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Neue Entwicklung im Handelskrieg – haben die Verluste an der Wall Street den US-Präsidenten nervös gemacht? Eine Kurzbewertung

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Mehrfach habe ich schon auf die Achillesferse der Trumpschen Zollpolitik hingewiesen. Es ist die Wall Street, die insbesondere in Gestalt des Dow Jones eine Benchmark für das Handeln des US-Präsidenten darstellt. Deshalb hatte ich die Frage schon einmal in den Raum gestellt: Ab welchem Kursrückgang verliert Donald Trump die Nerven? Am achten Tag an Kursverlusten, innerhalb von 10 Börsentagen war es anscheinend soweit. Die unversöhnlichen Kontrahenten (Liu He, Lightyzer, Mnuchin) sprechen wieder miteinander und haben auch noch weitere Gespräche angekündigt.

Dazu wurden viele Produkte von den Zöllen ab September ausgenommen, Telefone, Elektronik, Bekleidung und viele Gegenstände, die im Weihnachtsgeschäft für den US-Konsumenten von Bedeutung sind. Der Konsument und seine Ausgaben sind der Schlüssel für das US-Bruttoinlandsprodukt (und damit für die Aktienmärkte) und nicht das Verarbeitende Gewerbe – die berühmten 70 Prozent. Die Folge der überraschenden Wende ist die gerade zu beobachtende Short Squeeze, die viele Anleger auf dem falschen Fuß erwischt hat. Ob dies eine Wende darstellt, steht wiederum auf einem ganz anderen Blatt. Zuviel Schaden ist bereits angerichtet.

Fazit

Auch wenn es eine Wiederholung ist. Der US-Präsident wird ab einem Rückgang der Aktienmärkte die Reißleine ziehen im Zollstreit und ihn zumindest zeitweilig auf Eis legen. Wenn seine Wiederwahl in Frage gestellt wäre, ist ihm das vorher Gesagte egal. Solange die Kurse auf Rekordniveau waren, hat er gepoltert und mit Verschärfungen gedroht, bei Kursrückgängen wurde er still oder setzte die Fed unter Druck im Hinblick auf Zinssenkungen oder Quantitative Easing. Das prioritäre Thema aus der Sicht Trumps ist der 3. November 2020, das sekundäre der Kampf um die technologische und wirtschaftliche Vorherrschaft. Und Letzterer hat kein Datum.

5 Kommentare

5 Comments

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    Marcus

    13. August 2019 17:40 at 17:40

    Stimmt natürlich, Trump braucht starke Aktienmärkte auf Rekordniveau für seine Wiederwahl um die Illusion des gefühlten Reichtums aufrecht zu erhalten. Ich gehe auch davon aus, das die Fed recht bald wieder mit QE beginnen und die Zinsen weiter absenken wird.

    Trump wird schon die entsprechende Schützenhilfe kriegen, denn sonst müsste man ja darüber reden das die republikanische „Trickle-Down Ökonomie“ Theorie ein Schuss in den Ofen war.

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    Brez

    13. August 2019 17:48 at 17:48

    Nur was hat uns die Zeit gezeigt über die zweite Amtsdauer von US Präsidenten, erst in der zweiten Periode wird all das unbequeme umgesetzt, da kann man ja sowieso nicht mehr wiedergewählt werden, sollte es Trump schaffen dann wird es erst richtig losgehen insofern ist die Wiederwahl aus meiner Sicht erst der Startschuss für den wahren Wirtschaftskrieg.

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    Claudia

    13. August 2019 18:12 at 18:12

    War es nicht Präsident Trump, der China Währungsmanipulation vorgeworfen hat? Und gleichzeitig nimmt er in regelmäßigen Abständen Einfluss auf die Aktienmärkte und versucht sogar, die Zinspolitik der eigenen unabhängigen Notenbank zu beeinflussen. Aber das hat mit Währungs- und Marktmanipulation sicher nichts zu tun.

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    Macwoiferl

    13. August 2019 18:49 at 18:49

    Mal wieder auf den Punkt gebracht.
    Man kann es nicht oft genug wiederholen!
    Worst Businessman on Planet Earth hat noch nicht einmal Nerven.
    Auch beim Chicken-Game belegte Donni stets den letzten Platz.
    Als nächstes wird er nun in Hongkong vor Ort mit den Demonstranten sprechen.
    Sie mögen doch nun bitte bis NACH der Christmas Season Ruhe geben
    Ganz offene, dreiste Kurspflege.
    „Mein Leben für den S&P“, Band 1 der Dumb-Biografie ist in Arbeit.
    Außer Herrn Müller von der FMW hat sonst niemand den Mut, da so offen auszusprechen.
    Dafür: Danke!

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    Altbär

    13. August 2019 21:27 at 21:27

    Immer redet man nur was Trump Alles macht um die Wiederwahl zu gewinnen. Taktisch müsste er jetzt eine Börsenkorrektur zulassen um vor den Wahlen wieder ansteigen zu können.
    Jetzt frage ich einmal was haben seine Gegner u.vor allem China für Möglichkeiten um seine Wiederwahl zu verhindern ?
    Wenn der Börsentreiber die Börsen weiter hochtreibt haben die schlauen Chinesen alle Trümpfe in der Hand um kurz vor den Wahlen einen Knaller loszulassen.Denn so gut wie der DOW Jones Treiber die Börsen positiv beeinflussen kann, können die Chinesen zur gegebenen Zeit das hohe Niveau für einen Taucher kurz vor den Wahlen missbrauchen.
    Es ist wie an der Börse, das Timing entscheidet über Erfolg u.Misserfolg, u.wenn man Börsenkurse auf einen gewissen Zeitpunkt hinsteuern will ,wird das eher nicht klappen .
    Der Zeitpunkt wo die DICKFISCHE um einen möglichst guten Ausstieg buhlen wird interessant werden.

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Florian Homm: Warum die EZB scheitern wird

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Florian Homm ist inzwischen vor allem über seinen YouTube-Channel als kritischer Begleiter der Finanzmärkte bekannt. Auch wenn man nicht immer seiner Meinung sein muss, so sind doch seine Bestandsaufnahmen inhaltlich oft bestechend. In seinem folgenden aktuellen Video bespricht er im Grundsatz, warum seiner Meinung nach die Politik der EZB zum Scheitern verurteilt sein soll. Es geht darum schwache Inflation und Konjunktur mit immer tieferen Zinsen und immer mehr Gelddrucken bekämpfen zu wollen. Florian Homm erwähnt in dem Zusammenhang diverse Faktoren, die so viel stärker sind, und eine Wirksamkeit der EZB-Maßnahmen unmöglich machen. Da wären zum Beispiel die Digitalisierung und der Demografiewandel. Die hieraus entstehenden Veränderung zum Beispiel in Sachen Arbeitsplatzabbau wären so groß, dass die Maßnahmen der EZB verpuffen würden (sinngemäß zusammengefasst). Aber Florian Homm hat noch viel mehr zu bieten. Schauen Sie dazu bitte das folgende Video.

Florian Homm

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Dubai mit Absturz am Immobilienmarkt – Einkaufsmanagerindex Crash für VAE

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Dubai Innenstadt - der Bauboom geht weiter?

Gut 1/3 der Einwohner der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) lebt im Emirat Dubai. Was die „harte Wirtschaft“ (Öl) angeht, ist das flächenmäßig viel größere Emirat Abu Dhabi viel bedeutender. Dort sitzt auch das Machtzentrum der VAE. Aber wer an die Emirate denkt, hat zuerst immer nur Dubai im Kopf. Dort läuft seit mehr als zwanzig Jahren eine riesige Sause. Es wird Geld rausgehauen für aufgeschüttete Inseln, Flughäfen, hunderte Wolkenkratzer, Einkaufszentren, Ski-Anlagen, und und und. Die Touristen kommen, aber rechnet sich das alles? Und wohnt überhaupt jemand in all diesen Hochglanztürmen? Öl hat Dubai nicht mehr. Schon im Zuge der letzten Finanzkrise musste der Herrscher von Dubai sich Geld beim eigentlich bestimmenden Emirat Abu Dhabi leihen. Sozusagen Nachbarschaftshilfe innerhalb einer Staatengemeinschaft, fast vergleichbar wie die Griechenland-Rettung innerhalb der EU? 20 Milliarden Dollar Schulden wurden erst dieses Jahr wieder umgeschuldet in die Zukunft.

Jede Menge Schulden in Dubai

Aber in Dubai als Gesamtkonstrukt steckt ein viel größeres systemisches Risiko. Gut 60 Milliarden Dollar Schulden (50% der Wirtschaftsleistung von Dubai) sollen mit der Regierung (dem Herrscher) verbundene Vehikel aufgenommen haben. Dies können zum Beispiel Immobilienentwickler sein, die sich am Markt finanzieren. Viele dieser Schulden sind in den nächsten Jahren fällig. Und nun geschieht folgendes. Der Immobilienmarkt in Dubai ist gerade jetzt so richtig am Crashen. Das wird gerade für kreditfinanzierte Immobilienentwickler zum Problem, und somit für die ganze Volkswirtschaft vor Ort.

Laut den aktuellsten Daten von „Cavendish Maxwell“ für das 3. Quartal sind die Wohnungspreise in Dubai gegenüber dem 3. Quartal 2018 um 16,5% gefallen! Hauspreise sind um 15% rückläufig! In Abu Dhabi sehen die Rückgänge kaum besser aus. Fast schon lustig: Die Bau-Orgie in Dubai scheint immer weiter zu gehen, obwohl schon der gesunde Menschenverstand sagen müsste, dass die Nachfrage nicht immer weiter in exorbitantem Tempo weiter steigen kann.

Preise für Immobilien in Dubai fallen deutlich

Vor Ort scheint man die brutale Krise vor zehn Jahren schon völlig vergessen zu haben. Damals waren die Immobilien-Spekulationen so schlimm ausgeufert, dass Wohnungen in neuen Wohntürmen schon mehrmals verkauft wurden, bevor der Bau überhaupt fertiggestellt war. Tja, nur der letzte Spekulant, der bekam keinen Stuhl mehr ab, als die Musik aufhörte zu spielen. Das Angebot ist das Problem, so auch die Experten von Cavendish Maxwell. Das viel zu große Angebot sei der Auslöser für den Preisverfall in Dubai. Viel zu lange wurde auch viel zu stark auf den Bau von Luxusimmobilien Wert gelegt. Immobilien-Entwickler würden jetzt versuchen potenzielle Käufer mit attraktiven Konditionen zu locken. Einer der größten Player vor Ort appelliert sogar, dass man in Dubai den Bau neuer Immobilien für ein oder zwei Jahre komplett aussetzen sollte, um eine Katastrophe durch das viel zu große Überangebot zu verhindern.

Wer soll den ganzen Spaß bezahlen, wenn der Herrscher des Emirats sich schon Kohle nebenan leihen musste, und wenn die großen staatseigenen Entwickler auch volle Kanne auf Risiko fahren, bei stark sinkenden Immobilienpreisen? Da gibt es nur einen Ausweg. Mann kann es einfach wie in Europa machen. Immer weiter umschulden in die Zukunft. Eine Art Dauerumschuldung, die zum Normalzustand wird. So wird der Vermögensgegenstand des Gläubigers (die Forderung) buchhalterisch auch nie wertlos, wenn der Kredit ständig durch neue Kredite abgelöst wird, mit denen die alten Schulden bedient werden können. Dann kann die Party in Dubai auch endlos weitergehen. Wenn der Gläubiger denn mitspielt. Ansonsten…

Einkaufsmanagerindex fällt deutlich

Das die gesamtwirtschaftliche Lage in den Vereinigten Arabischen Emiraten (also vor allem Dubai und Abu Dhabi) wenig rosig bis sehr kritisch aussieht, belegt auch der gestern veröffentlichte Einkaufsmangerindex für die VAE von IHS Markit. Der Chart reicht bis 2010 zurück. Man sieht den extrem starken Einbruch der letzten Monate von fast 60 bis jetzt auf 50,3 Indexpunkte. Die Schwelle von 50 Punkten ist immer exakt die Trennlinie zwischen einem Wirtschaftswachstum und einer rückläufigen Wirtschaftsleistung. Die VAE rauschen also volle Pulle in die Problemzone. Aber gut. Wie gesagt. Letztlich kann Abu Dhabi den Laden zusammenhalten, wenn man es denn will. Die Weltausstellung 2020 wird in Dubai stattfinden. Bringt dieses Ereignis mehr Touristen, Investoren und einen Wirtschaftsaufschwung? Laut IHS Markit kann dieses Ereignis helfen. Aber wir meinen: Das ist nur ein kurzfristiger Sondereffekt!

VAE PMI von IHS Markit

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Indien gerät in den globalen Abwärtsstrudel

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Das Taj Mahal ist eines der Symbole für Indien

Die nach Kaufkraftparität drittgrößte Volkswirtschaft der Welt Indien erlebt eine deutliche Wachstumsverlangsamung. Die Expansionsrate des indischen BIP fällt auf das niedrigste Niveau seit über 6 Jahren zurück. Ein Alarmsignal für die Weltwirtschaft.

Indien bleibt weit hinter seinen Wachstumsambitionen zurück

Mit 2,7 Billionen US-Dollar ist das Bruttoinlandsprodukt des südasiatischen Landes fast gleichauf mit dem Frankreichs. Bereinigt um die Kaufkraft liegt das Land sogar an dritter Stelle der größten Volkswirtschaften weltweit – noch vor Japan und Deutschland. Daher ist der Einbruch des indischen BIP-Wachstums im dritten Quartal für die Weltwirtschaft durchaus relevant.

Kaufkraftbereinigtes BIP - Indien auf Platz 3

Die Expansionsrate des Bruttoinlandsprodukts (BIP) erreichte im dritten Quartal 2019 mit annualisiert nur noch 4,5 Prozent das tiefste Niveau seit dem zweiten Quartal 2013. Der im Vorfeld mehrfach nach unten revidierte Konsens der Ökonomen lag um 0,2 Prozent höher bei 4,7 Prozent.

Damit befindet sich das Land zwar weit jenseits einer Rezession aber dennoch unter seinem langjährigen Durchschnitt: Die jährliche Wachstumsrate des BIP in Indien betrug von 1951 bis 2019 durchschnittlich 6,18 Prozent und erreichte im ersten Quartal 2010 ein Allzeithoch von 11,40 Prozent und im vierten Quartal 1979 ein Rekordtief von -5,20 Prozent. Für ein Entwicklungsland ist allein der starke Verlust an Wachstumsdynamik schon problematisch und sorgt für soziale und politische Spannungen. Zumal die Versprechen der indischen Regierung in den letzten Jahren sehr vollmundig klangen: Indien sollte China überflügeln und die am schnellsten wachsende Wirtschaftsmacht der Welt werden.

Bitte klicken Sie hier um Teil 2 des Artikels zu lesen
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