeldeten und heute Abend anstehenden Quartalszahlen sind heute ein wichtiges Thema.

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Aktien

Wall Street: Kommen jetzt Regulierungen durch die Biden-Regierung?

Wird es für die Wall Street unter Biden sehr viel schwieriger als unter Trump? Was passiert mit den Monopolen der großen Tech-Firmen?

Wolfgang Müller

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am

Wird es für die Wall Street unter Biden sehr viel schwieriger als unter Trump? Bereits seit Monaten wird darüber spekuliert, wie eine demokratische Regierung den großen Techfirmen mit ihren monopolartigen Stellungen zu Leibe rücken wird. Schon die Bildung der Regierung wird Hinweise darauf geben, viele designierte Minister haben bereits in der Regierung unter Barack Obama politische Posten bekleidet.

Die Wall Street und der Abbau der Regulierungen

Die Ära Trump war für die Wall Street geprägt von Deregulierungen, insbesondere im Finanzsektor, was natürlich den oberen Einkommensklassen zugute kam – trotz seiner Beteuerungen dem Establishment auf den Leib rücken zu wollen. Joe Biden hat bereits im Wahlkampf davon gesprochen, gegen die wachsende Ungleichheit im Lande vorgehen zu wollen, was zwangsläufig auf einen Machtkampf mit der Wall Street hinauslaufen würde. Jetzt hat er aber mit der neuen Finanzministerin Janet Yellen, der einstigen Notenbankchefin, eine Entscheidung gefällt, die eher Kontinuität als Radikalität in Finanzfragen erwarten lässt. Sie unterstützt natürlich das Corona-Hilfspaket von 1,9 Billionen Dollar, zu dem die Ministerin vor dem Senat betonte, dass diese Verschuldung mehr nutze, als dass sie schade. Ihre Zielstellung seien mehr und besser bezahlte Jobs und höherer Wohlstand für mehr Amerikaner.

Die letzten Personalentscheidungen deuten aber daraufhin, dass man die Wall Street doch in Teilbereichen stärker regulieren wolle.

Chef der Börsenaufsichtsbehörde SEC soll Gary Gensler werden, ein Mann, der schon von 2009 bis 2014, also unter der Präsidentschaft von Barrack Obama, die Aufsicht über die Derivate CFTC innehatte. Er hatte damals die Untersuchungen bei den Manipulationen des Zinssatzes Libor geleitet und die Finanzreform umgesetzt. Er gilt als harter Hund in der Szene, aber wie könnte es auch anders sein – er hatte zuvor schon 20 Jahre bei Goldman Sachs gearbeitet.

Die Aufgaben der SEC dürften gewaltig sein, im Stadium der derzeitigen Spekulationsauswüchse. Zum Beispiel bei den Special Purpose Acquisition Companies, kurz SPAC genannt. Firmen, die zunächst Kapital über einen Börsengang einsammeln, um das Geld in die Übernahme eines noch nicht feststehenden Unternehmens zu investieren. Ein kaum regulierter Bereich, bei dem es wieder auf Kosten der Kleinanleger gehen könnte. Bereits in den ersten drei Wochen wurden im Bereich der SPACS schon wieder 56 solcher Mantelfirmen an die Börse gebracht und 16 Milliarden Dollar an Geldern eingesammelt. Nach 300 Firmen im Jahr 2020.

Was Gensler auch besonders auszeichnet, sind seine Kenntnisse im Bereich der Kryptowährungen – einem Thema, über welches er auch an seiner Universität gelehrt hat. Er hat sich zur Szene schon sehr kritisch geäußert und wird sich ganz besonders mit Fintech-Unternehmen und Kryptowährungen befassen.

Unterstützt wird Gensler von Rohit Chopra, der Chef der Verbraucherschutzbehörde für Finanzprodukte (CFPB) werden soll, die nach der Finanzkrise gegründet wurde.

Der Mann hatte sich bereits in in seiner Zeit bei einer anderen Behörde gegen die Macht der großen Tech-Konzerne ausgesprochen. Er stimmte für die Klage der Behörde gegen Facebooks ungesetzliche Monopolisierung, der sich auch eine Gruppe von Generalstaatsanwälten angeschlossen. Unter Trump war der Einfluss der Verbraucherschutzbehörde deutlich zurückgefahren worden.

Chef der Bankenaufsicht (OCC) soll Michael Barr werden, ein Mann der auch schon im Finanzministerium zu Obamas Zeiten gearbeitet hatte und nun auf 1200 Banken ein Auge werfen soll.

Die Personalauswahl Bidens zeigt in jedem Fall, dass dem Schutz der Verbraucher zulasten der großen Firmen mehr Bedeutung zukommen wird – und das könnte ein Problem für die Wall Street werden.

Fazit

Wieder einmal stellt sich bei einer neuen Regierung die Frage, wie viel von den Programmpunkten aus dem Wahlkampf im politischen Kampf und vor allem gegen das mächtige Kapital der Wall Street in den USA umgesetzt werden kann. Wer glaubt, dass es jetzt zu einer größeren Umverteilung von Wall Street zu Main Street kommen würde, dürfte ein bisschen blauäugig sein. Bidens Mannschaft besteht aus vielen älteren Semestern, die schon unter Barrack Obama im Einsatz waren.

Außerdem spielen die Wall Street und die Kapitalmärkte in den USA eine viel dominantere Rolle als in allen anderen Industriestaaten der Welt. Es dürfte kaum Gouverneure, Senatoren und Politiker in führenden Positionen geben, die nicht auf einem großen Aktienpaket sitzen. Den Ast ansägen, auf dem man selbst sitzt? Das beste Beispiel ist doch die ehrwürdige Sprecherin der Demokraten, die bereits 80-jährige Nancy Pelosi. Wenn die Grande Dame der US-Demokraten sogar eine halbe Million Dollar für Optionen auf die Tesla-Aktie gesetzt hat, erst vor Kurzem und bereits in der Gewissheit in Regierungsverantwortung zu stehen, was werden wohl die anderen Abgeordneten in ihrem Vermögensdepots haben? Bestimmt kein gefülltes Girokonto, wie unser Finanzminister.

Ergo: Regulierungen an der Wall Street werden kommen, aber wohl immer noch mit Schonung des Aktien-Wunderlandes USA.

Wird die Biden-Regierung die Wall Street bald stärker regulieren?

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