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Neue Entwicklung im Handelskrieg – haben die Verluste an der Wall Street den US-Präsidenten nervös gemacht? Eine Kurzbewertung

Wolfgang Müller

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am

Mehrfach habe ich schon auf die Achillesferse der Trumpschen Zollpolitik hingewiesen. Es ist die Wall Street, die insbesondere in Gestalt des Dow Jones eine Benchmark für das Handeln des US-Präsidenten darstellt. Deshalb hatte ich die Frage schon einmal in den Raum gestellt: Ab welchem Kursrückgang verliert Donald Trump die Nerven? Am achten Tag an Kursverlusten, innerhalb von 10 Börsentagen war es anscheinend soweit. Die unversöhnlichen Kontrahenten (Liu He, Lightyzer, Mnuchin) sprechen wieder miteinander und haben auch noch weitere Gespräche angekündigt.

Dazu wurden viele Produkte von den Zöllen ab September ausgenommen, Telefone, Elektronik, Bekleidung und viele Gegenstände, die im Weihnachtsgeschäft für den US-Konsumenten von Bedeutung sind. Der Konsument und seine Ausgaben sind der Schlüssel für das US-Bruttoinlandsprodukt (und damit für die Aktienmärkte) und nicht das Verarbeitende Gewerbe – die berühmten 70 Prozent. Die Folge der überraschenden Wende ist die gerade zu beobachtende Short Squeeze, die viele Anleger auf dem falschen Fuß erwischt hat. Ob dies eine Wende darstellt, steht wiederum auf einem ganz anderen Blatt. Zuviel Schaden ist bereits angerichtet.

Fazit

Auch wenn es eine Wiederholung ist. Der US-Präsident wird ab einem Rückgang der Aktienmärkte die Reißleine ziehen im Zollstreit und ihn zumindest zeitweilig auf Eis legen. Wenn seine Wiederwahl in Frage gestellt wäre, ist ihm das vorher Gesagte egal. Solange die Kurse auf Rekordniveau waren, hat er gepoltert und mit Verschärfungen gedroht, bei Kursrückgängen wurde er still oder setzte die Fed unter Druck im Hinblick auf Zinssenkungen oder Quantitative Easing. Das prioritäre Thema aus der Sicht Trumps ist der 3. November 2020, das sekundäre der Kampf um die technologische und wirtschaftliche Vorherrschaft. Und Letzterer hat kein Datum.

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    Marcus

    13. August 2019 17:40 at 17:40

    Stimmt natürlich, Trump braucht starke Aktienmärkte auf Rekordniveau für seine Wiederwahl um die Illusion des gefühlten Reichtums aufrecht zu erhalten. Ich gehe auch davon aus, das die Fed recht bald wieder mit QE beginnen und die Zinsen weiter absenken wird.

    Trump wird schon die entsprechende Schützenhilfe kriegen, denn sonst müsste man ja darüber reden das die republikanische „Trickle-Down Ökonomie“ Theorie ein Schuss in den Ofen war.

  2. Avatar

    Brez

    13. August 2019 17:48 at 17:48

    Nur was hat uns die Zeit gezeigt über die zweite Amtsdauer von US Präsidenten, erst in der zweiten Periode wird all das unbequeme umgesetzt, da kann man ja sowieso nicht mehr wiedergewählt werden, sollte es Trump schaffen dann wird es erst richtig losgehen insofern ist die Wiederwahl aus meiner Sicht erst der Startschuss für den wahren Wirtschaftskrieg.

  3. Avatar

    Claudia

    13. August 2019 18:12 at 18:12

    War es nicht Präsident Trump, der China Währungsmanipulation vorgeworfen hat? Und gleichzeitig nimmt er in regelmäßigen Abständen Einfluss auf die Aktienmärkte und versucht sogar, die Zinspolitik der eigenen unabhängigen Notenbank zu beeinflussen. Aber das hat mit Währungs- und Marktmanipulation sicher nichts zu tun.

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    Macwoiferl

    13. August 2019 18:49 at 18:49

    Mal wieder auf den Punkt gebracht.
    Man kann es nicht oft genug wiederholen!
    Worst Businessman on Planet Earth hat noch nicht einmal Nerven.
    Auch beim Chicken-Game belegte Donni stets den letzten Platz.
    Als nächstes wird er nun in Hongkong vor Ort mit den Demonstranten sprechen.
    Sie mögen doch nun bitte bis NACH der Christmas Season Ruhe geben
    Ganz offene, dreiste Kurspflege.
    „Mein Leben für den S&P“, Band 1 der Dumb-Biografie ist in Arbeit.
    Außer Herrn Müller von der FMW hat sonst niemand den Mut, da so offen auszusprechen.
    Dafür: Danke!

  5. Avatar

    Altbär

    13. August 2019 21:27 at 21:27

    Immer redet man nur was Trump Alles macht um die Wiederwahl zu gewinnen. Taktisch müsste er jetzt eine Börsenkorrektur zulassen um vor den Wahlen wieder ansteigen zu können.
    Jetzt frage ich einmal was haben seine Gegner u.vor allem China für Möglichkeiten um seine Wiederwahl zu verhindern ?
    Wenn der Börsentreiber die Börsen weiter hochtreibt haben die schlauen Chinesen alle Trümpfe in der Hand um kurz vor den Wahlen einen Knaller loszulassen.Denn so gut wie der DOW Jones Treiber die Börsen positiv beeinflussen kann, können die Chinesen zur gegebenen Zeit das hohe Niveau für einen Taucher kurz vor den Wahlen missbrauchen.
    Es ist wie an der Börse, das Timing entscheidet über Erfolg u.Misserfolg, u.wenn man Börsenkurse auf einen gewissen Zeitpunkt hinsteuern will ,wird das eher nicht klappen .
    Der Zeitpunkt wo die DICKFISCHE um einen möglichst guten Ausstieg buhlen wird interessant werden.

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Arbeitsmarkt positiv gestimmt? Mehr neue Jobs bei IT als Entlassungen in der Gastronomie?

Claudio Kummerfeld

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Laptop mit Aufklebern

Kann das wirklich sein? Ist es das vorgezogene Weihnachtswunder am deutschen Arbeitsmarkt, mitten im zweiten Lockdown? Wenn man ein Wirtschaftsforschungsinstitut für verlässlich und seriös hält, dann doch in erster Linie das ifo-Institut! Und man möchte den Forschern bei ifo wirklich nichts Böses unterstellen. Aber ist es wirklich realistisch, dass die Stimmung am deutschen Arbeitsmarkt derzeit sogar besser wird, weil die IT-Dienstleister mehr neue Stellen schaffen wollen, als gleichzeitig in Restaurants, Bars, Hotels, Reisebüros etc verloren gehen?

Kann man sich das vorstellen? Gibt es überhaupt zehntausende oder hunderttausende neue IT-Experten in Deutschland, die auch so viele neue Stellen besetzen können? Ist die Nachfrage nach solchen Dienstleistungen wirklich so stark gestiegen in den letzten Wochen? Klar, dank Corona verlagert sich sehr viel des Geschäftslebens ins Internet. Aber wirklich, nochmal mit gesundem Menschenverstand nachgedacht: Können diese neuen Jobs hunderttausende Jobs ersetzen, die bei Gastro und Co verloren gehen? Es fällt wirklich schwer das zu glauben.

Aber das ifo-Institut hat sich das nicht ausgedacht. Nein, man macht für sein Beschäftigungsbarometer Umfragen bei ca 9.500 Unternehmen. Sie werden gebeten ihre Beschäftigtenplanungen für die nächsten drei Monate mitzuteilen. Also, kann das wirklich sein? Die IT fängt den Arbeitsmarkt auf in dieser Krise? Hier die Aussagen vom ifo-Institut im Wortlaut:

Etwas mehr deutsche Unternehmen als im Oktober denken über Neueinstellungen nach. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im November auf 96,7 Punkte gestiegen, von 96,4 Punkten im Oktober. Die zweite Welle hat vorerst keine größeren negativen Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt. Die Entwicklung ist jedoch über die Branchen hinweg sehr heterogen.

In der Industrie ist das ifo-Barometer leicht gestiegen. Jedoch ist die Zahl der Unternehmen mit Entlassungsplänen weiterhin größer als die jener, die mit steigenden Mitarbeiterzahlen rechnen. Die Dienstleister planen eher Mitarbeiter einzustellen. Getragen wird die Entwicklung vor allem von den IT-Dienstleistern. In der Reisebranche und dem Gastgewerbe dagegen sind Entlassungen nicht zu vermeiden. Im Handel hat das Barometer leicht nachgegeben. Dort planen die Firmen derzeit mit konstanten Mitarbeiterzahlen. Die Bauindustrie sucht weiter neue Mitarbeiter, um ihre aktuellen Aufträge abarbeiten zu können.

Hier die vier Einzelsektoren mit einzelnem Chart:

Grafiken zeigen Beschäftigungsbarometer für den deutschen Arbeitsmarkt

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Markus Krall und Marc Friedrich: Crash 2021, Gelddrucken ersetzt Denken

Redaktion

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Markus Krall spricht über die Hyperinflation, in der Geld entwertet wird

Markus Krall und Marc Friedrich unterhalten sich im folgenden Gespräch über die aktuelle Krise, den möglicherweise anstehenden großen Crash, und die Zeit danach. Einig sind sich die beiden, dass es 2021 los gehen wird mit dem wirtschaftlichen Zusammenbruch. Markus Krall formuliert es recht klar, dass die Wirtschaftskrise längst da sei. Sie sei nur noch nicht bilanziert worden. Durch Maßnahmen wie die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht sei die Krise bei Unternehmen und in Bankbilanzen nur noch nicht richtig transparent sichtbar.

Markus Krall und Marc Friedrich sehen die Hyperinflation

Markus Krall kann man aufgrund seiner zahlreichen Tweets über die Corona-Maßnahmen der Politik kritisch betrachten. Das sollte Kommentatoren und geneigte Beobachter aber nicht davon abhalten, seinen höchst interessanten Aussagen zur wirtschaftlichen Gesamtsituation zuzuhören, die er seit Monaten öffentlich präsentiert. Denn er ist absoluter Bankeninsider, und hat die letzten Jahre eine große Bankenkrise vorhergesagt. Zusammen mit Marc Friedrich bespricht er im folgenden Video Punkt für Punkt wichtiger Themen rund um die aktuelle Krise und zukünftige Entwicklungen.

Wichtig ist, was die nächsten Quartale passieren wird. Einig sind sich Marc Friedrich und Markus Krall, dass wir derzeit in einer deflationären Phase sind, auf die zwingend eine kräftige Inflation folgen soll. Nur wie schnell die Preise in eine Hyperinflation umschlagen, das könne man nicht genau vorhersehen. Entscheidend hierbei ist unter anderem, wann die Geldumlaufgeschwindigkeit anspringen müsste. Sehen Sie beim Klick an dieser Stelle genau zu diesem Punkt interessante Ausführungen von Hans-Werner Sinn.

Die EZB als großes Problem

Ein wichtiger Punkt im Gespräch zwischen Markus Krall und Marc Friedrich ist auch die zentral wichtige Rolle der EZB. Sie arbeite derzeit am digitalen Euro. Die EZB wisse, dass eine Hyperinflation (hier die Begriffserklärung) drohe. Sie wisse auch, dass die Leute aus dem Geld fliehen würden, wenn sie das Vertrauen darin verlieren. Mit einem digitalen Euro hätte die EZB Kontrolle über das gesamte Konsumverhalten der Menschen, und könnte zum Beispiel bestimmen, wie viel Geld die Bürger maximal in einem bestimmten Zeitraum ausgeben dürfen. Die Rolle der EZB insgesamt sehen die beiden grundsätzlich mehr als kritisch.

Der große Knall

Markus Krall macht wenig bis gar keine Hoffnung auf eine Rettung unseres jetzigen bestehenden Geldsystems. Der große Crash werde kommen. Je länger EZB und Politik die Probleme hinauszögern würden, desto schlimmer werde der unausweichliche große Knall sein. Immer mehr gesunde Firmen würden sich derzeit anstecken, weil sie als Lieferant zum Beispiel unwissentlich Forderungen gegenüber Zombieunternehmen aufbauen würden, die Forderungen nicht begleichen können. Auch wenn man die Aussicht der beiden auf eine Hyperinflation und einen großen Systemkollaps nicht zwingend teilen muss, so sind ihre Ausführungen und die Zustandsbeschreibungen der aktuellen Lage doch hochinteressant!

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

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US-Häusermarkt kurz vor Katastrophe – einen Hoffnungsschimmer gibt es

Claudio Kummerfeld

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Typische Bauweise am US-Häusermarkt

Am US-Häusermarkt könnte in den nächsten Wochen und Monaten eine Katastrophe eintreten. Millionen Amerikanern droht Zwangsräumung oder Zwangsvollstreckung. Denn zum einen endet im März eine Frist von maximal 12 Monaten, die es Hausbesitzern erlaubte ihre Hypothekenzahlungen auszusetzen, wenn sie durch die Corona-Pandemie in Not geraten. Kreditnehmer, die sich zu Beginn des Programms angemeldet hatten, könnten ab März 2021 von einer Zwangsvollstreckung bedroht sein.

Noch wichtiger für den US-Häusermarkt ist: Die landesweit gültige vorübergehende Aussetzung der Zwangsräumungen (mit dem Ziel, die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen) endet am 31. Dezember. Der Zeitpunkt ist fast schon dramatisch, da gut 12 Millionen Amerikaner zu diesem Zeitpunkt Ansprüche auf Arbeitslosenunterstützung verlieren dürften.

Der US-Kongress könnte eigentlich für eine Verlängerung von Nothilfen sorgen. Aber zum Jahreswechsel befindet sich Washington DC mitten in einer toten Phase, wo Joe Biden zwar schon gewählt, aber eben noch nicht im Amt ist. Alles hängt in der Schwebe. Erst vor Kurzem wurden vom staatlichen „US Census Bureau“ Umfragedaten veröffentlicht aus dem Befragungszeitraum 28. Oktober bis 9. November, welche die Dramatik am US-Häusermarkt aufzeigen.

Etwa 5,8 Millionen Personen gaben demnach an, dass ihnen in den nächsten zwei Monaten mit einer hohen Wahrscheinlichkeit eine Zwangsräumung oder Zwangsvollstreckung droht. Das macht ein Drittel der 17,8 Millionen Erwachsenen in Haushalten aus, die mit Miet- oder Hypothekenzahlungen in den USA im Rückstand sind.

Gut die Hälfe der Haushalte in Staaten wie Nevada oder Florida, welche derzeit mit ihren Zahlungen im Rückstand sind, sehen eine hohe Wahrscheinlichkeit für ihre Zwangsräumung im Januar. Florida ist am Schlimmsten betroffen mit 51,2 Prozent (bei der vorigen Umfrage nur 32 Prozent). Das bedeutet de facto, das gut 3,5 Prozent aller Haushalte in Florida glauben, dass sie in den nächsten zwei Monaten von einer Zwangsräumung betroffen sein könnten.

Hoffnung für US-Häusermarkt dank Joe Biden?

Joe Biden wird am 20. Januar als US-Präsident seine Arbeit aufnehmen. Vorher kann er nichts machen. Er kann eine Last-Minute-Rettung für den US-Häusermarkt sein – kann, aber nicht muss. Die Demokraten möchten die US-Bevölkerung richtig kräftig unterstützen mit neuen Staatshilfen. Aber die Republikaner, die in den letzten Monaten ebenfalls schon gigantischen Rettungssummen zustimmten, zeigten sich zuletzt eher ablehnend. Und jetzt wo ihr Kandidat Donald Trump die Präsidentschaftswahl verloren hat, können sie sich im Kongress in die Blockierer-Haltung begeben. Aber kann Joe Biden mit einer auch von den Republikanern akzeptierten neuen Finanzministerin Janet Yellen (ehemalige Notenbankchefin) doch noch neue Rettungs-Billionen aus dem Kongress rausklopfen?

Kann Joe Biden auf den allerletzten Drücker Ende Januar Millionen Amerikaner und den US-Häusermarkt vor einem Kollaps retten? Oder kommt alles ganz anders, und dank im Dezember beginnenden Impfungen erholt sich die Konjunktur in den USA derart schnell, dass viele Amerikaner neue Jobs erhalten? Die Banken verzichten auf Zwangsräumungen, und die überschuldeten Hausbesitzer, die auf dem letzten Loch pfeifen, dürfen in ihren Häusern bleiben? Das wäre auch möglich. Aber es wird eine verdammt enge Kiste!

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