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Neue digitale Währungen: Bundesbank-Chef Weidmann mit sensationellem und hochinteressantem Vorschlag

Es ist eine interessante, sensationelle, kühne, intelligente und spannende Idee, die Bundesbank-Chef Weidmann da heute ins Spiel gebracht hat. Und ganz nebenbei könnte sie die Bankenbranche…

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FMW-Redaktion

Es ist eine interessante, sensationelle, kühne, intelligente und spannende Idee, die Bundesbank-Chef Weidmann da heute ins Spiel gebracht hat. Und ganz nebenbei könnte sie die Bankenbranche so wie man sie jetzt kennt, ins Wanken bringen, und die Verbraucher besser schützen. Eigentlich ist die Grundidee so einfach ausführbar, dass man sich fragen kann: Ist bisher noch nie jemand auf diese Idee gekommen, weil sie so einfach ist?


Jens Weidmann, Chef der Deutschen Bundesbank. Foto: Chatham House / Wikipedia (CC BY 2.0)

Bei einem heutigen Vortrag sprach Weidmann unter anderem über das Thema „Digitale Währungen“, womit in erster Linie die Bitcoins sowie ihre unbekannteren Rivalen gemeint sind. Hinter diesen virtuellen Währungen, die die Bundesbank nicht als offizielle Wertaufbewahrungseinheiten ansieht, stehen nämlich keine Staaten und auch keine Zentralbanken, die für den Wert dieser Einheiten haften. Was also nun tun aus Sicht von Zentralbanken, wenn diese „merkwürdigen“ neuen Online-Währungen immer mehr zur Konkurrenz für das „alte normale Geld“ werden sollten? Weidmann schlägt vor, dass die Zentralbanken das neue Zeitalter der digitalen Währungen „umarmen“ sollten. Zitat:

„… central banks are urged by some to consider embracing the new era by issuing their own digital currencies.“

Zentralbanken sollten einfach ihre eigenen digitalen Währungen ausgeben, und Unternehmen außerhalb der Finanzbranche sowie allen Bürgern direkten Zugang zur Zentralbank-Bilanz geben. Durch Verwendung von digitalen Währungen der Zentralbanken würden die Bürger eine „unmittelbare“ Forderung gegen die Bilanz der Zentralbank erhalten. Und so Weidmann, da Zentralbanken nicht insolvent gehen könnten, wäre das für den Bürger ein riesiger Sicherheitsvorteil.

Er sagt aber auch, dass dies natürlich für die Banken ein echtes Problem werden könnte, wenn durch einen Bank Run die Bankkunden ihre Guthaben per Knopfdruck in die digitale Zentralbankwährung umwandeln. So verschwindet das Geld bei der Bank, und der Konsument erhält eine rechnerische Forderung direkt gegen die Zentralbank (wie zum Beispiel die EZB). Für den Bürger hätte das den tollen Vorteil, dass er sich nie wieder Sorgen um eine Bankenpleite machen muss, da sein Geld als Forderung gegen die Zentralbank verbucht ist. Und da diese ja selbst Geld aus dem Nichts erschaffen kann (da sie das staatlich gegebene Recht dazu hat), sind die Einlagen der Kunden alle unbegrenzt abgesichert.

Die Banken würden dann in der Tat verdammt alt aussehen. Bei nur dem Hauch von Bankenkrisen könnten Kunden problemlos umgehend ihre Bankguthaben direkt zur Zentralbank transferieren, und den bisherigen „Vermittler“ zwischen Zentralbank und Bürger (die Bank) einfach links liegen lassen. Die Bank hätte dann keine oder fast gar keine Einlagen mehr, und müsste zusehen, wie sie zurecht kommt. Natürlich könnte dann die Kreditvergabe der Banken an Endkunden verdammt problematisch werden, weil sie ja nur Geld ausgeben kann, was sie auf der Einlagenseite vorher eingesammelt hat. Fehlt dieses Geld, weil es digital an die Zentralbank transferiert wurde, haben Banken und Volkswirtschaft ein Problem! Aber grundsätzlich ist diese Idee der Zentralbank-Digitalwährungen einfach und genial zugleich.

So will Weidmann wohl mit einem großen Paukenschlag diese digitalen „Nerd-Währungen“ (unsere Wortkreation) aus dem Weg räumen… denn die sind ihm mehr als suspekt, was man durchaus verstehen kann. Denn würden Sie beispielsweise ihre Altersvorsorge in Bitcoins anlegen? Die Idee hinter dem heutigen Vorschlag ist es wohl mit so einer virtuellen Konkurrenz-Währung den Bürgern die Lust an den anonymen Digitalwährungen zu nehmen. Aber viele Menschen investieren ja absichtlich in solche „Währungen“, weil sie sich von Staaten und Zentralbanken abkapseln wollen. Wer es nicht glauben will… hier Weidmann im Wortlaut aus der heutigen Rede:

But even if private digital currencies do remain a fringe phenomenon, central banks are urged by some to consider embracing the new era by issuing their own digital currencies. This would mean that non-financial corporations and even households would have access to the central bank balance sheet in the form of digital balances which – unlike cash – have no noteworthy storage costs. Allowing the public to hold claims on the central bank might make their liquid assets safer, because a central bank cannot become insolvent.

This is an feature which will become relevant especially in times of crisis – when there will be a strong incentive for money holders to switch bank deposits into the official digital currency simply at the push of a button. But what might be a boon for savers in search of safety might be a bane for banks, as this makes a bank run potentially even easier. But in taking deposits away from banks, it also removes their ability to engage in maturity and liquidity transformation and make loans.

Natürlich würde so eine digitale Währung mit de facto 100% Schutz gegen den Verlust der Einlagen aufgrund einer Bankinsolvenz den Sog Richtung Bargeldabschaffung verstärken, so unsere Meinung. Aber die Idee ist neu, visionär und praktisch, dass der Bürger und bisherige Bankkunde einfach die Bank als Vermittler überspringt, und direkt mit der Zentralbank „Geschäfte“ macht. Das wäre ein erster Schritt in eine ganz neue Finanzwelt!

Auch macht Weidmann diesen Vorschlag, weil er davon überzeugt sei, dass Zentralbanken besser in der Lage seien Preisstabilität zu gewährleisten als eine starre Geldeinheit oder ein Algorithmus. Da mag was dran sein! Die Idee zu eigenen Digitalwährungen der Notenbanken erwähnt Weidmann, während er gleichzeitig sagt, dass digitale Währungen wohl weiter nur ein Randphänomen bleiben. Seine persönliche Meinung sei, dass man generell dafür sorgen solle, dass die Konsumenten ihre Lust an den neuen privaten Digitalwährungen verlieren. Dies solle man erreichen, in dem die bestehenden Zahlungssysteme effizienter und schneller werden – in dem Zusammenhang sei das Stichwort „Instant Payment“ erwähnenswert, so Weidmann.




Quelle: Deutsche Bundesbank

21 Kommentare

21 Comments

  1. Avatar

    columbo

    14. Juni 2017 17:44 at 17:44

    Sehr geehrte Zentralbank, vielen Dank für Ihr großzügiges Angebot, mein Geld bei Ihnen digital/kryptisch aufbewahren zu dürfen. Ich nehme aber dann doch lieber das Gold, wenns recht ist.

    Mit vorzüglicher Hochachtung
    Ihr Columbo.

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    frank.trg

    14. Juni 2017 17:49 at 17:49

    gute Idee. Damit würden Banken als Zwischenhändler zwischen Zentralbank und Kreditnehmer wegfallen. Technisch ist das heute umsetzbar. Nur fürchte ich dass Weidmann damit nicht durchkommt, die Bankenlobby ist zu stark.; Generell finde ich Weidmann einen super Bundesbankpräsidenten, er denkt und handelt im Sinne der Bürger. Auch beim Thema Bargeld hat er Gott sei Dank eine vernünftige Einstellung.

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    Dieselknecht

    14. Juni 2017 18:09 at 18:09

    Haften für den Wert, hört sich irgendwie komisch an

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    Michael

    14. Juni 2017 18:14 at 18:14

    Das überzeugt mich! Machen wir Weidmann zum EZB-Präsidenten für die Bürger, Draghi dart weiterhin Super-Präsi für marode Banken und kaputte Volkswirtschaften bleiben und diese mit (dann wertlosen) EUROs zuschütten ;)

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    Tino

    14. Juni 2017 18:33 at 18:33

    Warum nicht gleich alle Banken von der Zentralbank übernehmen lassen und auflösen ,so daß sich die Menschen direkt bei dieser Geld leihen können, zu einem Zinssatz weit unter 1% und die Einnahmen dadurch sollten dem allgeinwohl zugute kommen

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    Christoph

    14. Juni 2017 18:43 at 18:43

    „Natürlich könnte dann die Kreditvergabe der Banken an Endkunden verdammt problematisch werden, weil sie ja nur Geld ausgeben kann, was sie auf der Einlagenseite vorher eingesammelt hat. “

    …und solche Märchen muss ich hier auf Finanzmarktwelt lesen *Kopfschütteln*

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      Gerd

      14. Juni 2017 19:22 at 19:22

      Tun Sie mir den Gefallen und klären mich ganz grob auf, damit ich auch weiß, was das Märchenhafte an dem Satz war.

      Weil eine Bank in Wirklichkeit auch Geld für Kredite ausgeben kann, welches sie nicht vorher eingesammelt hat? Oder weil sie zwar tatsächlich nur Geld ausgeben kann, was sie vorher eingesammelt hat – die Kreditvergabe aber dennoch nicht problematisch wäre?

      Ich verstehe jetzt nicht, was Sie damit meinen?
      Danke

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        Anna

        14. Juni 2017 20:19 at 20:19

        @ Gerd

        Geld entsteht bei der Kreditvergabe durch einen Buchungssatz, es war vorher nicht da. Die Einlagen der Sparer dürfen gar nicht verliehen werden.

        Geld aus Luft – Prof.Hörmann googln

        • Avatar

          Gerd

          14. Juni 2017 23:47 at 23:47

          Danke sehr, Anna. Und dennoch bleibe ich skeptisch.

          Ich glaube auch, dass FMW das mit der Geldschöpfung mittels einfacher Buchung bekannt ist.
          Nur hat sich FMW evtl. gefragt – ich jedenfalls tat es – wo kriegt die Bank z. Bsp. das Bar-Geld her, wenn der Kunde das durch die simple (Kredit)Buchung entstandene Guthaben ausgezahlt haben möchte?
          Natürlich von der Zentralbank.
          Das setzt aber voraus, dass sie dort Liquidität abrufen kann bzw. Kredit in Anspruch nehmen darf, um an die bedruckten Scheinchen zu kommen.

          So gesehen erweitert Christoph damit aber den Gedanken von Weidmann ganz radikal.
          Private Geldbesitzer könnten ihre Anlage ggf. direkt bei der Zentralbank tätigen (Weidmann).
          Die Kreditvergabe an Private soll aber letztlich dadurch ermöglicht werden, dass die Zentralbank den Geschäftsbanken dafür die Kreditmittel zur Verfügung stellt (Christoph).
          Ob er glaubt, dass Weidmann das auch so sieht wie er? Dann ist aus meiner Sicht sein Kopfschütteln aber auch nur halb verständlich, denn auch das bedeutet ja noch, dass die Geschäftsbank von irgendwem das Geld „einsammeln“ muss.

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            Christoph

            15. Juni 2017 11:41 at 11:41

            Anna hat mich da schon richtig verstanden. Der Bottelneck für die Kreditvergabe ist hauptsächlich das Eigenkapital der Banken, das für die Vergabe von nicht risikolosen Krediten beansprucht wird.
            Wie das mit der kryptowährung funktionieren soll, hab ich nicht ganz gecheckt bzw. Durchdacht…
            War dieser Satz den ich explizit so nicht unkommentiert lassen konnte.

      • Avatar

        Michael

        14. Juni 2017 20:29 at 20:29

        Vielleicht meinte @Christoph, dass mit Einlagen nur die ihrer Kunden gemeint sein könnten, und nicht die der italienischen Währungs-Pumpgun?

    • Avatar

      Anna

      14. Juni 2017 20:13 at 20:13

      Ja da hats mich auch geschüttelt

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    joah

    14. Juni 2017 22:56 at 22:56

    »Aber grundsätzlich ist diese Idee der Zentralbank-Digitalwährungen einfach und genial zugleich.«

    Sehe ich gar nicht als genial an: Zentralbanken und Politik (Staatskonstrukte) sollten eher aus der Geldschöpfung ausgenommen werden, man kann ja sehr deutlich sehen wohin es ansonsten tendiert. Herrn Weidmanns Vorschlag ist nichts weiter als ein Reglementierungsversuch von etwas was frei bleiben sollte.

  8. Avatar

    Ben

    15. Juni 2017 15:20 at 15:20

    Das Banksystem ist doch super fair, jeder der 5Mio Eigenkapital mitbringt und einen Geschäftsplan hat darf eine eröffnen ;-)

  9. Avatar

    Markus Miller

    20. Juni 2017 15:29 at 15:29

    Dieser Beitrag ist aus meiner Sicht vollkommen unqualifiziert und falsch übersetzt bzw. interpretiert. Ich weiß nicht ob das an den fehlenden Englischkenntnissen liegt oder bewusst so gemacht wurde. Wenn Sie sich den offiziellen Wortlaut des Textes betrachten, den die Bundesbank veröffentlicht hat: http://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Reden/2017/2017_06_14_weidmann.html stellen Sie klar fest, dass Weidmann nicht den Vorschlag macht, dass „Zentralbanken eigene Währungen ausgeben sollen“, sondern klar darauf verweist, dass „manch einer die Ansicht“ vertritt das zu tun. Die Headline „Neue digitale Währungen: Bundesbank-Chef Weidmann mit sensationellem und hochinteressantem Vorschlag“ entspricht redaktionell aufbereitet bzw. objektiv in Bezug auf das vorliegende Redeprotokoll schlicht nicht den veröffentlichten Tatsachen der Rede von Dr. Jens Weidmann im Orginal! Ich verstehe auch nicht warum bei einer in deutscher Sprache vorliegenden Rede eines deutschen Bundesbankpräsidenten die englische Übersetzung ins deutsche übersetzt und interpretiert werden muss?

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Neofiskalismus – die Zeit für größere Regierungsaktivitäten ist gekommen

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Eine neue Ära vermehrter Regierungsaktivitäten hat begonnen und wird sich wahrscheinlich noch über Jahrzehnte fortsetzen, so die Analyse des Global Macro Research Teams von Insight Investment. Das Insight’s Global Macro Research Team hat für dieses Phänomen einen neuen Begriff eingeführt: „Neofiskalismus“. Damit soll eine sich abzeichnende Ära beschrieben werden, in der Regierungen durch ihre Finanzpolitik eine noch direktere und offensivere Rolle in der Wirtschaftspolitik und -steuerung ausüben. Dies steht in starkem Kontrast zu dem gegenwärtigen Modell, unter dem Zentralbanken weitestgehend in der Lage waren, geldpolitische Entscheidungen ohne politische Intervention zu treffen.

Das neoliberale Paradigma reduzierter Regierungsinterventionen in der Wirtschaft ist in Gefahr. Längerfristige Trends gingen bereits in diese Richtung, aber die Notfallpolitik, die zur Bewältigung der COVID-19-Krise angewandt wurde, hat einen möglichen Wendepunkt geschaffen. Das Global Macro Research Team hat fünf Folgen für die Märkte identifiziert:

1)
Die Anleihenmärkte könnten für einen langen Zeitraum ähnlich wie in Japan werden. Eine im historischen Vergleich relativ geringe Volatilität könnte dazu führen, dass die Suche nach Renditen die Spreads verringert und die Zinskurven abflacht.

2)
Ein Anstieg der Inflation könnte Anleiherenditen kurzfristig nach oben treiben, wenn sie eine Abschwächung der quantitativen Lockerung bewirkt. Solche Gelegenheiten dürften attraktive Einstiegspunkte sein, solange längerfristig erwartet wird, dass die Inflation nach den Finanzierungsengpässen in der Wirtschaft wieder auf den Zielwert zurückkehrt.

3)
Für Staaten ohne vollständige Kontrolle über die Währung, in der sie ihre Emissionen tätigen, sollte die Wirksamkeit der Regierung von entscheidender Bedeutung sein. Effektiv handelnde Regierungen, die in der Lage sind, die Produktivität und das Trendwachstum zu steigern, könnten das Verhältnis Schulden/BIP rascher reduzieren.

4)
Das Identifizieren von Regierungen, die in der Lage sind, das Trendwachstum zu maximieren, dürfte für die Aktienmärkte wichtig werden, da dies zu einem wichtigen Ertragsmotor wird.

5)
Unternehmen mit staatlicher Unterstützung dürften in Perioden mit Finanzierungsengpässen einen Vorteil haben.

Experte erklärt neues Phänomen des Neofiskalismus
Gareth Colesmith, Head of Global Rates and Macro Research bei Insight Investment

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Glas halb voll oder halb leer? 21 statt 33 Prozent der Betriebe stark von Corona betroffen

Claudio Kummerfeld

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Zahl von Corona stark beeinträchtigter Betriebe sinkt

Der eine sagt das Glas ist halb voll, der andere sagt es ist halb leer. Ansichtssache! So wohl auch in diesem Fall. Denn ab wann kann man sagen, dass sich die gesamtwirtschaftliche Lage so weit gebessert hat, dass die Coronakrise im großen Bild überstanden ist? Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute aktuelle Umfrageergebnisse veröffentlicht. Regelmäßig befragt man 1.500 Betriebe.

Demnach berichteten für den Monat Mai 33 Prozent der Betriebe von starken negativen Corona-Auswirkungen auf das eigene Geschäft. Heute meldet das IAB, dass noch 21 Prozent der Betriebe von starken negativen Auswirkungen sprechen. Also ein Fünftel der Unternehmen ist immer noch ernsthaft von Corona beeinträchtigt, und das laut Bundesregierung vier Monate nach dem wirtschaftlichen Tiefpunkt der Krise. Der eine erachtet dies als großen Schritt in die richtige Richtung, der andere sieht darin ein Desaster, dass immer noch so viele Betriebe ernsthafte Probleme haben. Dazu hier einige Aussagen des IAB im Wortlaut:

Die Ergebnisse zeigen, dass sich die wirtschaftliche Situation der Betriebe sehr deutlich gegenüber dem Höhepunkt der Krise im Frühjahr verbessert hat“, erklärt IAB-Forscher Jens Stegmaier.

Von den im Mai stark negativ durch die Corona-Krise betroffenen Betrieben sind 49 Prozent weiterhin stark betroffen. 25 Prozent der im Mai stark negativ betroffenen Betriebe geben aktuell geringe negative Auswirkungen an, 23 Prozent keine oder gleichermaßen positive wie negative Auswirkungen und 3 Prozent überwiegend positive Auswirkungen.

Am heftigsten wurde das Gastgewerbe von der Corona-Krise getroffen: Im Mai lag der Anteil der Betriebe mit starken negativen Auswirkungen bei 78 Prozent und der Anteil mit geringen negativen Auswirkungen bei 17 Prozent. Aktuell sind 45 Prozent stark negativ betroffen und 17 Prozent gering negativ betroffen.

Im Bereich Information und Kommunikation waren im Mai dagegen nur 3 Prozent der Betriebe stark negativ betroffen. Gering negativ betroffen waren 25 Prozent. Aktuell sind 5 Prozent stark negativ und 29 Prozent gering negativ betroffen.

Das Verarbeitende Gewerbe liegt dazwischen: Für den Mai berichteten 37 Prozent der Betriebe von starken negativen und 28 Prozent von geringen negativen Auswirkungen. Aktuell sind 29 Prozent mit starken negativen Auswirkungen und 24 Prozent mit geringen negativen Auswirkungen konfrontiert.

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Geldpolitik: US-Notenbank macht Nullzins langfristig fest – Werbung

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Lieber Börsianer,

gestern haben sich im Rahmen ihres turnusmäßigen Treffens die US-Notenbanker nochmals zur Geldpolitik eingelassen. Dabei verzichtete man erstmals auf jede Geheimniskrämerei und garantierte dem Kapitalmarkt, den gegenwärtigen Leitzins von Null langjährig beizubehalten. Die Fed wird dabei auch zumindest vorübergehend Inflationsraten oberhalb der bisher starren Inflationsgrenze von 2 % akzeptieren.

Das war nicht der ganz große Wurf der Fed. Am Aktienmarkt hatte man doch auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik gehofft. So hofften die Börsianer, dass die Notenbanker nächstens ihre Anleihenkäufe nochmals ausweiten und künftig auch im Junk-Bereich (Anleihen mittlerer und schlechter Qualität) einkaufen werden. Diese Phantasie ist nach der gestrigen Notenbank-Sitzung erst einmal vom Tisch.

Trotzdem hatten die Währungshüter rund um Jerome Powell auch positive Nachrichten für uns. Mittlerweile wissen wir, die Pandemie hat sich nicht so zerstörerisch auf die US-Volkswirtschaft ausgewirkt wie zuvor befürchtet. So rechnen die Analysten der Fed nun damit, dass die Arbeitslosenrate in den USA Ende des Jahres zwischen 7 und 8 % liegen wird, aktuell übrigens 8,4 %. Zuvor war man noch von einer Rate in der Spanne zwischen 9 bis 10 % ausgegangen.

Vor diesem Hintergrund sah der Offenmarktausschuss – das oberste Gremium der Fed – keine Notwendigkeit, kurzfristig weitere Mittel in den Markt zu pumpen. Folglich schwächelten die Aktienmärkte rund um den Globus zum Wochenausklang.

Eine Frage: Warum ist eigentlich die Geldpolitik der Fed, aber auch der EZB so immens wichtig für uns als Anleger? Warum reagieren die Märkte jedes Mal nahezu prompt auf die Einlassungen der Geldpolitiker?

Hierzu einige Hintergrund-Informationen: Die Geldpolitik bestimmt vereinfacht gesprochen, wieviel Geld die Wirtschaftssubjekte wie Unternehmen, Verbraucher und auch Investoren in der Tasche haben. Und je lockerer oder expansiver eine Geldpolitik, desto mehr Kapital befindet sich im Wirtschaftskreislauf. Und viel Geld bedeutet letztlich immer steigende Aktienkurse.

Damit ist die Geldpolitik neben der fundamentalen Entwicklung in den Unternehmen der große und entscheidende Faktor für die Aktienmärkte. Ich behaupte, dass die Börsenhausse der vergangenen Jahre ganz wesentlich auf der lockeren…..

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